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Glück


Veröffentlicht am 4. März 2015

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Sie betonen immer wieder, dass man als Fußballer ab und an auch mal Glück benötigt. Wann hatten Sie persönlich – abgesehen davon, dass sie von größeren Verletzungen weitgehend verschont blieben – Glück in Ihrer Karriere?

Lahm: Zum Beispiel hatte ich als junger Spieler in Stuttgart Glück, dass Felix Magath mich aufgestellt hat. Er hat mich damals im Liga-Pokal gegen Dortmund in der Halbzeit gefragt, ob ich auch links hinten spielen kann, weil sich beide Linksverteidiger vor beziehungsweise während des Spiels verletzt hatten. Ich habe ihm geantwortet: „Kein Problem, kann ich machen.“ Das ist dann zwar einerseits Glück, andererseits aber auch wieder meine Entscheidung gewesen. Ich hätte ja auch sagen können: „Nein, kann ich nicht.“ So hat Felix Magath mich dann irgendwann von Beginn an als Linksverteidiger aufgestellt, was ich davor noch nie in meinem Leben gespielt habe.

(Philipp Lahm, Interview Goal.com, 4. März 2015)

Kapitäne gehen von Bord


Veröffentlicht am 22. Juli 2014

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Philipp Lahm und Steven Gerrard beenden Karriere im Nationaltrikot

Einfach ist es nicht, den richtigen Zeitpunkt für einen Rücktritt zu erwischen. Auch dieser allerletzte Schritt einer großen Karriere will wohl überlegt sein, das Zeitgespür eine Kunst, die mitentscheidend dafür sein kann, mit welchem Zungenschlag ein Sportlerleben im Nachgang rekapituliert wird. Oft zu spät, manchmal zu früh, bisweilen den allgemeinen Erwartungen entsprechend, hin und wieder für alle überraschend – ein Rücktritt bleibt immer auch Kontroverse, insbesondere in der zitatengeschwängerten Fußballwelt ein gerne und viel diskutiertes Medienthema. Jüngst reihten sich erst Philipp Lahm und drei Tage später Steven Gerrard in den erlauchten Kreis verdienstvoller Ex-Nationalspieler: Zwei große Kapitäne quittierten den Dienst für ihr Land auf dem Rasen. Weiterlesen

Der gerechte Lohn


Veröffentlicht am 19. Juli 2014

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Deutschland ist hochverdienter Weltmeister 2014

1954, 1974, 1990, 2014! Deutschland ist Weltmeister! Endlich, der vierte Stern! Doch wer hätte das noch vor zwei Monaten für möglich gehalten, als eine personell arg gebeutelte DFB-Auswahl am 21. Mai ins Trainingslager im Passeiertal in Südtirol aufbrach? Neuer, Schweinsteiger, Lahm – inzwischen WM-Helden und dem Legendenstatus nah – plagten sich mit mehr oder minder schweren Verletzungen, der Pflichtspielmarathon einer gedrängten Spielzeit hatte seine Spuren hinterlassen. Schnell ward zudem der Stab über Joachim Löw gebrochen, der einmal mehr mit ebenso mutigen wie überraschenden Kaderentscheidungen aufgewartet hatte, die Wünsche der etwa 81 Millionen Bundestrainer in unserem fußballverrückten Land natürlich nicht alle erfüllen konnte und deshalb öffentlich zum Abschuss freigegeben wurde. Kurzum: Die Kritiker und hiesigen Sportmedien rieben sich erwartungsfroh die Hände angesichts der unmittelbar bevorstehenden Zäsur in Fußball-Deutschland. Doch 59 Tage später ist plötzlich alles anders. Eine Generation, der die Siegermentalität auf der größten Bühne des Weltfußballs schon abgesprochen wurde, hat sich auf beeindruckende Weise selbst ein Denkmal gesetzt. Ein echtes Team hat es allen gezeigt. Weiterlesen