Schlagwort-Archive: Nationalmannschaft

Oranje farblos


Veröffentlicht am 9. September 2015

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Niederlande als großer Verlierer des Mega-Spieltags der EM-Qualifikation

Deutschlands Nationalmannschaft in Blüte, wenn auch noch mit kleineren Baustellen versehen. Gegen die Sorgen mancher Fußballnationen eher Petitessen. Ein Nachschlag nebst Titelgewinn bei der EM 2016 liegt daher durchaus im Bereich des Möglichen. Es zeichnet sich kein unüberwindbarer Mitbewerber ab, den das DFB-Team wirklich fürchten muss – Titelverteidiger Spanien, Gastgeber Frankreich und bärenstarke Österreicher wohl Stand heute noch am ehesten in der Lage, der deutschen Mannschaft ein Bein zu stellen. Die Jungs von Joachim Löw können sich aber wahrscheinlich nur selbst schlagen, der Weltmeister scheint gerüstet und die Favoritenbürde gut zu tragen. Das Turnier im nächsten Jahr wird letztendlich Antwort geben. Eine Nation war oft an Deutschlands Favoritenseite und bei großen Turnieren stets ein heißer Kandidat für hohe Weihen, die Niederlande. Diese ist nun tief gefallen. 23 Teilnehmer aus 53 Ländern werden in der Qualifikation ermittelt, es war wohl niemals leichter, eine EM-Endrunde zu erreichen. Dennoch scheint diese flache Hürde für unsere holländischen Nachbarn deutlich zu hoch. Was ist geschehen? Weiterlesen

Peru folgt Chile


Veröffentlicht am 26. Juni 2015

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Ex-Bundesliga-Angreifer Paolo Guerrero mit Dreierpack

Bereits zum zweiten Mal nacheinander steht Peru im Halbfinale der Copa América. In Temuco bezwang die Mannschaft von Trainer Ricardo Gareca den Nachbar Bolivien souverän mit 3:1 (2:0) und trifft in der kommenden Woche nun auf Gastgeber Chile. Zum Matchwinner aufseiten der Peruaner schwang sich einer auf, den man hierzulande nur allzu gut kennt: Paolo Guerrero, von 2002 bis 2006 in Diensten des FC Bayern und anschließend bis 2012 im HSV-Trikot unterwegs, brachte es seinerzeit in 161 Bundesliga-Partien auf 47 Tore und 24 Vorlagen. Inzwischen bei Flamengo Rio de Janeiro unter Vertrag, erzielte Guerrero in der Nacht von Donnerstag auf Freitag alle drei Treffer für die Selección und katapultierte sich praktisch aus dem Nichts an die Spitze der Copa-Torjägerliste. Für Bolivien, das durch Martins Moreno immerhin noch zum Ehrentreffer gelangte, war allein schon die Teilnahme an der KO-Runde ein großer Erfolg. Immerhin gelang der von Mauricio Soria gecoachten Auswahl bei der diesjährigen Auflage der südamerikanischen Kontinentalmeisterschaft durch den 3:2-Erfolg über Ecuador zum ersten Mal seit 1997 wieder ein Sieg. Während „La Verde“ vor 18 Jahren mit dem Heimvorteil im Rücken erst im Finale an Brasilien scheiterte, war diesmal gegen starke Peruaner jedoch im Viertelfinale Endstation. Weiterlesen

Gastgeber schlägt Titelverteidiger


Veröffentlicht am 25. Juni 2015

Flugstunde mit Viertelfinal-Held Mauricio Isla.

Flugstunde mit Viertelfinal-Held Mauricio Isla.

Chile nach umkämpftem 1:0-Sieg über Uruguay im Halbfinale

Das erste Viertelfinale der Copa América 2015 wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu jener engen Angelegenheit, die man im Vorfeld erwarten durfte. Zwar dominierte Chile die Partie in der Landeshauptstadt Santiago über weite Strecken und erreichte teils sehr hohe Ballbesitzquoten, Uruguay aber stellte dem Anrennen der Hausherren einen geschlossenen Defensivverbund entgegen, in dem mit Diego Godín und José María Giménez ein Innenverteidigerduo von Atlético Madrid glänzend Regie führte. Begünstigt durch den Platzverweis von Edinson Cavani nach wenig mehr als einer Stunde, kam „La Roja“ in der Endphase der Begegnung jedoch zusehends stärker auf und belohnte sich nach 81 Minuten mit dem verdienten Siegtreffer. Abwehrmann Mauricio Isla, in der vergangenen Saison von Juventus Turin an die Queens Park Rangers verliehen, bezwang Fernando Muslera im Kasten der Celeste mit einem satten Schuss von der Strafraumkante. Weiterlesen

Vom Weltmeister lernen


Veröffentlicht am 31. März 2015

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„Im englischen Fußball gibt es strukturelle Defizite im Nachwuchsbereich. Es ist erstaunlich, dass eine Fußballnation wie England sich vom Glanz der Premier League derart blenden lässt. Natürlich findet die Premier League in der Welt deutlich mehr Resonanz als unsere Bundesliga. Aber darüber verdrängt man, dass der englische Fußball in Form von Länderspielerfolgen seit vielen Jahren sehr wenig vorzuweisen hat. Vielleicht kann man auf der Insel auf diesem Gebiet etwas vom Weltmeister lernen.“

(Felix Magath, Interview sport1.de, 26. März 2015)

CL-Achtelfinale 2015 ist Geschichte


Veröffentlicht am 19. März 2015

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Ohne England geht es weiter – Bundesliga lässt Federn – Frankreich überrascht

Napoleon hat England nicht bezwingen können. Den Fußballclubs Paris Saint Germain und AS Monaco ist dies gelungen. Chelsea und Arsenal waren keine unüberwindbaren Hürden für die Teams aus der Ligue 1. Arsenal blamierte sich vom Ergebnis daheim, konnte im Rückspiel die Demütigung etwas vergessen machen, das Blatt aber nicht mehr wenden. Die Gunners haben wieder einen talentierten Trupp zusammen, aber auch das führt erneut nicht in Richtung Ziel. Arsène Wenger ist Lichtjahre vom Champions League Titel entfernt. Seinem Londoner Nachbarn José Mourinho, dem er in großer Antipathie „verbunden“, fehlt für seinen dritten CL-Titel wohl das richtige Team, so wird es jedenfalls nichts. Chelsea ging blamiert vom heimischen Rasen und hat den Schock noch nicht verdaut. Kluge wie rationale Schlüsse werden daraus wohl nicht gezogen. Weiterlesen

„Eine demokratisch legitimierte Nationalmannschaft“


Veröffentlicht am 7. Februar 2015

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Volksvertreter immer am Ball – Der Abgeordnete Mark Hauptmann im Interview

Kein geringerer als Fritz Walter spielte im April 1961 in den Reihen einer Bundestagsmannschaft aller Parteien gegen eine Prominentenauswahl, die vom Kölner Original Willy Millowitsch bis zum Weltmeistertrainer Sepp Herberger reichte. Natürlich gab es ein Ergebnis, 5:3 ging die „Walter-Elf“ der Abgeordneten als Sieger vom Platz. Gemeinsam hatten alle Beteiligten noch einen guten Zweck erfüllt, der Benefizcharakter brachte zehntausend Mark für soziale Zwecke in die Kasse. 1964 stand Fritz Walter dann auf der Seite eines Prominententeams, darin der Boxer Bubi Scholz, die Kabarettisten Klaus Havenstein, Sammy Drechsel und Dieter Hildebrandt, ZDF-Reporter Harry Valérien, Fußballweltmeister Werner Liebrich, Olympiasieger Armin Hary sowie Oscar-Preisträger Maximilian Schell. Das Team der Parlamentarier schlug sich tapfer, unterlag am Ende mit Spielern wie Bundesminister Dr. Heck, dem späteren Bundestagspräsidenten und Bundesminister Richard Stücklen sowie Weltmeistertorwart Toni Turek achtbar mit 4:7. Der Erlös auch dieser Partie kam sozialen Einrichtungen zugute. 1967 war es endlich soweit, ein echtes Team wurde geboren, der Abgeordnete Dr. Adolf Müller-Emmert gab den Anstoß zur Gründung der Fußballelf des Deutschen Bundestages, lief auch als dessen Kapitän auf. Deutschland damit Vorreiter, in den Siebziger Jahren erwachte in Europa der „Parlamentsfußball“. Seither gibt es internationale Vergleiche, sogar eine Europameisterschaft. Aktueller Titelträger die österreichischen Parlamentarier. Mit dem 1999 erfolgten Umzug des Deutschen Bundestages von Bonn nach Berlin hat die Leidenschaft für Fußball im Deutschen Parlament nicht nachgelassen. Mit Mark Hauptmann, einem Vertreter einer neuen Parlamentariergeneration und Spieler beim FC Bundestag, sprach die Redaktion Magath & Fußball. Weiterlesen

Player to watch


Veröffentlicht am 26. August 2014

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“I’m convinced Patrick Roberts will be a player, not only for the Premier League but for the national team as well in the next few years.”

(Felix Magath, London Evening Standard, 26 August 2014)

Fußball in Sierra Leone


Veröffentlicht am 12. August 2014

Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Von gemachten und von wirklichen Problemen

Dieser Tage bewegte Fußballdeutschland der Austausch von Verbalinjurien zwischen den Herren Watzke/Zorc und den Herren Rummenigge/Sammer in Sachen Marco Reus. Ein Zwist, bei dem man das Gefühl hat, dieser Spieler sei eine unmündige Handelsware in einem verschlungenen Geschäft unter zerstrittenen „Freunden“. Dabei wurde mit Zahlen um sich geworfen, welche sich irgendwie um 25 Millionen drehten. Berichtet wurde darüber, als stünde der Untergang der Zivilisation bevor. Zeitgleich drückte die BBC eine Randnotiz aus der Welt des Fußballs in unser Bewusstsein: Der Fußballverband von Sierra Leone (SLFA) hat wegen der Ebola-Epidemie den Spielbetrieb komplett eingestellt. Damit bleibt abzuwarten, ob die Nationalmannschaft von Sierra Leone wie geplant in der Qualifikation zum Afrika-Cup 2015 antreten kann. Es gibt Zweifel, ob das Team überhaupt die Ein- wie Ausreise bei den Auswärtsgegnern erhält oder dortige Gesundheitsbehörden dies wegen Gefahr der Ebola-Verbreitung untersagen. Sierra Leone hat sich kampflos den Platz in der Hauptrunde der Qualifikation für den Afrika-Cup gesichert. Nach einem 2:0-Heimsieg gegen die Seychellen kam es nicht zum Rückspiel. Die Seychellen verzichteten aus Angst vor der Ebola-Epidemie in Westafrika auf dieses Rückspiel. Andere Nationen könnten dem Beispiel folgen und sich ebenfalls weigern, den Spielern aus Sierra Leone die Einreise in ihr Land zu gewähren oder nicht in Sierra Leone zu spielen. Weiterlesen

Luis Aragonés


Veröffentlicht am 1. Februar 2014

Spanischer Erfolgstrainer Aragonés gestorben

Mit ihm fing es an. Er begründete die Ära des Glanzes und der Titel für den spanischen Fußball. Seit der EM 1964 lief die „Furia Roja“ einem Titel hinterher, Luis Aragonés machte den endlosen Traum bei der EM 2008 endlich wahr. In Spanien nannte man ihn nur Luis. Er war der Boss, Ordnung und Disziplin sein Markenzeichen. Nun ist José Luis Aragonés Suárez Martínez im Alter von 75 Jahren gestorben. Der spanische und der Weltfußball verlieren ein knorriges wie fachkundiges Original, ein Trainer der guten Schule, mit einem über Jahrzehnte angehäuften Fachwissen, welches er immer gern auch an jüngere Kollegen weitergab. Er spielte kurz für Real, der Club seines Lebens aber Atlético Madrid. Er wurde dort als Spieler dreimal Meister – erhielt als Stürmer die legendäre Trophäe „Pichichi“ für den besten Torschützen der Primera División – holte später als Trainer ebenfalls die Meisterschaft, gewann sogar den Weltpokal. Er war einer der Großen des spanischen Fußballs, der Übergang vom Klassespieler zum Klassetrainer war fast nahtlos. Sein größter Triumph zweifellos der Sieg mit der spanischen Nationalmannschaft bei der EM 2008. Vier Jahre hatte er das Team trainiert, in Österreich und der Schweiz holte man mit beindruckendem Fußball den Titel und es begann die bis heute andauernde Glanzserie der Iberer. Aragonés dankte mit dem EM-Titel ab. Sein Nachfolger Vicente del Bosque setzte dessen Werk grandios fort. In Spanien ist Aragonés seit dem großen Sieg ein Volksheld und blieb doch immer der Nachbar von nebenan. Die Spanier werden ihren Champion und Europameister Luis nie vergessen, Fans und Fußballfreunde auf der ganzen Welt es ihnen gleich tun. Die Geburtsstunde der unendlichen Erfolgsgeschichte der „Furia Roja“ wird auf immer mit dem Namen Luis Aragonés verbunden bleiben.

Redaktion Magath & Fußball