Schlagwort-Archive: Olympiastadion

Zwischen Ruhm und Schande


Veröffentlicht am 12. Juli 2015

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Roberto Boninsegna

Anhängern der Gladbacher Borussia treibt sein Name bis heute Zornesröte ins Gesicht. Seine große Zeit war der Beginn der Siebziger Jahre. 1970/71 wurde er mit Inter Mailand erstmals italienischer Meister und gleichzeitig Torschützenkönig der Serie A. Die Rede ist von Roberto Boninsegna, dem 1943 im lombardischen Mantua geborenen Stürmer. Bei der legendären Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko war er einer der Torschützen im Jahrhundertspiel Deutschland – Italien, hatte dort die frühe 1:0-Führung für die Italiener besorgt, die anhielt bis „ausgerechnet Schnellinger“… Im Endspiel gelang Boninsegna für Italien der 1:1-Ausgleichstreffer gegen den späteren Weltmeister Brasilien. Damals stand noch eine Seleção auf dem Platz, die niemand aufhalten konnte, Italien ging chancenlos mit 1:4 unter. Boninsegna wurde 1971/72 nochmals Torschützenkönig der Serie A und machte bis zum Ende seiner Inter-Zeit insgesamt 171 Tore für den Nobelclub aus Norditalien. Bis heute Platz drei der ewigen Inter-Bestenliste. Boninsegnas 1976 erfolgter Wechsel zu Juventus Turin – als Wunschspieler von dessen Trainer Giovanni Trapattoni – brachte ihm noch zwei italienische Meistertitel und den Sieg im UEFA Cup. An seine große Zeit von 1970 bis 1972 konnte er aber nicht mehr anknüpfen. 1980 beendete Boninsegna in Verona seine aktive Laufbahn, die ihm auch 22 internationale Einsätze für die Squadra Azzurra bescherte, in denen er neun Treffer erzielte. Weiterlesen

Eine ehrenwerte Leiche


Veröffentlicht am 8. Juli 2015

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Europapokal der Pokalsieger

Die diesen Wettbewerb mordeten und 1999 abschafften, haben sich nicht um den Fußball verdient gemacht. Fans, Spieler und Zuschauer mochten ihn, die Endspiele hatten oft mehr Spannungsgehalt und manchmal wesentlich mehr Klasse, als ihr Pendant bei den Landesmeistern. Es waren Funktionäre, die den Pokalsiegerwettbewerb nicht mehr wollten und nicht das Publikum oder die Sportler. Zwischen ausufernder Geldgier sowie einem aufgeblasenen Wettbewerb in Sachen Champions League und dem ständigen Herumexperimentieren an der Europa League, dem einstigen UEFA Cup, ist der Europapokal der Pokalsieger auch 16 Jahre nach seinem Ableben noch in vielen Fanherzen lebendig und seine großen Momente unvergessen. Es begann und endete italienisch. Der erste Sieger hieß 1960/61 AC Florenz, der letzte Triumphator war 1998/99 Lazio Rom. Dazwischen gesellten sich ehrenvolle und große Namen des europäischen Clubfußballs. Was Real Madrid bei den Landesmeistern, wurde der FC Barcelona bei den Pokalsiegern: man holte die meisten Titel. Aus sechs Endspielteilnahmen kehrte Barça viermal als Sieger heim. Jeweils zwei Triumphe gelangen Dynamo Kiew, dem RSC Anderlecht, dem AC Milan und dem FC Chelsea. Der FC Barcelona hatte auch Anteil am wohl legendärsten wie spannendsten Endspiel des Wettbewerbs. Vor 58.000 Zuschauer im St. Jakob-Stadion zu Basel setzte der krasse Außenseiter und deutsche Pokalsieger Fortuna Düsseldorf dem Barça-Ensemble schwer zu und kämpfte wirklich bis zum letzten Atemzug. Erst in der Verlängerung konnte die Fortuna von den Katalanen mit 4:3 niedergerungen werden. Thomas Allofs und zweimal Wolfgang Seel sorgten für die Düsseldorfer Tore. Auch andere deutsche Clubs färbten die Leinwand der Pokalsiegergeschichte bunt. Weiterlesen

Campeónes!


Veröffentlicht am 7. Juni 2015

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Barca macht Triple perfekt

Dieses Endspiel hielt, was es versprach. 70.500 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion erlebten eine über weite Strecken hochklassige Begegnung, die zu den fußballerisch anspruchsvollsten Darbietungen des zurückliegenden Champions League Jahrzehnts gezählt werden darf. Das lag aber nicht nur am gewohnt dominanten und spielerisch schlichtweg brillanten Auftreten der Katalanen, sondern auch am italienischen Double-Sieger, der nun endgültig wieder zur europäischen Spitze gerechnet werden muss. Die Gefühlslage nach 98 hochspannenden Minuten hätte dann aber doch kaum gegensätzlicher sein können. Das nach Treffern von Ivan Rakitić (4.), Luis Suárez (68.) und Neymar (90.+7) sichergestellte 3:1 (1:0) – Álvaro Morata (55.) sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich – versetzte den FC Barcelona in einen kollektiven Siegesrausch. Der vierte Champions League Triumph der Vereinsgeschichte gleichbedeutend mit dem endgültigen Ritterschlag für dieses Spieljahr: zum zweiten Mal nach 2008/09 holte man das europäische Triple. Mehr geht nun wirklich nicht. Felicidades, Barça! Weiterlesen

Juve vs. Barca – Das große Finale


Veröffentlicht am 6. Juni 2015

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Wer gewinnt und warum?

Berlin erwartet ein Endspiel mit klingenden Namen. Exzellente Fußballer und bunte Stars füllen die Reihen des FC Barcelona wie die von Juventus Turin. Beide Vereine und deren Geschichte gehören längst zu den Ikonen des Weltfußballs. Eine Champions League Saison kann wahrlich schlechter enden. Das Potenzial reicht aus, um eine würdige, bei gutem Verlauf sogar grandiose Fußballinszenierung abzuliefern. Die Bühne des Berliner Olympiastadions ist für ein Fußballfest gerichtet. Wetterfrösche künden von einem Sommertag, der sich laut Prognosen kurz vor dem Spiel in einem heftigen Gewitter entlädt, welches mit Anstoß aber sein Grollen eingestellt haben soll und der Partie eine frische Brise vorausschickt. Dann liegt es endlich bei den Teams. Der FC Barcelona sicher in einer öffentlichen Favoritenrolle. Juventus Turin in der Wohlfühlposition eines Außenseiters mit Chancen. Oft halten Endspiele nicht, was große Namen versprechen, aber es gibt immer Ausnahmen. Hoffen wir auf einen Sieg des Fußballs. Möge der Bessere gewinnen und nicht Fehlentscheidungen den sportlichen Tag trüben. Magath & Fußball wirft einen Blick auf die möglichen Siegchancen beider Teams. So oder so, es riecht nach Triple. Zwei Teams – zwei Meinungen. Weiterlesen

Auf dem Weg zum Triple


Veröffentlicht am 1. Juni 2015

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Barca und Juve feiern Pokalsieg

Das Finale der Copa del Rey geriet am Samstagabend zu einer relativ einseitigen Angelegenheit. Nach dem Gewinn der Meisterschaft sicherte sich der FC Barcelona durch ein 3:1 über Athletic Bilbao im Camp Nou bereits den zweiten großen Titel dieser Saison und hat natürlich trotzdem längst nicht genug. Im Champions League Finale am kommenden Wochenende soll in Berlin nach 2009 das zweite Triple der katalanischen Vereinsgeschichte sichergestellt werden. Als Endspielgegner hat die Alte Dame naturgemäß etwas dagegen. Auch bei Juventus Turin lebt dank Meistertitel und Pokalsieg über Lazio Rom (2:1 n.V.) der Triple-Traum. Weiterlesen

Schwarz-Gelbe Flut an der Spree


Veröffentlicht am 30. Mai 2015

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BVB mit Heimspiel im Pokalfinale

Die 72. Auflage des DFB-Pokalendspiels sieht im Berliner Olympiastadion den Publikumsmagneten Borussia Dortmund und den scheckbuchgestärkten VfL Wolfsburg aufeinandertreffen. Das geschichtsträchtige Stadion wird dabei in einem schwarz-gelben Meer zur verlängerten Außenstelle des Signal Iduna Parks. Der grün daherkommende, frisch gebackene Vizemeister vom Mittellandkanal wird dennoch wegen der abgelaufenen Saisonleistung als leichter Favorit in die Partie gehen. Zu gerne würde der VW Konzern der 2009 erspielten Magath-Meisterschale neues Siegermetall an die Seite geben. Sicherlich nicht finanziell, aber immer noch sportlich kann der BVB natürlich in einem Spiel mit den Autobauern mithalten. In Sachen Fans spielt man in einem völlig anderen Universum. Borussia Dortmund hat auch in Berlin große Scharen von Anhängern, selbst im Reichstag unter den Abgeordneten gibt es längst die „Bundestagsborussen“. Wolfsburg-Fans sind außerhalb der eigenen Stadtmauer und des Werksgeländes von VW schwerlich mit der Lupe zu finden. Man erwartet dagegen um die 80.000 BVB-Fans in der Bundeshauptstadt. Das Plus der Kehlen, Hände und Herzen liegt am Samstag also eindeutig beim Verein aus der Ruhrmetropole. Die aus Dortmund und ganz Deutschland anreisenden Schwarz-Gelben werden sich mit den Borussen-Fans vor Ort mischen und Berlin einen Tag okkupieren. Der letzte Einsatz von Jürgen Klopp als Borussen-Trainer, der bei ihm immer auch Auftritt, wird ein Übriges tun und noch den letzten BVB-Fan mobilisieren. Bevor die Pöhler-Mütze endgültig an den Nagel der Fußballgeschichte gehangen und ihr Träger zu neuen Ufern aufbricht, möchte das Meer von Borussen-Fans an den heimischen Borsigplatz zurückschwappen, den DFB-Pokal in Händen ihrer Idole sehen und ihren Lieblingstrainer tränenreich verabschieden. VW würde dem geplanten Spektakel wohl liebend gerne mit einem Autokorso in der Autostadt einen Strich durch die Rechnung machen. Egal wer den Pott final in seinen Händen hält, möge die Hawk-Eye-Premiere in einem DFB-Pokalfinale die Chance auf einen gerechten Sieger erhöhen und kein Bayern-Dusel dieses Spiel entscheiden. Auf denn, zum Feste!

Redaktion Magath & Fußball

Juve und Barca fahren nach Berlin


Veröffentlicht am 14. Mai 2015

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Real verpasst erste Titelverteidigung – Bayern raus mit Applaus

Das Champions League Endspiel im Berliner Olympiastadion findet ohne Beteiligung einer deutschen Mannschaft statt, gegen einen FC Barcelona in Topform reichte es für die Bayern zwar immerhin zu einem knappen Sieg im Rückspiel, nicht aber zum Finaleinzug. Luis Enrique damit weiter auf Pep Guardiolas Spuren und im ersten Dienstjahr in Katalonien auf Triple-Kurs. In der deutschen Hauptstadt trifft die Blaugrana in dreieinhalb Wochen auf einen Gegner, dem wohl nur die Wenigsten vor Saisonbeginn einen solchen Husarenritt auf internationaler Bühne zugetraut hätten. Juventus Turin verhinderte den spanischen Clasico in Berlin, setzte sich in der Summe nicht einmal unverdient gegen Real Madrid durch und wird Barcas Offensivzauber – so viel ist jetzt schon sicher – ein knallhartes Abwehrbollwerk entgegenstellen. Weiterlesen

Messi macht den Unterschied – Real enttäuscht


Veröffentlicht am 7. Mai 2015

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FC Bayern nach Horror-Schlussviertelstunde vor dem Aus – Juve bezwingt den Titelverteidiger

Große Spiele werden von großen Spielern entschieden, manchmal ist es so einfach. Auch der FC Bayern bot in Barcelona trotz des Ausfalls gleich mehrerer Schlüsselspieler über 75 Minuten eine gute wie taktisch disziplinierte Vorstellung, hatte sicher auch Glück, dass die Katalanen ihre Chancen vor der Pause nicht nutzten oder an Manuel Neuer scheiterten und der Partie deshalb bis in die Schlussphase hinein die Tore fehlten. Lange sah es in der zweiten Hälfte sogar so aus, als hätten Pep Guardiolas Münchner Barca den Zahn gezogen. Dann kam Lionel Messi. Der vierfache Weltfußballer lieferte binnen weniger Minuten einen eindrucksvollen Beleg seiner Klasse. Bestand nach dem Doppelschlag und den Champions League Treffern Nummer 76 und 77 des Argentiniers bis zuletzt noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Finaleinzug, ist dieses spätestens nach Neymars Alleingang in der Nachspielzeit endgültig erloschen. Weiterlesen

Ein letzter Sturmlauf – ohne Blumen


Veröffentlicht am 30. April 2015

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Jürgen Klopp und der BVB fahren nach Berlin, Wolfsburg beendet furiose Pokalsaison der Arminen

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Pokal-Halbfinale im Münchner Nachthimmel. Die Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen dem Titelverteidiger Bayern München und seinem Herausforderer Borussia Dortmund war wohl das vorerst letzte Aufeinandertreffen beider Clubs mit Beteiligung von Jürgen Klopp, der am Saisonende der Bundesliga aller Voraussicht nach auf unbestimmte Zeit den Rücken kehren wird. Einigermaßen großspurig hatten die Bayern in Person von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem seltsamen Anflug von mitfühlender Trauer über den Weggang ihres wohl unerbittlichsten Widersachers des letzten Jahrzehnts angekündigt, Klopp in der Allianz-Arena mit einem großen Strauß Blumen verabschieden zu wollen. Am besten sogar noch vor dem Spiel. Gerade noch rechtzeitig waren passend dazu in den Tagen vor der Begegnung an verschiedenen Stellen Gerüchte gestreut worden, wonach der Name Jürgen Klopp schon immer auf dem Zettel des deutschen Branchenriesen gestanden hätte, dies ungeachtet der mindestens noch bis ins kommende Jahr andauernden Amtszeit von Pep Guardiola womöglich weiterhin tut. Auch ein Bayern-Interesse am offenbar wechselwilligen Dortmunder Spielgestalter İlkay Gündoğan wurde eifrig kolportiert. Das übliche Vorgeplänkel eben, alles nicht wirklich neu. Zunächst aber stand noch einmal der deutsche Clasico an – und tatsächlich schafften es Jürgen Klopp und der BVB, dem großen Favoriten nicht nur ein Bein zu stellen, sondern einmal mehr eine empfindliche Niederlage beizufügen. Blumen freilich sollte es hinterher keine geben. Weiterlesen