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Famoser Neuling


Veröffentlicht am 8. Oktober 2015

Unglaublich aber wahr: Aufsteiger SCO Angers mischt in Frankreich oben mit.

Unglaublich aber wahr: Aufsteiger SCO Angers mischt in Frankreich oben mit.

SCO Angers nach neun Spieltagen auf Platz zwei

An der Spitze in der Ligue 1 natürlich der Favorit, alles deutet auf einen Alleingang hin. Paris Saint-Germain ähnlich wie Bayern München in einer eigenen Liga unterwegs, ungeschlagen noch immer. Sieben Siege sowie zwei Remis gegen Girondins Bordeaux und Stade Reims, die angesichts von jetzt schon fünf Zählern Vorsprung natürlich zu verschmerzen sind. Anführer Zlatan Ibrahimović ist nach seinen beiden verwandelten Strafstößen beim jüngsten 2:1-Erfolg über Olympique Marseille nunmehr Rekordschütze des Scheich-Clubs. Der Schwede hat mit 110 Treffern in gut drei Jahren PSG den Portugiesen Pauleta hinter sich gelassen, der es zwischen 2003 und 2008 auf 109 Tore gebracht hatte.

Das Verfolgerfeld hinter der Übermacht aus der Hauptstadt hingegen bietet einige Überraschungen. In der Hauptrolle dabei mit dem Angers Sporting Club de l’Ouest ein Aufsteiger: Der Neuling aus der am Zusammenfluss von Maine und Loire gelegenen Stadt Angers im Nordwesten Frankreichs belegt nach neun Spieltagen und der sagenhaften Ausbeute von 18 Zählern einen sensationellen zweiten Platz. Dafür genügten der Mannschaft von Stéphane Moulin bis dato zehn Treffer, verteilt auf sieben verschiedene Torschützen, von denen ein Sommer-Neuzugang aus Italien die meisten für sich verbuchen konnte: Mittelfeldmann Thomas Mangani kam von Chievo Verona und war bereits dreimal erfolgreich. Wichtigster Trumpf des SCO Angers aber der Defensivverbund: Fünf Gegentore nach neun Spielen sind für einen Aufsteiger ein mehr als beachtlicher Wert. Nur der OSC Lille hat in der Ligue 1 zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch einen Treffer weniger kassiert, hat mit mageren vier eigenen Törchen aber gemeinsam mit Schlusslicht Ajaccio und Nantes die schwächste Offensive der Liga.

Nicht nur Angers, auch der SM Caen und Stade Rennes auf den Plätzen drei und vier sind erstaunlich gut gestartet. Der Vorjahres-13. Caen entschied das Spitzenspiel gegen Saint-Étienne knapp mit 1:0 für sich und überflügelte „Les Verts“ damit in der Tabelle. Rennes kam am neunten Spieltag immerhin zu einem 1:1 beim AS Monaco. Für jene Mannschaften, die im Vorfeld der Spielzeit am ehesten als PSG-Herausforderer gehandelt wurden, verlief das erste Saisonviertel dagegen weitestgehend bescheiden. Olympique Lyon auf Rang sechs mit drei Zählern Rückstand auf Angers und Caen freilich in Schlagdistanz, allerdings nicht in jener starken Verfassung, die im Vorjahr die Vizemeisterschaft einbrachte. Selbst für den AS Monaco auf Platz zehn sind fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei keine unüberwindbare Hypothek. Die Monegassen allerdings erschreckend schwach vor eigenem Publikum: Zwei Punkte aus vier Spielen im Fürstentum sind für höhere Weihen einfach nicht genug.

Größtes Sorgenkind der Ligue 1 bleibt aber weiterhin Olympique Marseille. Zwischen 2007 und 2014 spielte der einzige Champions League Sieger Frankreichs in sechs von sieben Jahren in der Königsklasse. Was sich mit Ligaplatz vier 2014/15 schon andeutete, scheint nun bittere Realität zu werden: Die fetten Jahre im Stade Vélodrome sind wohl vorerst vorbei, die Mannschaft hat zudem deutlich an Qualität eingebüßt und belegt mit acht Punkten derzeit den 16. Tabellenplatz. In Giannelli Imbula (FC Porto), Florian Thauvin (Newcastle United), Dimitri Payet (West Ham United) und André Ayew (Swansea City) verließen OM im Sommer erneut jede Menge Stammspieler, hauptsächlich in Richtung Premier League, die Neuverpflichtungen um 7,5-Millionen-Mann Lucas Ocampos jedoch bis hierhin enttäuschend. Nicht auszudenken, wo das Team der einstigen Real-Ikone Míchel stünde, hätte nicht das belgische Sturmtalent Michy Batshuayi – im Sommer 2014 von Standard Lüttich gekommen – schon sechsmal getroffen. Auf den Abstiegsplätzen derweil die beiden sieglosen Aufsteiger aus Ajaccio und Troyes sowie überraschend der HSC Montpellier. Der Meister von 2012 schon mit vier Zählern Rückstand auf das rettende Ufer.

Redaktion Magath & Fußball

 

Kleine Erbse ganz groß


Veröffentlicht am 23. April 2015

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Real Madrid und Juventus Turin komplettieren Halbfinale

Der Bann ist gebrochen, Real kann ein Stadtderby doch noch gewinnen. Der erste Sieg über Atlético im achten Vergleich der laufenden Spielzeit brachte die Königlichen auf dem Weg in Richtung Titelverteidigung in der Königsklasse einen wichtigen Schritt voran. Die Madrilenen haben damit ein Stückchen Fußballgeschichte weiterhin in der eigenen Hand, denn noch nie gelang einem Champions League Sieger die Wiederholung seines Triumphs im darauffolgenden Jahr. Das goldene Tor des Abends im Bernabéu erzielte in Minute 88 ausgerechnet der Mexikaner Javier Hernández, ausgeliehen bis zum Saisonende von Manchester United. Chicharito, „die kleine Erbse“, war für den verletzten Karim Benzema in die Bresche gesprungen und belohnte sich auf Vorlage von Cristiano Ronaldo per Abstauber für einen engagierten Auftritt. Am knappen und dem Spielverlauf letztlich entsprechenden 1:0-Erfolg Reals waren auch zwei Deutsche beteiligt. Zum einen natürlich Toni Kroos, der als Schaltzentrale vor der Abwehr aufseiten der Hausherren gewohnt unaufgeregt und passsicher operierte. Und zum anderen Dr. Felix Brych, der mit einer durchaus zweifelhaften Entscheidung dem Spiel eine entscheidende Wendung gab. Weiterlesen

Viel Kampf, wenig Fußball


Veröffentlicht am 15. April 2015

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Derbi madrileño ohne Sieger, Juve profitiert von fragwürdigem Elfmeterpfiff

Nein, die Viertelfinal-Ouvertüre in Madrid war beileibe kein rauschendes Fußballfest, eher zu vergleichen mit einem Boxkampf, bei welchem sich beide Kontrahenten zwar blutige Nasen holten, einander aber nicht auf die Bretter schickten. Im Estadio Vicente Calderón trennten sich Atlético und Real torlos, Entscheidung vertagt. Die Frage, welcher Mannschaft dieses Unentschieden größeren Nutzen erweist, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. In der kommenden Woche hat Real zwar das Bernabéu im Rücken, allein davon wird sich der Nachbar aber mitnichten beeindrucken lassen, die Angst vor den Königlichen hält sich bei Diego Simeones Mannen in Grenzen. Womöglich spielt das Resultat dem konterstarken Atlético sogar in die Karten, Real muss vor heimischer Kulisse nun unbedingt treffen, um zum fünften Mal in Serie ins Halbfinale vorzustoßen. Weiterlesen

Eine Endspiel-Neuauflage und jede Menge Personalsorgen


Veröffentlicht am 14. April 2015

Im Estadio Vicente Calderón erwartet Real einmal mehr ein heißer Tanz.

Im Estadio Vicente Calderón erwartet Real einmal mehr ein heißer Tanz.

Champions League Viertelfinale läutet heiße Saisonphase ein

Acht Mannschaften sind übrig geblieben – dreimal Spanien, zweimal Frankreich, je einmal Deutschland, Italien und Portugal. Mit Beginn des Viertelfinals in der UEFA Champions League biegt die Saison 2014/2015 endgültig auf die Zielgerade ein, der Traum vom großen Finale am 6. Juni im Berliner Olympiastadion ist bei Clubs und Anhängerschaft gleichermaßen allgegenwärtig. Das millionenschwere Spektakel Königsklasse nähert sich unaufhaltsam seinem Höhepunkt. Für die Spieler ist der Henkelpott gleichbedeutend mit dem ultimativen Ritterschlag, ein Champions League Titel in der Vita strahlt weit über das Karriereende hinaus. Die Vereine indes wähnen sich angesichts schwindelerregender Summen im siebten Himmel. Unglaubliche 10,5 Millionen Euro bringt in diesem Jahr allein der Finalsieg, ab 2016 sind es dann sogar 15 Millionen Euro. Rosige Aussichten für den Fußball-Geldadel des Kontinents, der seine nationalen Vormachtstellungen dank horrender Ausschüttungen auf europäischem Parkett Jahr für Jahr aufs Neue zementiert. Es ähneln sich deshalb auch die jährlichen Prognosen für den internationalen Wettbewerb, hier schließt sich der Kreis. Real Madrid, der FC Bayern München und der FC Barcelona – die üblichen Verdächtigen also – sind, wen mag es verwundern, jeweils mindestens im vierten Jahr nacheinander im Viertelfinale dabei. Wenngleich in der Favoritenrolle, erwarten alle drei Branchenriesen mehr oder minder schwierige Aufgaben. Weiterlesen

Einiges los über Ostern


Veröffentlicht am 7. April 2015

Blaise Matuidi (Mitte) war einer der PSG-Torschützen beim wichtigen Auswärtssieg im Stade Vélodrome.

Blaise Matuidi (Mitte) war einer der PSG-Torschützen beim wichtigen Auswärtssieg im Stade Vélodrome.

Arsenal, Ronaldo, Bayern und Busattacken bestimmen Ostertage im europäischen Fußball

Medienhype um fünf Ronaldo-Tore. In Deutschland wird daraus „Ronaldo lässt Messi stehen“. Gespielt haben die beiden nicht gegeneinander, nicht einmal ihre Vereine. Dieser latente Quervergleich bringt Schreiber offenbar leichter durch den Arbeitstag und hält die Werbetrommel am Laufen. Man will uns sagen, der eine hat nun wieder mehr Tore. Ronaldo kommt auf 36 Treffer, Messi auf 32. Real Madrid gewann beim FC Granada unbehelligt vom Gegner mit 9:1. Solche Tage und Torquoten machen nicht nur verquere Schlagzeilen, sie munitionieren natürlich schon jetzt die nächste Weltfußballerwahl. Die respektheischende Torquote von Messi/Ronaldo hat ein verqueres Schlagzeilen-Drumherum eigentlich nicht nötig, aber die Manege will bedient werden. Sei’s drum. Der FC Barcelona machte es minimalistischer und ohne Schlagzeilen. An diesem Tag also kein Messi-Treffer aber auch drei Auswärtspunkte. Mit einem 1:0 bei Celta Vigo wurde der Vier-Punkte-Vorsprung auf Real gehalten, die Tabellenführung der Primera División weiter gesichert. In Frankeich ging es auch um die Tabellenführung. Das erste Wort hatten dort aber Chaoten. Vor Beginn des Spitzenspiels bei Olympique Marseille wurde der Mannschaftsbus von Spitzenreiter Paris Saint Germain auf der Fahrt ins Stadion mit Wurfgeschossen angegriffen. Die Leistung der Spieler von PSG davon unbeeindruckt. Man nahm die schwere Auswärtshürde mit einem 3:2-Sieg und sicherte sich weiter Platz eins in der France Ligue 1 Tabelle.  Weiterlesen

Ball rollt auch an Ostern


Veröffentlicht am 2. April 2015

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Kann der BVB den Bayern am Ostersamstag ein gelbes Ei ins Nest legen?

Nach Länderspielpause wieder Ligen im Fokus

Monumental klingt Ostern die Matthäus-Passion, dramatisch rollt auch an hohen Feiertagen der Ball. In den Top-Ligen sucht man keine Eier, man jagt lieber Punkte. Die Bundesliga bietet den Schlager Borussia Dortmund gegen Bayern München, der Kracher der letzten Jahre kann nur verbal Feuer bieten, Aki Watzke und Matthias Sammer sind immer für fliegende Funken gut. Sportlich ist man derzeit nicht in Konkurrenz. Dortmund wird nicht absteigen, das Gespenst vertrieben, Bayern als sicherer Meister mit den Sorgen, die Champions League Pflichten so mitbringen, welche sich eher um die gesunde Vollständigkeit des Personals als um den schnöden Ligaalltag drehen. Beide Teams können entspannt wie aufopferungsvoll für die Ehre anrennen. Im Kopf und im Herzen werden einige auf beiden Seiten sich längst auf ein mögliches Pokalendspiel zu Berlin freuen. Das hätte dann einen Hauch von Wembley. Weiterlesen

Werkself überrascht


Veröffentlicht am 26. Februar 2015

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Knapper Sieg über Atlético, auch der BVB darf hoffen

Runde zwei der Achtelfinal-Hinspiele brachte durchaus Überraschungen. Eine davon ganz klar der Leverkusener Auftritt gegen den Vorjahresfinalisten Atlético. In einer von beiden Seiten aggressiv geführten Begegnung, bisweilen am Rande der sportlichen Fairness ausgetragen, gab die in der Bundesliga im Fußballjahr 2015 noch nicht richtig in Tritt gekommene Werkself zu keiner Zeit klein bei, stellte den Favoriten vor größere Probleme, als es erwartet werden durfte und nahm am Ende keineswegs unverdient einen 1:0-Erfolg mit ins Rückspiel. Das Weiterkommen freilich ist das noch lange nicht, für ein Tor aber ist die offensivstarke Bayer-Mannschaft auch im Vicente Calderón immer gut. Und dann bräuchte es durch die Auswärtstorregel eben schon drei Treffer der Rojiblancos… Weiterlesen

Gemischte Gefühle


Veröffentlicht am 10. Dezember 2014

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Leverkusen verschenkt Gruppensieg, Dortmund Erster

Bereits im Vorfeld des abschließenden Gruppenspieltags in der Champions League war klar, dass sowohl Bayer Leverkusen als auch Borussia Dortmund im Wettbewerb verbleiben werden. Einzig die Ausgangsposition vor der Achtelfinal-Auslosung am kommenden Montag galt es noch zu klären. Während der BVB seine Spitzenposition im Fernduell mit Arsenal zementierte und sich damit im Hinblick auf das Lotteriespiel im schweizerischen Nyon einen nicht zu unterschätzenden Vorteil erspielte, vergab Bayer 04 Leverkusen auch den zweiten Matchball zum Gruppensieg und musste den AS Monaco doch noch vorbeiziehen lassen. Im Achtelfinale droht der Werkself nun ein ungleich schwereres Los. Mit blütenweißer Weste und einem weiteren Rekord in der Tasche – die Königlichen gewannen ihre letzten 19 Pflichtspiele allesamt – zieht Real Madrid in die nächste Runde ein. Der Traum von der ersten Titelverteidigung in der Geschichte der Königsklasse lebt, auch weil die beeindruckende Trefferserie von Cristiano Ronaldo nicht abreißt. Nach Lionel Messi hat nun auch der Portugiese den einstigen Champions League Rekordtorjäger Raúl überholt. An der Anfield Road dagegen Ernüchterung: Gegen Basel reichte es nicht zum Sieg, weshalb die Reds ab sofort mit der Europa League vorliebnehmen müssen. Weiterlesen

Dominanz in Ligue 1


Veröffentlicht am 9. Oktober 2014

Marcelo Bielsa haucht Olympique Marseille neues Leben ein – Favoriten hinken hinterher

Wie einst Winston Churchill im Krieg, vermittelt auch Marcelo Bielsa in seinem Schaffen den respektheischenden Eindruck, er lebe wie drei Personen, die sich den Tag untereinander aufteilen, um das Pensum an Arbeit zu bewältigen. Mit Akribie und Besessenheit übt der Argentinier den Trainerberuf aus. Seine Arbeit hat ihm kollegiale Anerkennung auf dem Fußball-Globus eingebracht. Von Óscar Tabárez und Diego Simeone über Pep Guardiola und Felix Magath bis zu Carlo Ancelotti und Vicente del Bosque reicht das Spektrum der Wertschätzung. Für Guardiola „der beste Trainer der Welt“. Ob bei den Newell’s Old Boys in Argentinien, der Nationalmannschaft seiner Heimat und der von Chile oder dem baskischen Club Athletic Bilbao, überall sind sich Fußballliebhaber einig, mit Marcelo Bielsa hat ein außergewöhnlicher Fußballlehrer dem Sport gedient und seine charismatichen Spuren hinterlassen. Weiterlesen