Schlagwort-Archive: Gutes

Mehr als Fußball


Veröffentlicht am 28. Januar 2015

Lionel Messi bei einem Krankenhausbesuch im Hospital del Mar in Barcelona im Januar 2012.

Lionel Messi bei einem Krankenhausbesuch im Hospital del Mar in Barcelona im Januar 2012.

 

„Ich gewinne lieber Titel mit der Mannschaft als individuelle Auszeichnungen zu bekommen oder mehr Tore als jeder andere zu schießen. Es ist mir wichtiger, ein guter Mensch zu sein, als der beste Fußballer der Welt. Was bleibt am Ende, wenn alles vorbei ist? Wenn ich mal in den Ruhestand gehe, möchte ich als einer in Erinnerung behalten werden, der Gutes bewirkt hat. Ich schieße gern Tore, aber ich mag es auch, mit Mitspielern befreundet zu sein. Es ist schön, wenn man dich als Person schätzt und eine hohe Meinung von dir hat.“

(Lionel Messi, Interview mit Ramón Besa und Luis Martín in El País, 30. September 2012)

Historische Chance vertan


Veröffentlicht am 18. Februar 2014

Gegen 23 Uhr, als alles vorbei war, saß Felix Magath in seinem Hotel, nahm einen Schluck Rotwein und sagte: „Es hätte etwas Gutes entstehen können. Ich gehöre zum HSV wie der HSV zu mir. Aber jetzt ist der Fall für mich erledigt. An diesem Tag hatte er „seinem“ HSV abgesagt, als Retter auf der Trainerbank und als Vorstandsmitglied nach Hamburg zurückzukehren. Mit einem Dilettantismus, der nicht mehr zu überbieten ist, hat der HSV möglicherweise eine historische Chance vertan. Fünf Punkte, die dafür sprechen:

1. Weil sich Vorstand und ein zerrissener Aufsichtsrat nicht auf eine Entlassung des erfolglosen Trainers van Marwijk einigen konnten (obwohl alle die Notwendigkeit erkannt haben), rückt der Abstieg immer näher. Setzt es heute in Braunschweig auch noch die siebte Niederlage in Serie, ist vermutlich schon alles zu spät.

2. Dem Verein fehlt ein Mann, der mit Kompetenz und Autorität die Zügel in die Hand nimmt. Jetzt bleiben die (vor allem sportlich) Ahnungslosen wieder unter sich.

3. Die „Marke HSV“ wird weiter und weiter beschädigt.

4. Die dringend notwendige Strukturreform (HSV plus) erscheint plötzlich fraglicher denn je. Denn was nutzt die schönste Reform, wenn niemand da ist, der sie dann auch mit Leben erfüllt?

5. Die Gräben im Verein, so tief wie der Grand Canyon, sind jetzt kaum noch zuzuschütten. Nun kann man streiten, ob Felix Magath der richtige Mann ist, die Probleme zu lösen (ich glaube ja!). Natürlich darf man auch anderer Meinung sein.

Aber einfach NICHTS tun – das darf man nicht. Die Chaos-Tage von Hamburg haben vor allem eines gezeigt: Letztlich geht es immer nur um persönliche Interessen – und nicht um den HSV!

(Alfred Draxler, BILD Kommentar, 15. Februar 2014)