Schlagwort-Archive: Herausgeber

Letzte Begegnung mit einem Schachspieler


Veröffentlicht am 12. November 2015

ZEIT-Reporter Ulrich Stock über Helmut Schmidt

Der Anruf kommt meist am Montag oder Dienstag, mitten in der Hauptproduktionszeit. Wenn ich die Nummer auf dem Display meines Telefons sehe, weiß ich schon, worum es geht. Das Büro von Helmut Schmidt. Ob ich Lust hätte auf eine Partie, gleich jetzt? Lust habe ich immer, und wenn der Herausgeber ruft, müssen andere Dinge eben zurückstehen. Sein Büro liegt auf der anderen Seite des Pressehauses. Eine seiner Vorzimmerdamen geleitet mich zu ihm, den ich hinter seinem Schreibtisch nur schemenhaft erkenne. „Rauchen Sie?“ Er streckt mir sein Etui entgegen. Ich lehne dankend ab. Dann zieht er ein winziges Brett hervor, was mich überrascht. Ein großer Schachspieler muss doch ein großes Brett haben! Weiterlesen

Happy 66th Birthday, Arsène Wenger!


Veröffentlicht am 22. Oktober 2015

imago21527943m_c

Feingeist und Manager – Arsène Wenger begeht seinen Geburtstag

Die Haare deutlich grauer, die Furchen im Gesicht tiefer, das Wort Altmeister macht längst die Runde. Im Fußball-Business ein Zeichen von Kämpfen, Beständigkeit und Respekt. In den letzten Jahren kamen im Saisontakt sportliche Nachrufe von dumm bis pathetisch hinzu. Der Jubilar hat sie allesamt überdauert. Was schert einen Berg das Picken der Krähen. An seinem Geburtstag ist dieser Jubilar zu preisen für die Vollständigkeit einer außergewöhnlichen Karriere und nicht für eine Momentaufnahme. Die obligaten Nörgler am Elsässer sollen hier kein Gehör finden, die Tatsache seiner Erfolge dagegen nochmals in Erinnerung gebracht werden. Als der Franzose 1996 neuer Manager bei Arsenal wurde, waren seine Empfehlungen ein französischer und ein japanischer Meistertitel, nichts was in Englands Fußballburgen für besondere Aufregung sorgte. Die britische Trainerzunft und das Fußballvolk der Insel staunten, ähnlich seinen Spielern, über den Mann aus Straßburg, der mehrsprachig über Fußball referierte, als stehe er im Hörsaal der Sorbonne. Der am 22. Oktober 1949 geborene Arsène Wenger lieferte der Öffentlichkeit von Beginn an das Bild eines Gentlemans und Fußballexperten par excellence. Die Anerkennung der gesamten Fußball-Branche war schnell erarbeitet, immerhin brachte er die Gunners 1998, 2002 und 2004 auf den englischen Meisterthron. Der Triumph 2004 hatte als phänomenales Beiwerk noch eine ganze Saison ohne Niederlage zu bieten.

In die Wenger-Jahre bei Arsenal fällt auch der Bau des Emirates Stadium, das seit seiner Eröffnung 2006 eine der imposantesten Fußballbühnen Europas ist. In 19 Dienstjahren als Trainer wurde der prestigeträchtige FA Cup sechsmal gewonnen, konnte ein Champions League Finale erreicht werden. Darin mussten Wenger und Arsenal sich allerdings dem FC Barcelona mit 1:2 beugen. Eine Bilanz, die sich absolut sehen lassen kann. Als Oligarchen und Scheichs auf den Fußballmarkt der Insel drängten und Clubs durch die Kraft des Geldes im Eiltempo groß machten, blieb Wenger seiner Linie treu, hielt weiter zu seinen Prinzipien vom Fußball. Allerdings musste er die Gesetzmäßigkeiten des Transfermarktes stärker anerkennen, als er dies vor den Zeiten des großen Geldes bereit war zu tun.  Das Terrain wurde schwieriger, die Titel rar, doch unter die ersten vier Tabellenplätze hievte Wenger sein Team stets. Die dadurch bedingte Regelmäßigkeit stetiger Champions League Teilnahme ist längst eine Selbstverständlichkeit im Londoner Stadtteil Holloway. Wie Alex Ferguson oder Felix Magath hasst es Arsène Wenger, zu verlieren. Der umgängliche und gebildete Gentleman mit dem Gespür für guten Fußball kann im Angesicht einer Niederlage schnell zur Furie am Spielfeldrand werden. Auch das gehört zur vielschichtigen Persönlichkeit des Arsène Wenger, dem heute weit über den Arsenal-Horizont hinaus Kollegen, Sportler und Fans auf der ganzen Welt zu seinem Geburtstag die besten Wünsche übermitteln. Herausgeber, Redaktion und Leser von Magath & Fußball schließen sich dem gerne an und gratulieren herzlich.

Redaktion Magath & Fußball

Guido Westerwelle gratuliert Felix Magath


Veröffentlicht am 26. Juli 2013

130726_Westerwelle-Geburtstagsgruß

Lieber Herr Magath,

es ist mir eine große Freude, Ihnen ganz herzlich zu Ihrem runden Geburtstag zu gratulieren. Ich wünsche Ihnen alles Gute, beste Gesundheit, viel Glück und Zufriedenheit für das kommende Lebensjahr. Mögen Zuversicht und Lebensfreude Sie stets begleiten.

Gern nutze ich die schöne Gelegenheit Ihres Geburtstagsjubiläums auch, um Ihnen auch auf diesem Weg meinen großen Respekt zu bekunden. Sie sind nicht einfach „nur“ Fußballlehrer, sondern bis auf Zeugwart und Stadionsprecher eigentlich alles, was man im modernen Fußballgeschäft heute sein kann: Trainer, Scout, Manager, Ausbilder, Herausgeber, „Quälix“… und ein ungeheuer vielseitig interessierter Mensch. Bei alledem möchte ich auch Ihr soziales Engagement würdigen und wertschätzen. Trotz all der großen Erfolge, die Sie in Ihrer beeindruckenden Karriere als Spieler und Trainer feiern konnten, haben Sie nie aufgehört, dazuzulernen und über den Tellerrand zu blicken. Deshalb schätze ich unsere Gespräche, die von Sport über Kunst bis zur Politik reichen, auch so sehr.

Für Ihren heutigen Ehrentag wünsche ich Ihnen harmonische und erholsame Stunden im Kreise Ihrer Lieben und Freunde. Genießen Sie diesen besonderen Tag und tanken Sie Kraft, um beschwingt ins neue Lebensjahr starten zu können.

Nochmals meine besten Glückwünsche.

Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Guido Westerwelle

(Offener Brief von Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister des Auswärtigen, an die Website „Magath & Fußball“ aus Anlass des 60. Geburtstags von Felix Magath am 26. Juli 2013)