Schlagwort-Archive: Kraft

Hommage an das königliche Spiel


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

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„Schachnovelle“ fasziniert bis heute ihre Leser

Kurz vor dem Wunschzettelfinale. Falls noch dringlich ein Geschenk vonnöten, ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Buch erfreut zu jeder Weihnachtszeit Verstandesmenschen und erfüllt bis heute das Wort Gabentisch mit Lebendigkeit. Geschrieben hat es ein großer Autor deutscher Sprache. Stefan Zweig war ein Gigant der Literatur, ein großer Humanist und nebenher ein sehr mäßiger Hobby-Schachspieler. Der 1942 im brasilianischen Petrópolis – seiner letzten Exilstation – aus dem Leben geschiedene österreichische Autor, erschöpft von der andauernden Flucht vor der Nazityrannei, hinterließ der Welt die bedeutendste Verarbeitung des Themas Schach in der Kunst. Ein begeisterter Laie brachte zu Papier, was Schachgroßmeister und Koryphäen der 64 Felder so niemals in Worte kleiden könnten. Dieser Mann des Wortes konnte mit der Macht der Sprache alles einfangen, was sein geistiges Auge erfasste. Das Spiel Schach wurde ihm in seiner berühmtesten Novelle zur Basis für ein menschliches und zeitgeschichtliches Drama. Dabei gelang ihm eine lesenswerte Würdigung der rätselhaften Faszination des Schachspiels, die ihresgleichen bis heute sucht. Weiterlesen

Andrés Iniesta


Veröffentlicht am 20. Dezember 2015

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„Vergessen Sie die Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo Debatte. Andrés Iniesta ist der beste Spieler der Welt. Er hat ein enormes Verständnis für das Spiel und lenkt damit seine Mannschaft. Kaum jemand versteht das Spiel so wie er. Andrés gibt dem Team Kraft. Messi ist ein kompletter Spieler, er kann ein Spiel alleine entscheiden. Genau wie Ronaldo mit seinen unterschiedlichen Eigenschaften. Spieler wie Andrés Iniesta oder Xavi haben jenseits ihrer Fähigkeiten außerdem noch ein großes Verständnis des Spiels und führen damit das Team an.“

(Jorge Sampaoli, Nationaltrainer Chile, Interview univision.com, 18. Dezember 2015)

Magie Teamsport und die Art des Denkens


Veröffentlicht am 21. November 2015

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„Ich entschied mich für einen Teamsport. Es gibt eine Art von Magie, wenn die Menschen ihre Kräfte vereinen, um eine gemeinsame Idee auszudrücken. Mannschaftssport hat einen Wert, der seiner Zeit voraus ist. Sie können mit elf Spielern aus elf verschiedenen Ländern spielen und bieten dabei eine kollektive Arbeit. Der heutige Sport kann zeigen, was die Welt von morgen sein wird.“

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Keine Lebensretter


Veröffentlicht am 27. August 2015

„Ich habe eine Leidenschaft für den Fußball. Wenn uns der Fußball alles bedeutet, haben wir ein Problem. Ich verstehe, dass der Fußball soziale, politische und kulturelle Kraft hat. Aber wie kann ein Fußballer im Forbes Magazine auf der Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt stehen? Das ist doch absurd! Wir retten doch keine Leben! Ich weiß, dass manche Menschen aus dem fünften Stock springen können, wenn ihr Team ein Spiel verliert. Aber diese Menschen haben Probleme. Wie kann man einen Fußballer, einen Trainer mit einem Wissenschaftler oder Arzt vergleichen? Man kann sie nicht vergleichen.“

(José Mourinho, Interview, Telegraph, 9. April 2015)

Auf den Gabentisch – kurz vor Schluss


Veröffentlicht am 23. Dezember 2014

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Furioser Roman über Liverpool-Legende Bill Shankly

Statistiken behaupten, der Großteil der Fußballfans ist männlich und die Mehrheit der Leser von Romanen weiblich. Kurz vor dem Weihnachtsfest der Versuch einer Zusammenführung. David Peace ist einer der spannendsten Autoren unserer Zeit, seine Kriminalromane führen uns tief in den Abgrund menschlicher Taten, knapp die Sprache, düster die Handlung, es gibt kein Gut und Böse, jeder trägt Schuld. Der Leser braucht Nerven, dafür wird er nie gelangweilt. Aufwühlend und verstörend kommen diese Meisterwerke daher. Seine von realen Ereignissen angeregten Romane brennen unter der Haut, gehen an Grenzen. Wer das „Red Riding Quartett“ über den Yorkshire Killer oder die „Tokyo-Krimis“ gelesen, der war Gast in der Apokalypse. Ein leidenschaftlicher Schreiber ist dieser Brite aus Ossett. Mit weniger Blut aber gleichermaßen Spannung springt uns David Peace in Sachen Fußball an, seiner zweiten Obsession. Vor Jahren beschäftigte ihn die Trainerlegende Brian Clough in dem Roman „Damned United“, nun huldigt er einem anderen Trainerdenkmal, dem Schotten Bill Shankly. Ein Meisterwerk mit allem was Fußball ausmacht, ein Werk voller Leidenschaft, von Größe und tiefem Fall. „Red or Dead“ ist ein wunderbarer Fußballroman. Was will man mehr? Weiterlesen

Der Stille und der Mächtige


Veröffentlicht am 9. Juli 2014

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Argentinien oder Holland: Wer wird Finalgegner der Deutschen?

Macht hin oder her, die Großmeister der Zunft sind geprügelt vom Feld, del Bosque, Tabárez und Scolari längst ruhmlos gescheitert. Der kleine Mann aus Buenos Aires kann dagegen den Einzug ins WM-Endspiel erleben, ob nun als Boss, als Geduldeter oder Ohnmächtiger. Die einen fragen, wer Alejandro Sabella wirklich ist, andere ob es ihn überhaupt gibt. Die Neue Zürcher Zeitung nennt ihn „Schattenmann“, unfeinere Blätter „Marionette“ und deutsche Gazetten vergleichen ihn mit Berti Vogts, nichts davon ist schmeichelhaft gemeint. Tritt er nach vorn, spritzen ihm Spieler Wasser ins Gesicht, tritt er nach hinten, fällt er in die eigene Bank. Fettnäpfe scheinen seine Heimat. Auch soll Messi den Kader und das System bestimmen, nicht der Mann an der Seitenlinie. Nichts Genaues weiß man nicht, Spekulation schießen ins Kraut und perlen an Sabella ab. Er gilt zumindest als sehr fürsorglich gegenüber seinen Spielern und Mitarbeitern.

Ohnmacht fällt einem beim Gegenüber nicht ein. Anfechtungen sind Louis van Gaal fremd, sein sprudelnder Kraftquell ist um den Fußballglobus bekannt. Wenn der „Tulpengeneral“ in seine Kladde blickt oder schreibt, ist Epochales in Dingen Fußball zu erwarten, unter dem tut er es nicht. Sein Diktum ist Gesetz, seine Gestik richtungsweisend, das Ego praller als ein Atomsprengkopf, Erfolg pflastert seinen Weg. Ob Charisma über die Fürsorglichkeit siegt oder umgekehrt, wir werden es erleben. Nach Abpfiff kann es nur einen geben.

Redaktion Magath & Fußball

„Ich liebe Fußball“


Veröffentlicht am 27. August 2013

„Ich bleibe ein Weltverbesserer. Wenn es mir mit dem Fußball, bei Turnieren oder in sozialen Sportprojekten gelingt, das Leben von Menschen auf dieser Erde zu verbessern, macht mich das sehr glücklich. Leidenschaft für die eigene Arbeit kann auch Kraft geben. Ich liebe Fußball.“

(Felix Magath, Hamburger Abendblatt, 26. August 2013)

Drama und mythische Kraft


Veröffentlicht am 10. August 2013

„Es gibt unter Künstlern natürlich diese große Bewunderung dafür, dass der Fußball etwas kann, was die Darstellende Kunst, das Theater, die Oper oder auch die Literatur nur sehr schwer herzustellen vermag: die Durchbrechung der vierten Wand, die Verschmelzung von Publikum und Bühne und Aktion. Die zwei Tore der Dortmunder zum 3:2 in 69 Sekunden gegen Malaga im Viertelfinale der Champions League, das ist Drama in Vollendung. Darstellende Kunst ist Wiederholung, Planung, Probe, mit auswendig gelernten Texten. Da ist die Ekstase, diese Eruption von Emotion, kaum zu erreichen, eher im Fußball, wo die Dinge dann doch noch von Fügung und Zufall bestimmt werden. Zwar verfügen Mannschaften über Können und Taktik, aber sobald der Ball eine andere Richtung nimmt, bestimmt der Zufall die Welt. Der Fußball hat ein kulturelles Gedächtnis, eine fast mythische Erzähl- und Erinnerungskraft, ich kann mich an keine meiner insgesamt vielleicht 500 Lesungen erinnern, aber an jedes eigene Fußballspiel.“

(Schriftsteller Moritz Rinke, Interview Cicero, 22. April 2013)

Guido Westerwelle gratuliert Felix Magath


Veröffentlicht am 26. Juli 2013

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Lieber Herr Magath,

es ist mir eine große Freude, Ihnen ganz herzlich zu Ihrem runden Geburtstag zu gratulieren. Ich wünsche Ihnen alles Gute, beste Gesundheit, viel Glück und Zufriedenheit für das kommende Lebensjahr. Mögen Zuversicht und Lebensfreude Sie stets begleiten.

Gern nutze ich die schöne Gelegenheit Ihres Geburtstagsjubiläums auch, um Ihnen auch auf diesem Weg meinen großen Respekt zu bekunden. Sie sind nicht einfach „nur“ Fußballlehrer, sondern bis auf Zeugwart und Stadionsprecher eigentlich alles, was man im modernen Fußballgeschäft heute sein kann: Trainer, Scout, Manager, Ausbilder, Herausgeber, „Quälix“… und ein ungeheuer vielseitig interessierter Mensch. Bei alledem möchte ich auch Ihr soziales Engagement würdigen und wertschätzen. Trotz all der großen Erfolge, die Sie in Ihrer beeindruckenden Karriere als Spieler und Trainer feiern konnten, haben Sie nie aufgehört, dazuzulernen und über den Tellerrand zu blicken. Deshalb schätze ich unsere Gespräche, die von Sport über Kunst bis zur Politik reichen, auch so sehr.

Für Ihren heutigen Ehrentag wünsche ich Ihnen harmonische und erholsame Stunden im Kreise Ihrer Lieben und Freunde. Genießen Sie diesen besonderen Tag und tanken Sie Kraft, um beschwingt ins neue Lebensjahr starten zu können.

Nochmals meine besten Glückwünsche.

Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Guido Westerwelle

(Offener Brief von Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister des Auswärtigen, an die Website „Magath & Fußball“ aus Anlass des 60. Geburtstags von Felix Magath am 26. Juli 2013)