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Blick hinter die Raute


Veröffentlicht am 4. September 2018

Der Niedergang des HSV als Sachbuchkrimi

„Vermutlich reicht das eine Buch nicht aus, um die jahrzehntelange Misswirtschaft des Vereins aufzeigen zu können! Mein Exemplar wird morgen zugestellt!“  (Facebook User)

Dieser User kann getrost sein. „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinierenwird ihn eines Besseren belehren. Nicht jedes Buch wird einem dramatischen Sachverhalt vollumfänglich gerecht. Dem Autorengespann ist dieses gelungen. Ihr Buch seziert den Abstieg des HSV, betreibt klare Analyse und benennt Verantwortung. Dabei beherrschen die Autoren die Fülle des Materials, stützen sich auf Fakten und lassen sich nicht von persönlichen Ressentiments oder Sympathien leiten. Das Buch denunziert nicht, es zeigt vielmehr anhand von belegbaren Sachverhalten das Wirken und Handeln einer Führungselite unter dem Deckmantel der Raute. Kapitel um Kapitel gehen Tobias Escher und Daniel Jovanov einem hausgemachten Abstieg nach, beleuchten die falschen Weichenstellungen. Dabei werten sie nicht vorschnell, sondern geben den Blick frei auf Standpunkte und Handlungsweisen, lassen ihren Lesern Raum für eigene Wertungen. Darin liegt eine besondere Stärke des Buches. Die Spieler dieser Ära bekommen von den Autoren keinen Freibrief, auch ihre Verantwortung wird nicht unerwähnt gelassen. Weiterlesen

Für die gute Sache


Veröffentlicht am 23. April 2018

Erfolgreiche Spendengala der Leon Heart Foundation

Berlin erstrahlte im abendlichen Glanz und bot seinen Gästen frühlingshaft-sommerliche Temperaturen. An einem der schönsten Flecken der Hauptstadt, direkt am Pariser Platz mit freiem Blick auf das Brandenburger Tor, bot das Hotel Adlon Kempinski den Rahmen für einen ganz besonderen Spendenabend. Am Ende einer arbeitsreichen Woche hatte die Leon Heart Foundation am Freitag, 20. April 2018, zum Charity-Dinner geladen. Unter der tätigen Mithilfe und dem Engagment von Hans-Reiner Schröder, dem Direktor BMW Berlin, dessen Unterstützung bei der Vorbereitung höchste Anerkennung verdient, konnte die Stiftung prominente Gäste aus Wirtschaft, Sport und Unterhaltung begrüßen. Durch den kurzweiligen Abend, bei gutem Essen und intensiven Gesprächen, führte Moderatorin Bettina Cramer.

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Hommage an das königliche Spiel


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

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„Schachnovelle“ fasziniert bis heute ihre Leser

Kurz vor dem Wunschzettelfinale. Falls noch dringlich ein Geschenk vonnöten, ein mittlerweile in die Jahre gekommenes Buch erfreut zu jeder Weihnachtszeit Verstandesmenschen und erfüllt bis heute das Wort Gabentisch mit Lebendigkeit. Geschrieben hat es ein großer Autor deutscher Sprache. Stefan Zweig war ein Gigant der Literatur, ein großer Humanist und nebenher ein sehr mäßiger Hobby-Schachspieler. Der 1942 im brasilianischen Petrópolis – seiner letzten Exilstation – aus dem Leben geschiedene österreichische Autor, erschöpft von der andauernden Flucht vor der Nazityrannei, hinterließ der Welt die bedeutendste Verarbeitung des Themas Schach in der Kunst. Ein begeisterter Laie brachte zu Papier, was Schachgroßmeister und Koryphäen der 64 Felder so niemals in Worte kleiden könnten. Dieser Mann des Wortes konnte mit der Macht der Sprache alles einfangen, was sein geistiges Auge erfasste. Das Spiel Schach wurde ihm in seiner berühmtesten Novelle zur Basis für ein menschliches und zeitgeschichtliches Drama. Dabei gelang ihm eine lesenswerte Würdigung der rätselhaften Faszination des Schachspiels, die ihresgleichen bis heute sucht. Weiterlesen

Eine ehrenwerte Leiche


Veröffentlicht am 8. Juli 2015

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Europapokal der Pokalsieger

Die diesen Wettbewerb mordeten und 1999 abschafften, haben sich nicht um den Fußball verdient gemacht. Fans, Spieler und Zuschauer mochten ihn, die Endspiele hatten oft mehr Spannungsgehalt und manchmal wesentlich mehr Klasse, als ihr Pendant bei den Landesmeistern. Es waren Funktionäre, die den Pokalsiegerwettbewerb nicht mehr wollten und nicht das Publikum oder die Sportler. Zwischen ausufernder Geldgier sowie einem aufgeblasenen Wettbewerb in Sachen Champions League und dem ständigen Herumexperimentieren an der Europa League, dem einstigen UEFA Cup, ist der Europapokal der Pokalsieger auch 16 Jahre nach seinem Ableben noch in vielen Fanherzen lebendig und seine großen Momente unvergessen. Es begann und endete italienisch. Der erste Sieger hieß 1960/61 AC Florenz, der letzte Triumphator war 1998/99 Lazio Rom. Dazwischen gesellten sich ehrenvolle und große Namen des europäischen Clubfußballs. Was Real Madrid bei den Landesmeistern, wurde der FC Barcelona bei den Pokalsiegern: man holte die meisten Titel. Aus sechs Endspielteilnahmen kehrte Barça viermal als Sieger heim. Jeweils zwei Triumphe gelangen Dynamo Kiew, dem RSC Anderlecht, dem AC Milan und dem FC Chelsea. Der FC Barcelona hatte auch Anteil am wohl legendärsten wie spannendsten Endspiel des Wettbewerbs. Vor 58.000 Zuschauer im St. Jakob-Stadion zu Basel setzte der krasse Außenseiter und deutsche Pokalsieger Fortuna Düsseldorf dem Barça-Ensemble schwer zu und kämpfte wirklich bis zum letzten Atemzug. Erst in der Verlängerung konnte die Fortuna von den Katalanen mit 4:3 niedergerungen werden. Thomas Allofs und zweimal Wolfgang Seel sorgten für die Düsseldorfer Tore. Auch andere deutsche Clubs färbten die Leinwand der Pokalsiegergeschichte bunt. Weiterlesen

Unantastbar!


Veröffentlicht am 29. Mai 2015

FIFA Mehrheit wählt den moralischen Niedergang

Der Herbst des Patriarchen endet nicht. Diese neueste Krönung des Sepp Blatter ist eine weitere Ohrfeige für den Fußball und seine Fans. Der Usurpator siegt nach Belieben. Blamiert sind vermeintliche Gegner, die das Wort Opposition nicht verdienen. Schon am Vortag machten markige Sprüche Schlagzeilen und blieben ohne jeden Wirkungstreffer. Die UEFA muss sich diesen Blatter-Triumph ankreiden. Große Töne und vielschichtiges Palaver, an deren Ende nicht mal ein starker Gegenkandidat oder ein Boykott der Blatter-Show stand. Am Krönungstag kein kritischer Satz der Europäer, kein flammendes Plädoyer gegen Blatter, man blamierte sich mit peinlichem Schweigen. Zu wenig um einen skrupellosen Machtmenschen zu verdrängen und dessen Stimmblöcke in die Schranken zu weisen. Uneins und ängstlich hüpft die UEFA Familie übers marode Feld. Einen starken europäischen Eindruck machte einzig DFL-Präsident Reinhard Rauball, der Dinge beim Namen nennt ohne sich in blumigen Wortgirlanden zu verlieren. Sein „man darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ wurde gehört aber natürlich nicht beachtet. Weiterlesen