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Die Sache mit dem Elfer…


Veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich aus elf Metern nicht entgehen.

Sicher verwandelt: Juan Mata lässt sich die Chance zum Ausgleich nicht entgehen.

Wölfe und Fohlen mit knappen Niederlagen gegen Manchester – Ein Überblick über den zweiten Spieltag in der Champions League Gruppenphase

Mit einem Paukenschlag begann die Partie im Old Trafford: Die grün-weißen Gäste aus Wolfsburg kombinierten sich sehenswert durch die Abwehrreihe der Red Devils und gingen bereits nach fünf Minuten durch Daniel Caligiuri in Front – da staunten die knapp 75.000 Zuschauer in Manchester nicht schlecht. Als hätten die Mannen von Louis van Gaal ein solches Hallo-Wach-Signal unbedingt gebraucht, spielte bis zur Halbzeitpause fortan nur noch United. Wayne Rooney ließ die große Chance zum Ausgleich noch liegen, kurz darauf aber deutete Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf den Punkt. Torschütze Caligiuri bekam das Spielgerät im eigenen Sechzehner aus kurzer Distanz an den Unterarm geflankt – Absicht oder nicht, eine schwierige Entscheidung. Der Spanier Juan Mata jedenfalls blieb eiskalt und vollstreckte sicher links unten. Die Wölfe mit dem Stand von 1:1 beim Gang in die Kabine sicher nicht unzufrieden, nach dem Seitenwechsel allerdings ging das Anrennen des Premier League Tabellenführers unvermindert weiter. Einen abgeblockten Schussversuch des starken Bastian Schweinsteigers verlängerte wieder Mata geistesgegenwärtig und mit der Hacke über die VfL-Defensive in den Strafraum, wo Innenverteidiger Chris Smalling am schnellsten geschaltet hatte und das Leder ins Tor bugsierte. Mit der 2:1-Führung im Rücken zog sich Manchester United jetzt unerklärlich weit zurück, wenig bis nichts war mehr zu sehen von der millionenschweren Luxus-Offensive der Engländer. Wolfsburg nun mit der zweiten Luft und dem Mute der Verzweiflung, der eingewechselte André Schürrle und Ricardo Rodríguez kamen dem Ausgleich noch einmal ganz nah. Unterm Strich stand für den Bundesliga Vizemeister in Manchester letztlich trotz guter Leistung eine knappe Niederlage, einen Punkt aber hätte sich der VfL allemal verdient gehabt. Ganz ähnlich erging es derweil der Gladbacher Borussia im Duell mit Uniteds Stadtrivalen. Weiterlesen

Es geht weiter!


Veröffentlicht am 9. Juli 2014

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Zwischen Mineirazo und Maracanã

Sie konnten einem richtig Leid tun, wie sie da standen, mit Tränen in den Augen und eine Erklärung suchten für das doch Unerklärliche. Die stolzen Brasilianer, der Rekordweltmeister, die Seleção, Botschafter des schönen Spiels, vom eigenen Volk und der Welt zum Siegen verdammt, vom enttäuschten Publikum im Estádio Mineirão schlussendlich mit Pfiffen verabschiedet. Selbst bei deutschen Fußballfans hinterließ der Blick auf die Anzeigetafel nach Spielschluss neben überschäumenden, euphorisierenden Freudgefühlen auch Mitleidsempfindungen für die brasilianische Seele. Diese wird nun zweifellos einen Moment brauchen, um sich aus ihrer Schockstarre zu erholen. 1:7! Zu unerwartet die Angriffswucht der DFB-Elf, zu unerwartet auch der Leistungsabfall der eigenen Mannschaft. Halten wir es trotzdem mit Felipão: Das Leben geht weiter! Man darf hoffen, dass seine Titel und Taten für Brasiliens Herzstück trotz des unfassbar großen Schmerz des Augenblicks niemals in Vergessenheit geraten. Denn dieser Mann erst erweckte den Traum eines ganzen Landes von der „Hexa Campeão“ zum Leben.

Während die Nacht von Belo Horizonte nun für die einen nicht das Ende der Welt, so ist sie für die anderen nicht das Ende des Weges. Die deutsche Mannschaft punktete nach zwei verlorenen WM-Halbfinalspielen diesmal auf ganzer Linie. Durch ihren schnörkellos effektiven wie abgeklärten Vortrag auf dem Rasen versetzte sie die Fußballwelt erst in kollektive Sprachlosigkeit, um dann im Anschluss mit ähnlicher Konsequenz alles dafür zu tun, so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren. Das gefällt vor allem deshalb so gut, weil am Sonntag alles wieder von vorne los geht. Mit einer überbordenden Erwartungshaltung zwar, aber auch mit einem gänzlich anders eingestellten Gegner.

„Das ist die schlimmste Niederlage aller Zeiten. Das Leben geht weiter, auch mein Leben geht weiter. Das Ergebnis fällt auf mich zurück, ich bin der Verantwortliche.“
(Luiz Felipe Scolari)

„Ich danke Gott dafür, eine Weltmeisterschaft im eigenen Land habe spielen zu dürfen. Ein Glückwunsch an das gesamte Land für ein tolles Turnier. Wir standen dicht davor, aber es hat nicht gereicht.“
(Júlio César)

„Wir wollten unserem Volk nur Freude bereiten. Wir möchten uns entschuldigen.“
(David Luiz)

„Wir haben in der ersten Halbzeit schon sehr gut gespielt – aber jetzt geht es weiter. Ein bisschen Demut kann uns jetzt nicht schaden.“
(Joachim Löw)

„Wir erinnern uns noch gut an das Spiel gegen Algerien, da hat man uns permanent runtergeschrieben. Jetzt werden wir in den Himmel gehoben. Beides ist, denke ich, der falsche Ansatz.“
(Thomas Müller)