Schlagwort-Archive: Niedergang

Vieles im Argen


Veröffentlicht am 21. Juli 2015

Andrey Arshavin: Nur eines von vielen nicht eingelösten Versprechen.

Andrey Arshavin: Nur eines von vielen nicht eingelösten Versprechen.

Russlands Fußball versinkt in der Bequemlichkeit seiner Spieler

Ohne Schwung stolpert der russische Fußball Richtung Heimvorteil des WM-Turniers 2018. Der ungeliebte wie auch erfolglose Nationaltrainer Fabio Capello ist nicht mehr im Amt. Öffentlich verbreitete Abfindungszahlen machen weiter die Runde, pendeln sich zwischen elf und 14 Millionen Euro ein. Viele Gerüchte, niemand weiß genaues, aber gerade dann wird ja gerne viel und oft geschrieben. Die Person Capello dient dabei auch als gutes Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen. Als der Italiener sich von seiner Nationalmannschaft in einem für den Anlass angemieteten Moskauer Edellokal verabschieden wollte offenbarte seine Ex-Truppe erneut ihr egoistisches Gesicht. Außer einigen Betreuern der medizinischen Abteilung kamen ganze vier Spieler zum Abendessen. Capello mag eine Menge falsch gemacht haben, die russische Seele – was immer das sein mag – ist auch für einen Italiener nur schwer zu ergründen. Aber am desaströsen Eindruck der russischen Nationalmannschaft sind vor allem bequeme und satte Fußballer Schuld, deren höchstes Anliegen finanzstarke Verträge sind und nicht mehr die zu erbringende sportliche Leistung. Weiterlesen

Handfeste Duelle


Veröffentlicht am 18. Juni 2015

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Arturo Vidal (links) im Zweikampf mit dem Mexikaner Jesús Manuel Corona.

Kämpferischer Fortgang der Copa 2015 in Chile

Die Copa bietet die großen Kontinentalstars als exotische Sensation, kennt man in Südamerika die heimischen Kicker doch eher aus Netz und Glotze. Wer was auf sich zählt und zu den Großen des Fußballs gehört, verdingt sich natürlich im fernen Europa. Einer dieser Exoten ist seit acht Jahren in Europa unterwegs und bescherte seinen Landsleuten mit einem Paukenschlag Einblicke in das Universum vermeintlicher Stars, in deren geistiger Welt keine Regeln gelten. Eine Alkoholfahrt des Juve-Spielers Arturo Vidal – nebst Unfall und polizeilicher Ermittlungen – füllte die Sportseiten und Boulevardgazetten und überstrahlte seine drei Turniertore. Chiles 3:3 gegen Mexiko war eine herbe Enttäuschung für die Gastgeber. Vidal glich in der ersten Halbzeit mit wuchtigem Kopfball zum 1:1 aus und verwandelte im zweiten Durchgang seinen zweiten Turnier-Elfmeter zur 3:2-Führung. Die Mexikaner ließen sich nicht abschütteln und erzielten noch den Ausgleich zum 3:3. Die Zuschauer sahen ein teilweise attraktives Spiel, die Tore taten ein Übriges zur guten Stimmung im Stadion. Ebenfalls torreich eine andere Partie. Bolivien setzte sich mit 3:2 gegen Ecuador durch. Mit dem Sieg in Valparaíso konnte die bolivianische Nationalmannschaft eine 18-jährige Not ohne Sieg in der Copa endlich beenden. Kurz vor Schluss wäre Ecuador fast der Ausgleich gelungen, so bleibt man weiterhin ohne jeden Punkt und muss im nächsten Spiel gegen Mexiko unbedingt gewinnen. Winnie Schäfer’s Jamaika bleibt weiter ohne Tor und Punkt, auch gegen Paraguay musste man sich knapp mit 0:1 geschlagen geben. Weiterlesen

Nottingham Forest Football Club


Veröffentlicht am 17. September 2014

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FC Fulham Gast im City Ground

Zwischen dem Craven Cottage und dem City Ground von Nottingham Forest liegen 256 km. Nottingham beheimatet zwei der ältesten Fußballclubs der Welt. Notts County, aktuell League One, wurde 1862, Nottingham Forrest, aktuell Championship, wurde 1865 gegründet. 1866 bestritten beide Teams das erste Derby der Fußballgeschichte. Robin Hood durchstreift nicht mehr die Wälder um Nottingham, aber seine Legende lebt. Auf allen Kontinenten kennt man die Taten des ehrlichen Räubers und seiner Gefährten, auch Hollywood sei Dank. Ein Denkmal des Helden mit dem Bogen steht heute vor dem Schloss von Nottingham. Die Stadt in den East Midlands beherbergt nicht nur rund 300.000 Einwohner, sondern auch weitere Legenden. Der „Ye Olde Trip To Jerusalem“ soll angeblich ältester Pub in England sein, aus der Zeit der Kreuzzüge stammen. Auch Könige wirkten in Nottingham. Wilhelm der Eroberer ließ im Jahr 1068 auf dem Sandsteinfelsen von Nottingham ein Schloss errichten. Der englische Bürgerkrieg nahm 1642 in Nottingham seinen Anfang. In Nottingham atmet man in allen Straßen Tradition. Die britische Industrie sah in Nottingham stets ein wichtiges Zentrum. Die berühmte „Raleigh Cycle Company“ versorgt seit 1887 die Briten mit Drahteseln, die „Imperial Tobacco Group“ mit Zigaretten und Tabak. Die Stadt in der Grafschaft Nottinghamshire ist auch bedeutendes Bildungszentrum, nennt zwei Universitäten ihr Eigen. Zur Universität Nottingham gehört das „Queen’s Medical Centre“, größtes Krankenhaus in Großbritannien. In der Stadt gibt es vier Theater. Nottinghams zentrale Lage macht die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt für Schiene und Straße. Seit 1969 ist Karlsruhe die deutsche Partnerstadt von Nottingham. Weiterlesen

Halbfinale winkt


Veröffentlicht am 8. April 2014

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Ezequiel Lavezzi (links) brachte PSG im Hinspiel schon nach drei Minuten auf die Siegerstraße.

Rückspiele im Viertelfinale – Champions League biegt auf die Zielgerade

Paris Saint-Germain hat für den Aufmerker gesorgt, ein Sieg, zwei Tore Vorsprung und Chelsea ruhmlos zurück nach London. Sicher die Überraschung der Hinspiele, wenn auch keine Sensation. PSG-Trainer Laurent Blanc hat ein Team mit Ambitionen und Eigentümer, die – wie Roman Abramowitsch – alles möglich machen. Am Ende kritisierte José Mourinho die Abwehrleistung seiner Chelsea-Elf nicht, er fand nur Spott und das Defensivverhalten „lächerlich“, was wesentlich schlimmer als sein Zorn. Im Stadion saß Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari, der sich die Augen gerieben haben muss. In Chelseas Mannschaft liefen immer noch Spieler auf, die er in seiner Amtszeit 2008/2009 ausmustern wollte, weil sie ihren Zenit überschritten. Die Macht dieser Spieler – so stark wie in keinem Club der Welt – ließ damals kein frisches Blut für Chelsea zu, brachte vielmehr Scolari um seinen Job. Mourinho ist stark und gefestigt, wird sich zum Saisonende sicher auch von einigen Instanzen trennen, den Neuanfang intensivieren. Mit Zlatan Ibrahimović fehlt PSG die personifizierte breite Brust, man fährt dennoch selbstbewusst an die Stamford Bridge. Laurent Blanc weist immer darauf hin, PSG ist viel mehr als Zlatan Ibrahimović. Ob dem wirklich so ist, man wird es erleben. Die Cavani, Motta oder Thiago Silva haben jedenfalls eine Menge Fußball drauf, sind hungrig auf den Schritt ins Halbfinale, können es auch schaffen. Wie viel Appetit die Chelsea-Stars noch entwickeln, um gegenzuhalten, es wird sich zeigen. Aufgabe wird José Mourinho nicht dulden. Weiterlesen