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Kein Genuss


Veröffentlicht am 1. September 2015

„Habe ich den letzten Tag der Transferfrist genossen? Nein. Es war immer ein Albtraum. Die Wahrheit ist ziemlich einfach. Viele Angebote gehen bis zur letzten Minute, weil die Clubs untereinander bluffen und alle versuchen natürlich, mehr Geld zu bekommen. Diese letzten 48 Stunden im Transferfenster sind sicherlich nicht der Teil des Fußballs, der mir fehlen wird. Es kann alles sehr kompliziert werden, weil es auch schwierig ist, herauszufinden, wer die Spieler steuert. Ich denke, das Transferfenster sollte geschlossen werden, bevor die Saison beginnt. Es ist eine ernste Ablenkung für alle sportlichen Leitungen und Führungskräfte, die ja vor allem Fußballspiele gewinnen sollen.“

(Harry Redknapp, Kolumne The Telegraph, 30. August 2015)

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung I


Veröffentlicht am 14. Dezember 2014

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Berliner Fußballplätze und Stadien

Fußball einmal anders. Aber pur und mit Genuss. Arm und sexy bezeichnete ein Berliner Bürgermeister seine Stadt. Er vergaß dabei etwas fundamentales, Berlin war stets sportlich, immer fußballverrückt und ständig in Bewegung. „Der Berliner hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er telefoniert und verabredet sich, kommt abgehetzt zu einer Verabredung und etwas zu spät – und hat sehr viel zu tun“, so einst Kurt Tucholsky, Berlins großer Journalist in einem seiner unvergessenen Wortgebilde über Deutschlands Hauptstadt. Wenn Tucholsky zum Buch griff, übertitelte er seine Rezensionen „Auf dem Nachttisch“. Diese Weihnachtsempfehlung unserer Redaktion hätte er dort sicher gern platziert. Ein engagiertes und kundiges Autorenteam hat im Verlag „edition else“ unter dem Titel „Rasen der Leidenschaften“ den Fußball Berlins anhand der Geschichte seiner Stadien und Fußballplätze eingefangen. Über ein Jahrhundert Berliner Fußballgeschichte wurden sachkundig dokumentiert, Freud und Leid einer Großstadt und seiner Menschen spiegeln sich in den Porträts der Fußballorte. Denoch ist dieses Buch kein lokal begrenztes Kompendium der Berliner Fußballbiographie, sondern vielmehr ein beeindruckendes Zeugnis deutscher und europäischer Fußballkultur. Dieses Buch kommt trotz historischer Last nie angestaubt oder antiquiert daher, es prickelt frisch und hebt den Blick erhellend, erzählt auch vom vibrierenden Temperament der Stadt Berlin und lädt zum sofortigen Spaziergang durch die Metropole an der Spree ein. Damit auch ein kommunikatives wie familienfreundliches Buch. Weiterlesen

Lokalkolorit


Veröffentlicht am 16. November 2014

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„Einmal hörte ich, dass es keinen nationalen Fußball gibt, weil doch Fußball universal ist. Ich würde eher sagen, der Mensch ist universal – aber nicht der Fußball. Die höchsten Weihen dieses Planeten erreicht doch gerade erst der, der seinen Lokalkolorit zeigt, die Eigenheiten und Stärken – wer sein Haus in der Farbe des Dorfes anstreicht, wie wir das nennen.“

„Eigentlich ist eine Fußballmannschaft nichts anderes als ein Tango-Orchester. Die besten Solisten versammeln sich, um die erhabensten Stücke zu zelebrieren. Auch die Fußballer sind Individualisten, die für ein gemeinsames Werk zusammenkommen. Wichtig ist aber gerade dabei, dass jeder die Verantwortung für sich selbst übernimmt, die Farbe seines Dorfes mitbringt; damit alle am Ende den schönsten Genuss überhaupt verspüren: mit dem Ball zu spielen.“

(César Luis Menotti, Vorwort „Buenos Aires“, Verlag Spielmacher, Oktober 2013)