Schlagwort-Archive: Leistung

Unterhaltung und Verkaufen


Veröffentlicht am 27. Dezember 2015

„Mich stört als Sportler, wie sehr das Sportliche bedeutungsloser wird und die Kommunikation alles bestimmt. Die Nachricht, oftmals nur die Schlagzeile, ist heute wichtiger als die Sache. Es geht nur noch um Unterhaltung und Verkaufen. Alles wird schöngeredet und positiv dargestellt, jedes kritische Wort vermieden. Wenn man aber einen Leistungsanspruch hat, kommt man ohne Kritikbereitschaft nicht aus.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Gesunkenes Anspruchsdenken


Veröffentlicht am 10. November 2015

„Wenn es um das genaue Hinterfragen von Leistungen geht, fällt es vielen Verantwortlichen der Liga schwer, Klartext zu sprechen. In erster Linie liegt das auch an einem gesunkenen Anspruchsdenken. Das Ergebnis heiligt oft die Mittel. Ein ermauerter Punkt, ein glücklicher Sieg – alles wird gefeiert. Aber mit diesem Denken läuft die Bundesliga auch Gefahr, international weiter in die zweite Reihe zu rutschen.“

(Felix Magath, Kolumne, Express Köln, 8. November 2015)

Thierry Henry tippt auf seine Gunners


Veröffentlicht am 31. Oktober 2015

imago19786044m_c

„Ich denke wirklich, es ist ihr Jahr. Sie holen inzwischen auch gegen große Mannschaften Ergebnisse und bestätigen diese Leistungen in den Spielen danach – das ist der Schlüssel. Es gibt eine gesunde Konkurrenz um die Plätze im Team und genau das braucht man. Wenn Theo Walcott vorne in der Mitte spielt, pusht das Olivier Giroud – und wenn Giroud in der Mitte spielt und Walcott draußen sitzt, pusht das Walcott. Auch Mesut Özil wacht endlich auf. Jeder weiß, dass er ein fantastischer Spieler ist, ein Weltmeister mit großer Technik und Übersicht. In der Vergangenheit hat er das bei Arsenal nicht immer regelmäßig gezeigt, jetzt tut er genau das. Dann gibt es noch Santi Cazorla. Er ist das Hirn der Mannschaft, er diktiert das Spiel. Und natürlich hat man mit Alexis Sánchez einen, der den Unterschied ausmacht. Einen solchen Spieler wie ihn braucht man, um Titel zu gewinnen. Wenn er gut drauf ist, wird es schwer, Arsenal zu schlagen. Darüber hinaus macht es die Abwehr bislang sehr gut. Héctor Bellerín spielt stark, Nacho Monreal zeigt, warum er da ist und Petr Čech macht genau das, was man von ihm erwarten durfte.“

(Thierry Henry, Interview TalkSPORT, 27. Oktober 2015)

Gnadenlos


Veröffentlicht am 4. Oktober 2015

„Das ist doch inzwischen Standard. Die Bayern ziehen ihre Leistung auf Spitzenniveau gnadenlos durch. Sie gewinnen ihre Spiele, egal wie. In einem direkten Duell können wir sie dennoch schlagen, das haben wir oft gezeigt. Keiner weiß im Vorfeld, wer bei ihnen spielen wird. Ein Linksfuß? Ein Rechtsfuß? Oder Thomas Müller, der sowieso anders spielt als alle anderen? Wenn du dir die Bank ansiehst, fragst du dich: Wie kann es sein, dass solche Topspieler dort sitzen.“

(Marcel Schmelzer, Interview Der Spiegel, Ausgabe 41/2015)

Eine Lanze für Lucien Favre


Veröffentlicht am 20. September 2015

imago21144193m_c

Saisonstart der Fohlen befeuert die Schlagzeilen – Trainer Favre tritt zurück

Für Lucien Favre gilt was José Mourinho über sich sagte: „Ich bin ein guter Trainer, egal ob ich Spiele gewinne oder nicht.“ Das Diktum von Felix Magath, vor Beginn der Saison geschrieben, war ein berechtigtes Kompliment: „Für mich ist Favre der beste Trainer der Bundesliga. Denn man sollte das Ergebnis der Arbeit eines Trainers immer in Relation zu den finanziellen Möglichkeiten setzen.“ Nun ist Lucien Favre zurückgetreten und arbeitet nicht mehr bei den Fohlen. Borussia Mönchengladbach und seine Trainer waren immer ein Zulieferbetrieb für Clubs mit unerschöpflichen Finanzmitteln. Früher ging man von Gladbach zu den Bayern und argumentierte mit der Sehnsucht nach einem großen und internationalen Club, damit der Geldsegen nicht so im Vordergrund stand. Heute erliegen Spieler sogar den Sirenen von Werksvereinen wie Leverkusen und Wolfsburg, deren unerschöpfliche Mittel satte Gehälter versprechen. Die dadurch gerissenen Lücken müssen bis heute von Trainern wie Lucien Favre Saison für Saison geschlossen werden. Weiterlesen

Zwischen Fußballfeld und Stadionlaufbahn


Veröffentlicht am 1. August 2015

Im Finale gegen Aston Villa gewann Club Atlético Peñarol 1982 zum dritten Mal den Weltpokal. Die große Zeit von Isabelion Gradín war da schon lange vorbei.

Im Finale gegen Aston Villa gewann Club Atlético Peñarol 1982 zum dritten Mal den Weltpokal. Die große Zeit von Isabelino Gradín war da schon lange vorbei.

Isabelino Gradín war ein besonderer Sportler

In Süd- wie Mittelamerika schwärmt man gerade vom Mexikaner Jürgen Damm, dem Flügelflitzer vom diesjährigen Copa Libertadores Finalisten UANL Tigres aus Mexiko. Der ist schnell wie die legendäre Trickfilm-Maus „Speedy Gonzales“, bringt es mit dem Ball am Fuß laut Messdaten auf etwa 35 Kilometer pro Stunde, darin ähnlich dem Waliser Gareth Bale. Beide Flügelflitzer werden als Tempowunder gehandelt, haben allerdings darin kein Alleinstellungsmerkmal. Schon in alter Fußballzeit gab es einen flotten wie legendären Vorläufer, der ihnen in nichts nachstand, einst auf schnellen Füßen unterwegs war. Seine Laufleistungen wurden allerdings mit Medaillen gekrönt. Wer durch die Ciudad Vieja schlendert, die traumhafte Altstadt von Uruguays Hauptstadt Montevideo, kann über kurz oder lang auch auf die Plaza Isabelino Gradín gelangen und eine Denkmalstelle mit gleichem Namen entdecken. Benannt nach einem der großen Fußballer und Sportler Lateinamerikas: Isabelino Gradín. Weiterlesen

Mentale Stärke


Veröffentlicht am 9. Juli 2015

José Mourinho beim Fachgespräch mit dem ehemaligen spanischen König Juan Carlos I. (links) und Toni Nadal, dem Onkel und Trainer von Tennisstar Rafael Nadal.

José Mourinho beim Fachgespräch mit dem ehemaligen spanischen König Juan Carlos I. (links) und Toni Nadal, dem Onkel und Trainer von Tennisstar Rafael Nadal.

 

„Ich bin ein großer Tennisfan, ich liebe diesen Sport. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Spieler, denn im Tennis kommt es nicht nur auf Physis und Technik an, sondern insbesondere auch auf die mentale Stärke. Einzelsportarten sind aus meiner Sicht schwieriger als Mannschaftssportarten. Hier ist nur der Einzelne oder die Einzelne auf dem Platz – und damit ganz allein verantwortlich für Erfolg oder Misserfolg. Die Fähigkeit, diesen enormen Druck auszuhalten, versuche ich mir anzunehmen und auf meinen Sport und meinen Job zu übertragen.“

(José Mourinho, Interview Sky Sports News, 23. Juni 2015)

Souveräner Sieg – Gunners verteidigen FA-Cup


Veröffentlicht am 31. Mai 2015

imago20013473m_c

FC Arsenal siegt in Wembley gegen Aston Villa mit 4:0 (1:0)

Endlich hat er den Sir hinter sich gelassen. Arsène Wenger konnte bisher – auf Augenhöhe mit Alex Ferguson – fünf FA-Cup Siege für sich verbuchen. Gleichauf mit beiden, ein Vergessener. Thomas Mitchell, auch er ein Schotte wie Ferguson, holte mit den Blackburn Rovers zwischen 1884 und 1891 ebenfalls fünf FA-Cup Titel. Diese Jahreszahlen erübrigen jedes Wort über die gewichtige Tradition des Spiels Nummer eins auf der Insel. Arsenal-Manager Wenger mit dem frischen Titel Nummer sechs allerdings nicht alleiniger Rekordhalter. George Ramsay – wieder ein Schotte – war von 1884 bis 1926 Manager bei Aston Villa, kommt ebenfalls auf sechs FA-Cup Titel. Lang ist es her. Die Gunners waren mit elf Siegen bereits Rekordhalter, gleichauf mit Manchester United. Nun also brachte die zwölfte FA-Cup Trophäe den alleinigen Spitzenplatz. Auch die Titelverteidigung ist im legendenumwobenen Wettbewerb etwas Besonderes, nur den Wolverhampton Wanderers, Blackburn Rovers und Tottenham Hotspur war dies bisher gelungen. Ob das gute Geschick im FA-Cup Trost für verpasste Meisterschaften und den ewig unvollendeten Traum vom Champions League Sieg, es lässt sich nicht sagen. Wer den Siegeswillen von Arsène Wenger und das Potenzial seiner Mannschaft kennt, wird den Gunners sicher größeren Ehrgeiz unterstellen. Jahr für Jahr unter die Big Four der schwersten Liga der Welt bleibt eine beachtliche Leistung, der FA-Cup Sieg dabei natürlich eine zusätzliche Bestätigung. Die Anhänger dieses Clubs reichen weit über London und England hinaus, auch ein Verdienst des französischen Trainers, der seit 1996 seinem Job bei Arsenal nachgeht, diesen Verein geprägt hat wie keiner seiner 23 Vorgänger. Weiterlesen

FC Chelsea – Manchester United 1:0 (1:0)


Veröffentlicht am 19. April 2015

„Das Spiel war genau das, was wir wollten. Wenn es uns gelingt, das Spiel, das wir spielen wollen zu spielen, ist es fantastisch. Das Spiel lief genau so, wie wir es uns erarbeitet und  für diese Partie vorgenommen haben. Das Team war fantastisch.“

(José Mourinho, Pressekonferenz nach Spiel, London, 18. April 2015)

„Ich bin sehr stolz auf mein Team. Wir spielten das beste Spiel dieser Saison, aber im Fußball kann man als die bessere Mannschaft auch verlieren. Es ist erstaunlich, wie wir hier gespielt haben. Wenn Sie die Statistiken sehen, es ist unglaublich, dass das Ergebnis 1-0 gegen uns. Wir zählen darauf, dass wir einen großen Schritt in unserer Entwicklung gemacht haben. Aber die Fans fühlen die Niederlage und Manchester United hat nun mal verloren. Trotz Chelseas Abwehrorganisation haben wir mehr Chancen herausgespielt. Das ist eine unglaubliche Leistung – aber lesen Sie die Partiedaten.“

(Louis van Gaal, Pressekonferenz nach Spiel, London, 18. April 2015)