Schlagwort-Archive: Hans Meyer

Eine Lanze für Lucien Favre


Veröffentlicht am 20. September 2015

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Saisonstart der Fohlen befeuert die Schlagzeilen – Trainer Favre tritt zurück

Für Lucien Favre gilt was José Mourinho über sich sagte: „Ich bin ein guter Trainer, egal ob ich Spiele gewinne oder nicht.“ Das Diktum von Felix Magath, vor Beginn der Saison geschrieben, war ein berechtigtes Kompliment: „Für mich ist Favre der beste Trainer der Bundesliga. Denn man sollte das Ergebnis der Arbeit eines Trainers immer in Relation zu den finanziellen Möglichkeiten setzen.“ Nun ist Lucien Favre zurückgetreten und arbeitet nicht mehr bei den Fohlen. Borussia Mönchengladbach und seine Trainer waren immer ein Zulieferbetrieb für Clubs mit unerschöpflichen Finanzmitteln. Früher ging man von Gladbach zu den Bayern und argumentierte mit der Sehnsucht nach einem großen und internationalen Club, damit der Geldsegen nicht so im Vordergrund stand. Heute erliegen Spieler sogar den Sirenen von Werksvereinen wie Leverkusen und Wolfsburg, deren unerschöpfliche Mittel satte Gehälter versprechen. Die dadurch gerissenen Lücken müssen bis heute von Trainern wie Lucien Favre Saison für Saison geschlossen werden. Weiterlesen

Zuverlässiger „Fußballgott“


Veröffentlicht am 22. Juli 2015

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Borussia Mönchengladbach und Tony Jantschke: Das passt!

Tony Jantschke ist anders als viele seiner Berufskollegen. Gladbachs Nummer 24 zählt nicht zu den schillernden Stars in der Manege, wirkt inmitten einer sämtlichen rationalen und gesunden Verhältnismäßigkeiten entrückten Branche beinahe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Wie ein archaisches Überbleibsel aus einer Zeit, in der Fußball noch Fußball war und es weniger auf eine marktgerechte Inszenierung des Schauspiels, als auf die nüchterne, sportliche Leistungsfähigkeit ankam. Jantschke ist weder Selbstdarsteller noch Lautsprecher, wirkt wesentlich älter, reifer als jene 25 Jahre, die sein Spielerpass ausweist. Auf Auswärtsreisen spielt er lieber Skat oder Doppelkopf, wenn die meisten Teamkollegen den DVD-Player oder das iPad vorziehen. Im Großen und Ganzen ist er einfach er selbst, weiß was er kann und ist damit bislang außerordentlich gut gefahren. Jantschke muss niemandem mehr etwas beweisen, hat sich dennoch in seinem öffentlichen Auftreten stets eine angenehme Bodenständigkeit bewahrt. Freilich hat auch der gebürtig aus Hoyerswerda im sächsischen Landkreis Bautzen stammende Defensivspezialist gelernt, mit der Zeit zu leben, besitzt inzwischen natürlich einen Twitter-Account, pflegt sein eigenes Facebook-Profil. Das alles aber wirkt bei ihm echt und weniger künstlich – wie seine Verbundenheit zur Borussia aus Mönchengladbach. So etwas kommt an bei den Fans, erst recht am Niederrhein, wo sich Tony Jantschke bei der aufstrebenden Fohlenelf auch dank Lucien Favre zum unverzichtbaren Leistungsträger und Anführer entwickelt hat. Weiterlesen

Favre bleibt Favre


Veröffentlicht am 11. Mai 2015

„Die lauten Fernsehexperten sind abgereist. Favre verweigert sich selbst am wichtigsten Trainer-Tag seiner Bundesliga-Karriere, an dem er Gladbach wohl erstmals seit 1977 wieder in den Europacup der besten europäischen Teams geführt hat, dem Hype. Dann klopft ihm Hans Meyer auf die Schulter: «Danke für dieses wunderbare Jahr, lieber Lucien. Das war ganz stark.» Meyer, einst ein Trainer mit höchstem Unterhaltungswert und inzwischen im Präsidium der Gladbacher, kennt das Geschäft. Und ihm ist auch die dunkle Seite der Borussia bekannt. Er führte sie nach der Jahrtausendwende aus der Versenkung zurück in die höchste Liga. Außerhalb einer Kneipe in Hördistanz begießen Fans nach dem neunten Heimsieg in Serie mit Bier den Champagner-Fußball Favres. Favre bleibt Favre. Seine leise, unaufgeregte Art ist so etwas wie der sympathische Gegenentwurf zur Welt der nervösen Fußballkommentatoren.“

(Neue Zürcher Zeitung, Bericht, Ausszüge, 10. Mai 2015)

Es zählt nur der Sieg


Veröffentlicht am 27. Dezember 2013

„Ich kann die Taktik noch so geschickt wählen, die Spieler noch so gut motivieren, noch so perfekt trainieren: Wenn wir vier Mal nacheinander verloren haben, wenn dich der Vorstand nicht mehr grüßt, wenn die Mannschaft in Grüppchen zerfällt, wenn im Umfeld das Hauen und Stechen beginnt, wenn alle sich gegenseitig nur noch Schuld zuweisen, dann hilft dem Trainer keine seiner Fähigkeiten, sondern nur noch ein Sieg.“

(Hans Meyer, Focus, 12. Februar 2008)

Gehen Sie davon aus…


Veröffentlicht am 3. November 2013

…Hans Meyer begeht heute seinen 71. Geburtstag.

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Magath & Fußball gratuliert dem großartigen Kollegen, tollen Sportsmann und phantastischen Menschen Hans Meyer an dieser Stelle ganz herzlich zu seinem Geburtstag und wünscht ihm weiterhin Vitalität, eine stabile Gesundheit, Freude an den Dingen des Lebens, alles Gute und stets eine schöne Zeit mit seiner Familie und seiner Borussia.

Felix Magath und Redaktion

Das letzte Wort am heutigen Tag soll aber Hans Meyer gehören:

„Einer meiner Dozenten an der Friedrich-Schiller-Universität war Georg Buschner, der zugleich Trainer bei Carl Zeiss Jena war, wo auch ich im Kader stand. Er war ein toller Pädagoge und ein zukunftsweisender Organisator – so hatte er bereits 1965 einen Lauftrainer, einen Gymnastiklehrer und einen Psychologen im Team, zwei Physiotherapeuten, zwei Ärzte und eine Köchin. Zudem hat er mir beigebracht, wie man mit Fans, Funktionären und Sponsoren umgeht. Und nicht zuletzt: Wie man falsche Freunde erkennt, die ja gern im Siegestaumel auftauchen.“

„Wenn man 70 Jahre alt ist und ist nicht schlauer und wissender als mit 30, hat man etwas falsch gemacht.“

(Hans Meyer, Interview 11Freunde, 22. September 2013)

Kunst


Veröffentlicht am 13. September 2013

„Wenn ich ins Theater gehe, sehe ich manchmal ebenfalls viel Mist – und ein schönes Fußballspiel bietet mir so viel Freude und Befriedigung, wie sie mir Kunst auch bietet.“

(Hans Meyer, „Erlanger Poetenfest“, Podiumsdiskussion, 1. September 2013)

Hans Meyer


Veröffentlicht am 19. April 2013

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„Es ist schon verrückt. Aber Felix ist, wie er ist. Wenn man, was in England üblich, aber in Deutschland neu ist, dem Trainer auch die Funktionen als Produktionsleiter und Manager gibt, dann könnte man wissen, dass er alleine bestimmen will.

Magath ist mit einer Mannschaft gehobenen Mittelmaßes im ersten Jahr Zweiter geworden und hat das Viertelfinale der Champions League erreicht. Dann flickt man ihm erst am Zeug, er flieht – und dann fallen alle wirtschaftlichen Vorwürfe unter den Tisch. Was bleibt, ist der Eindruck, man habe bloß Vorwände gesucht.“

 (Hans Meyer, Interview Nürnberger Nachrichten, 24. März 2011)