Schlagwort-Archive: Opfer

Dunkle Schatten über Europa


Veröffentlicht am 14. November 2015

Den Angriff auf Paris, der Stadt die für Liberté, Égalité, Fraternité steht und damit für die zivilisierte Menschheit, mussten viele unserer europäischen Mitbürger mit dem Leben bezahlen. Was man über Fußball berichten könnte und sollte verblasst im Angesicht des blutigen Terrors zur Nichtigkeit. Schweigen ist geboten. Wir verneigen uns in Trauer und Schmerz vor den Opfern dieses feigen Massenmords und bekunden den Hinterbliebenen unser tief empfundenes Beileid. Den Verletzten der Anschläge wünschen wir Genesung und völlige Wiederherstellung ihrer Gesundheit.

Redaktion Magath & Fußball

Remembrance poppy


Veröffentlicht am 7. November 2015

imago06847207m_c

imago21679765m_c

Roter Mohn der Erinnerung

Die ins Auge springende Blume ist jedem Zuschauer von Premier League Spielen und Beobachtern des englischen Fußballs ein bekannter Blickfang. Wer kennt ihn nicht, den stilisierten roten Mohn? Ob an Trikots, am Mantelkragen von Trainern, auf der Anzeigetafel oder Plakaten der Fans, jener blutrote Mohn gehört zum Fußball auf der Insel. Als remembrance poppies bezeichnet man im angelsächsischen Raum diese künstlichen Mohnblumen, welche dort ein Symbol des Gedenkens und der Trauer sind. Das Ritual der roten Mohnblume wird in den Wochen vor dem Kriegstotengedenktag im Commonwealth praktiziert, gehört in Britannien zum festen Bestandteil von Nation und Geschichte. In Kanada pflegt man ebenfalls diese Art der Trauerkultur. Bei der Amtseinführung der neuen Regierung von Premierminister Justin Trudeau trugen alle neuen Minister selbstverständlich die remembrance poppy an ihrer Kleidung. Ähnlich dem deutschen Volkstrauertag, wird beim Remembrance Day vor allem der Kriegstoten gedacht. In England ist der 11. November dieser Remembrance Day, der Tag des Waffenstillstandes am Ende des 1. Weltkrieges. Ihren Ursprung als nationales Symbol findet die rote Mohnblume in einem Gedicht des kanadischen Leutnants John McCrae. Dieser verfasste es unter dem Titel „In Flanders Fields“ im Mai 1915. Er verarbeitet darin den Verlust gefallener Kameraden während der Zweiten Flandernschlacht im April 1915. Zwischen den notdürftig aufgestellten Grabkreuzen für die gefallenen Soldaten blühte in Flandern schnell der rote Mohn. So beginnt das Gedicht auch mit den Zeilen „In Flanders fields the poppies blow, between the crosses, row on row…“. Seither ist die Mohnblüte vor allem das erinnernde Symbol für gefallene Kriegstote. Auch der Leutnant John McCrae überlebte den 1. Weltkrieg nicht. In einem Militärlazarett in Nordfrankreich verstarb er am 28. Januar 1918 an Entkräftung und einer einsetzenden Lungenentzündung. Seine Zeilen haben ihn und seine Kameraden unvergesslich gemacht und gehören heute zur Identität von Great Britain. Der Fußball auf der Insel und seine Protagonisten verbeugen sich an Spieltagen mit dem tragen der Mohnblüte und gedenken damit auf öffentliche Weise den gefallenen Soldaten, insbesondere den Opfern aus zwei Weltkriegen. Ehre ihrem Angedenken.

Redaktion Magath & Fußball

„Die Kunst des Krieges“


Veröffentlicht am 8. Juli 2014

imago16807140m_imago16810534m_c

Brasilien und Deutschland spielen in Belo Horizonte um den Finaleinzug

Deutschland trifft auf angeschlagene Brasilianer, die mit dem Anführer (Thiago Silva) gleich noch ihre Gallionsfigur (Neymar) verloren. Der Kapitän fällte sich selbst, der auserkorene Heils- und Titelbringer Opfer eines tragischen Fouls. Das Spiel der Seleção, während des Turniers von wenigen Säulen und einem grandiosen Publikum getragen, nun um zwei zentrale Bausteine ärmer. Solcher Art wohl nur noch ein lockeres Gebälk, welches dem Ansturm der Deutschen nicht standhalten kann. Die Gastgebernation im kollektiven Schockzustand und wachsendem Fatalismus. Halt sucht man bei Trainer Scolari. Felipão soll es richten. An seiner Tafelrunde ist schwerlich Ersatz zu finden. Er muss sich fühlen, als hätte König Arthus seinen Edelritter Lancelot und den getreuen Parzival in einer Schlacht verloren. Arthus rief in höchster Not nach dem Zauberer Merlin. Aber für Brasilen kein Zauberer weit und breit. Scolaris Lieblingsautor Sunzi, dessen Traktat „Die Kunst des Krieges“ der Weltmeistertrainer von 2002 in und auswendig beherrscht, sagt in seinem strategisches Meisterwerk: „Wenn du nicht stark bist, sei klug.“ Klugheit wird Scolari brauchen, um das wohl Unvermeidliche zu vermeiden. Im deutschen Lager kann man dieser Partie entspannt entgegensehen. Man hält alle Trümpfe sicher in der Hand. Die Zielgerade ist wie gemacht für einen deutschen WM-Sieg. Brasilien schon vor Anpfiff entscheidend geschwächt, den kommenden Finalgegner tritt man dann mit einem zusätzlichen Ruhetag entgegen und im Endspiel wird man als Bezwinger des Gastgebers sicher auch die brasilianischen Fans auf seiner Seite haben. Die titellosen Jahre neigen sich mit aller Macht dem Ende. Wie heißt es bei Sunzi: „Wenn Du Deinen Feind kennst und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten.“ Noch 180 Minuten bis zum vierten Stern.

Redaktion Magath & Fußball