Schlagwort-Archive: Härte

Chile – Argentinien 4:1 i.E. (0:0 n.V.)


Veröffentlicht am 5. Juli 2015

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Gastgeber Chile gewinnt erstmals die Copa América

Im Vorfeld bei Fans wie Medien – nicht unter Spielern – ein unappetitliches Geklimper nebst Diffamierungen auf beiden Seiten. Alte politische Rivalitäten machten vor dem Sport mal wieder nicht halt. Dennoch, es traten zum Endspiel der Copa América 2015 die derzeit besten Teams des Kontinents an, kreuzten im Estadio Nacional in Chiles Hauptstadt Santiago die fußballerischen Klingen. In der Vorfeld-Rhetorik viel vom Generationengold die Rede. Dessen Glanz entfaltet sich im Fußball allerdings nicht immer, ist manchmal mehr Fluch als Segen. Auf der anderen Seite gibt es Siege von historischer Bedeutung. Chile gelang einer. Nun gehört man endlich zu den südamerikanischen Titelträgern. Auch Chile trat mit seiner „Goldenen Generation“ an, bessere Fußballer hatte das Land noch nie. Vor allem hatte man niemals ein besseres Team. Weiterlesen

Handfeste Duelle


Veröffentlicht am 18. Juni 2015

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Kämpferischer Fortgang der Copa 2015 in Chile

Die Copa bietet die großen Kontinentalstars als exotische Sensation, kennt man in Südamerika die heimischen Kicker doch eher aus Netz und Glotze. Wer was auf sich zählt und zu den Großen des Fußballs gehört, verdingt sich natürlich im fernen Europa. Einer dieser Exoten ist seit acht Jahren in Europa unterwegs und bescherte seinen Landsleuten mit einem Paukenschlag Einblicke in das Universum vermeintlicher Stars, in deren geistiger Welt keine Regeln gelten. Eine Alkoholfahrt des Juve-Spielers Arturo Vidal – nebst Unfall und polizeilicher Ermittlungen – füllte die Sportseiten und Boulevardgazetten und überstrahlte seine drei Turniertore. Chiles 3:3 gegen Mexiko war eine herbe Enttäuschung für die Gastgeber. Vidal glich in der ersten Halbzeit mit wuchtigem Kopfball zum 1:1 aus und verwandelte im zweiten Durchgang seinen zweiten Turnier-Elfmeter zur 3:2-Führung. Die Mexikaner ließen sich nicht abschütteln und erzielten noch den Ausgleich zum 3:3. Die Zuschauer sahen ein teilweise attraktives Spiel, die Tore taten ein Übriges zur guten Stimmung im Stadion. Ebenfalls torreich eine andere Partie. Bolivien setzte sich mit 3:2 gegen Ecuador durch. Mit dem Sieg in Valparaíso konnte die bolivianische Nationalmannschaft eine 18-jährige Not ohne Sieg in der Copa endlich beenden. Kurz vor Schluss wäre Ecuador fast der Ausgleich gelungen, so bleibt man weiterhin ohne jeden Punkt und muss im nächsten Spiel gegen Mexiko unbedingt gewinnen. Winnie Schäfer’s Jamaika bleibt weiter ohne Tor und Punkt, auch gegen Paraguay musste man sich knapp mit 0:1 geschlagen geben. Weiterlesen

Viel Kampf, wenig Fußball


Veröffentlicht am 15. April 2015

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Derbi madrileño ohne Sieger, Juve profitiert von fragwürdigem Elfmeterpfiff

Nein, die Viertelfinal-Ouvertüre in Madrid war beileibe kein rauschendes Fußballfest, eher zu vergleichen mit einem Boxkampf, bei welchem sich beide Kontrahenten zwar blutige Nasen holten, einander aber nicht auf die Bretter schickten. Im Estadio Vicente Calderón trennten sich Atlético und Real torlos, Entscheidung vertagt. Die Frage, welcher Mannschaft dieses Unentschieden größeren Nutzen erweist, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. In der kommenden Woche hat Real zwar das Bernabéu im Rücken, allein davon wird sich der Nachbar aber mitnichten beeindrucken lassen, die Angst vor den Königlichen hält sich bei Diego Simeones Mannen in Grenzen. Womöglich spielt das Resultat dem konterstarken Atlético sogar in die Karten, Real muss vor heimischer Kulisse nun unbedingt treffen, um zum fünften Mal in Serie ins Halbfinale vorzustoßen. Weiterlesen

Robustheit auf dem Rückzug


Veröffentlicht am 29. März 2015

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„Ein anständiges Tackling gehörte lange zum Repertoire jedes Defensivkünstlers. Es kann, formvollendet ausgeführt, ebenso viel Beifall bringen wie ein Pass in die Tiefe oder ein Hackentrick. Doch die Grätsche ist bedroht. Ein zweiter Grund für das Grätschensterben sind die Regeln. Laut FIFA sollen Spieler bestraft werden, wenn sie mit ‚überzogener Härte‘ grätschen, selbst wenn sie den Ball spielen und ihren Gegenspieler nicht einmal berühren. Tacklings von hinten werden mittlerweile automatisch mit Platzverweisen geahndet. Verständlich, weil diese Attacken gesundheitsgefährdend sind. Doch was ist mit dem Tackling von der Seite oder von vorne, mit ritterlich offenem Visier? Die Firma Impire wertet seit mehreren Jahren Statistiken zu Fußballspielen aus. Gab es 1998 in der Bundesliga noch 1.043 sogenannte Grätschenfouls, sank die Zahl seitdem kontinuierlich. Im Jahr 2012 wurden nur noch 367 gezählt. Es ist damit zu rechnen, dass die FIFA die Regeln weiter verschärft. Sie schützt damit die Offensiven, die Künstler. Keinesfalls aber aus Gutmenschentum, sondern vor allem des schnöden Mammons wegen. Die Offensivspieler sind es, die für Tore und Schlagzeilen sorgen. Sie bringen dem Fußball die Milliarden. Ein grätschender Verteidiger lässt sich nicht gut verkaufen.“

(Die Zeit, „Das Ende der Blutgrätsche“, Auszug, 14. Februar 2013)

Grafite


Veröffentlicht am 26. November 2014

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11Freunde: Wer war der robusteste, ehrgeizigste Spieler, den Sie je trainiert haben?

Felix Magath: Grafite. Er war der einzige Spieler, der mich wirklich überrascht hat. Als er 2007 nach Wolfsburg kam, legten wir keinen guten Saisonstart hin. In einem Testspiel wurde er zu allem Überfluss umgetreten – doppelter Bänderriss. Es war sicher, dass er für das Spiel am Wochenende ausfallen würde. Trotzdem stand er am Freitagnachmittag plötzlich am Trainingsplatz. „Grafite, was machst du hier?“, fragte ich. „Ich will spielen“, sagte er. Die Ärzte und ich sprachen nachdrücklich unsere Bedenken aus, doch er bestand darauf, der Mannschaft zu helfen. Also nahm ich ihn am Sonntag mit nach Cottbus.

11Freunde: Und Sie ließen ihn mit einem doppelten Bänderriss spielen?

Magath: Nein, ich setzte ihn auf die Bank. Gespielt hat er erst wieder am darauffolgenden Dienstag in Bremen. Diese Partie war mir wichtiger. Grafite war wirklich einer der robustesten Spieler, die ich kennengelernt habe.

(Felix Magath, Interview 11Freunde, Ausgabe #157)

Narben der Geschichte


Veröffentlicht am 9. September 2013

Die Elland Road – ein typisch englischer Fußballort

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Wäre Elland Road ein menschlicher Körper, er würde von Brandnarben überzogen und vom Leben gezeichnet, vielleicht sogar ein seelisches Wrack, eben der Schicksalsschläge zu viel. Aber Elland ist ein Stadion und damit Legende. Wenn auch von den Stürmen der Zeit gebeutelt, gehört Elland Road zu den Menschen aus Yorkshire. Für die Fans von Leeds ist Elland Road ein Ort mit Herz und Seele, eine zweite Heimat mit bewegter Geschichte. Im Stadion besingen sie schon vor dem Spiel die Härte und Leidenschaft der Leute aus Yorkshire, die Kargheit der Landschaft und die Liebe zu Leeds United. An der Elland Road feiert man eine ganze Region und dann auch den Fußball. Weiterlesen

Einstellung


Veröffentlicht am 19. April 2013

„Wenn einer im Beruf hart zu sich selbst und zu anderen ist, dann bedeutet das nicht, dass er das auch im Privaten ist.“

(Felix Magath, Interview Stern, 8. Februar 2007)