Schlagwort-Archive: Jugend

Olympischer Geist entwichen


Veröffentlicht am 30. November 2015

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Hamburger Bürger mehrheitlich gegen Olympia

Auch demokratische Entscheidungen lassen Verlierer zurück. Bei allen gewichtigen Gründen der Neinsager, in Hamburg wurde auch ein Stück Zukunft und eine Chance per Wahlurne verspielt. Offensichtlich gibt es in deutschen Vorzeigestädten, wie München und Hamburg, keine mehrheitliche Bereitschaft für die Austragung Olympischer Spiele. Was an der Isar in Sachen Winterspiele passierte, wiederholte sich nun in Hamburg in Sachen Sommerspiele. Die Hamburger gaben beim Olympia-Referendum ein vernehmliches Nein zu Protokoll. Dieses Nein kam von der Mehrheit. Das Ja blieb auf der Strecke. Viele engagierte und fleißige Hamburgerinnen und Hamburger haben sich auf der Befürworterseite für Olympia ins Zeug gelegt. Es gelang ihnen trotz persönlichem Einsatz nicht, den Olympischen Geist unter ihre Mitbürger zu tragen. Den Machern und Helfern ist in ihrer Niederlage zu danken und ihrer Arbeit für Olympia Respekt zu zollen. Sie haben ein gutes Zeichen für Hamburg gesetzt und der Stadt eine Menge internationaler Achtung und Beachtung verschafft. Diesen unlöschbaren Verdienst sollten die nun triumphierenden Olympiagegner bitte nicht vergessen. Weiterlesen

Jugend forscht


Veröffentlicht am 28. Oktober 2015

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Schachzug oder Strategie – Bundesligist zwischen Leichtsinn und Zukunftsmusik

Goethe schrieb seinen Werther mit 25, Thomas Mann die Buddenbrooks mit 26 und Georg Büchner war mit 24 Jahren bereits tot, hinterließ uns aber den Woyzeck. 26 Lenze zählte Mozart, als er die Entführung aus dem Serail komponierte. Albert Einstein revolutionierte 1905 mit 26 Jahren durch die spezielle Relativitätstheorie das physikalische Weltbild. 28 Jahre zählte T. E. Lawrence, als er 1916 den arabischen Aufstand anführte. Mit 27 Jahren zog Winston Churchill erstmals ins britische Unterhaus ein. Marlon Brando spielte den Stanley Kowalski in Endstation Sehnsucht mit 27 Jahren auf der Leinwand. Steve Jobs gründete mit 21 die Apple Computer Company, Bill Gates mit 20 Jahren die Firma Microsoft. Mit 28 Jahren wird ein derzeitiger Nachwuchstrainer im kommenden Sommer eine Bundesligamannschaft trainieren. Warum nicht? Es kann funktionieren oder in einem fürchterlichen Katzenjammer enden. Erst Praxistest wie Alltag werden zeigen, ob diese Lösung praktikabel und von Erfolg gekrönt. TSG 1899 Hoffenheim und Julian Nagelsmann soll das neue Traumduo also heißen. Ob die frühe Bekanntgabe und ein monatelanges Medienspektakel dem jungen Mann und der Sache dienen, man darf es bezweifeln. Einige Vereine scheinen die Position des Trainers ohnehin nicht mehr als wichtiges Kraftfeld des Clubs, sondern eher als Bauer auf dem Schachbrett zu betrachten. Fliegt der eine, zieht der nächste. „Jugend forscht“ ist im Fußball nicht so arg neu, wie nun überall getan wird. Der Uruguayer Alberto Suppici gewann als Trainer mit seinem Land die erste Weltmeisterschaft im Fußball. Als Suppici am 30. Juli 1930 den 4:2 Endspielsieg der Urus über Argentinien von der Seitenlinie aus lenkte und den Titel gewann, war er 31 Jahre alt. Alles war schon einmal da.

Redaktion Magath & Fußball

Erfolg ist flüchtig


Veröffentlicht am 12. Mai 2015

„Erfolg ist eine Parodie der Jugend. Man sieht ihm beim Verschwinden zu.“

(Orson Welles, „Hier spricht Orson Welles“, Verlag Quadriga, 1999)

Der Mann aus Markranstädt


Veröffentlicht am 25. Januar 2015

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Nur ein Deutscher leitete jemals ein WM-Endspiel

Dieser FIFA-Präsident war noch Fußball und guter Stil, Marketing und Geld dominierten nicht das Spiel und dessen Umfeld. Daher kümmerte sich der Engländer Sir Stanley Rous persönlich um das von den Endspielteilnehmern aufgeworfene Problem der Schiedsrichterbesetzung des bevorstehenden WM-Finales im Aztekenstadion. Das am 21. Juni 1970 in Mexiko-Stadt stattfindende Ereignis brauchte dringlich einen Unparteiischen. Die Italiener wollten keinen Schiedsrichter aus Südamerika akzeptieren, die Brasilianer verweigerten sich gegen die prominenten Schiedsrichter aus den europäischen Spitzenverbänden. Der Spielraum also äußerst gering. Bei Stanley Rous war nicht nur der Weltverband in guten Händen, er verstand auch etwas von den Regeln und Notwendigkeiten. Immerhin war der Mann in seiner Jugend ein erfolgreicher Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 34 Länderspiele und als Höhepunkt dieser Karriere das FA Cup Endspiel 1934 in Wembley. Weiterlesen

Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung IV


Veröffentlicht am 21. Dezember 2014

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Ein Ball muss dabei sein

China führt Fußball als Unterrichtsfach ein, damit schließt sich ein großer Kreis. Es waren die Chinesen, welche zwischen 200 und 700 den luftgefüllten Ball erfanden, zuvor probierten sie es mit Tierhaaren und Federn und laut Überlieferung auch ab und an mit den Köpfen ihrer Feinde. Solche und andere Aufgeregtheiten findet man im Buch Geschichte Chinas von Kai Vogelsang. Ein erstaunliches Buch voller Erkenntnisse und Geschichten, neben der großen Geschichte. Damit die Kinder Chinas nicht unseren Kids die Fußballshow stehlen sollte man zu einem Geschenk greifen, welches zeitlos und nützlich, dem guten, alten aber dennoch ewig jungen Ball. Das Ding aus Leder, Polyurethan oder anderen Materialen gehört einfach in jede Kinderstube und zu einer sportlichen Jugend. So getan klappt es dann auch künftig mit dem Fußball und Deutschland feiert nicht seine letzten Weltmeister. Weiterlesen

Der Gestalter


Veröffentlicht am 12. November 2014

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Cesc Fàbregas findet bei Chelsea seine Rolle und ist der Motor im Mourinho-Team

In der katalonischen Gemeinde Arenys de Mar erblickte er 1987 das Licht der Welt, zehn Jahre später bereits Schüler der legendären Ausbildungsakademie La Masia und Teil des großen FC Barcelona. 2003 fürchtete der blutjunge Cesc Fàbregas die große Konkurrenz bei Barca und sah wenig Perspektiven. Arsenal-Boss Wenger sah auch etwas, Potenzial und Zukunft des Jugendlichen, das Bündnis wurde geschlossen, Fàbregas Teil der Gunners. Der Katalane kam in ein furioses Klima, in seinem ersten Jahr debütierte er nur im Ligapokal, dort mit seinen 16 Jahren jüngster Arsenal-Spieler aller Zeiten. Fàbregas erlebte hautnah, wie die Gunners ihre größte Saison spielten, die Meisterschaft holten, dabei keine Partie verloren. Als Arsenal an die Titelverteidigung ging, gehörte Fàbregas zum Kader, hatte am 15. August 2004 gegen den FC Everton seinen heiß ersehnten Premier League Einstand. Weiterlesen

Der Jugend ihren Lauf!


Veröffentlicht am 19. Juni 2014

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„Ich habe keine Angst, der Jugend eine Chance zu geben. Denken wir zurück an 1958 als Pelé auf der Szene erschien, ein 17-Jähriger. Er kam, um den Fußball zu erobern und wurde einer der besten, wenn nicht der beste und berühmteste Fußballer aller Zeiten. Als er 1958 nach Schweden kam, war er nicht einmal in Brasilien bekannt. Einen Monat später war er ein Superstar und wurde von da an ein immer noch größerer Superstar. Die WM-Geschichte lieferte genügend andere Beispiele. Maradona war sehr jung, als er anfing für Argentinien zu spielen. Auch Beckenbauer und Cruyff waren schon in jungen Jahren große Fußballer.“

(Roy Hodgson, Nationaltrainer England, WM Brasilien, 14. Juni 2014)

Felix Magath vor Spiel gegen Crystal Palace


Veröffentlicht am 9. Mai 2014

„Wenn Sie ein neues Team bauen, dann können Sie nicht nur junge Spieler brauchen. Das wäre zu viel Last auf deren Schultern. Um die jungen Spieler zu führen, benötigen Sie erfahrene Spieler. Deshalb werden wir ein gemischtes Team aufbauen, welches in Zukunft erfolgreich sein wird aber natürlich auf vielen jungen Spielern basiert. Bei Fulham haben wir eine sehr gute Jugendakademie, so ist es für mich doch völlig logisch, mit diesen jungen Spielern auch zu arbeiten. Schauen Sie bitte auf die Geschichte beim FC Southampton, dort ist man den Weg so gegangen. Sie begannen mit jungen Spielern und jetzt haben sie einige international erfahrene Spieler in der Mannschaft. Diesen Weg wollen wir auch gehen. Wir können nicht versprechen, dass wir die Saison mit einem Sieg beenden, aber wir werden alles versuchen. Ich denke, die Spieler wollen zeigen, dass sie besser sind als es die letzten Ergebnisse aussagen. In den nächsten Tagen werden wir auch mit den Spielern sprechen und herausfinden, welche bleiben und welche uns verlassen werden. Dabei setze ich auf Spieler, die sich voll und ganz mit Fulham identifizieren, das ist die Grundlage für den Erfolg in der Zukunft.“

„Ich arbeite gerne bei diesem Club, ich mag den englischen Fußball und London ist ein schöner Ort zum Leben. Es war immer klar, ich bin hierhergekommen, um den Aufbau einer neuen Mannschaft zu gestalten. Mit vielen jungen Spielern zu arbeiten und ein neues Team aufzubauen ist phantastisch, darüber habe ich auch schon mit unserem Eigentümer gesprochen. Wir versuchen gemeinsam einen Verein aufzubauen, der künftig in der Premier League eine gute Rolle spielen wird und eben nicht nur gegen den Abstieg kämpft. Das ist für mich eine großartige Herausforderung, der ich mich nun stelle. Wir müssen unsere Philosophie ändern, müssen uns intensiv um unsere jungen Spieler kümmern, und diese für die Zukunft tauglich machen. Wir blicken jetzt nach vorne und nicht zurück.“

(Felix Magath, Craven Cottage, London, 9. Mai 2014)

Mittelpunkt ist der Fulham FC


Veröffentlicht am 6. Mai 2014

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„Es geht grundsätzlich nicht um den Eigentümer, den Manager oder die Spieler. Der Club ist immer am wichtigsten und muss im Mittelpunkt stehen. Die Mannschaft ist viel wichtiger als das Individuum. Ich mag es, eine Mannschaft zu entwickeln. Es spielt keine Rolle, ob man damit in der ersten oder zweiten Liga beginnt. Das war der Grund, warum ich hierher kam etwas aufzubauen. Ich weiß, Fulham hat eine sehr gute Jugend-Abteilung und deshalb ist es der richtige Ort um ein zukunftsfähiges Team zu formen und aufzubauen, welches dann wieder auf höchstem Niveau spielen kann. Darum bin ich hier, ich will in diesem Club etwas aufbauen.“

(Felix Magath, Reportage von Matt Lawton, Daily Mail, 2. Mai 2014)