Schlagwort-Archive: Pelé

Der Beste in der stärksten Zeit


Veröffentlicht am 21. November 2015

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„Pelé und Maradona haben beide auf ihre Weise das Spiel geprägt und jeder für sich zu seiner Zeit einen großen Unterschied gemacht – aber der Fußball hat sich entwickelt. Die Spieler sind heute besser als damals, das Spiel ist es auch. Messi ragt heute heraus, er ist der Beste in der stärksten Zeit der Fußball-Geschichte. Aber Messi wäre nicht so gut, wenn es Cristiano Ronaldo nicht gäbe. Ohne Ronaldo wäre er nicht viermal Weltfußballer geworden – und umgekehrt ist es genauso. Sie pushen sich gegenseitig. Beide sind fantastische Torjäger. Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, dass Messi bei Barca wesentlich stärker in das Mannschaftsspiel eingebunden ist, als Ronaldo in Madrid.“

(Xavi, Interview ESPN, 18. November 2015)

Unvergleichlich


Veröffentlicht am 14. September 2015

„Es ist wie im Motorsport, früher gewannen die Autos ein Rennen mit 150 Kilometern pro Stunde, heute braucht man mindestens 220. Ob Pelé, Maradona, Messi: Jeder war der Beste in seiner Zeit. Aber es ist wie im Fernsehen, früher sah man Schwarz-Weiß, jetzt in Farbe. Es ist nicht zu vergleichen. Aber alle diese Spieler sind auch unvergleichlich.“

(Carlos Bilardo, Interview, SPIEGEL ONLINE, 8. Juli 2015)

Die Crux mit Messi und Tévez


Veröffentlicht am 31. Juli 2015

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„Seit vielen Jahren gibt es Dinge, die offenbar stören. So etwas muss man im Training beheben. Ein Team ist eine Idee, wie Musiker in einem Orchester müssen sie einen gemeinsamen Ton erzeugen. Ein Akkordeon und eine Geige können nicht allein aufspielen, sondern immer gemeinsam in einem Orchester. Wäre ein Team mit Di Stéfano, Pelé, Cruyff und anderen Koryphäen aufgestellt, würden viele Menschen fragen, ob es funktioniert. Di Stéfano hat diese Frage einmal beantwortet: „Das Einzige, was ich weiß, ist, dass ich glücklich war neben und mit Ferenc Puskás und Héctor Rial zu spielen.“ Messi und Tévez sind gute Menschen. Der erste ist großzügig, wenn er den Ball besitzt, denkt er zuerst an sein Team. Carlito [Tévez] ist ihm darin gleich. Ich sehe nicht, warum sie nicht miteinander spielen konnten. Dann muss man es eben trainieren und es nicht dem Zufall überlassen. Wenn es nicht funktioniert, bleibt alles weiter allein an Messi hängen. Ich hörte einen Mann sagen, dass Messi zwölf Sekunden ohne Ballberührung gewesen sei und ihn darüber mit heimischen Journalisten reden. Was für eine schreckliche Definition. Messi ist in der Welt unumstritten. Er wurde zehn Blocks von den CA Newell’s Old Boys geboren aber man ließ ihn einfach gehen, weil man die 20 Pesos für seine Behandlung nicht bezahlen wollte. Heute ist er der Beste in der Welt. Und Punkt.“

(César Luis Menotti, mundoD Online, 29. Juli 2015)

Fußballsplitter


Veröffentlicht am 22. Juni 2015

Jamaikas Nationalteam verlässt die Copa erhobenen Hauptes.

Jamaikas Nationalteam verlässt die Copa erhobenen Hauptes.

Die bunte Welt des Fußballs ruht nicht

Die Zeit moralischer Sieger ist längst vorbei, das Team von Winfried Schäfer verlässt aber als solches die Copa Südamerika. Jamaika hat in drei Spielen jeweils mit 0:1 verloren, allerdings gegen den WM-Finalisten Argentinien, den Titelverteidiger Uruguay und das starke Team aus Paraguay. Gut gelaunt traten Trainer und Team die Heimreise an, mehr war realistisch nicht möglich. Weniger gut gelaunt begaben sich die spanischen Fußballfrauen nach ihrem Vorrundenaus bei der WM in Kanada auf den Rückflug in die Heimat. Noch vor dem Abheben des Fliegers verfasste man kollektiv ein Protestschreiben an den eigenen Verband, darin die Forderung nach sofortiger Trennung von Trainer Ignacio Quereda. Eine weitere Angleichung an den Männerfußball, wenn es mit der Leistung nicht klappt, war es auch bei den Frauen der Trainer. Wer sonst? Davon kann auch Zico ein Lied singen, der einstige Weltklassefußballer hat als Trainer so manche Schramme abbekommen. Nach dem Rasen und der Trainerbank ist die brasilianische Fußballlegende nun dabei, es mit dem Funktionärsschreibtisch zu versuchen, setzt dabei gleich oben an. Weiterlesen

Es kann nur einen geben


Veröffentlicht am 26. März 2015

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„Die Leute versuchen ständig, irgendwelche Vergleiche anzustellen. Das amüsiert mich. Wir haben heute Lionel Messi, der ein außergewöhnlicher aber ganz anderer Spieler ist, als ich es war. Wir haben Cristiano Ronaldo, einen der besten Spieler Europas, ein fantastischer Torjäger. Beide sind heute sicher die besten Spieler der Welt – trotzdem gibt es Unterschiede zwischen Messi und Cristiano Ronaldo, oder beispielsweise auch zwischen Neymar und Ronaldo. Ich mag Xavi – ein großartiger Fußballer – aber das entscheidende ist doch, dass diese Spieler den Menschen ein Gefühl für den Fußball geben. Irgendjemand versucht dann immer, diese Jungs mit Pelé zu vergleichen und ich sage: Keine Chance, niemals! Denn meine Eltern haben damals die Produktion eingestellt.“

(Pelé, Interview Bleacher Report, 24. März 2015)

Der Mann aus Markranstädt


Veröffentlicht am 25. Januar 2015

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Nur ein Deutscher leitete jemals ein WM-Endspiel

Dieser FIFA-Präsident war noch Fußball und guter Stil, Marketing und Geld dominierten nicht das Spiel und dessen Umfeld. Daher kümmerte sich der Engländer Sir Stanley Rous persönlich um das von den Endspielteilnehmern aufgeworfene Problem der Schiedsrichterbesetzung des bevorstehenden WM-Finales im Aztekenstadion. Das am 21. Juni 1970 in Mexiko-Stadt stattfindende Ereignis brauchte dringlich einen Unparteiischen. Die Italiener wollten keinen Schiedsrichter aus Südamerika akzeptieren, die Brasilianer verweigerten sich gegen die prominenten Schiedsrichter aus den europäischen Spitzenverbänden. Der Spielraum also äußerst gering. Bei Stanley Rous war nicht nur der Weltverband in guten Händen, er verstand auch etwas von den Regeln und Notwendigkeiten. Immerhin war der Mann in seiner Jugend ein erfolgreicher Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 34 Länderspiele und als Höhepunkt dieser Karriere das FA Cup Endspiel 1934 in Wembley. Weiterlesen

Im Auge des Vulkans


Veröffentlicht am 1. November 2014

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Präsident Aurelio De Laurentiis prägt den SSC Neapel

Der Vesuv sah Pompeji untergehen und hatte gerüttelt Maß Anteil daran. Dank Edward Bulwer-Lytton und Robert Harris können wir uns dahin zurücklesen, seit Hollywood fliegt uns die Lava kinematographisch um die Ohren. Mit ähnlich eruptiver Energie wie der feuerspeiende Vulkan am Golf von Neapel, ließ ein argentinischer Fußballer den blassen Fußballstern am Fuße des Berges zum Leuchten aufsteigen. In der Erfolgsgemeinschaft mit Diego Maradona gelangte der SSC Neapel zu europäischer Fußballgröße und wurde zur Nummer eins in Italien. Die Erinnerung hat sich längst losgelöst von der Realität und kommt mittlerweile verklärt daher, „Goldene Ära“ schwärmen sie in Neapel. Dem Verursacher werden in der Stadt bis zum heutigen Tag Heiligenschreine gewidmet, sein Besuch beim Abschiedsspiel von Ciro Ferrara im Sommer 2005 führte zu einer Maradona-Feierstunde, als dieser vor 70.000 Zuschauern seine alte Wirkungsstätte, das Stadion San Paolo, betrat. Vor Maradona war der SSC Neapel nur ein 1904 gegründeter Fußballverein von Hafenarbeitern, die natürlich aus England kamen. Belacht und mit hoher Nase in den Fußballhochburgen Rom, Turin und Mailand bedacht, spielte man keine Rolle im Konzert der Großen, diente nur als Beispiel des armen wie hinterherhinkenden Südens. Lediglich zwei Pokalsiege konnten vom Kuchen der Großclubs erkämpft werden, man gewann 1962 und 1976 die Coppa Italia. Der Fußballnorden Italiens musste sich wahrlich nicht bedroht fühlen durch diesen SSC Neapel. Weiterlesen

Ein Kaiser ohne Kleider


Veröffentlicht am 23. Juni 2014

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Ein großartiger Fußballer für den Olymp der Außergewöhnlichen wird man nicht nur durch gute Spiele und Tore, sondern durch ein Lebenswerk und Turniere, denen man seinen Stempel aufdrückt. Dem Clubfußball hat Cristiano Ronaldo große Spiele beschert, mit seiner Leistung zu Titeln und Erfolgen beigetragen. Im Trikot der Nationalelf bleibt vieles Stückwerk, gelingt wenig, gleicht er einem ewig Unvollendeten. Aus dem Baukasten für phantastische Fußballer hat er einige begnadete Werkzeuge mitbekommen, er wandelt damit nicht auf dem Weg des großen Eusébio, geht eher auf den Pfaden von David Beckham. Verdenken kann man es ihm nicht, Geld und Ruhm sind beachtlicher Treibstoff für ein Leben. Wer würde wohl nicht in den Glitzer dieser Welt greifen, wenn er ihm so üppig geboten? Nun muss auch die größte Werbeikone des Weltfußballs vorzeitig die Heimreise antreten. Das 2:2 von Portugal gegen die USA besiegelte auch sein WM-Schicksal, der fadenscheinige Strohhalm einer Resthoffnung bleibt Illusion. Weiterlesen

Der Jugend ihren Lauf!


Veröffentlicht am 19. Juni 2014

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„Ich habe keine Angst, der Jugend eine Chance zu geben. Denken wir zurück an 1958 als Pelé auf der Szene erschien, ein 17-Jähriger. Er kam, um den Fußball zu erobern und wurde einer der besten, wenn nicht der beste und berühmteste Fußballer aller Zeiten. Als er 1958 nach Schweden kam, war er nicht einmal in Brasilien bekannt. Einen Monat später war er ein Superstar und wurde von da an ein immer noch größerer Superstar. Die WM-Geschichte lieferte genügend andere Beispiele. Maradona war sehr jung, als er anfing für Argentinien zu spielen. Auch Beckenbauer und Cruyff waren schon in jungen Jahren große Fußballer.“

(Roy Hodgson, Nationaltrainer England, WM Brasilien, 14. Juni 2014)