Schlagwort-Archive: Mentalität

Wohltuend


Veröffentlicht am 3. Dezember 2015

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Borussia Mönchengladbach zeigt Wettkampfgeist

Wenigstens ein Team geht mutig in die Schlacht und sendet nicht schon Tage vor Spielbeginn devote Kapitulationsadressen Richtung Bayern München. Während der Rest der Liga, zahm und furchtsam, die eigene Chancenlosigkeit stets schon vor Anpfiff herausposaunt, um dann grobe Niederlagen mit tiefer Dankbarkeit entgegenzunehmen, sind die Fohlen aus dem Borussia Park auf Krawall gebürstet und wollen es der Guardiola-Truppe am kommenden Spieltag zeigen. Borussia Mönchengladbach will sich nicht kampflos in das Schicksal einer Niederlage fügen und tritt vor dem Spieltag dementsprechend auf. Die Sache kann durchaus schief gehen, der wuchtige Bayern-Express sich auch von der Favre/Schubert-Elf nicht aufhalten lassen. Dennoch gebührt diesen Borussen Respekt, sie erwecken den Eindruck eines tatsächlichen Wettkampfs, den man bei vielen Ligagenossen in Duellen mit den Bayern längst nicht mehr erkennen kann. Die Mitbewerber machen sich die Lederhose bereits voll bevor diese ihnen überhaupt angezogen. Stellvertretend für eine völlig andere Herangehensweise, eine sportliche Wettkampfsicht, soll hier Gladbachs Neuzugang Josip Drmić zitiert werden: „Nie aufgeben – das ist unsere Mentalität. Wenn das Spiel losgeht, steht es auch gegen Bayern 0:0. Und wir sind inzwischen eine Macht.“ Den Gladbachern sei Dank für den Eindruck einer lebendigen Bundesliga.

Redaktion Magath & Fußball

Was ist los im Königreich Mourinho?


Veröffentlicht am 15. Oktober 2015

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Fußball-England wundert über den FC Chelsea und blickt auf dessen Trainer

Man muss José Mourinho nicht in Schutz nehmen, seine Erfolge geben dem anschwellenden Zorngesang deutliche Antwort. Als verantwortlicher Cheftrainer oder Manager hat er in seiner Heimat zwei Meistertitel mit dem FC Porto geholt, drei in England mit dem FC Chelsea, zwei in Italien mit Inter Mailand und einen mit Real Madrid in Spanien. Dazu gesellen sich mit Porto und Inter zwei Champions League Siege und einer im UEFA Cup. Mit jedem dieser vier Clubs konnte er auch den heimischen Landespokal und den jeweiligen Supercup gewinnen. 22 Titel darf er sein eigen nennen, für 15 Berufsjahre keine schlechte Bilanz. Er hatte noch nicht das 50. Lebensjahr vollendet, als er bereits 100 Champions League Spiele auf seiner Habenseite verbuchen konnte. Niemals hat ein Trainer in England mehr Punkte eingefahren als er es in der Meistersaison 2004/2005 tat, Chelsea schloss mit 95 Zählern ab. Titel wie Welttrainer und Europas Trainer des Jahres flatterten ihm mehrmals ins Haus. Wer wollte es diesem Mann verdenken, wenn er dem Absender einer dummen Frage die Nutzung von Google ans Herz legt. Hätte es Google schon gegeben, diese Antwort wäre sicher auch im Köcher von Ernst Happel auffindbar gewesen. Wie Happel verachtet Mourinho jene Machart der Berichterstattung, die ohne fachlichen Hintergrund Urteile und Wertungen im Stakkato-Takt liefert. Auf der anderen Seite füttert er genau diese Art Berichterstattung mit Vorliebe und hat diebisches Vergnügen, wenn er zitierfähiges Material streut. Eine eckige Persönlichkeit dieser José Mário dos Santos Félix Mourinho. Stromlinienförmig geht anders, Beliebigkeit ist Mourinhos Sache nicht. Weiterlesen

Mentale Stärke


Veröffentlicht am 9. Juli 2015

José Mourinho beim Fachgespräch mit dem ehemaligen spanischen König Juan Carlos I. (links) und Toni Nadal, dem Onkel und Trainer von Tennisstar Rafael Nadal.

José Mourinho beim Fachgespräch mit dem ehemaligen spanischen König Juan Carlos I. (links) und Toni Nadal, dem Onkel und Trainer von Tennisstar Rafael Nadal.

 

„Ich bin ein großer Tennisfan, ich liebe diesen Sport. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Spieler, denn im Tennis kommt es nicht nur auf Physis und Technik an, sondern insbesondere auch auf die mentale Stärke. Einzelsportarten sind aus meiner Sicht schwieriger als Mannschaftssportarten. Hier ist nur der Einzelne oder die Einzelne auf dem Platz – und damit ganz allein verantwortlich für Erfolg oder Misserfolg. Die Fähigkeit, diesen enormen Druck auszuhalten, versuche ich mir anzunehmen und auf meinen Sport und meinen Job zu übertragen.“

(José Mourinho, Interview Sky Sports News, 23. Juni 2015)

Felix Magath vor Partie gegen Stoke City


Veröffentlicht am 1. Mai 2014

„Wir hatten gegen Hull City die Kontrolle über das Spiel aber dann kamen Situationen, wo wir nicht vorsichtig genug waren und die Dinge wieder aus der Hand gaben. Ich hatte das Gefühl, dass am vergangenen Samstag die Spieler vor unseren Zuschauern und Fans plötzlich wegen der eigenen Führung nervös wurden. Das Team wollte weiter offensiv spielen, aber es wäre besser gewesen, den Vorsprung zu verteidigen. Wir wissen, dass Stoke eine heimstarke Mannschaft hat. Gegen Hull  haben wir aber gezeigt, dass wir in der Lage sind gute Spiele zu machen. Steve Sidwell konnte in dieser Woche noch nicht trainieren, vielleicht kann er heute ins Training einsteigen, es besteht eine kleine Chance. Wir haben noch Hoffnung, dass er am Samstag dabei ist. Alle anderen im Team stehen im Training und sind fit. Auch Kostas Mitroglou konnte die ganze Woche trainieren, kann uns bei Stoke unterstützen. Ob er völlig fit ist? Ich kann es nicht absolut sagen, aber er ist bereit, sich uns anzuschließen und zu helfen.“

„Fulham FC ist ein wunderbarer Verein, der im Moment Probleme mit der ersten Mannschaft hat. Ich bin hier, um eine Team aufzubauen. Wir haben in Fulham auch eine gute Jugendakademie. Die Spieler wissen, was sie zu tun haben, aber in dieser Lage ist es immer auch eine Frage der Mentalität. Daran werden wir weiter arbeiten. Ich glaube immer noch, zwei Siege werden reichen um in der Liga zu bleiben. Das ist die Situation. Selbstverständlich bin ich immer angespannt. Ich denke, ohne Spannung kann man nicht 100 Prozent geben. Viel hängt davon ab, wie das Spiel am Samstag ausgeht, ich bin noch nie abgestiegen und ich habe ein bisschen Angst vor dieser Situation. Ich brauche nicht zu wissen, wie sich diese Sache anfühlt. Ich kenne solche kritischen Situationen. Der letzte Abstiegskampf war vor drei Jahren mit Wolfsburg. Im letzten Saison-Spiel, 20 Minuten vor dem Ende waren wir abgestiegen, und am Ende des Spiels waren wir wieder oben. Die Dinge sind oft sehr eng. Niemand soll daran Zweifel haben, wir werden bis zum letzten Spiel der Saison kämpfen.“

(Felix Magath, Craven Cottage, London, 1. Mai 2014)