Schlagwort-Archive: Mitspieler

So ist Fußball


Veröffentlicht am 9. November 2015

„Wenn in der Nachspielzeit zwei Tore fallen und die Partie noch kippt, ins Absurde. Oder wenn an einem Samstag im Mai ein Sonntagsschuss alles entscheidet, die ganze Saison. Das ist der Moment, in dem Reporter „So ist Fußball“ sagen, um zu erklären, was anders nicht zu erklären ist: dass Fußball ein eigener Planet ist, mit seinen eigenen Gesetzen. Eine Spielwelt, in der alles möglich ist, auf dem Platz, aber auch daneben. Beherrscht von Fußballgöttern, bevölkert von fiebrigen Fans, beklatscht von Jubel-Journalisten. Diesen Mitspielern, die alle so tun, als wären die Regeln des Spiels das echte Leben. Ja, so ist Fußball.“

(Der Spiegel, „Absolutes Vertrauen“, Ausgabe 46/2015)

Nie genug


Veröffentlicht am 24. Januar 2015

„Während andere sich schon zu ihren aktiven Zeiten im Ruhm sonnen, war Steven das Erreichte nie genug. Er war ein Anführer, ein leuchtendes Beispiel für alle um ihn herum. Durch seine pure Präsenz hob er die Mannschaft auf ein höheres Niveau. Er weigerte sich, Niederlagen anzuerkennen, solange das Spiel noch lief. Für seine Mitspieler war es deshalb unmöglich, sich hängen zu lassen. Ich möchte Steven Gerrard danken. Für die harte Arbeit, die er geleistet hat, für die Hingabe, für seine Leidenschaft. Der Liverpool FC verliert nicht nur einen tollen Athleten und einen großen Kapitän. Er verliert sein Herz.“

(Rafael Benítez, Trainer des Liverpool FC von 2004 bis 2010, 11 Freunde, Ausgabe 159, Februar 2015)

Indiens Aufbruch in den Fußball


Veröffentlicht am 15. Oktober 2014

1,3 Milliarden Menschen bekommen eine neue Fußballliga

Es gibt ihn noch. Der legendäre Straßenfußball ist überall, nicht als Floskel sondern als greifbare Lebensrealität. Ob auf Beton, auf wüstem Untergrund oder modrigen Plätzen, ordentlichem Gras oder in Wasserpfützen. Die Kinder Indiens lasen sich weder vom morastigen Untergrund noch von widrigen Verhältnissen abhalten, sie lieben den Sport Fußball und sie spielen ihn. Nicht „FIFA 15“ ist das Objekt ihrer Begierde sondern ein profaner Ball. Ob sich der Fußball im Riesenreich Indien durchsetzt hängt auch von diesen Kindern ab. Noch liegen Hockey und Cricket in der Gunst der Inder weit vorn, in beiden Sportarten ist das Land stete Weltklasse und holte alle großen Titel. Ab dieser Saison unternimmt der indische Vereins-Fußball einen neuen Start in die Fußballwelt, will groß durchstarten. Unter der Bezeichnung Indian Super League (NFL) nehmen acht Mannschaften den Spielbetrieb auf. Weiterlesen

Lionel M. wird munter


Veröffentlicht am 26. Juni 2014

imago16711300m_c

Der Iran scheiterte wie das Mutterland des Fußballs, letzter Platz, ein Punkt im Gepäck. Man versuchte einiges, aus dem Spiel gegen Argentinien blieb immerhin ein starker Eindruck haften, trotz der Niederlage. Im letzten Gruppenspiel reichte es nicht zu einer Überraschung, Heimfahrer Bosnien-Herzegowina half den Iranern nicht ins Achtelfinale und verabschiedete sich mit einem Sieg aus dem Turnier. Nigeria konnte so den Einzug ins Achtelfinale feiern, die 2:3-Niederlage gegen Argentinien störte diese Freude nicht mehr. Die Gauchos kommen mit Leistungsschwankungen und Defensivschwächen daher, vorn ist auch alles Stückwerk, aber die Rechnung Messi geht auf. Weiterlesen

Julian Draxler passt nach England


Veröffentlicht am 27. Februar 2014

„Vor der Saison hätte ich ihm geraten, auf Schalke zu bleiben. Aber so, wie die Saison gelaufen ist, und wie sich die Mannschaft mittlerweile zusammensetzt, muss er nicht unbedingt bleiben. Denn seine stärkste Position ist im Zentrum und nicht auf der Seite. Und da scheint er, weder in dieser noch in der nächsten Saison, auf Schalke zum Zug zu kommen. Insofern wäre es für ihn vielleicht sogar besser, irgendwann zu wechseln. Es muss aber nicht unbedingt der FC Bayern sein. Denn ein junger Spieler ist dort vielleicht sogar unterfordert. Es wird ihm zu leicht gemacht, mit Mitspielern, die besser sind als alle anderen. Dadurch wird es schwer, sich selbst weiterzuentwickeln. Für Julian Draxler wäre ein Umfeld wie hier in England, wo es vier, fünf Spitzenvereine gibt, bedeutend besser.“

(Felix Magath, Interview ran.de, 21. Februar 2014)

Hans „Joan“ Gamper – Vater des FC Barcelona


Veröffentlicht am 23. Januar 2014

Ein Mann aus Winterthur beschenkte Katalonien

Joan Gamper an seinem Schreibtisch – eine historische Nachbildung des Gründungsmitglieds im Museum des FC Barcelona.

Joan Gamper an seinem Schreibtisch – eine historische Nachbildung des Gründungsmitglieds im Museum des FC Barcelona.

„Wer hat’s erfunden? Die Schweizer!“ Wer kennt ihn nicht, den Werbeslogan eines Pastillenherstellers. In Barcelona braucht man witterungsbedingt wenig Halsbonbons, ein Eidgenosse hat dort aber einen besonders guten Ruf, er erfand den Katalanen ihren FC Barcelona: Hans „Joan“ Gamper. Der lebenskluge Gamper war, was es angeblich nicht gibt, eine Art „eierlegende Wollmilchsau“. Wenige Dinge, in denen dieser Mann nicht zu Hause, wenige Hürden die ihn schreckten. Sieht man heute seine Silhouette im Vereinsmuseum des FC Barcelona, gleicht diese Peter Ustinov in dessen Paraderolle von Agatha Christies Superdetektiv Hercule Poirot. Gezwirbelter Schnurrbart und stilvoller Kneifer, Gamper scheint dem Großschauspieler wie aus dem Gesicht geschnitten. Weiterlesen