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Ein letzter Sturmlauf – ohne Blumen


Veröffentlicht am 30. April 2015

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Jürgen Klopp und der BVB fahren nach Berlin, Wolfsburg beendet furiose Pokalsaison der Arminen

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Pokal-Halbfinale im Münchner Nachthimmel. Die Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen dem Titelverteidiger Bayern München und seinem Herausforderer Borussia Dortmund war wohl das vorerst letzte Aufeinandertreffen beider Clubs mit Beteiligung von Jürgen Klopp, der am Saisonende der Bundesliga aller Voraussicht nach auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren wird. Einigermaßen großspurig hatten die Bayern in Person von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem seltsamen Anflug von mitfühlender Trauer über den Weggang ihres wohl unerbittlichsten Widersachers des letzten Jahrzehnts angekündigt, Klopp in der Allianz-Arena mit einem großen Strauß Blumen verabschieden zu wollen. Am besten sogar noch vor dem Spiel. Gerade noch rechtzeitig waren passend dazu in den Tagen vor der Begegnung an verschiedenen Stellen Gerüchte gestreut worden, wonach der Name Jürgen Klopp schon immer auf dem Zettel des deutschen Branchenriesen gestanden hätte, dies ungeachtet der mindestens noch bis ins kommende Jahr andauernden Amtszeit von Pep Guardiola womöglich weiterhin tut. Auch ein Bayern-Interesse am offenbar wechselwilligen Dortmunder Spielgestalter İlkay Gündoğan wurde eifrig kolportiert. Das übliche Vorgeplänkel eben, alles nicht wirklich neu. Zunächst aber stand noch einmal der deutsche Clasico an – und tatsächlich schafften es Jürgen Klopp und der BVB, dem großen Favoriten nicht nur ein Bein zu stellen, sondern einmal mehr eine empfindliche Niederlage beizufügen. Blumen freilich sollte es hinterher keine geben. Weiterlesen

Luxus schlägt Skrupel


Veröffentlicht am 21. Januar 2015

Viele stellen sich gerade eine simple Frage: Wie kann das sein? Dass der FC Bayern erst sein Trainingslager ausgerechnet in Katar abhält, einem Land, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden, um dann, auf dem Rückweg nach München, noch einen Testspiel-Stopp einzulegen, ausgerechnet in Saudi-Arabien? Wo sich dieser große Klub doch als Botschafter des Fußballs in aller Welt sieht. Die Erklärungen des Vereins machen ratlos. Das Spiel in Saudi-Arabien sei ein „Spiel für die Menschen“ gewesen, das sagte Trainer Josep Guardiola diplomatisch unpolitisch (obwohl er in seiner Heimat Katalonien kein Problem damit hat, sich politisch zu positionieren). Die Bedingungen seien so hervorragend. Man habe alles, was man brauche; für die Fußballer sei das das Beste, sagte Vorstand Karl-Heinz Rummenigge. […]

Guardiola und Rummenigge sind keine Menschenrechtler, sie sind auch keine Politiker. Sie sind nur Fußballer, Funktionäre des FC Bayern. Aber genau das sollte reichen, um auf dem moralischen Auge nicht völlig blind zu sein.

(Kommentar von Sara Peschke bei Spiegel Online, 20. Januar 2015)