Schlagwort-Archive: Otto Rehhagel

Kleine und große Revolutionen


Veröffentlicht am 16. März 2016

imago22263984m_c

Zwischen Aufbruch und Routine – Fußballwelt im Wandel

Leicester City macht sich unter dem italienischen Trainer Claudio Ranieri Richtung englischer Meistertitel auf. Mit Enthusiasmus und Erfolg sorgt das Team aus den Midlands für eine kleine Revolution im englischen Ligabetrieb. Der geldschweren und traditionsbeladenen Restmeute in der Premier League gehen langsam die Spiele aus um den aufmüpfigen Außenseiter noch vom anvisierten Titelthron zu stoßen. Englands Fußballeliten blamieren sich dabei im Wochentakt und mutieren nebenher in den europäischen Cupwettbewerben zum belächelten Fallobst. Reich aber unfähig lautet das fatale Zeugnis. Ranieri und seine Jungs schwimmen nicht im Geld, frönen keiner Zeitgeistwelle, schwadronieren weder von Matchplänen noch über Ballbesitzstatistiken. Leicester City spielt kompromisslosen Fußball auf der Basis harter Arbeit und der Konzentration auf den zu erledigenden Job. Der 1951 in Rom geborene Ranieri steht auch als ein erfolgreicher Gegenentwurf zu den Bundesligatrainern neuer Färbung, die immer öfter als schwache Verfügungsmasse von manövrierenden Sportmanagern ausgewählt und aus Nachwuchsabteilungen oder direkt vom Schulhof rekrutiert werden. Ranieri lebt und kann Fußball aus dem Effeff. Sein Team versprüht keinen Glanz für die Galerie, scheffelt aber eine Menge Punkte für den Gipfel der Tabelle. Otto Rehhagels Diktum bleibt ewig jung und richtig: Modern ist, wer gewinnt! Ein bewundernswertes Team, mit einem gestandenen Trainer, in einem bemerkenswerten Club, mischt die graue Einförmigkeit der immer wiederkehrenden Standardbilder des englischen und europäischen Fußballs auf. Weiterlesen

Big Sam


Veröffentlicht am 17. Oktober 2015

imago19739122m_c

Solides Handwerk in Zeiten großer Töne

Zwei Trainer, zwei Welten. Während aus Liverpool die Halleluja-Klänge das ganze Königreich und gleich noch den Kontinent überschwemmten, drang aus Sunderland eher ein dumpfer Hammerschlag der Ernüchterung in die englische Fußballwelt. Der FC Liverpool hofft vom neuen Messias den Flug zu den Sternen, also Titel. Der AFC Sunderland wünscht sich von Sam Allardyce die Rettung vorm Abstieg. Ist der Stuttgarter Jürgen Klopp etwas für das glanzvolle Parkett einer neuen Fußballwelt, steht der Mann aus Dudley für den Job an der Ruderpinne der Galeere Fußball. Während Klopp von eigener Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme redet, wuchtet sich der von Freund und Feind oft als Big Sam titulierte Allardyce wie ein Schwergewichtsboxer auf den Stuhl. Falls Jürgen Klopp die Nouvelle Cuisine der Premier League darstellen soll, so ist Sam Allardyce längst deren Eintopf, solide bis auf den letzten Knochen. Allardyce hat alles durch im englischen Fußball, sofern es sich um dessen tabellarische wie spielerische Niederungen handelt. Als Kicker war Allardyce ein kantiger Abwehrspieler, eher robust als technisch beschlagen, in Bolton bei den Wanderers lief er von 1973 bis 1980 mit Schnauzer und breiter Brust in 184 Spielen auf, schoss als Defensivmann sogar 21 Tore. Sein größter Triumph als Spieler war der Aufstieg von der zweiten in die erste englische Fußballliga. Weiterlesen

Selbstaufgabe


Veröffentlicht am 16. Oktober 2015

imago21327084m_c

Bundesliga verabschiedet die Meisterschaft

Die Zwerge kapitulieren. Den Bayern ist kein Vorwurf zu machen, sie haben sich das hereinbrechende Gesamtlob verdient, erspielt und über Jahre erarbeitet. Das nötige Kleingeld für Mario Götze, Robert Lewandowski, Diego Costa, Arturo Vidal und allem was sonst an Personal nötig selbstverständlich stets zur Hand. En passant haben sie nun auch den Kampfgeist in der Liga des Weltmeisters gebrochen und pulverisiert, eine neue Qualität, so noch nicht dagewesen. Die Kapitulation der ehemaligen Gegner, vielleicht die größte Leistung der Bayern. Die Bundesliga ist von Angst befallen, in einer Art vorauseilendem Gehorsam gehen keine sportlichen Kampfansagen Richtung München, sondern nur noch der kollektive Kotau. Ein Mix aus Huldigungs- und Ergebenheitsadressen erreicht den Tabellenführer im Minutentakt. Vermeintliche Konkurrenten für wenigstens ein Spiel senden Gesten der Selbstaufgabe. Die Übungsleiter schauen aus dem Trainingsanzug wie verirrte Lämmer vor der Schlachtbank, huldigen dem Bayern-Spiel und dessen Trainer schon vor Anpfiff. Staunend, wie Kleinkinder im Spielzeugladen, bedanken sie sich artig, wenigstens dabei sein zu dürfen. Zauberlehrlinge bestaunen Merlin. Wie wirkt dieses Verhalten der Verantwortungsträger eigentlich auf die ihnen anvertrauten Spieler und Mannschaften? Von denen darf doch der Fan und Zuschauer Leistung, Kampf und Einsatz sowie Tore, Siege und Punkte erwarten. Wo ist im Bundesliga-Alltag des Jahres 2015 nur die Courage früherer Herausforderer geblieben? Weiterlesen

Spektakel auf Augenhöhe


Veröffentlicht am 15. September 2014

imago17466032m_imago17480644m_c

Spieltags-Rundschau durch Bundesliga und Premier League

Die deutsch-englischen Festspiele in der Königsklasse werfen ihre Schatten voraus, am Wochenende kamen sowohl Bundesliga als auch Premier League mit hohen Erwartungen und einigem Getöse aus der Länderspielpause. Großes Theater, volle Stadien, gutklassiger Fußball und die nicht ganz jungfräuliche Erkenntnis, dass Geld hin und wieder eben doch Tore schießt – Otto Rehhagel möge es verzeihen. Ein Blick auf die beiden derzeit wohl gefragtesten und attraktivsten Fußballligen dieses Planeten. Weiterlesen

Premiere


Veröffentlicht am 21. Februar 2014

imago15787551m_c

Der erste deutsche Trainer in der Barclays Premier League hat seine Arbeit beim FC Fulham aufgenommen und wird am Samstag sein Debüt beim Auswärtsspiel in Birmingham, im Nichtabstiegs-Duell gegen West Bromwich Albion geben. In gewisser Weise eine fußballhistorisches Ereignis, wie einst die Arbeit von Weisweiler beim FC Barcelona oder die Übernahme des griechischen Nationaltraineramtes durch Otto Rehhagel. Felix Magath war auch als Manager und Trainer immer ein Vollblutfußballer, so ist es in gewisser Weise auch eine Heimkehr zu sich selbst, ein Zurück zum puren Fußball. Deutschlands erfolgreichster Trainer der letzten zehn Jahre wechselt in die beste Fußballliga der Welt, eigentlich ein völlig logischer Schritt. Beim FC Fulham dreht sich alles um Fußball, keine Funktionäre oder fußballferne Gestalten überlagern den Sport oder hindern die Sportler. Hier gilt es dem Fußball. Die Marschrichtung für den FC Fulham hat Felix Magath in seiner ersten Pressekonferenz bereits vorgegeben: „Wir spielen, um zu gewinnen.“

27. Spieltag

West Bromwich Albion – Fulham FC
Datum: Samstag, 22. Februar 2014
Anstoß: 16.00 Uhr (MEZ)
Stadion: The Hawthorns

Redaktion Magath & Fußball

Herzlichen Glückwunsch, Otto Rehhagel!


Veröffentlicht am 9. August 2013

Fußballeuropameister Otto Rehhagel wird stolze und junge 75

imago12440350m_c

Otto Rehhagel fasziniert. Die Zahl seiner Jahre und Spiele in der Bundesliga sind längst Legion. Man könnte über Anfänge und eine langen Weg schreiben, über die große Ära in Bremen oder die Sensation, einen Aufsteiger im Expresstempo sofort zum Deutschen Meister zu machen. Viele Stationen und große Geschichten müsste man beleuchten. Bei Otto Rehhagel aber nicht nötig, wer den Fußball liebt und kennt, der weiß um diese lebende Legende, es muss nichts mehr gesagt oder geschrieben werden. Der deutsche und internationale Fußball haben dem Jubilar viel zu verdanken, die Bundesliga im Besonderen. Eine Leistung allerdings überstrahlt und wird die Zeiten überdauern, ist für die Fußballewigkeit gemacht, nie kann man aufhören sie zu loben und zu achten, uneingeschränkten Respekt zu zollen. Der Europameisterstitel mit Griechenland ist eine der herausragenden Trainerleistungen der Sport- und Fußballgeschichte. Niemand sonst hätte diese vollbringen können, nur Otto Rehhagel und seine unumstößliche Wahrheit: „Modern spielt, wer gewinnt.“

Dem „großen Griechen“ aus Essen alles Gute zu seinem Festtag, für alle kommenden Dinge und privaten Lebensstationen eine erfüllte wie glückliche Zeit. Danke Otto Rehhagel und herzlichen Glückwunsch zu sehr jungen und stolzen fünfundsiebzig Jahren!

Felix Magath und Redaktion Magath & Fußball