Schlagwort-Archive: Kino

Hommage an das königliche Spiel


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

imago16566607m_c

„Schachnovelle“ fasziniert bis heute ihre Leser

Kurz vor dem Wunschzettelfinale. Falls noch dringlich ein Geschenk vonnöten, ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Buch erfreut zu jeder Weihnachtszeit Verstandesmenschen und erfüllt bis heute das Wort Gabentisch mit Lebendigkeit. Geschrieben hat es ein großer Autor deutscher Sprache. Stefan Zweig war ein Gigant der Literatur, ein großer Humanist und nebenher ein sehr mäßiger Hobby-Schachspieler. Der 1942 im brasilianischen Petrópolis – seiner letzten Exilstation – aus dem Leben geschiedene österreichische Autor, erschöpft von der andauernden Flucht vor der Nazityrannei, hinterließ der Welt die bedeutendste Verarbeitung des Themas Schach in der Kunst. Ein begeisterter Laie brachte zu Papier, was Schachgroßmeister und Koryphäen der 64 Felder so niemals in Worte kleiden könnten. Dieser Mann des Wortes konnte mit der Macht der Sprache alles einfangen, was sein geistiges Auge erfasste. Das Spiel Schach wurde ihm in seiner berühmtesten Novelle zur Basis für ein menschliches und zeitgeschichtliches Drama. Dabei gelang ihm eine lesenswerte Würdigung der rätselhaften Faszination des Schachspiels, die ihresgleichen bis heute sucht. Weiterlesen

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

imago62834775m_c

Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen

Leinwand huldigt dem Fußball


Veröffentlicht am 11. September 2014

imago60278401m_c

Komödie mit britischem Humor huldigt dem legendären CL-Sieg des FC Liverpool

Das britische Kino hat ein liebevolles Auge für die kleinen Dinge des Lebens, aus denen die großen Geschichten erwachsen. Juwelen wie „Brassed Off“, „The Full Monty“ oder „A Fish Called Wanda“ bieten Komödienniveau, wie es Hollywood nie hervorgebracht hätte. Sprühend, warmherzig und nuanciert, mit der vollen Breitseite des Witzes kommen diese Filme daher. Es fehlt ihnen aber auch nie der leise sozialkritische Ton, der immer Respekt und große Sympathie für seine Figuren aufbringt und die Protagonisten nicht für dumme Scherze missbraucht. Der hintersinnige wie schwarze Humor der „Marke Monty Python“ hat auch diese Filme geprägt. Nun bietet ein neun Jahre altes Fußballdrama die Steilvorlage für ein Drehbuch von Nicky Allt, das Regisseur James Marquardt auf die Leinwand brachte. Mit dabei auch Schauspieler Paul Barber, einer der Helden aus „The Full Monty“. Weiterlesen

Wieder Nr. 1


Veröffentlicht am 28. Dezember 2013

Alex Ferguson führt die Bestsellerlisten in Großbritannien an

Alex Ferguson - Das Buch

Alex Ferguson – Das Buch

Der Mann kann es nicht lassen. Die Tabellenspitze, sonst nichts. Der vertrauteste Ort seines Lebens. Was sonst? Ob Aberdeen, Manchester oder eine Bestsellerliste, wenn er dabei, dann kann es nur einen geben. Sein aufgeschriebenes Leben ist längst Bett- und Tageslektüre von Neugierigen, Sportlern, Fans und Führungspersönlichkeiten gleichermaßen. 647.000 Exemplare, seit der Veröffentlichung im Oktober, sind bereits verkauft, Rekord für 2013. Das Geschäft brummt kräftig weiter. Den weltberühmten und ständigen Bestsellerkönig Dan Brown lässt er, mit dessen verkauften 626.000 Exemplaren von „Inferno“, auf der Insel locker hinter sich. Fergusons „My Autobiographie“ schlägt sie alle, ist unangefochtene Nr. 1 auf der Top-100 Bestseller-Liste in Großbritannien. Weiterlesen

Mitten ins Herz


Veröffentlicht am 18. Oktober 2013

WDR-Dokumentation nähert sich der Dortmunder „Gelben Wand“

imago14632074m_c

Der moderne Sportreporter – zumal Fußballberichterstatter – krampft sich gern lautstark zu überbordenden Gigantenausdrücken, möchte damit Emotionen vermitteln, seine Sicht auf Dinge und Atmosphäre rüberbringen. Mit den ihm zu Gebote stehenden sprachlichen Mitteln landet er dann allzu bald im kollektiven Branchensatz: „Die Stimmung ist unbeschreiblich.“ Was soll uns das nun aber sagen? Liegt darin nicht der Beruf des Reporters, ist es nicht seine Aufgabe, uns eben genau diese Stimmung zu beschreiben? Wenn sich ein dem Journalismus verpflichteter Autor dieser Stimmung im Stadion annimmt, dann kann etwas Großartiges entstehen. Der WDR-Redakteur Klaus Martens hat den Beweis angetreten, trifft ins Herz. Mit der WDR-Produktion „Wir die Wand“ hat er ein dokumentarisches Licht auf den Fußballzirkus geworfen, diesen hautnah im Kreis von Fans erlebt und beleuchtet. Als Platz seiner Dokumentation wählte er einen der heißesten Orte des Fußballs, die legendäre „Gelbe Wand“, die Stehplatztribüne „Südkurve“ von Borussia Dortmund. Weiterlesen