Schlagwort-Archive: Individualisten

Arrigo Sacchi über Arrigo Sacchi


Veröffentlicht am 10. Oktober 2015

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„Ich war der Einzige, der sie führen und dazu bringen konnte, ein Zusammenspiel zu entwickeln, dass ihre Möglichkeiten als Mannschaft maximierten. Meine Philosophie war es, den Spielern so viel wie möglich beizubringen, damit sie so viel wie möglich im Kopf hatten. Derart auf jedes denkbare Szenario auf dem Platz vorbereitet, sollten sie dann in der Lage sein, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Viele glauben, dass es beim Fußball darum geht, dass der Spieler sich selbst entfaltet. Aber das ist nicht der Fall, zumindest nicht an und für sich. Der Spieler muss sich innerhalb der vom Trainer gemachten Vorgaben entfalten. Und deshalb muss der Trainer seinen Kopf mit so vielen denkbaren Szenarien, Instrumenten, Spielzügen, mit so vielen Informationen wie möglich füllen. Dann trifft der Spieler darauf basierend Entscheidungen. Und es geht darum, ein Spieler zu sein. Nicht bloß geschickt oder athletisch. Ich will weder Roboter noch Individualisten. Ich will Leute, die mich verstehen und die ihre Intelligenz in den Dienst der Mannschaft stellen. Kurz gesagt wollte ich Leute, die wussten, wie man Fußball spielt.“

(„Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, London 2008)

Schlechtes Vorbild


Veröffentlicht am 21. September 2015

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José Mourinho, ein Spitzentrainer lässt Klasse vermissen

Schwäche zeigen, ist menschlich. Und was hätte es José Mourinho gekratzt, hätte er nach der Begegnung mit Arsenal London und seinem Intimfeind Arsène Wenger eine der üblichen Phrasen gedroschen? Beispielsweise, „Diego Costa hätte vom Platz gemusst. Zum Glück für uns hat es der Schiedsrichter nicht gesehen.“ Oder, „Das, was Diego Costa gemacht hat, gehört nicht auf den Fußballplatz. Darüber müssen wir reden.“ Fertig. Nicht mehr und nicht weniger. Angesichts des Spielverlaufs darf das durchaus als angemessen bezeichnet werden. Die drei Punkte hätte man ihm eventuell trotzdem nicht weggenommen. Und was wäre das überhaupt für eine Schwäche gewesen? Richtig, gar keine! Nur hätte „The Special One“ damit eben zugeben müssen, dass der 2:0-Sieg über die Gunners auch ein klitzekleines Bisschen vom unglücklichen Auftritt des Schiedsrichters Mike Dean begünstigt wurde und im Umkehrschluss nicht einzig und allein auf die eigene, überragende Genialität zurückzuführen ist. Ganz grundsätzlich besteht Einigkeit darüber, dass das von Diego Costa in der bedeutsamen Partie gegen den Stadtrivalen an den Tag gelegte Verhalten nicht auf den Fußballplatz gehört. Punkt. Eine persönliche Vorliebe für körperbetontes Spiel hin oder her, es kann hier keine zwei Meinungen geben. Sportliche Fairness und Respekt vor dem Gegner sind konstituierende Elemente jeder sportlichen Betätigung – der Fußball macht hier keine Ausnahme. Man bekommt dies in der Regel bereits im Kindergarten oder spätestens in der Grundschule eingeimpft. Schläge ins Gesicht des Kontrahenten oder wiederholtes, absichtliches Treten in die Beine gehört sicher nicht dazu. Weiterlesen