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Großer Dank dem Amateurfußball


Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

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Amateure stehen für Sportsgeist und Anstand ohne kommerzielle Triebfeder

Das Konstrukt FIFA hängt den Fußballliebhabern wie eine unsägliche Klette am Hals und wirkt auf den Fußballsport wie ein Totengräber, der nur noch dem großen Fußballgeschäft und dem noch größeren Geld nachjagt. Unser nationaler Verband wie auch der europäische Fußballverband sind  keine Korrektive, weil zu sehr mit sich selbst beschäftigt und dem Fanherzen ebenfalls längst entschwunden. Immer öfter werden Verbände und Funktionäre als Okkupanten des Fußballs entlarvt, längst entfernt vom eigentlichen Sport und der Lebensrealität normaler Bürger. Echte Anhänger des runden Leders wenden sich von diesen Organisationen mit gleichermaßen Verachtung und Ohnmacht ab. Wer den vor allem von der FIFA ausgerotteten Sportsgeist sucht, wird immer wieder im Amateuruniversum fündig. Es sind rund um den Globus die Millionen Hobby-, Freizeit- und Amateurkicker, die den Begriffen von Anstand und Fair Play noch Ehre machen. Amateure werden nicht getrieben vom absoluten Muss des Geschäfts, die Last der großen Erwartung hemmt nicht ihre Schritte. Kein hochgepuschter Wettbewerb, kein rücksichtsloses Publikum oder eine fletschende Medienmeute richtet unaufhörlich über den Amateurspieler. Für ihn ist der Fußball noch ehrlicher Wettkampf mit Sportsgeist getränkt, ein Vergnügen, eine gern ausgeführte Pflicht unter Gleichgesinnten und Freunden, so wie eigentlich jedes Hobby seiner Natur gemäß sein sollte. Im Ergebnis kommen kein Hochglanzfußball oder gleißende Schlagzeilen zustande, aber doch eine große Genugtuung für sich selbst. Daraus wächst die berechtigte Gewissheit, einem schönen Sport zu frönen. Es geht nicht um Geld, Werbeverträge und eine große Karriere, es geht um die Bereicherung des eigenen Lebens durch Sport und Teamgeist. Ein dreifaches Hoch auf den lebendigen Amateurfußball und jene, die ihn spielen, ihm dabei unter oft widrigen Bedingungen Woche für Woche mit großer Leidenschaft und persönlicher Freizeit dienen. Alles  aus Liebe zum Spiel Fußball. Die Empathie mag schon lange aus dem Profifußball vertrieben sein, Amateure geben ihr weiter ein ehrliches Zuhause. Dafür und für sehr vieles mehr gilt ein großer Dank dem Amateurfußball, wo und wie er auf unserem Planeten auch immer gespielt wird. Chapeau!

Redaktion Magath & Fußball

Wie bei Machiavelli


Veröffentlicht am 18. Oktober 2015

„Die Fifa als Institution ist zu retten, sie macht bei der Organisation ihrer Wettbewerbe eigentlich einen ganz guten Job. Aber sie braucht eine andere Führungsspitze. Derzeit ist sie ein Patronage-Netzwerk mit Ämterschacherei, Stimmenkauf, Geld und anderen Gefälligkeiten. Es ist eine Form von Machtpolitik, bei der es gröber zugeht als in der großen Politik. Wir können das bei Machiavelli nachlesen.“

(Mark Pieth, Schweizer Rechtswissenschaftler, Interview Der Spiegel, 17. Oktober 2015)

Klare Kante für Olympia


Veröffentlicht am 16. September 2015

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„Hamburg kann es! Die Menschen sind dabei. Das Konzept ist nachhaltig und gut.“

Hanseaten an der Spree sind nicht die Regel, kommen aber vor. Der Hamburger Marcus Weinberg vertritt seine Heimatstadt seit 2005 im Deutschen Bundestag. Mit Verve und hanseatischer Sachlichkeit kommt er seinen politischen Pflichten nach. Felix Magath ist in Aschaffenburg geboren, ein Hamburger aus Leidenschaft und Tradition. Immerhin lief er zehn Jahre im Trikot des HSV auf. Marcus Weinberg und Felix Magath kennen sich vom traditionellen Benefiz-Turnier des Deutschen Bundestags. An der Seitenlinie Felix Magath, auf dem grünen Rasen Marcus Weinberg, seines Zeichens Kapitän des FC Bundestag. Der Hanseat Weinberg ist nicht nur leidenschaftlicher Familienpolitiker, sondern auch begeisterter Sportler und lebenslanger Fan des FC St. Pauli. In Berlin trafen sich die beiden Fußballer nicht zufällig. Felix Magath hatte am Vortag die Flüchtlingsmannschaft Welcome United 03 in Babelsberg trainiert, der MdB Marcus Weinberg daran großes Interesse gezeigt und sich umgehend kundig gemacht. Natürlich hatten die beiden Gesprächspartner auch das Thema Olympia auf ihrer Agenda. Die Bewerbung von Hamburg für die Olympischen Spiele 2024 ist ihnen eine gemeinsame Herzensangelegenheit. Marcus Weinberg wie Felix Magath wollen sich mit ihren jeweiligen Möglichkeiten einbringen und dieser Bewerbung ihre volle Unterstützung geben. Die Redaktion Magath & Fußball hat die Gelegenheit genutzt und ein Interview mit dem Kapitän des FC Bundestag geführt. Weiterlesen

Totgesagte leben länger


Veröffentlicht am 26. Juni 2015

FIFA-Präsident Sepp Blatter mit Heimspiel in Zürich

Den Monat Juni über scheute Joseph S. Blatter auffällig das Licht der Öffentlichkeit. Im Züricher Schützenhaus Albisgütli sprang er nun aus Anlass des Richtfestes für das von ihm initiierte FIFA Museum unter Leute, Bauarbeiter und Architekten, natürlich ans Rednerpult. Junge wie Alte im Saal und vor der Tür wollten erst mal ein Selfie mit Sepp, die fröhliche Begeisterung kannte für Schweizer Verhältnisse kaum eine Grenze. Der FIFA Präsident wirkte als wäre er unmittelbar einem Jungbrunnen entstiegen und zeigte sich bester Laune. Weiterlesen

Blamiert nach Kräften


Veröffentlicht am 9. Juni 2015

Barcelona Fans verzweifeln am Berliner Flughafen

Die Hotels bis unters Dach ausgebucht, das Wetter herrlich, die Stimmung gut und viele fröhliche Gäste aus Barcelona wie Turin. Für Umsatz ward gesorgt. Berlin profitierte mächtig vom Champions League Endspiel. Die Völker der Welt, zumindest deren Fußballanahang, schauten auf diese Stadt. Aber wieder diese unendliche Geschichte. Die deutsche Hauptstadt bewährte sich erneut als weltweite Lachnummer in Sachen Flughafen. Keiner kann diese Provinzposse besser aufführen als Berlin und sich dabei regelmäßig nach Kräften blamieren. Auch ein Talent. Diesmal hat die Peinlichkeit die Fans des FC Barcelona erwischt. Champions-League-Sieger Barça beschwerte sich sogar bei der europäischen UEFA über die unhaltbaren Zustände am Flughafen Berlin-Schönefeld. Der Club fordert vehement eine offizielle Entschuldigung. Auslöser waren laut den Barça-Verantwortlichen „schwerwiegende Zwischenfälle“ bei der Abreise eigener Fans vom Berliner Airport Schönefeld. Im Protest ist vom „veralteten“ Flughafen die Rede, dessen Chaos die Barcelona Fans in gehörigen Frust versetzte. In einer vorgeblichen Weltmetropole erwartet auch der Fußballfan anderes aber er lernt schnell: man ist in Berlin. Tausende Anhänger des FC Barcelona mussten im Morgengrauen stundenlang auf ihre Abflüge warten, Flughafenverantwortliche seien dabei für Barça-Offizielle und Betroffene erst gar nicht erreichbar gewesen. Vier Zubringer-Busse für 5.000 Passagiere aus Spanien sorgten für latentes Chaos. Menschen mit körperlichen Behinderungen seien ebenfalls von der schlechten Organisation betroffen gewesen. So präsentierte sich Berlin der Welt. Ein Flughafen-Sprecher erklärte derweil in bester Beamtensprache, die Flughafengesellschaft wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Grundsätzlich würden Beschwerden geprüft und erst danach gebe es eine Bewertung. Ach was!

Redaktion Magath & Fußball