Schlagwort-Archive: Markt

Irre Gehälter


Veröffentlicht am 1. September 2015

„Die Engländer geben irre Gehälter für durchschnittliche Spieler aus. Was wir im Monat zahlen, gibt es dort in der Woche. Wenn ein Spieler dann vorzeitig den Klub verlassen soll, weil es sportlich nicht mehr passt, gibt es kaum noch einen Markt für ihn. So hohe Gehälter können sie vielleicht noch in der Golfregion, in Russland und mit Abstrichen in der Türkei verdienen.“

(Christian Heidel, Interview Der Spiegel, 29. August 2015)

Poesie, Fußball und Katalonien


Veröffentlicht am 26. Juli 2015

Beharrlich kämpft Pep Guardiola für die Unabhänigkeit Kataloniens

Die Freundschaft mit dem katalanischen Lyriker Miquel Martí i Pol war dem Fußballer Pep Guardiola einst so wichtig wie der Teamgeist des FC Barcelona und sein fußballerischer Ziehvater Johan Cruyff. In freimütiger Selbstbekundung gestand der Bayern-Coach kürzlich die lebenslange Zuneigung zur Poesie des 2003 verstorbenen Freundes. Für Guardiola zeichnen Fußball und literarische Texte einen Anfang und eine Idee gemeinsam, welche man verwirklichen möchte. Wenn der Multimillionär allerdings rührig wie fasziniert über die „Kunst der Armen“ fabuliert bleibt doch ein Stück weit fader Beigeschmack. Die Inspiration der Poesie begleitet Guardiola jedenfalls durch Leben und Beruf. Neben Lyrik und dem Fußball ist Guardiola aber vor allem ein katalanischer Bürger voller National- und Heimatstolz. Noch kann das Netz den Menschen nicht bis in die letzten Winkel ihrer Herzen schauen. In dem von Pep Guardiola könnte man dann durchaus eine Landkarte von Katalonien finden die ihm offenbar Pulsgeber durch sein Leben ist. Egal was Guardiola tut und wo er arbeitet, seine Heimat hat er stets im Visier und er gehört nicht zu den Dachstubengenies die zu allem eine Meinung haben aber dabei gern die vorgehaltene Hand der Flüsterer bevorzugen. Weiterlesen

Ein Mittelstürmer für Arsenal


Veröffentlicht am 25. Juli 2015

„Wir bekamen eine Liste der Spieler, die Wenger will. Auf der Liste ist ein Mittelstürmer. Ich werde Ihnen nicht sagen wer er ist. Es kommt jetzt grundsätzlich darauf an, ob das andere Team einen Superstar findet um ihn zu ersetzen, weil sie ihn sonst nicht verkaufen. Ich denke, dass er kommen will. Wir können in den Markt gehen und wahrscheinlich jeden Spieler auf der Welt kaufen, abgesehen von einem halben Dutzend, die unverkäuflich sind. Wenn Arsène den Mann wollte, könnte er ihn haben. Abgesehen von Messi und Ronaldo, kann er jeden Spieler haben. Wir würden dafür den Club-Transferrekord brechen. “

(Lord Harris (Philip Charles Harris), Direktor FC Arsenal London, Guardian, 23. Juli 2015)

Indiens Aufbruch in den Fußball


Veröffentlicht am 15. Oktober 2014

1,3 Milliarden Menschen bekommen eine neue Fußballliga

Es gibt ihn noch. Der legendäre Straßenfußball ist überall, nicht als Floskel sondern als greifbare Lebensrealität. Ob auf Beton, auf wüstem Untergrund oder modrigen Plätzen, ordentlichem Gras oder in Wasserpfützen. Die Kinder Indiens lasen sich weder vom morastigen Untergrund noch von widrigen Verhältnissen abhalten, sie lieben den Sport Fußball und sie spielen ihn. Nicht „FIFA 15“ ist das Objekt ihrer Begierde sondern ein profaner Ball. Ob sich der Fußball im Riesenreich Indien durchsetzt hängt auch von diesen Kindern ab. Noch liegen Hockey und Cricket in der Gunst der Inder weit vorn, in beiden Sportarten ist das Land stete Weltklasse und holte alle großen Titel. Ab dieser Saison unternimmt der indische Vereins-Fußball einen neuen Start in die Fußballwelt, will groß durchstarten. Unter der Bezeichnung Indian Super League (NFL) nehmen acht Mannschaften den Spielbetrieb auf. Weiterlesen

Publicity und Leben


Veröffentlicht am 18. Juli 2014

Fußballer sind längst öffentliche Personen, sie ziehen Massen in den Bann. Was eine öffentliche Person ist, begreift ein Fußballer oft erst am Beginn seiner Kariere oder wenn er schon mittendrin in der Berufsausübung. Selbstbezogene Eitelkeit als Grundpfeiler von Beruf und Profession war früher Schauspielern oder Showsternen vorbehalten, längst ist sie in den Sport eingekehrt. Der Fußballer wird gehört und gesucht, jedes „buh“ von ihm füllt Titelseiten, seine Twittermeldung löscht spielend Regierungserklärungen vom Markt der Meinungen, verdrängt jedes Weltereignis. Vom Teenie über den schreibenden Stift bis zum Regierenden, alle wollen in seine Sonne, buhlen um seine Huld. Der Fußballer kann dies gut finden, er kann es schlecht finden, er muss damit und darin leben. Was ihm auf diesem Weg wirklich schadet und was ihm dabei wirklich nützt, das lehrt ihn erst sein Leben. Dieser Lernprozess lässt kaum Zeit zum Atmen, dem Nachdenken wird nur selten Raum gegeben. Zu schnell stürzen die Verlockungen des Geldes hervor, zu laut dringt der Applaus der Masse ans Ohr. War die Schule des Lebens jedoch nicht nur der Ball und das Mikrofon, ist er für den Sturz in die Alltäglichkeit nach der Karriere hoffentlich bestens gerüstet. Möge das Leben nach dem Sport und den Scheinwerfern gelingen.

Redaktion Magath & Fußball