Schlagwort-Archive: Louis van Gaal

Arsène Wenger über…


Veröffentlicht am 28. Dezember 2015

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Louis van Gaal
„Ich möchte nicht in eine Welt der Spekulationen tauchen. Ich persönlich habe großen Respekt vor Louis van Gaal. Das, was da gerade vor sich geht, ist sehr respektlos. Dieser Mann arbeitet mit großer Qualität seit 40 Jahren im Fußball und hat phantastische Arbeit geleistet. Es ist einfach respektlos ihm gegenüber. Natürlich verdient er mehr Zeit.“

Pep Guardiola
„Natürlich ist er ein Top-Trainer, niemand wird das abstreiten wollen. Gar nicht so sehr wegen seiner Erfolge, denn Bayern hat auch vor ihm gewonnen, und Barcelona gewinnt heute noch immer, aber ich denke, dass er eine tolle Einstellung gegenüber dem Spiel hat und dass er seine Mannschaften einen tollen Fußball spielen lässt. Das respektiere ich sehr. Ich würde ihn, um der Konkurrenz willen, hier sehr begrüßen.“

Trainer in England
„Wir wollen, dass diese Liga die beste der Welt ist. Wir wollen aber auch die richtige Balance finden. Man braucht 40 bis 50 Prozent ausländische Trainer, aber man muss auch den einheimischen Trainern eine Chance geben. Man will doch nicht, dass die Premier League exklusiv für ausländische Trainer ist – auch wenn ich selbst einer bin. Sie bringen neue Ansätze und andere Ideen, aber man will doch auch die lokale Kultur beibehalten.“

(Arsène Wenger, Pressekonferenz London, 23. Dezember 2015)

Mutterland am Ball


Veröffentlicht am 27. Dezember 2015

Der Ire Shane Long (rechts) traf beim 4:0-Sieg Southamptons über Arsenal doppelt.

Der Ire Shane Long (rechts) traf beim 4:0-Sieg Southamptons über Arsenal doppelt.

Gunners scheitern beim Sprung an die Spitze – Red Devils rutschen ab

Schnee lässt weiter auf sich warten, die Frühlingsweihnacht vorbei, das Jahr 2015 zur Neige. In deutschen Fußball-Landen muss man in Sachen Erstligafußball auf 2016 warten. Schnee haben sie in England ebenfalls nicht. Aber so sicher wie das Knutschen unterm Mistelzweig an Weihnachten auch noch Fußball. Eben Mutterland des runden Leders. Boxing Day ist angesagt. Arsenal wollte mit einem Auswärtssieg beim FC Southampton Platz eins erobern. Die Saints, in dieser Saison ohne den großen Sprung Richtung Spitze, sollten den Londonern als Stolperstein nicht im Weg stehen. Drei Punkte für die Gunners machbar, die mögliche Tabellenführung ein zusätzlicher Schub. Die nötige Schützenhilfe kam vom FC Liverpool, der besiegte Tabellenführer Leicester City verdient mit 1:0 an der Anfield Road. Christian Benteke hatte es bei den Reds nicht in die Startelf geschafft, kam durch die Verletzung von Stürmerkollege Divock Origi zum Ende der ersten Halbzeit doch noch zum Zug und erzielte Mitte der zweiten Hälfte das goldene 1:0. Glückliche Fügungen im Universum von Jürgen Klopp. Witterung Europa League darf der FC Liverpool auf Platz acht aufnehmen. Besser geht es da dem Verlierer der Partie. Leicester City führt trotz Auswärtsniederlage die Premier League weiter an. Mit 38 Punkten bleibt man auch nach dem 18. Spieltag Tabellenführer. Der Verfolger verspielte seinen Matchball und scheiterte armselig mit dem versuchten Sprung an die Spitze. Schon sind wir wieder bei den Gunners. Weiterlesen

Schicksalstage für Goliaths


Veröffentlicht am 19. Dezember 2015

Mourinhos Chelsea-Abgang könnte Trainerkarussell beschleunigen

Jürgen Klopp verliert ersten Glanz. Sein letzter Gegenpart Tony Pulis, seines Zeichens Trainer von Crystal Palace, bezichtigte ihn gerade als schlechten Verlierer, der mit einer 200 Millionen-Truppe keine 20 Millionen-Truppe schlagen kann und deswegen nach Spielende nicht nur den obligaten Händedruck verweigert, sondern mit öffentlicher Nörgelei von eigenen Problemen ablenken wolle. Der Waliser Pulis ist wegen seiner Bodenständigkeit besonders beim englischen Fußballproletariat beliebt, welches dieser Tage aus den Gazetten erfuhr, dass Jürgen Klopp in eine 5,2 Millionen Euro Nobelvilla gezogen sei. Solche Scharmützel und Meldungen müssen den Ex-Dortmunder noch nicht beunruhigen, aber auch englische Fußball- und Medienherzen können erkalten, selbst die in Liverpool. Echte Sorgen müssen sich dagegen einige andere Granden der Trainerzunft machen. Schon seit dem biblischen David weiß man um das fragile Gebilde der Goliaths. Die Riesen des Trainergeschäfts können ein garstig Lied davon singen. José Mourinho hat es schon erwischt, allerdings nicht in Form von Schleuder und Stein. Ihn warf ein leibhaftiger Milliardär von den Beinen, welcher im Mourinho-Feuern einschlägige Erfahrungen besitzt und überhaupt ein Spitzenmann in Sachen „Trainer raus“ ist. Weiterlesen

Trainerkaleidoskop


Veröffentlicht am 16. Dezember 2015

2:1 gegen José Mourinho und den FC Chelsea: Claudio Ranieri und Leicester City stehen weiterhin an der Tabellenspitze der Premier League.

2:1 gegen José Mourinho und den FC Chelsea: Claudio Ranieri und Leicester City stehen weiterhin an der Tabellenspitze der Premier League.

Trainer im Auf- und Abwind

Der 1951 in Rom geboren Claudio Ranieri hat einige Trainerstationen hinter sich. Eher unscheinbar waltet er seines Amtes. Mit Valencia gewann er so den UEFA Supercup, mit Griechenlands Nationalmannschaft scheiterte er während der EM-Qualifikation, dortige Nachfolger waren darin keinen Deut besser. Beim FC Chelsea musste er einst dem charismatischen José Mourinho auf unwürdige Art und Weise weichen. Als Ranieri zu Saisonbeginn bei Leicester City anheuerte, sollte und wollte er den Club sicher in der Premier League halten, den Abstieg vermeiden. Die Aufgabe schien schwer. Ohne Theaterdonner machte sich Ranieri ans Werk. Seither produziert er Erfolg und keine Schlagzeilen. Die machen sein Verein und vor allem die beiden Stürmer Riyad Mahrez und Jamie Vardy. Ob Bundesliga, Serie A oder Primera División, oben immer die üblichen Verdächtigen und in Frankeich der erwartete Überflieger. Nur in Englands Premier League funktioniert derzeit ein Fußballmärchen. Leicester City vor den Giganten des Systems, die dem frischen wie frechen Team aus der Mitte Englands lahm und ohne Esprit hinterherhecheln. Nach dem 16. Spieltag Platz eins der Tabelle, dies völlig verdient. Regisseur der Erfolgsgeschichte: Claudio Ranieri. Weiterlesen

Bundesliga vs. Manchester


Veröffentlicht am 27. September 2015

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Kevin De Bruyne hat eine erste starke Woche bei City hinter sich: Drei Tore und eine Vorlage lieferte der Belgier in seinen letzten drei Pflichtspielen.

Tabellenspitze der Premier League trifft auf Fohlen und Wölfe

Zwei Duelle Bundesliga gegen Premier League stehen auf dem Plan des kommenden Spieltags der Champions League. Die Hälfte der deutschen Starter setzt sich mit dem Fußball der Stadt Manchester auseinander. Wackelnde Wölfe reisen zu Manchester United, berappelte Fohlen empfangen Manchester City. Ein Blick auf die Tabellenspitze der Premier League lohnt: Louis van Gaal hat sein Team mit unspektakulärem Fußball und stimmenden Ergebnissen auf Tabellenplatz eins gebracht, die Spieler finden sich zu einer Mannschaft. Diese Tabellenführung beruht auch auf dem kollektiven Schwächeln der angeblichen Großteams, deren Spiele und Ergebnisse einen gewissen Lotteriecharakter tragen. Weiterlesen

Tore, Debütanten und ein Derby


Veröffentlicht am 14. September 2015

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Ein Blick auf Europas Top-Ligen

Falsche Territorien. Cristiano Ronaldo läuft in Barcelona gegen Espanyol auf und schießt für Real Madrid fünf Tore beim 6:0-Auswärtssieg. Damit pulverisiert er den von Raúl mit 228 Treffern gehaltenen Torschützenrekord bei den Königlichen und liegt nun mit 230 Treffern auf Platz eins der ewigen Bestenliste. Raúl benötigte für seine 228 Tore insgesamt 550 Spiele, Ronaldo für seine Quote 203 Spiele. Sensationeller Wert des Portugiesen, der auch gleich noch an Clublegende Alfredo Di Stéfano vorbeizog. Der hatte in 329 Spielen für sein Weißes Ballett 227 Tore auf die persönliche Habenseite gebracht. Wird Ronaldos Torquote auch oft von schrecklicher Eitelkeit überlagert, die Statistik spricht staunenswert für ihn. Espanyol war allerdings auch ein Gegner an der Grenze zur Peinlichkeit. In solchen Partien, wo selbst die Frisur keinerlei Schaden nimmt, findet Ronaldo seine größte Profession und echte Lust am Spiel. Den ihm gebotenen Nährboden für eine One Man Show kann dann keiner so gut beackern wie der Mann aus Funchal. Einer, der mit CR7 mithält, diesem auch nach Belieben das Wasser reichen kann und dem Spiel doch den Mannschaftscharakter erhält, bleibt stets Lionel Messi, der andere Großstern im Blendwerk Fußball. Messi lief in Madrid auf und saß beim Spitzenspiel seines FC Barcelona gegen Atlético Madrid anfangs auf der Bank. Der kleine Argentinier wurde zum zweiten Mal Vater und bekam von Trainer Luis Enrique eine vermeintliche Pause geschenkt. Weiterlesen

Oranje farblos


Veröffentlicht am 9. September 2015

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Niederlande als großer Verlierer des Mega-Spieltags der EM-Qualifikation

Deutschlands Nationalmannschaft in Blüte, wenn auch noch mit kleineren Baustellen versehen. Gegen die Sorgen mancher Fußballnationen eher Petitessen. Ein Nachschlag nebst Titelgewinn bei der EM 2016 liegt daher durchaus im Bereich des Möglichen. Es zeichnet sich kein unüberwindbarer Mitbewerber ab, den das DFB-Team wirklich fürchten muss – Titelverteidiger Spanien, Gastgeber Frankreich und bärenstarke Österreicher wohl Stand heute noch am ehesten in der Lage, der deutschen Mannschaft ein Bein zu stellen. Die Jungs von Joachim Löw können sich aber wahrscheinlich nur selbst schlagen, der Weltmeister scheint gerüstet und die Favoritenbürde gut zu tragen. Das Turnier im nächsten Jahr wird letztendlich Antwort geben. Eine Nation war oft an Deutschlands Favoritenseite und bei großen Turnieren stets ein heißer Kandidat für hohe Weihen, die Niederlande. Diese ist nun tief gefallen. 23 Teilnehmer aus 53 Ländern werden in der Qualifikation ermittelt, es war wohl niemals leichter, eine EM-Endrunde zu erreichen. Dennoch scheint diese flache Hürde für unsere holländischen Nachbarn deutlich zu hoch. Was ist geschehen? Weiterlesen

Blütenweiße Weste der Citizens


Veröffentlicht am 26. August 2015

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Premier League nach drei Spieltagen – eine Momentaufnahme

Ein fulminantes 0:0 zwischen Arsenal und dem FC Liverpool im Emirates Stadium beschloss Montagabend den dritten Spieltag der Premier League. Beide Teams hätten phasenweise auch den Sieg verdient, spielten und kämpften auf Augenhöhe und zur Begeisterung des Publikums. Die Gunners wie die Reds spielten Fußball und zeigten an, in Sachen Titel ein Wort mitreden zu können. Liverpool dabei besser in die Saison gekommen. Defensiv steht die Null, mit Manchester United und Manchester City ist man das einzige Team in der Premier League, welches noch ohne Gegentreffer. Brendan Rodgers ist der Umbau und der Einbau seiner neuen Kräfte gut gelungen. James Milner, Christian Benteke und Roberto Firmino scheinen zu passen und Liverpool stärker zu machen als dies in der vergangenen Saison der Fall war. Musterprofi Milner dabei sofort ein Leader, der den Wegfall der Integrationsfigur Steven Gerrard kompensiert. Mit Platz drei ist der FC Liverpool gut im Rennen. Arsenal dagegen mit einer Niederlage, einem Sieg und einem Remis durchwachsen aus den Startblöcken gekommen – aber weiterhin mit großen Erwartungen. Das Team von Arsène Wenger kann diese trotz fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester City erfüllen. Weiterlesen

Mit Geld zum Erfolg


Veröffentlicht am 7. August 2015

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Premier League startet in neue Spielzeit

Alle brauchen etwas. José Mourinho den Titel in der Champions League, Louis van Gaal die Meisterschaft, Manuel Pellegrini Ruhe vor dem Guardiola-Gerücht, Brendan Rodgers den Nachweis, ein Trainer mit Titelformat zu sein, Arsène Wenger eine Saison ohne Einbrüche und Mauricio Pochettino Ruhe vor seinem Boss. Der Rest der Liga braucht die Hoffnung, im gleißenden Scheinwerferlicht der Großklubs nicht in saisonale Vergessenheit zu geraten. Die Premier League platzt vollmundig aus allen Nähten, die materiellen Grundlagen für die neue Saison sind beim Spitzensextett üppig vorhanden. Louis van Gaal brachte es auf den Punkt: „Die Meisterschaft wird auch auf dem Transfermarkt entschieden.“ Keine ganz neue Botschaft, wie auch seine berechtigte Annahme „wenn es schief geht, ist der Trainer weg“ sicher mehr als nur Bauchgefühl. Ob man international eins oder mehrere Teams ins Halbfinale der Champions League bringt, wird am Ende der Saison eine Art Qualitätsurteil über die Aufrüstungspolitik von Europas elitärster Liga sein. Was daheim funktioniert, wurde auf der europäischen Wage zuletzt oft als zu leicht befunden. Das gilt auch für The Special One und sein Team. Weiterlesen