Schlagwort-Archive: Irland

Marseillaise in Wembley


Veröffentlicht am 17. November 2015

Beim Playoff-Rückspiel zwischen Irland und Bosnien-Herzegowina wurde in Dublin mit einer Schweigeminute den Pariser Terroropfern gedacht.

Beim Playoff-Rückspiel zwischen Irland und Bosnien-Herzegowina wurde in Dublin mit einer Schweigeminute den Pariser Terroropfern gedacht.

Tage des Unbehagens bestimmen auch die Fußballbranche

Die Iren haben es geschafft, mit einem 2:0-Sieg über Bosnien-Herzegowina gelang ihnen die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich. Wer an die Auftritte irischer Fans bei Großturnieren denkt, der muss sich darüber freuen. Fans von der grünen Insel sind immer ein Stimmungshighlight der tollen und friedlichen Art. Gute Stimmung wird das Turnier gebrauchen können, keiner weiß heute wie es im Sommer 2016 um dieses bestellt sein wird. Frankreichs Fußballidol Just Fontaine, einst Torschützenkönig der WM 1958, sieht skeptisch auf das Turnier im nächsten Jahr. Die französische Sicherheitslage veranlasst den agilen Rentner zum bitteren Rat an seine Landsleute, man möge bitte das Turnier an eine andere Nation abgeben. Auch solche Stimmen gibt es dieser Tage. Sie sind zu verstehen. Weiterlesen

Pflicht erfüllt


Veröffentlicht am 12. Oktober 2015

Max Kruse (Mitte) sicherte mit seinem Treffer gegen Georgien den deutschen Gruppensieg.

Max Kruse (Mitte) sicherte mit seinem Treffer gegen Georgien den deutschen Gruppensieg.

DFB-Elf als Gruppensieger zur EM

Mit einigen unübersehbaren Unzulänglichkeiten zwar, aber doch als Gruppenerster qualifizierte sich der Weltmeister am Abend in Leipzig für das EM-Turnier in Frankreich im kommenden Jahr. Es brauchte dafür allerdings einen hart erkämpften 2:1-Erfolg über ein tapferes Georgien, das sämtliche Schwächen der DFB-Elf schonungslos offenbarte. Bis zum Pausenpfiff freilich hätte allein Marco Reus für klare Verhältnisse sorgen können. Der Dortmunder ließ gleich mehrere Hochkaräter aus, scheiterte ebenso wie Thomas Müller ein ums andere Mal an den starken Paraden von Nukri Revishvili im georgischen Kasten, der in Russland bei Mordowia Saransk seinen Stammplatz kürzlich an den Moldawier Ilie Cebanu verlor. Auch Welttorhüter Manuel Neuer musste auf der anderen Seite bereits vor dem Ende des ersten Durchgangs einmal entscheidend eingreifen, als er mit einer herausragenden Reaktion gegen den sehr agilen Tornike Okriashvili vom KRC Genk den Rückstand verhinderte. In Halbzeit zwei schien sich zunächst alles in die erwarteten Bahnen zu fügen, Müller trat zum Elfmeter an und brachte den Favoriten sicher in Front. Keine drei Minuten später allerdings markierte ausgerechnet Kapitän Jaba Kankava – der Abwehrmann von Stade Reims hatte mit einem Foul an Mesut Özil den Strafstoß verursacht – den überraschenden aber doch nicht völlig unverdienten 1:1-Ausgleich. Gegen seine sehenswerte Volleyabnahme von der Strafraumkante, im Anschluss an eine von den Deutschen nur unzureichend geklärte Ecke, war auch Neuer chancenlos. Urplötzlich war von der Überlegenheit des Weltmeisters gegen den 110. der Weltrangliste nichts mehr zu spüren. Weiterlesen

Die Ordnung wiederhergestellt


Veröffentlicht am 5. September 2015

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Vier Bayern-Torschützen in Frankfurt

Na bitte, es geht doch! Mit ihrem wohl besten Auftritt seit dem WM-Gewinn vor 14 Monaten hat die DFB-Elf die Tabellenführung in ihrer EM-Qualifikationsgruppe übernommen – und das mit einem ebenso standesgemäßen und verdienten wie ansehnlich herausgespielten 3:1-Sieg über den bisherigen Spitzenreiter Polen. In der mit knapp 50.000 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Commerzbank-Arena präsentierte sich der Weltmeister zwar bei weitem nicht fehlerfrei, deutete aber insbesondere in der Offensive mit viel Ballsicherheit und Spielwitz an, dass er auch beim EM-Turnier im nächsten Jahr in Frankreich wieder zu den Top-Favoriten auf den Titel gezählt werden muss. Allen voran der oft und gerne kritisierte Mario Götze – in München alles andere als unverzichtbarer Stammspieler – nutzte die Bühne Nationalmannschaft und betrieb mächtig Werbung in eigener Sache. Seinen vollmundigen Ankündigungen („Ich weiß, dass ich eine enorme Qualität habe.“) ließ er gegen Polen Taten folgen. Von Bundestrainer Jogi Löw einmal mehr als „falsche Neun“ aufgeboten, schnürte Götze im wichtigen Spitzenspiel der Gruppe D einen Doppelpack und verbesserte die eigene Ausbeute im Nationaltrikot auf nunmehr 16 Tore in 46 Begegnungen. Der noch immer erst 23 Jahre alte Angreifer dürfte nicht zuletzt aus diesem Grund einiges an Selbstvertrauen aus der Partie mit in die nächsten, für seine Zeit bei den Bayern möglicherweise richtungsweisenden Wochen nehmen. Derweil gingen auch die anderen beiden Treffer aus das Konto von FCB-Angestellten. Für Deutschland traf Thomas Müller zur frühen Führung, für den einzigen polnischen Torjubel sorgte Robert Lewandowski. Weiterlesen

100 Länderspiele und einen sozialen Blick


Veröffentlicht am 16. August 2015

„Jeden Penny den ich verdiene werde ich für wohltätige Zwecke an das „Temple Street Hospital“ und die Organisation „Heart Children Ireland“ geben. Diese Wohltätigkeitsorganisationen sind nah an meinem Herzen. Ich will nicht einen Penny für mich. Ich werde etwas Gutes tun und ansonsten nur Fußball spielen. Das einzige, was ich von den Rovers genommen habe ist ein von Hyundai gesponserter Leihwagen. Jeder Penny – egal ob Gehalt, ob Boni, Prämien oder was auch immer – geht zu gleichen Teilen an diese beiden wohltätigen Organisationen. Ich habe in der Vergangenheit mit Wohltätigkeitsorganisationen zu tun gehabt, einschließlich „Heart Children Ireland“ wegen meines Sohnes. Die Operation meines Sohnes fand in London statt, die Untersuchungen und Kontrollen aber hier. Ich will daraus keine große Geschichte machen. Es ist für mich selbstverständlich.“

(Damien Duff, Shamrock Rovers, Reportage, Irish Independent, 16. August 2015)

Gruppe A bis Gruppe I


Veröffentlicht am 14. Oktober 2014

3. Spieltag vorbei, EM-Qualifikation nimmt Fahrt auf

Gruppe A: Island und Tschechien ungeschlagene Wirbelwinde der Qualifikation. Holland und Hiddink in Not und auf Platz drei. Die Türkei wohl schon erledigt. Gruppe B: Wales mit zwei Siegen und einem Remis sehr gut in der Spur und von Platz eins grüßend. Gruppe C: Slowakei ohne Makel, dahinter Titelverteidiger Spanien. Gruppe D: Deutschland mit langsamer Anfahrt, die Niederungen der Ebene gelingen dem Weltmeister noch nicht. Polen und Irland auf Wolke sieben und Platz eins und zwei der Tabelle. Gruppe E: England auf Platz eins, Slowenien überm Strich, die Schweiz hinkt. Gruppe F: Nordirland mit Platz eins steht makellos da. Rumänien folgt. Kein Glanz über der Akropolis. Gruppe G: Österreich liegt vor dem nächsten WM Gastgeber Russland. Gruppe H: Kroatien und Italien im Gleichschritt Richtung Frankreich. Gruppe I: Serbien und Albanien prügeln sich. Warum noch Fußball spielen? Manchmal möchte man den Sport vor seinen Ausübenden in Schutz nehmen. Dadurch wohl Portugal und Dänemark mit Chancen. EM Gastgeber: Frankreich testet und gewinnt dabei in Armenien 3:0.

Redaktion Magath & Fußball

 

Martin O’Neill


Veröffentlicht am 14. Oktober 2014

Irlands Nationaltrainer einst Lenker und Kopf von Nottingham Forest

Was Felix Magath für Ernst Happel und Branco Zebec, war der 1952 in Kilrea (Nordirland) geborene Martin Hugh Michael O’Neill für Englands Trainergenie Brian Clough. Von 1971 bis 1981 spielte er für Nottingham Forest im Mittelfeld, war Kopf der Mannschaft, stand für Laufbereitschaft, Spielintelligenz, Arbeit und Disziplin. Als Clough 1975 Manager in Nottingham wurde brachen die Dämme der Bescheidenheit und Erfolglosigkeit des Provinzvereins, der Club schwang sich zum Englischen Meister auf, gewann zweimal den Europapokal der Landesmeister. Schlüsselspieler im System von Brian Clough wurde der Nordire Martin O’Neill, auf dem Platz ein ruhiger aber bestimmter Anführer. Martin O’Neill spielte, hierin dem HSV-Jahrzehnt von Felix Magath vergleichbar, 10 Jahre für seinen Club Nottingham Forest. Weiterlesen

Erste Runde rum


Veröffentlicht am 10. September 2014

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Europa erlebte ersten Spieltag der EM-Qualifikation

Weltmeister Deutschland und Titelverteidiger Spanien auf Kurs, der kleine Fußballzwerg Zypern siegt beim WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina. Viel Normalität, wenige Ausrufezeichen, bei 23 aus 53 kann nicht wirklich Spannung aufkommen. Aufregung aber allemal. Wie Luis Suárez und Mario Balotelli braucht auch Zlatan Ibrahimović das Theater um seine Person und lässt es gerne krachen, letztens nun per Ellbogen im Gesicht von David Alaba. Der Österreicher in Diensten von Bayern München hat überlebt, dennoch hätte Ibrahimović Rot verdient, bekam es nicht, lieferte aber danach mit seiner obligatorisch großen Klappe Sprüche und den Medien den größten Aufreger des ersten Spieltages dieser EM-Qualifikation. Ein Ergebnis gab es auch noch, Österreich und Schweden trennten sich 1:1. Obligatorisch auch die übliche Niederlage von Berti Vogts. Er und Aserbaidschan verloren zum Heimauftakt gegen Bulgarien 1:2. Island schlug die sich überschätzenden Türken souverän mit 3:0, Hollands neuer wie alter Trainer Hiddink unterlag mit Oranje in Tschechien mit 1:2 und die arg gerupften WM-Opfer Italien, England und Spanien siegten allesamt. Weiterlesen

Auf nach Paris


Veröffentlicht am 6. September 2014

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Start der Qualifikation für das EM-Turnier 2016 in Frankreich

Das nächste Großturnier wirft erste Schatten. Der Weg dorthin beginnt für Europas Fußballnationen am Wochenende. Am 10. Juli 2016 – 21:00 Uhr im Stade de France – endet er für zwei von der Sorte mit dem Anpfiff zum Endspiel. Vor Mitternacht ist der Europameister in der Pariser Sommernacht dann gekürt. Frankreich genügt der Gastgeberpflicht, darf sich den öden Qualifikationsweg sparen. Andere müssen Gruppenzeugnis ablegen und sich die Fahrkarte verdienen. 53 Nationen spielen die verbleibenden 23 Plätze in 9 Gruppen aus. Dieses Turnier nicht zu erreichen stellt fast ein Kunststück dar. Die Franzosen haben gute Erfahrungen, als EM- wie WM-Gastgeber holten sie 1984 und 1998 den Titel vor heimischer Kulisse. Im Juli 2016 werden sich diese Glücksmomente für die Équipe Tricolore wohl nicht wiederholen. Einen deutschen EM-Triumph wird niemand verhindern können, anderes wäre eine ziemliche Sensation. Der Weg des Weltmeisters Richtung Frankreich ähnelt einer Kaffeefahrt. Gruppengegner wie Schottland, Irland und Polen sind von ehemaliger Fußballgröße entfernt. Die Zeiten der Law, Dalglish, Bremner, der Keane, Staunton, Bonner, der Lato, Deyna, Boniek sind längst verhalt. Ein Steven Fletscher, ein James McCarthy und ein Robert Lewandowski machen keinen neuen Frühling. Georgien und Gibraltar vervollständigen die Gruppe D als Zählkandidaten. Nach einer spektakulären Weltmeisterschaft mit globalem Massencharakter muss der Fußballalltag von Spielern und Zuschauern erst wieder angenommen werden. Die erste EM-Qualifikationsrunde verspricht kein Feuerwerk, läuft ohne eine spektakuläre Paarung an. Deutschland beginnt seine Schaulauf-Tournee Richtung Paris mit einem Heimspiel in der temperamentsvollsten Fußballstube unseres Landes. Sonntag-Abend gibt sich der Weltmeister im Signal-Iduna-Park zu Dortmund gegen Schottland die Ehre. Der Rahmen stimmt.

Redaktion Magath & Fußball

Wolverhampton Wanderers Football Club


Veröffentlicht am 20. August 2014

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League 1-Aufsteiger Gast im Craven Cottage

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion der Wolverhampton Wanderers liegen 222 Kilometer. Wolverhampton, eine Großstadt in den West Midlands, wird von 250.000 Einwohnern bevölkert. Die Region wurde über die Jahrhunderte sehr stark durch den Kohlebergbau geprägt. Untrennbarer Bestandteil der Identität der Menschen in Wolverhampton sind die traditionsreichsten Wölfe Englands, der Fußballclub Wolverhampton Wanderers. Der 1877 entstandene Klub war 1888 eines von nur zwölf Gründungsmitgliedern der Football League, entwickelte sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg bis Anfang der sechziger Jahre zu einem der absoluten Spitzenvereine in England. Man gewann 1954, 1958 und 1960 den englischen Meistertitel, besiegte Mitte der fünfziger Jahre große europäische Clubs und wurde von heimischen Medien zur besten Vereinsmannschaft der Welt stilisiert. Diese goldene Zeit wurde von Stan Cullis geprägt, der als Spieler und Trainer das Wolfsrudel von 1934 bis 1964 führte. Diese goldenen Zeiten längst vorbei, geblieben ist das Gold der Trikots. Letztmalig für internationale Furore sorgte der Verein Anfang der siebziger Jahre, man bestritt 1972 in einem rein englischen Duell zwei hart umkämpfte UEFA-Cup Endspiele, unterlag in der Endabrechnung Tottenham Hotspur knapp mit 2:3. Weiterlesen