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Hommage an das königliche Spiel


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

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„Schachnovelle“ fasziniert bis heute ihre Leser

Kurz vor dem Wunschzettelfinale. Falls noch dringlich ein Geschenk vonnöten, ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Buch erfreut zu jeder Weihnachtszeit Verstandesmenschen und erfüllt bis heute das Wort Gabentisch mit Lebendigkeit. Geschrieben hat es ein großer Autor deutscher Sprache. Stefan Zweig war ein Gigant der Literatur, ein großer Humanist und nebenher ein sehr mäßiger Hobby-Schachspieler. Der 1942 im brasilianischen Petrópolis – seiner letzten Exilstation – aus dem Leben geschiedene österreichische Autor, erschöpft von der andauernden Flucht vor der Nazityrannei, hinterließ der Welt die bedeutendste Verarbeitung des Themas Schach in der Kunst. Ein begeisterter Laie brachte zu Papier, was Schachgroßmeister und Koryphäen der 64 Felder so niemals in Worte kleiden könnten. Dieser Mann des Wortes konnte mit der Macht der Sprache alles einfangen, was sein geistiges Auge erfasste. Das Spiel Schach wurde ihm in seiner berühmtesten Novelle zur Basis für ein menschliches und zeitgeschichtliches Drama. Dabei gelang ihm eine lesenswerte Würdigung der rätselhaften Faszination des Schachspiels, die ihresgleichen bis heute sucht. Weiterlesen

Drei Edelfedern und der Fußball


Veröffentlicht am 13. November 2013

Jürgen Leinemann, Kurt Tucholsky und Egon Erwin Kisch

Reporter, Qualitätsjournalist und Herberger-Biograph Jürgen Leinemann (* 10. Mai 1937 in Celle, † 10. November 2013 in Berlin).

Reporter, Qualitätsjournalist und Herberger-Biograph Jürgen Leinemann (* 10. Mai 1937 in Celle, † 10. November 2013 in Berlin).

Er mochte Fußball und wusste auch darüber trefflich zu schreiben. Seine große Profession waren allerdings die Menschenporträts der politischen Klasse. Dieser Tage ist der langjährige Spiegel-Redakteur Jürgen Leinemann gestorben, ein Denkmal für Qualitätsjournalismus schon zu Lebzeiten. Leinemann kannte nicht nur den aufrechten Gang, er schrieb auch mit aufrechter Feder. Nähe zur politischen Führungsetage war sein berufliches Geschäft, kritische Distanz zu dieser Spezies sein journalistischer Kompass. Für seine Leser waren Leinemann-Texte immer eine Bereicherung. Auch der Fußball hatte Platz in diesem Journalistenleben. Weiterlesen