Schlagwort-Archive: Haus

Letzte Begegnung mit einem Schachspieler


Veröffentlicht am 12. November 2015

ZEIT-Reporter Ulrich Stock über Helmut Schmidt

Der Anruf kommt meist am Montag oder Dienstag, mitten in der Hauptproduktionszeit. Wenn ich die Nummer auf dem Display meines Telefons sehe, weiß ich schon, worum es geht. Das Büro von Helmut Schmidt. Ob ich Lust hätte auf eine Partie, gleich jetzt? Lust habe ich immer, und wenn der Herausgeber ruft, müssen andere Dinge eben zurückstehen. Sein Büro liegt auf der anderen Seite des Pressehauses. Eine seiner Vorzimmerdamen geleitet mich zu ihm, den ich hinter seinem Schreibtisch nur schemenhaft erkenne. „Rauchen Sie?“ Er streckt mir sein Etui entgegen. Ich lehne dankend ab. Dann zieht er ein winziges Brett hervor, was mich überrascht. Ein großer Schachspieler muss doch ein großes Brett haben! Weiterlesen

Vom Brett zum Mittelkreis


Veröffentlicht am 31. Juli 2014

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Schachweltmeister Magnus Carlsen und die Liebe zum Fußball

Wenn sich die Gelegenheit bietet, tritt er gegen den Ball. Die Geschichte mit dem Vater hinterm Haus war schön und ist sattsam bekannt aber irgendwann wird diese Welt natürlich zu klein. Inzwischen ist er ausgezogen, um Schachweltmeister zu werden, was ihm in blendender Manier gelang und auf die legendären Gipfel von Aljechin, Fischer und Kasparow katapultierte, mittlerweile darüber hinaus. Weiterlesen

Rien ne va plus


Veröffentlicht am 13. März 2014

Lachen in besseren Tagen (Hoeneß mit Bayern-Aufsichtsrat und VW-Boss Winterkorn).

Lachen in besseren Tagen (Hoeneß mit Bayern-Aufsichtsrat und VW-Boss Winterkorn).

Dieser Krug ging solange zum Geld bis er brach. Ein Gericht hat darüber sein Urteil gefällt, in unseren Landen genießt auch ein Verurteilter Rechte und das ist gut so! Nachkarten wie üble Nachrede verbieten der Anstand und eine gute Kinderstube. Ulrich Hoeneß selbst hat sich daran leider nicht immer gehalten, es hätte ihm gut getan. Wie er die rhetorische Guillotine über ehemalige Mitarbeiter (Trainer) hat sausen lassen, die ihm Titel und Trophäen ins Haus brachten, damit vor allem auch seinen Ruhm mehrten, kann man in Archiven nachlesen, es war nicht immer fein. Man muss Hoeneß in dieser Art des Umgangs mit Menschen aber nicht folgen und dabei sollte man es auch belassen. Der Rummel wird langsam abklingen, es wird neue Aufstellungen geben, Bayern München wird weitere Titel hamstern, Hoeneß Multimillionär bleiben, höchstens einige Ehren missen, nicht mehr geliebter Gast am Tisch der Mächtigen sein. Einem guten und gesicherten Lebensabend der angenehmen Art steht auch nach diesem Urteil nichts im Wege, seine Zukunft im Wohlstand bleibt unangetastet. Schenken wir das Schlusswort Thomas von Aquin:

„Mag das Geld auch den Charakter des bloß Nützlichen haben, so hat es dennoch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Glück, weil es auch den Charakter des Allumfassenden besitzt, da ja dem Gelde alles untertan ist.“

(Thomas von Aquin)

Redaktion Magath & Fußball

Rasenschach und Titelkampf


Veröffentlicht am 9. November 2013

Fußballbegeisterter Norweger greift nach der Schachkrone

Viswanathan Anand (links) und Magnus Carlsen kämpfen im indischen Chennai um die Schachkrone. Hier sitzen sich die beiden bei den Chess Classics 2008 in Mainz gegenüber.

Viswanathan Anand (links) und Magnus Carlsen kämpfen im indischen Chennai um die Schachkrone. Hier sitzen sich die beiden bei den Chess Classics 2008 in Mainz gegenüber.

In der Branche Fußball wird sich leidenschaftlich und leutselig fast „zu Tode geduzt“, wer nicht mitmacht, der gehört nicht zur Familie. Solche Usancen sind im Schach eher unüblich, eine Ausnahme ist der amtierende Weltmeister, der Inder Viswanathan Anand. Diesen nennt jeder nur „Vishy“, mittlerweile Marken- und Spitzname des indischen Ausnahmespielers. Im Zusammenhang mit „Vishy“ gibt es noch ein zweites, ständig wiederholtes Wort: „nett“. Ein netter Weltmeister. Schachlegende Viktor Kortschnoi sagte vor Jahren über die Schachgeneration von Anand: „Die mögen sich alle – entsetzlich. Zu meiner Zeit hat man die Gegenüber noch gehasst.“ Nicht umsonst trägt Kortschnoi sein ganzes Schachleben den Beinamen „Viktor, der Schreckliche“. Weiterlesen