Schlagwort-Archive: Kopf

Kreisliga


Veröffentlicht am 13. November 2015

„Wer sich über eine WM im Winter beschwert, hat nie ein Kreisligaspiel im Januar gesehen: Der Kaffee ist kalt, das Bier gefroren und der Nebel so dicht, dass man nicht einmal die gegenüberliegende Eckfahne sieht. Da verbrüdert sich das Publikum aus erfolgshungrigen Eltern und grummeligen Rentnern gegen den Schiedsrichter, der wahlweise „voll Panne“ ist oder einfach „keine Augen im Kopf“ hat und eh die größte Pfeife seit Menschengedenken ist. In der Kreisliga geht es nicht ums Zaubern, sondern ums Kämpfen.“

(„Fußball extrem“, Wochenzeitung „Freitag“, 18. März 2015)

Arrigo Sacchi über Arrigo Sacchi


Veröffentlicht am 10. Oktober 2015

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„Ich war der Einzige, der sie führen und dazu bringen konnte, ein Zusammenspiel zu entwickeln, dass ihre Möglichkeiten als Mannschaft maximierten. Meine Philosophie war es, den Spielern so viel wie möglich beizubringen, damit sie so viel wie möglich im Kopf hatten. Derart auf jedes denkbare Szenario auf dem Platz vorbereitet, sollten sie dann in der Lage sein, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Viele glauben, dass es beim Fußball darum geht, dass der Spieler sich selbst entfaltet. Aber das ist nicht der Fall, zumindest nicht an und für sich. Der Spieler muss sich innerhalb der vom Trainer gemachten Vorgaben entfalten. Und deshalb muss der Trainer seinen Kopf mit so vielen denkbaren Szenarien, Instrumenten, Spielzügen, mit so vielen Informationen wie möglich füllen. Dann trifft der Spieler darauf basierend Entscheidungen. Und es geht darum, ein Spieler zu sein. Nicht bloß geschickt oder athletisch. Ich will weder Roboter noch Individualisten. Ich will Leute, die mich verstehen und die ihre Intelligenz in den Dienst der Mannschaft stellen. Kurz gesagt wollte ich Leute, die wussten, wie man Fußball spielt.“

(„Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, London 2008)

Bewusstsein für Verantwortung


Veröffentlicht am 21. August 2015

„Im modernen Fußball kann der Promistatus eines Spielers die Macht des Trainers beschädigen. Als ich selbst noch aktiv war, hätte man es niemals gewagt, auch nur das leiseste Wort gegen einen Trainer fallen zu lassen. Damit hätte man Kopf und Kragen riskiert. Später erlebte ich häufig, dass Spieler von der Öffentlichkeit und sogar von ihrem Club Unterstützung erhielten. Ein Spieler wird seinem Ärger jedem gegenüber Luft machen, der es hören will. Ein Trainer kann und darf das nicht tun, weil er weit mehr Verantwortung trägt.“

(Alex Ferguson, Meine Autobiographie, Edel Books, 2014)

Fußballdemokratie


Veröffentlicht am 19. Juli 2015

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Amtsinhaber Josep Maria Bartomeu gewinnt Präsidentenwahl des FC Barcelona

Der FC Barcelona wählt seine wichtigste Führungsperson in freier und geheimer Wahl nach demokratischen Spielregeln. Alle 110.000 Mitglieder des Vereins sind stimmberechtigt. Der Wahlkampf der letzten Wochen war intensiv und teilweise persönlich, das Publikum in Barcelona und Katalonien nahm geneigt wie interessiert teil. Nun sind die Würfel gefallen. Die Freundschaft zu den Club-Ikonen Johan Cruyff und Pep Guardiola half bei einem Comebackversuch nicht. Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Präsident des FC Barcelona, wollte zurück ins Amt. Persönliche Eloquenz, die erfolgreiche Ära glanzvoller Titel und Triumphe seiner Präsidentschaft nebst dem Zuspruch von Lionel Messi schienen ein ausreichender Sieggarant. Der Rechtsanwalt Laporta hatte als Politiker wenig Erfolg, die erneute Thronbesteigung bei Barça schien reizvoll. So warf er, nebst zwei unbedeutenden Zählkandidaten, dem amtierenden Präsidenten Josep Maria Bartomeu den Fehdehandschuh hin. Ein intensiver Wettkampf unterschiedlicher Charaktere nahm seinen öffentlichen Lauf. Weiterlesen

König für eine Nacht


Veröffentlicht am 3. Juli 2015

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Helmuth Duckadam gegen den FC Barcelona

Bevor Weltmänner des Fußballs ihre Denkerstirn nebst voller Aufmerksamkeit dem Spielbetrieb des FC Barcelona widmeten, saßen auf dessen Trainerbank auch schon gewichtige Persönlichkeiten und manch bunter Gesell. Größen wie Helenio Herrera, Rinus Michels, Hennes Weisweiler, Udo Lattek oder César Menotti konnten dem katalanischen Traum vom Europapokal der Landesmeister nicht nahe kommen. Der sangesfreudige wie temperamentvolle Engländer Terry Venables führte Barça immerhin an die Tür zum Glück. Ihm gelang was den großen Namen zuvor verwehrt blieb: man erreichte das Endspiel im Landesmeistercup. Erst die zweite Finalteilnahme in diesem ehrwürdigen Wettbewerb für die stolzen Katalanen. 1961 war man im Finale an Benfica Lissabon gescheitert. Nun der zweite Anlauf. Am 7. Mai 1986 stand der FC Barcelona in Sevilla dem rumänischen Armeeclub Steaua Bukarest gegenüber. Ins Estadio Ramón Sánchez Pizjuán passten damals noch 76.000 Zuschauer, 1.000 rumänische Fans und 75.000 Spanier standen sich gegenüber. Star und unumschränkter König im Reich von Terry Venables war der zwischen Weltklasse und Phlegma pendelnde deutsche Mittelfeldlenker Bernd Schuster, geachteter Kapitän von Barça. In Barcelona richtete man vorsorglich zur Siegesfeier. Die Namen der rumänischen Spieler kannte man in Barcelona so wenig wie im Rest Europas. Als erster auf deren Spielbogen Torwart Helmuth Duckadam, immerhin frisch gebackener Nationaltorwart seines Landes. Helmuth wer? Weiterlesen

Der Gestalter


Veröffentlicht am 12. November 2014

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Cesc Fàbregas findet bei Chelsea seine Rolle und ist der Motor im Mourinho-Team

In der katalonischen Gemeinde Arenys de Mar erblickte er 1987 das Licht der Welt, zehn Jahre später bereits Schüler der legendären Ausbildungsakademie La Masia und Teil des großen FC Barcelona. 2003 fürchtete der blutjunge Cesc Fàbregas die große Konkurrenz bei Barca und sah wenig Perspektiven. Arsenal-Boss Wenger sah auch etwas, Potenzial und Zukunft des Jugendlichen, das Bündnis wurde geschlossen, Fàbregas Teil der Gunners. Der Katalane kam in ein furioses Klima, in seinem ersten Jahr debütierte er nur im Ligapokal, dort mit seinen 16 Jahren jüngster Arsenal-Spieler aller Zeiten. Fàbregas erlebte hautnah, wie die Gunners ihre größte Saison spielten, die Meisterschaft holten, dabei keine Partie verloren. Als Arsenal an die Titelverteidigung ging, gehörte Fàbregas zum Kader, hatte am 15. August 2004 gegen den FC Everton seinen heiß ersehnten Premier League Einstand. Weiterlesen

Lionel M. wird munter


Veröffentlicht am 26. Juni 2014

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Der Iran scheiterte wie das Mutterland des Fußballs, letzter Platz, ein Punkt im Gepäck. Man versuchte einiges, aus dem Spiel gegen Argentinien blieb immerhin ein starker Eindruck haften, trotz der Niederlage. Im letzten Gruppenspiel reichte es nicht zu einer Überraschung, Heimfahrer Bosnien-Herzegowina half den Iranern nicht ins Achtelfinale und verabschiedete sich mit einem Sieg aus dem Turnier. Nigeria konnte so den Einzug ins Achtelfinale feiern, die 2:3-Niederlage gegen Argentinien störte diese Freude nicht mehr. Die Gauchos kommen mit Leistungsschwankungen und Defensivschwächen daher, vorn ist auch alles Stückwerk, aber die Rechnung Messi geht auf. Weiterlesen

Alles tun


Veröffentlicht am 10. März 2014

Kieran Richardson

„Wir sind relativ fit, aber in Anbetracht unserer Lage sind wir verpflichtet, fitter zu sein und alles zu tun, was es braucht, um in der Premier League zu bleiben. Wir sind bereit, die Extra-Meilen zu laufen, um in der Premier League zu bleiben und ich denke, jeder der Jungs weiß im Kopf, worum es geht. Wenn es heißt, wir müssen zweimal am Tag trainieren, dann werden wir es tun, weil wir wissen, wie wichtig dies ist. Felix Magath ist gekommen, um den Job zu erledigen und er erzielt Ergebnisse bei uns. Manche Dinge sind schwer, aber wir wollen keine einfachen Dinge in unserer Situation. Wir konzentrieren uns, gehen als Team in jede Partie und versuchen, gute Ergebnisse zu erzielen.“

(Kieran Richardson, Spieler Fulham FC, Website Fulham FC, 28. Februar 2014)

Kollektivspieler Andrea Pirlo


Veröffentlicht am 18. Oktober 2013

„Spieler wie Andrea findet man selten, denn sie haben solch eine außergewöhnliche Balltechnik. Er bringt der Mannschaft in Ballbesitz Ruhe und liest das Spiel. Wenn er diese Qualitäten in ein organisiertes System einbringt, in dem jeder weiß, was er zu tun hat, kommen seine Qualitäten sogar noch besser zur Geltung. Andrea läuft nicht weniger als zuvor. Ich habe seine Statistiken untersucht und er gehört zu den zehn Spielern, die in der Champions League am meisten laufen. Körperliche Stärke ist nicht sein Talent, es ist sein Kopf und seine Füße. Er lässt das Kollektiv glänzen.“

(Antonio Conte, Trainer Juventus Turin, Interview uefa.com, 25. September 2013)