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Unabsteigbar


Veröffentlicht am 2. Juni 2015

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HSV rettet sich in Karlsruhe

Der Hamburger Sport-Verein hat es wieder einmal geschafft und spielt auch in der Saison 2015/16 in der Fußball Bundesliga! In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Abstiegsendspiel im Karlsruher Wildparkstadion rettete den Dino nach dem glücklichen 1:1 im Hinspiel ein mehr als fragwürdiger Freistoßpfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe. Auslöser ein vermeintliches Handspiel von KSC-Mittelfeldmann Jonas Meffert, der einen straffen Schuss von Slobodan Rajković aus zwei Metern Entfernung gegen den angelegten Arm bekam. Es lief schon die Nachspielzeit, als in seinem letzten Spiel im HSV-Trikot nicht Rafael van der Vaart zur Tat schritt, sondern der Chilene Marcelo Díaz das Leder gefühlvoll über die Mauer hob. Wie in Zeitlupe senkte sich der Ball ins Karlsruher Tor, nichts zu halten für Routinier Dirk Orlishausen. Ein Kunstschuss mitten ins Herz aller Badener, die sich nach dem Führungstreffer des eingewechselten Reinhold Yabo (78.) zwölf Minuten lang wie ein Erstligist fühlen durften. In der Verlängerung schließlich bewahrte Nicolai Müller die Hanseaten vor dem Vabanquespiel vom Elfmeterpunkt und schickte den Karlsruher SC ins Tal der Tränen. Während sich der HSV im zweiten Jahr nacheinander die Bundesliga-Zugehörigkeit nur über den glücklichen Relegationsumweg erkämpfte, steht die Mannschaft von Markus Kauczinski trotz einer fantastischen Zweitliga-Spielzeit am Ende mit leeren Händen da. Gerechtigkeit geht anders. Weiterlesen

Schwimmen in Not


Veröffentlicht am 9. April 2015

„Wir sind hier halt eine totale Randsportart. Außer bei Olympia, dann wollen wir die Erfolge haben, aber richtig fördern wollen wir es nicht. Da müsste eigentlich mal eine Entscheidung her: Wollen wir Leistungssport oder nicht?“

(Markus Deibler, Weltrekordler 100 Meter Lagen, Süddeutsche Zeitung, 9. April 2015)

„Die Kunst des Krieges“


Veröffentlicht am 8. Juli 2014

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Brasilien und Deutschland spielen in Belo Horizonte um den Finaleinzug

Deutschland trifft auf angeschlagene Brasilianer, die mit dem Anführer (Thiago Silva) gleich noch ihre Gallionsfigur (Neymar) verloren. Der Kapitän fällte sich selbst, der auserkorene Heils- und Titelbringer Opfer eines tragischen Fouls. Das Spiel der Seleção, während des Turniers von wenigen Säulen und einem grandiosen Publikum getragen, nun um zwei zentrale Bausteine ärmer. Solcher Art wohl nur noch ein lockeres Gebälk, welches dem Ansturm der Deutschen nicht standhalten kann. Die Gastgebernation im kollektiven Schockzustand und wachsendem Fatalismus. Halt sucht man bei Trainer Scolari. Felipão soll es richten. An seiner Tafelrunde ist schwerlich Ersatz zu finden. Er muss sich fühlen, als hätte König Arthus seinen Edelritter Lancelot und den getreuen Parzival in einer Schlacht verloren. Arthus rief in höchster Not nach dem Zauberer Merlin. Aber für Brasilen kein Zauberer weit und breit. Scolaris Lieblingsautor Sunzi, dessen Traktat „Die Kunst des Krieges“ der Weltmeistertrainer von 2002 in und auswendig beherrscht, sagt in seinem strategisches Meisterwerk: „Wenn du nicht stark bist, sei klug.“ Klugheit wird Scolari brauchen, um das wohl Unvermeidliche zu vermeiden. Im deutschen Lager kann man dieser Partie entspannt entgegensehen. Man hält alle Trümpfe sicher in der Hand. Die Zielgerade ist wie gemacht für einen deutschen WM-Sieg. Brasilien schon vor Anpfiff entscheidend geschwächt, den kommenden Finalgegner tritt man dann mit einem zusätzlichen Ruhetag entgegen und im Endspiel wird man als Bezwinger des Gastgebers sicher auch die brasilianischen Fans auf seiner Seite haben. Die titellosen Jahre neigen sich mit aller Macht dem Ende. Wie heißt es bei Sunzi: „Wenn Du Deinen Feind kennst und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten.“ Noch 180 Minuten bis zum vierten Stern.

Redaktion Magath & Fußball