Schlagwort-Archive: Geschäft

Keinerlei Groll


Veröffentlicht am 3. Oktober 2015

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„Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, aber ich akzeptiere seinen Entscheid. Wir hatten mit ihm eine unglaublich gute Zeit, alle profitierten lange Zeit extrem von ihm. Ich bin überzeugt, dass wir es mit Lucien Favre geschafft hätten, aus dieser Situation rauszukommen! Es ist natürlich sehr schade, dass er geht. Aber solche Momente sind Teil des Fussball-Geschäfts. Ich werfe Favre nichts vor, sondern behalte ihn in guter Erinnerung. Ich habe unter ihm in meiner ersten Bundesliga-Saison unheimlich viel gelernt, sein Fussball-Stil prägte mich auch als Goalie. Er hat Gladbach vor dem Abstieg gerettet und hier unglaubliche Erfolge gefeiert. Dank ihm erlebte der Klub tolle Jahre. Das sollte niemand vergessen. Wir schätzten Favre sehr, aber jeder ist jetzt genug professionell, um wieder nach vorne zu blicken.“

(Yann Sommer, Interview swissinfo.ch, 21. September 2015)

Zwei Profis = eine Meinung


Veröffentlicht am 27. September 2015

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„Im Moment kommt eine Schwemme von Trainern auf den Markt, immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde. Die haben nie selbst oben gespielt und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt. Sie denken an Spitzenfußball, haben ihn aber selber nie erlebt. Das geht schon in der Ausbildung zum Fußballlehrer beim DFB los. Ich habe es ja erlebt. Je mehr ich die Kandidaten beobachtet habe, die mit Bestnoten abschließen, die dieses typische Kursbestergesicht haben und die Kursinhalte aufgesogen haben, desto mehr sträuben sich mir die Nackenhaare. Bei denen ist Taktik oberstes Gebot, das sind Laptop-Trainer.“
(Mehmet Scholl, Interview Der Spiegel, Ausgabe 37/2015)

„Es ist immens wichtig, als Trainer nicht nur in einer Amateurmannschaft gespielt zu haben, sondern auf höchstem Niveau. Denn das Umfeld Bundesliga ist extremst schwierig, das Geschäft muss man kennen. Darum hat Mehmet Scholl Recht. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass er ohne Probleme erfolgreich in der Bundesliga arbeiten würde, wenn er nur wollte.“
(Felix Magath, Interview SportBild, Ausgabe 39/2015)

Mourinho über De Bruyne


Veröffentlicht am 25. Juli 2015

„Seine Klagen finde ich unfair, weil ich ihn halten wollte. Er sagte mir, es liegt nicht in seiner Persönlichkeit für eine Position in der Mannschaft zu kämpfen. Er braucht ein Team, wo er weiß, er kann jedes Spiel spielen und muss wissen, dass er wichtig ist. Ich sagte ihm, das ist Chelsea, Sie sind sehr jung. Wir haben hier Eden Hazard, Mata und Willian und ich kann keinem einen Stammplatz versprechen. Wenn dies seine Mentalität ist muss ich es aber akzeptieren und wir verkauften ihn. Chelsea machte ein gutes Geschäft weil wir ihn billig gekauft und für einen fantastischen Preis verkauft haben.“

(José Mourinho, The Guardian, 24. Juli 2015)

Opposition aus Europa?


Veröffentlicht am 26. Januar 2015

Wahl des Fifa-Präsidenten wirft theatralische Schatten voraus

Der Schweizer Joseph S. Blatter werkelt seit 1975 als FIFA-Funktionär und steht dem Weltverband seit 1998 als allmächtiger Präsident vor. Im nächsten Jahr wird er 80 Jahre. An freiwilligen wie klugen Verzicht denkt er nicht, sein Mantra: „Ich muss sagen, dass ich meine Mission noch nicht erfüllt habe. Ich möchte weitere vier Jahre haben, um zu beweisen, dass Fußball mehr als ein Spiel ist.“ Der Herbst von Patriarchen ist seit König Lears Zeiten ein dunkles Geschäft. Fans in aller Welt graust es schon lange vor der „Mission“, bei WM-Eröffnungen pfeift sich das Stadionpublikum die Seele aus dem Hals, sobald der Name Blatter genannt. Pfiffe lassen Sepp Blatter allerdings seit jeher kalt. Kritik perlt ab, Stadien haben Hinterausgänge. Der FIFA-Boss kontert gern mit deftigen Gegenangriffen. Nun hat es die UEFA erwischt, die all die Jahre den FIFA-Alleinherrscher hat gewähren lassen. Blatter erbost: „Sie wollen mich loswerden. Die gesamte Opposition kommt, das muss man leider so sagen, aus Nyon von der UEFA“, verkündet der 78-Jährige über CNN, um noch in Verachtung nachzulegen: „Sie haben nicht den Mut, selbst einzusteigen“, womit er sogar Recht haben könnte. Fans haben bei diesem Machtpoker weder Stimme noch Gehör, sitzen als ohnmächtige Beobachter am Rand. Sponsoren sind dagegen wichtig wie einflussreich und wenden sich offensichtlich von dieser Art Weltverband ab. Top-Sponsoren wie Emirates/Luftfahrt, Sony, Castrol, Continental und Johnson & Johnson werden ihre auslaufenden Verträge mit der FIFA nicht mehr verlängern, verkündeten bereits ihren Verzicht auf eine Fortsetzung der Partnerschaft. Dennoch, der nächste FIFA-Präsident wird wieder Sepp Blatter heißen, ein Mann, der seine Dinge immer zu regeln wusste. Für ihn kann es nur einen geben, sich selbst. Quo vadis, FIFA?

Redaktion Magath & Fußball

Indiens Aufbruch in den Fußball


Veröffentlicht am 15. Oktober 2014

1,3 Milliarden Menschen bekommen eine neue Fußballliga

Es gibt ihn noch. Der legendäre Straßenfußball ist überall, nicht als Floskel sondern als greifbare Lebensrealität. Ob auf Beton, auf wüstem Untergrund oder modrigen Plätzen, ordentlichem Gras oder in Wasserpfützen. Die Kinder Indiens lasen sich weder vom morastigen Untergrund noch von widrigen Verhältnissen abhalten, sie lieben den Sport Fußball und sie spielen ihn. Nicht „FIFA 15“ ist das Objekt ihrer Begierde sondern ein profaner Ball. Ob sich der Fußball im Riesenreich Indien durchsetzt hängt auch von diesen Kindern ab. Noch liegen Hockey und Cricket in der Gunst der Inder weit vorn, in beiden Sportarten ist das Land stete Weltklasse und holte alle großen Titel. Ab dieser Saison unternimmt der indische Vereins-Fußball einen neuen Start in die Fußballwelt, will groß durchstarten. Unter der Bezeichnung Indian Super League (NFL) nehmen acht Mannschaften den Spielbetrieb auf. Weiterlesen

Dominanz in Ligue 1


Veröffentlicht am 9. Oktober 2014

Marcelo Bielsa haucht Olympique Marseille neues Leben ein – Favoriten hinken hinterher

Wie einst Winston Churchill im Krieg, vermittelt auch Marcelo Bielsa in seinem Schaffen den respektheischenden Eindruck, er lebe wie drei Personen, die sich den Tag untereinander aufteilen, um das Pensum an Arbeit zu bewältigen. Mit Akribie und Besessenheit übt der Argentinier den Trainerberuf aus. Seine Arbeit hat ihm kollegiale Anerkennung auf dem Fußball-Globus eingebracht. Von Óscar Tabárez und Diego Simeone über Pep Guardiola und Felix Magath bis zu Carlo Ancelotti und Vicente del Bosque reicht das Spektrum der Wertschätzung. Für Guardiola „der beste Trainer der Welt“. Ob bei den Newell’s Old Boys in Argentinien, der Nationalmannschaft seiner Heimat und der von Chile oder dem baskischen Club Athletic Bilbao, überall sind sich Fußballliebhaber einig, mit Marcelo Bielsa hat ein außergewöhnlicher Fußballlehrer dem Sport gedient und seine charismatichen Spuren hinterlassen. Weiterlesen

Kein Esel


Veröffentlicht am 22. August 2014

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„Wenn ich 55 Minuten lang Autogramme gegeben habe, muss ich nicht auch noch irgendwo posten: War ein toller Tag heute. […] Ich bin froh, dass die Leute in meinem Umfeld nicht so fanatisch sind. Meine Eltern haben mich zwar immer zum Training gefahren, sich aber dann ins Vereinsheim gesetzt und Kaffee getrunken. Sie sind heute noch bei den Heimspielen. Sie fragen anschließend nur, ob ich Spaß hatte. Wenn ich Ja sage, war es ein guter Tag. […] Mein Lieblingsspieler war immer der Engländer Steven Gerrard. Der lief immer schon jedem Ball hinterher, mit großen Schritten. Er war vielleicht nicht der begnadetste Fußballer, aber überall auf dem Platz präsent, hat gegrätscht und gekämpft. […] Wenn ich irgendwo nicht spielen möchte, spiele ich da nicht. Das versichere ich Ihnen. Da kann ein Vertrag aussehen, wie er will. Ganz generell, ich sage das nicht mit Blick auf einen bestimmten Verein, fühle ich mich in dem Geschäft manchmal wie in einem modernen Menschenhandel. Doch am Ende entscheide immer noch ich. […] Ich bin kein anderer Mensch als vorher. Ich achte genau darauf, dass mir keiner unterstellen kann, ich sei arrogant. Ich habe dazugelernt. […] Weltmeister, das ist nicht vergänglich. Wahrscheinlich kann ich mich noch mit 40 in ein TV-Studio stellen und von damals reden – vorausgesetzt, ich verkaufe mich nicht wie ein Esel.“

(Christoph Kramer, Interview Auszüge Der Spiegel, 18. August 2014)

Fußball in Sierra Leone


Veröffentlicht am 12. August 2014

Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Von gemachten und von wirklichen Problemen

Dieser Tage bewegte Fußballdeutschland der Austausch von Verbalinjurien zwischen den Herren Watzke/Zorc und den Herren Rummenigge/Sammer in Sachen Marco Reus. Ein Zwist, bei dem man das Gefühl hat, dieser Spieler sei eine unmündige Handelsware in einem verschlungenen Geschäft unter zerstrittenen „Freunden“. Dabei wurde mit Zahlen um sich geworfen, welche sich irgendwie um 25 Millionen drehten. Berichtet wurde darüber, als stünde der Untergang der Zivilisation bevor. Zeitgleich drückte die BBC eine Randnotiz aus der Welt des Fußballs in unser Bewusstsein: Der Fußballverband von Sierra Leone (SLFA) hat wegen der Ebola-Epidemie den Spielbetrieb komplett eingestellt. Damit bleibt abzuwarten, ob die Nationalmannschaft von Sierra Leone wie geplant in der Qualifikation zum Afrika-Cup 2015 antreten kann. Es gibt Zweifel, ob das Team überhaupt die Ein- wie Ausreise bei den Auswärtsgegnern erhält oder dortige Gesundheitsbehörden dies wegen Gefahr der Ebola-Verbreitung untersagen. Sierra Leone hat sich kampflos den Platz in der Hauptrunde der Qualifikation für den Afrika-Cup gesichert. Nach einem 2:0-Heimsieg gegen die Seychellen kam es nicht zum Rückspiel. Die Seychellen verzichteten aus Angst vor der Ebola-Epidemie in Westafrika auf dieses Rückspiel. Andere Nationen könnten dem Beispiel folgen und sich ebenfalls weigern, den Spielern aus Sierra Leone die Einreise in ihr Land zu gewähren oder nicht in Sierra Leone zu spielen. Weiterlesen

Fußball brummt


Veröffentlicht am 29. Juli 2014

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Milliarden-Gewinn für FIFA und Hype um James Rodríguez

Unterschiedlich präsentiert sich derzeit der Großsport dieser Welt. Der Formel 1 geht offenbar die Luft aus. Das Interesse des Publikums schwindet dramatisch. Freunde wie Hasser des Automobilsports sehen diesen bereits in einer Art Götterdämmerung, den unausweichlichen Niedergang im vollen Gange. Unter einer anderen Zirkuskuppel floriert dagegen das Leben und brummt das Geschäft. Der Fußball bezeugt seine Ausnahmestellung dieser Tage auch durch unterschiedlichste Zahlenwerke auf sehr beeindruckende Weise. Diese Zahlen wirken rauschhaft, entsprechen aber dem ungebrochen Fußballinteresse von Menschen aller Alters- und Sozialschichten rund um den Planeten. Die anhaltende Fanbindung an den Fußball konnte während der WM-Tage bestaunt werden. Weiterlesen