Schlagwort-Archive: Mythos

Fragile Personalie


Veröffentlicht am 16. November 2015

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André Schubert hat sich auf den Chefposten gearbeitet

Die Gladbacher Borussia erfreut sich noch heute einer Beliebtheit, welche aus großer Zeit stammt und ein kleines Städtchen in ganz Europa populär machte. Ein Aufstieg aus der Vergangenheit, sehr lange her und doch stets lebendig. Es war der Schweizer Lucien Favre, der aus der Asche dieser Vergangenheit ein neues Feuer entfachte, bis auch dessen Glut erkaltete. In der verklärten Vergangenheit der Fohlen wird viel gestochert, wenn man über die jeweils aktuelle Borussia spricht. Ein Mythos kann auch Klotz am Bein sein. So wird der frisch ernannte Chefcoach André Schubert flugs mit einem statistischen Zahlenwert über Hennes Weisweiler und Udo Lattek gehoben. Die Zahlen stimmen, bleiben aber mediale Milchmädchenrechnung. Irgendwann konnte keiner an den Jubelarien vorbei und André Schubert wurde neuer Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach. Weiterlesen

„Fußballhelden sind auch nur Menschen“


Veröffentlicht am 19. Oktober 2015

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TV-Moderator Markus Lanz im Interview

Er ist ohne Frage eines der prägenden Gesichter der modernen deutschen Fernsehunterhaltung. Von seinen Anfängen als Volontär bei Radio Hamburg, über seine Zeit als Nachrichtenmoderator bei RTL Nord, bis hin zu seinem endgültigen Durchbruch als Moderator und Redaktionsleiter des RTL-Magazins „Explosiv“ hat sich Markus Lanz in der Fernseh- und Medienlandschaft unserer Zeit einen Namen gemacht. Seit 2009 ist der gebürtig aus dem italienischen Bruneck stammende 46-Jährige im ZDF mit einer eigenen Talkshow unterwegs, moderierte unter anderem zwischen 2012 und 2014 die beliebte Samstagabendshow „Wetten, dass…?“. Im Interview mit Magath & Fußball spricht Markus Lanz über seine Herkunft, viele besondere Momente seiner Berufskarriere und seine Leidenschaft für den Sport und den Fußball. Weiterlesen

Keine Chance – aber ein perfekter Einstand


Veröffentlicht am 24. September 2015

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Gladbacher Traumstart im ersten Spiel unter André Schubert

Was war das für ein Paukenschlag am Sonntagabend: Einen Tag nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen Köln verkündete Lucien Favre seinen Rücktritt. Aus freien Stücken wohlgemerkt und mit dem Zusatz, er sei jetzt nicht mehr der richtige Trainer für eine Gladbacher Borussia, die er seit Jahresbeginn 2011 vom letzten Tabellenplatz bis in die Champions League geführt hatte. Trotz der Pleitenserie zu Beginn dieser Bundesliga-Saison schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe – und erwischte bei den Gladbachern nicht nur Manager Max Eberl auf dem falschen Fuß. Die eigenwillige Entscheidung des Schweizers auch deshalb fragwürdig, weil sie für alle Beteiligten offenbar aus heiterem Himmel kam. Über Favres Motive, die letztlich zu diesem Schlussstrich führten, kann Stand heute freilich nur spekuliert werden. Man mag deshalb nicht den Stab brechen über einen besonderen Trainer, der bisweilen etwas skurril und aus der Zeit gefallen schien, den Fohlen aber buchstäblich Flügel verlieh und den Mythos Borussia mit neuem Leben füllte. Mitten hinein in eine sportlich ohnehin ziemlich schwierige Phase schwappt am Niederrhein jetzt allerdings eine Trainerdiskussion, die den Traditionsclub wohl oder übel mindestens bis zur Winterpause beschäftigen und die – ohne großes eigenes Zutun – nur allzu bereitwillig öffentlich aufgenommen wird. Schon in den ersten Stunden wurden von Jupp Heynckes über Thomas Schaaf bis hin zu Jürgen Klopp sämtliche potenzielle, mehr oder weniger realistische Nachfolgekandidaten durch den Blätterwald getrieben. Eine spannende Entscheidungsfindung deutet sich an, zumal bei der Borussia der sportliche Anspruch nicht zuletzt durch Favres Arbeit in den letzten Jahren merklich gestiegen ist. Die erste Interimslösung ist im vormaligen U23-Coach der Gladbacher André Schubert gefunden. Sein Einstand im Heimspiel gegen den FC Augsburg hätte nicht besser verlaufen können. Weiterlesen

River triumphiert


Veröffentlicht am 6. August 2015

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Tigres in Buenos Aires chancenlos

River Plate hat es geschafft. Zum dritten Mal nach 1986 und 1996 hat der Traditionsclub aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires die Copa Libertadores gewonnen. Im Final-Rückspiel im El Monumental ließen „Los Millionarios“ den UANL Tigres nach dem torlosen Remis in Mexiko vor Wochenfrist keine Chance und siegten glatt mit 3:0. In Folge des Triumphs von San Lorenzo de Almagro im Vorjahr geht die bedeutendste Vereinstrophäe Südamerikas somit ein weiteres Mal nach Argentinien, das mit nunmehr 24 Titeln seinen Vorsprung vor Brasilien (17) und Uruguay (acht) weiter ausbauen konnte. Mexiko dagegen wartet nach der dritten Finalteilnahme weiter auf den ersten Sieg. Auch die Tigres aus Monterrey schafften nicht, was CD Cruz Azul 2001 und CD Guadalajara 2010 bereits vergeblich versuchten. Im Starkregen von Buenos Aires und mit über 8.000 Flugkilometern in den Knochen hatte UANL dem körperbetonten Spiel des argentinischen Rekordmeisters letztlich wenig entgegenzusetzen. Kurios: Bereits in der Gruppenphase trafen beide Mannschaften in Hin- und Rückspiel aufeinander. River Plate stand damals am Rande des Ausscheidens, rettete sich am letzten Spieltag erst durch zwei späte Tore im direkten Duell zu einem 2:2-Unentschieden und damit ins Achtelfinale. Für „La Banda“, wie das Team aufgrund des charakteristischen roten Bruststreifens oft genannt wird, ist der Gewinn der Copa Libertadores auch deshalb ein besonderer Titel, da er nur vier Jahre nach dem Abstieg in die zweite argentinische Liga Primera B Nacional ein bemerkenswertes Comeback beschließt. Weiterlesen

Brasilien WM 2014 (IV) – „Mythos Maracanã“


Veröffentlicht am 11. November 2013

Im „Maracanã“ Stadion findet das Endspiel der WM 2014 statt

Karneval in Rio

Wahrzeichen von Rio de Janeiro, ein historisches Monument inmitten der Millionenmetropole. Fußballer und Fans bekommen glasige Augen, wenn sie den Namen „Maracanã“ hören. Nirgendwo sonst ist die Atmosphäre so einzigartig wie dort. Helden und Legenden des brasilianischen Fußballs sind in der Arena allgegenwärtig. Erbaut wurde es für die WM 1950. 11.000 Arbeiter aus allen Ecken des großen Landes werkten an diesem Symbol der Nation. Der Stolz quoll den Brasilianern aus dem Herzen. „Seit heute hat Brasilien das größte und beste Stadion der Welt, und damit eine wahrhaft einzigartige Bühne, auf der es der Welt seine sportliche Erhabenheit und sein überlegenes Können demonstrieren kann“, titelte Brasiliens größte Sportzeitung in völliger Bescheidenheit.  Weiterlesen

Der schwarze Panther


Veröffentlicht am 27. September 2013

 

Torwart Lew Jaschin (Dynamo Moskau) neben Bobby Charlton (Manchester United)

Torwart Lew Jaschin (Dynamo Moskau) neben Bobby Charlton (Manchester United)

Torwartlegende um Lew Jaschin lebt weiter

Anglerlatein? Angeblich hat er in seiner aktiven Karriere 150 Elfmeter gehalten, nichts Genaues weiß man nicht, die Zahl steht in der Welt. Zuzutrauen war es ihm allemal. Wenn einer, dann er! Als dem großen Unumstrittenen des Weltfußballs kommen ihm wohl nur Pele, Stanley Matthews und Alfredo di Stefano gleich. Gegenspieler und Konkurrenten aller Nationen banden ihm den Lorbeerkranz schon zu Lebzeiten. Weiterlesen

Johan Cruyff über Ernst Happel


Veröffentlicht am 7. September 2013

imago01033304m_c„Ernst Happel war der andere Meister des niederländischen Fußballs, und der eine war Rinus Michels, Happel war ihm ebenbürtig. Bei Happel roch man das Feld und sah man den Fußballer im Trainer. Happel war einer, der einzigartige Qualitäten auch als Coach sehen ließ. Er ist jetzt noch ein Mythos in den Niederlanden und in seinem Geburtsland Österreich, wo sogar das größte Stadion nach ihm benannt ist. Ernst Happel war ein großer Taktiker, bei dem alles auf den Fußball gegründet war. Ein Mann, der Feyenoord als erstem niederländischen Club zum Europapokal verhalf und 1978 die niederländische Elftal ins Endspiel der WM in Argentinien führte.“

(Johan Cruyff, „Het Oranje van de eeuw“, Verlag BBNC , Juni 2000)