Schlagwort-Archive: Karriere

Hommage an das königliche Spiel


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

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„Schachnovelle“ fasziniert bis heute ihre Leser

Kurz vor dem Wunschzettelfinale. Falls noch dringlich ein Geschenk vonnöten, ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Buch erfreut zu jeder Weihnachtszeit Verstandesmenschen und erfüllt bis heute das Wort Gabentisch mit Lebendigkeit. Geschrieben hat es ein großer Autor deutscher Sprache. Stefan Zweig war ein Gigant der Literatur, ein großer Humanist und nebenher ein sehr mäßiger Hobby-Schachspieler. Der 1942 im brasilianischen Petrópolis – seiner letzten Exilstation – aus dem Leben geschiedene österreichische Autor, erschöpft von der andauernden Flucht vor der Nazityrannei, hinterließ der Welt die bedeutendste Verarbeitung des Themas Schach in der Kunst. Ein begeisterter Laie brachte zu Papier, was Schachgroßmeister und Koryphäen der 64 Felder so niemals in Worte kleiden könnten. Dieser Mann des Wortes konnte mit der Macht der Sprache alles einfangen, was sein geistiges Auge erfasste. Das Spiel Schach wurde ihm in seiner berühmtesten Novelle zur Basis für ein menschliches und zeitgeschichtliches Drama. Dabei gelang ihm eine lesenswerte Würdigung der rätselhaften Faszination des Schachspiels, die ihresgleichen bis heute sucht. Weiterlesen

Großer Dank dem Amateurfußball


Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

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Amateure stehen für Sportsgeist und Anstand ohne kommerzielle Triebfeder

Das Konstrukt FIFA hängt den Fußballliebhabern wie eine unsägliche Klette am Hals und wirkt auf den Fußballsport wie ein Totengräber, der nur noch dem großen Fußballgeschäft und dem noch größeren Geld nachjagt. Unser nationaler Verband wie auch der europäische Fußballverband sind  keine Korrektive, weil zu sehr mit sich selbst beschäftigt und dem Fanherzen ebenfalls längst entschwunden. Immer öfter werden Verbände und Funktionäre als Okkupanten des Fußballs entlarvt, längst entfernt vom eigentlichen Sport und der Lebensrealität normaler Bürger. Echte Anhänger des runden Leders wenden sich von diesen Organisationen mit gleichermaßen Verachtung und Ohnmacht ab. Wer den vor allem von der FIFA ausgerotteten Sportsgeist sucht, wird immer wieder im Amateuruniversum fündig. Es sind rund um den Globus die Millionen Hobby-, Freizeit- und Amateurkicker, die den Begriffen von Anstand und Fair Play noch Ehre machen. Amateure werden nicht getrieben vom absoluten Muss des Geschäfts, die Last der großen Erwartung hemmt nicht ihre Schritte. Kein hochgepuschter Wettbewerb, kein rücksichtsloses Publikum oder eine fletschende Medienmeute richtet unaufhörlich über den Amateurspieler. Für ihn ist der Fußball noch ehrlicher Wettkampf mit Sportsgeist getränkt, ein Vergnügen, eine gern ausgeführte Pflicht unter Gleichgesinnten und Freunden, so wie eigentlich jedes Hobby seiner Natur gemäß sein sollte. Im Ergebnis kommen kein Hochglanzfußball oder gleißende Schlagzeilen zustande, aber doch eine große Genugtuung für sich selbst. Daraus wächst die berechtigte Gewissheit, einem schönen Sport zu frönen. Es geht nicht um Geld, Werbeverträge und eine große Karriere, es geht um die Bereicherung des eigenen Lebens durch Sport und Teamgeist. Ein dreifaches Hoch auf den lebendigen Amateurfußball und jene, die ihn spielen, ihm dabei unter oft widrigen Bedingungen Woche für Woche mit großer Leidenschaft und persönlicher Freizeit dienen. Alles  aus Liebe zum Spiel Fußball. Die Empathie mag schon lange aus dem Profifußball vertrieben sein, Amateure geben ihr weiter ein ehrliches Zuhause. Dafür und für sehr vieles mehr gilt ein großer Dank dem Amateurfußball, wo und wie er auf unserem Planeten auch immer gespielt wird. Chapeau!

Redaktion Magath & Fußball

4 x Weltklasse in 26 Jahren


Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

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„Ich habe nicht vor, sehr gute Spieler herabzusetzen oder zu kritisieren, die für mich während meiner 26-jährigen Karriere bei United spielten, aber es waren nur vier, die Weltklasse waren: Eric Cantona, Ryan Giggs, Cristiano Ronaldo und Paul Scholes.“

(Alex Ferguson, Leading, Verlag Hodder & Staughton, 2015)

Kurányi über die Zeit mit Magath


Veröffentlicht am 20. September 2015

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„Ich habe mit keinem Trainer in meiner Karriere länger zusammengearbeitet als mit ihm. Er hat mir viel beigebracht, mir zu meinem Bundesligadebüt verholfen und immer auf mich gesetzt. Wir haben bis heute Kontakt. Immer wenn wir uns treffen oder telefonieren, ist es so, als würden wir noch zusammenarbeiten. Wir gehen immer sehr nett und respektvoll miteinander um.“

(Kevin Kurányi, Interview spox.com, 18. September 2015)

Ein Mann zu jeder Jahreszeit


Veröffentlicht am 13. September 2015

„Diese Ergebnisse sind die schlimmsten in meiner Karriere, sie entsprechen nicht meiner Qualität und meinem Status. Aber ich bin in der Lage, die Situation zu bewältigen. Ich habe nicht das Gefühl, unter Druck zu stehen und bin der richtige Mann für den Job. Ich glaube nicht, ein anderer, der kommen könnte, wäre besser darin, meine Arbeit zu machen. Um den Titel noch zu gewinnen, wird es nicht nur von uns abhängen, sondern auch von den Clubs, die über uns stehen. Selbst wenn wir jedes Spiel gewinnen bis zum Ende der Saison, wir werden immer abhängig sein von anderen Ergebnissen. Ich weiß, dass eine Menge Leute froh sind, mich nach so vielen Jahren in einer Situation wie dieser zu sehen. Sie sollen es genießen. Aber ich werde meinen Tag morgen auch genießen, wieder hart arbeiten, damit wir am Mittwoch gewinnen können.“

(José Mourinho, Interview BBC Sport, 12. September 2015)

Lehrstück


Veröffentlicht am 1. September 2015

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„Wer sich die Diskussion um De Bruyne genauer anschaut, der kann nur den Kopf schütteln. Wochenlang waren die Zeitungen und die Online-Portale voll von Mutmassungen, Spekulationen, Wasserstandsmeldungen. Es ist ein Lehrstück in Sachen Hysterie, das illustriert, wie sehr die Bundesliga um sich selber kreist. Denn es geht ja erst einmal darum, sich zu vergegenwärtigen, wer dieser Kevin De Bruyne ist: ein 24-jähriger Mittelfeldspieler, der in seiner noch jungen Karriere manche Station gesehen hat. Er war in Bremen, wo er passabel spielte. Er war beim FC Chelsea, wo er sich nicht durchsetzen konnte, ja, wo er sogar vom Trainer José Mourinho verlacht wurde: «Er hat mir gesagt, dass es nicht seiner Persönlichkeit entspreche, um seinen Platz im Team zu kämpfen.» Und er war in Wolfsburg, wo er eine überragende Rückrunde spielte. Aber nicht im Ansatz sind seine Erfolge zu vergleichen mit denen eines Spielers wie Ángel Di María, der von Real Madrid für eine ähnliche Summe zu Manchester United wechselte und von dort in diesem Sommer nun zu Paris St-Germain. Der Argentinier ist ein Weltklassespieler. De Bruynes Vita in Relation zu derjenigen gestandener Profis zu setzen, das hätte vielleicht helfen können, den anstehenden Transfer als jenen Irrsinn zu demaskieren, der er ist: eine Rochade, die De Bruyne zwar reicher macht, die ihm aber noch lange keine Erfolge garantiert.“

(Neue Zürcher Zeitung, 29. August 2015)

Kleines Land, große Persönlichkeit


Veröffentlicht am 9. August 2015

Carmel Busuttil im getauschten DFB-Trikot nach der 2:3-Niederlage Maltas im Dezember 1984.

Carmel Busuttil im getauschten DFB-Trikot nach der 2:3-Niederlage Maltas im Dezember 1984.

Die Karriere des Carmel Busuttil

Es endete wie es begann, der Gegner hieß Island. In Messina auf Sizilien besiegten Busuttil und seine Mannschaftskameraden am 5. Juni 1982 das Team der Nordländer in einem EM-Qualifikationsspiel mit 2:1. Sein erstes Länderspiel. Das letzte Spiel für seine Nation bestritt er am 25. Mai 2001 im Rahmen der WM-Qualifikation in La Valletta, ein Abschluss der guten Art blieb allerdings verwehrt. Island behielt die Oberhand, Busuttil und sein Team mussten sich mit 1:4 geschlagen geben. Die persönliche Bilanz von Carmel Busuttil zählte am Ende des Tages 111 Länderspiele und 23 Treffer. Busuttil war der erste Malteser, der die 100-Spiele-Marke an Einsätzen für sein Land erreichte. Die großen Sporttitel und das noch größere Geld waren mit dieser Laufbahn dennoch nicht zu machen. Busuttil musste als Nationalspieler seines Heimatlandes Malta auch eine Menge einstecken. 16 Siege konnte er bejubeln, 20 Unentschieden verbuchen und 75 Niederlagen musste er ertragen. Malta ist ein historischer Zauberort und eine geschichtliche Adresse voller Legenden, ein Fußballriese war es nie. Im Gegenteil, bis heute gilt die Insel Malta als leichte Beute und Zwerg des Weltsports Fußball, findet dennoch immer wieder Jungen und Männer, die mit Stolz und Freude am Spiel das Trikot ihres Landes tragen. Ihr großes Vorbild ist Carmel Busuttil. Weiterlesen

River triumphiert


Veröffentlicht am 6. August 2015

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Tigres in Buenos Aires chancenlos

River Plate hat es geschafft. Zum dritten Mal nach 1986 und 1996 hat der Traditionsclub aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires die Copa Libertadores gewonnen. Im Final-Rückspiel im El Monumental ließen „Los Millionarios“ den UANL Tigres nach dem torlosen Remis in Mexiko vor Wochenfrist keine Chance und siegten glatt mit 3:0. In Folge des Triumphs von San Lorenzo de Almagro im Vorjahr geht die bedeutendste Vereinstrophäe Südamerikas somit ein weiteres Mal nach Argentinien, das mit nunmehr 24 Titeln seinen Vorsprung vor Brasilien (17) und Uruguay (acht) weiter ausbauen konnte. Mexiko dagegen wartet nach der dritten Finalteilnahme weiter auf den ersten Sieg. Auch die Tigres aus Monterrey schafften nicht, was CD Cruz Azul 2001 und CD Guadalajara 2010 bereits vergeblich versuchten. Im Starkregen von Buenos Aires und mit über 8.000 Flugkilometern in den Knochen hatte UANL dem körperbetonten Spiel des argentinischen Rekordmeisters letztlich wenig entgegenzusetzen. Kurios: Bereits in der Gruppenphase trafen beide Mannschaften in Hin- und Rückspiel aufeinander. River Plate stand damals am Rande des Ausscheidens, rettete sich am letzten Spieltag erst durch zwei späte Tore im direkten Duell zu einem 2:2-Unentschieden und damit ins Achtelfinale. Für „La Banda“, wie das Team aufgrund des charakteristischen roten Bruststreifens oft genannt wird, ist der Gewinn der Copa Libertadores auch deshalb ein besonderer Titel, da er nur vier Jahre nach dem Abstieg in die zweite argentinische Liga Primera B Nacional ein bemerkenswertes Comeback beschließt. Weiterlesen

Zwischen Ruhm und Schande


Veröffentlicht am 12. Juli 2015

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Roberto Boninsegna

Anhängern der Gladbacher Borussia treibt sein Name bis heute Zornesröte ins Gesicht. Seine große Zeit war der Beginn der Siebziger Jahre. 1970/71 wurde er mit Inter Mailand erstmals italienischer Meister und gleichzeitig Torschützenkönig der Serie A. Die Rede ist von Roberto Boninsegna, dem 1943 im lombardischen Mantua geborenen Stürmer. Bei der legendären Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko war er einer der Torschützen im Jahrhundertspiel Deutschland – Italien, hatte dort die frühe 1:0-Führung für die Italiener besorgt, die anhielt bis „ausgerechnet Schnellinger“… Im Endspiel gelang Boninsegna für Italien der 1:1-Ausgleichstreffer gegen den späteren Weltmeister Brasilien. Damals stand noch eine Seleção auf dem Platz, die niemand aufhalten konnte, Italien ging chancenlos mit 1:4 unter. Boninsegna wurde 1971/72 nochmals Torschützenkönig der Serie A und machte bis zum Ende seiner Inter-Zeit insgesamt 171 Tore für den Nobelclub aus Norditalien. Bis heute Platz drei der ewigen Inter-Bestenliste. Boninsegnas 1976 erfolgter Wechsel zu Juventus Turin – als Wunschspieler von dessen Trainer Giovanni Trapattoni – brachte ihm noch zwei italienische Meistertitel und den Sieg im UEFA Cup. An seine große Zeit von 1970 bis 1972 konnte er aber nicht mehr anknüpfen. 1980 beendete Boninsegna in Verona seine aktive Laufbahn, die ihm auch 22 internationale Einsätze für die Squadra Azzurra bescherte, in denen er neun Treffer erzielte. Weiterlesen