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Letzte Begegnung mit einem Schachspieler


Veröffentlicht am 12. November 2015

ZEIT-Reporter Ulrich Stock über Helmut Schmidt

Der Anruf kommt meist am Montag oder Dienstag, mitten in der Hauptproduktionszeit. Wenn ich die Nummer auf dem Display meines Telefons sehe, weiß ich schon, worum es geht. Das Büro von Helmut Schmidt. Ob ich Lust hätte auf eine Partie, gleich jetzt? Lust habe ich immer, und wenn der Herausgeber ruft, müssen andere Dinge eben zurückstehen. Sein Büro liegt auf der anderen Seite des Pressehauses. Eine seiner Vorzimmerdamen geleitet mich zu ihm, den ich hinter seinem Schreibtisch nur schemenhaft erkenne. „Rauchen Sie?“ Er streckt mir sein Etui entgegen. Ich lehne dankend ab. Dann zieht er ein winziges Brett hervor, was mich überrascht. Ein großer Schachspieler muss doch ein großes Brett haben! Weiterlesen

Risiken und Spektakel


Veröffentlicht am 21. Oktober 2015

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„Eine Mannschaft ist in erster Linie eine Idee und mehr noch als eine Idee ist sie eine Verpflichtung, und mehr noch als eine Verpflichtung verkörpert sie all die klaren Überzeugungen, die ein Trainer seinen Spielern vermitteln muss, um diese Idee zu verteidigen. Wir Trainer sollten uns nicht anmaßen, dem Spektakel seinen Festcharakter zu nehmen und stattdessen eine philosophische Vorlesung daraus zu machen, die niemand aufrechterhalten kann und die nur dazu dient, Risiken zu vermeiden. Denn im Fußball gibt es immer Risiken. Die einzige Möglichkeit, Risiken zu vermeiden, besteht darin, nicht zu spielen.“

(César Luis Menotti in „Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, 2008)

Chelsea FC – Manchester City 1:1 (1:1)


Veröffentlicht am 31. Januar 2015

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Spitzenspiel der Premier League kann Erwartungen nicht erfüllen

Ein besonderer Blick im Vorfeld galt Frank Lampard, der auf der Bank von Manchester City an die Stamford Bridge zurückkehrte. Die Zuneigung der Blues-Fans war ihm gewiss, 13 Jahre guter und verlässlicher Dienst in den Farben des FC Chelsea nicht vergessen. Schon sein Aufwärmen war ein Spalier von Applaus. Ab Mitte der zweiten Halbzeit durfte die Chelsea-Legende im Man City Trikot dann am Spiel aktiv teilhaben. Bei Einwechslung eine jubelnde Verbeugung des Heimpublikums in Gleichklang mit den Gästefans. In England achtet man Verdienste mit Respekt und Dank. Very British! Fernsehstationen aus 175 Ländern hatten das Spiel auf dem Schirm. Es stand die vermeintlich saisonentscheidende Partie auf dem Programm. Solch Erwartungshaltung wird selten erfüllt, was sich an diesem Tag eindrucksvoll bestätigte. Vor dem Anpfiff hatte Spitzenreiter Chelsea ein Punktpolster von fünf Zählern auf seinen ärgsten Verfolger, Titelverteidiger und Meister Manchester City. Die Citizens in Zugzwang. Alle Betrachter waren sich einig, der nächste Meister ist in diesem Spiel auf dem Rasen. Es kann aber nur einen geben. Weiterlesen

Aimé Jacquet – Weltmeistertrainer


Veröffentlicht am 10. Juni 2014

imago01990605m_c „Zwischen uns gab es immer eine besondere Beziehung, eine große Verschworenheit. Ich habe aus diesem Kontakt viel gelernt. Vor wichtigen Entscheidungen hörte er sich gern die Meinung seiner Spieler an. Er hatte generell immer ein offenes Ohr für seine Spieler. Aber wenn er einmal seine Entscheidung getroffen hatte, stand er auch dazu. Solidarität war ihm sehr wichtig. Selbst in den schwierigsten Momenten, als er von den Medien angegriffen wurde, ist er um keinen Deut von seiner Linie abgewichen, hat sich nicht auf Polemik eingelassen und sich immer vor die Mannschaft gestellt.“

(Didier Deschamps, Kapitän der Weltmeisterelf von 1998, heute Nationaltrainer Frankreich)