Schlagwort-Archive: Hoeneß

Doppelfunktion


Veröffentlicht am 10. Dezember 2015

„Das Entscheidende ist doch: Welche Macht gibt die Vereinsführung einem Trainer? Sie gibt ihm Macht und nimmt sie ihm. Gegen die Vereinsführung haben Sie als Trainer überhaupt keine Chance. Die sind vor Ort vernetzt, sie kommen von außen. Die bestimmen die Kommunikation. Und die Spieler merken sofort, wenn ein Trainer geschwächt wird. Sie spüren, wer hat Macht, wer hat das Sagen. Deshalb war es eine meiner Stärken, dass ich in Stuttgart, Schalke und Wolfsburg die beiden Funktionen als Trainer und Manager vereinigen konnte. Das war der eigentliche Grund, warum ich beides gemacht habe. […] Durch die Doppelfunktion habe ich bei den Spielern eine große Leistungsbereitschaft erlebt. Weil sie wussten: Der entscheidet auch über Transfers. Das war Teil meines Erfolges. Wenn man diese Macht einem Trainer nimmt, spürten die Spieler das sofort. Hoeneß hat das gemacht, indem er die Spieler hochholte in sein Büro und sie sich ausweinen ließ. Und wenn er ihnen dann sagte, da muss ich doch mal mit dem Trainer reden, hat der Spieler schon gewonnen und der Trainer schon verloren.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Selbstaufgabe


Veröffentlicht am 16. Oktober 2015

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Bundesliga verabschiedet die Meisterschaft

Die Zwerge kapitulieren. Den Bayern ist kein Vorwurf zu machen, sie haben sich das hereinbrechende Gesamtlob verdient, erspielt und über Jahre erarbeitet. Das nötige Kleingeld für Mario Götze, Robert Lewandowski, Diego Costa, Arturo Vidal und allem was sonst an Personal nötig selbstverständlich stets zur Hand. En passant haben sie nun auch den Kampfgeist in der Liga des Weltmeisters gebrochen und pulverisiert, eine neue Qualität, so noch nicht dagewesen. Die Kapitulation der ehemaligen Gegner, vielleicht die größte Leistung der Bayern. Die Bundesliga ist von Angst befallen, in einer Art vorauseilendem Gehorsam gehen keine sportlichen Kampfansagen Richtung München, sondern nur noch der kollektive Kotau. Ein Mix aus Huldigungs- und Ergebenheitsadressen erreicht den Tabellenführer im Minutentakt. Vermeintliche Konkurrenten für wenigstens ein Spiel senden Gesten der Selbstaufgabe. Die Übungsleiter schauen aus dem Trainingsanzug wie verirrte Lämmer vor der Schlachtbank, huldigen dem Bayern-Spiel und dessen Trainer schon vor Anpfiff. Staunend, wie Kleinkinder im Spielzeugladen, bedanken sie sich artig, wenigstens dabei sein zu dürfen. Zauberlehrlinge bestaunen Merlin. Wie wirkt dieses Verhalten der Verantwortungsträger eigentlich auf die ihnen anvertrauten Spieler und Mannschaften? Von denen darf doch der Fan und Zuschauer Leistung, Kampf und Einsatz sowie Tore, Siege und Punkte erwarten. Wo ist im Bundesliga-Alltag des Jahres 2015 nur die Courage früherer Herausforderer geblieben? Weiterlesen

Rien ne va plus


Veröffentlicht am 13. März 2014

Lachen in besseren Tagen (Hoeneß mit Bayern-Aufsichtsrat und VW-Boss Winterkorn).

Lachen in besseren Tagen (Hoeneß mit Bayern-Aufsichtsrat und VW-Boss Winterkorn).

Dieser Krug ging solange zum Geld bis er brach. Ein Gericht hat darüber sein Urteil gefällt, in unseren Landen genießt auch ein Verurteilter Rechte und das ist gut so! Nachkarten wie üble Nachrede verbieten der Anstand und eine gute Kinderstube. Ulrich Hoeneß selbst hat sich daran leider nicht immer gehalten, es hätte ihm gut getan. Wie er die rhetorische Guillotine über ehemalige Mitarbeiter (Trainer) hat sausen lassen, die ihm Titel und Trophäen ins Haus brachten, damit vor allem auch seinen Ruhm mehrten, kann man in Archiven nachlesen, es war nicht immer fein. Man muss Hoeneß in dieser Art des Umgangs mit Menschen aber nicht folgen und dabei sollte man es auch belassen. Der Rummel wird langsam abklingen, es wird neue Aufstellungen geben, Bayern München wird weitere Titel hamstern, Hoeneß Multimillionär bleiben, höchstens einige Ehren missen, nicht mehr geliebter Gast am Tisch der Mächtigen sein. Einem guten und gesicherten Lebensabend der angenehmen Art steht auch nach diesem Urteil nichts im Wege, seine Zukunft im Wohlstand bleibt unangetastet. Schenken wir das Schlusswort Thomas von Aquin:

„Mag das Geld auch den Charakter des bloß Nützlichen haben, so hat es dennoch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Glück, weil es auch den Charakter des Allumfassenden besitzt, da ja dem Gelde alles untertan ist.“

(Thomas von Aquin)

Redaktion Magath & Fußball

Fassungslos


Veröffentlicht am 13. März 2014

„So oder so. Uli Hoeneß muss nach dem Urteil von allen seinen Ämtern zurücktreten. Seine Funktionärs-Karriere ist vorbei! Der strahlende, der mächtige Bayern-Boss ist danach Geschichte. Hoeneß hat nicht nur betrogen, er hat auch gelogen. In einer TV-Diskussion behauptete er vor Millionen, dass er immer brav seine Steuern bezahlt. Hinterzogene Steuern in Höhe von (eingeräumten) 27,2 Millionen Euro – selbst beste Freunde sind angesichts dieser Summe fassungslos und schockiert. Kann jemand, der derart unkontrolliert mit Millionen jonglierte (und Gewinne nicht versteuerte) als Aufsichtsratschef noch Deutschlands größten und beliebtesten Verein kontrollieren? Wohl kaum. Auch die Wirtschafts-Kapitäne im Aufsichtsrat (u.a. Hainer/adidas oder Winterkorn/Volkswagen) werden sich diese Frage nach dem Urteil stellen müssen.“

(Alfred Draxler, BILD, Kommentar Auszüge, 13. März 2014)

Grenzen überschritten


Veröffentlicht am 10. März 2014

„Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern.“

„In den vergangenen 20 Jahren sind in der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, die einen katastrophalen Job gemacht haben. Uns wurde vorgegaukelt, dass viele Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen gewisser Leute voll zu machen.“

(Ulrich Hoeneß in BILD, 27. August 2005 und 2012 in der Zeitung Die Welt)

Invektive


Veröffentlicht am 1. November 2013

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„Ich halte Ibrahimović für eine gekränkte Primadonna, die den Weggang von Barcelona nicht verkraftet hat. Kein Verein ist mit ihm glücklich geworden.“

(Ulrich Hoeneß, Bayern München, Sport-Bild, 29. September 2013)

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„Das einzige, was ich sagen möchte: Ich möchte diesen, wie heißt er nochmal, Hoeneß, genau. Also ich würde ihn nicht als Steuerberater haben wollen.“

(Zlatan Ibrahimović, Paris Saint Germain, L’Equipe, 4. Oktober 2013)