Schlagwort-Archive: Philosophie

Arrigo Sacchi über Arrigo Sacchi


Veröffentlicht am 10. Oktober 2015

imago00749998m_c

„Ich war der Einzige, der sie führen und dazu bringen konnte, ein Zusammenspiel zu entwickeln, dass ihre Möglichkeiten als Mannschaft maximierten. Meine Philosophie war es, den Spielern so viel wie möglich beizubringen, damit sie so viel wie möglich im Kopf hatten. Derart auf jedes denkbare Szenario auf dem Platz vorbereitet, sollten sie dann in der Lage sein, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Viele glauben, dass es beim Fußball darum geht, dass der Spieler sich selbst entfaltet. Aber das ist nicht der Fall, zumindest nicht an und für sich. Der Spieler muss sich innerhalb der vom Trainer gemachten Vorgaben entfalten. Und deshalb muss der Trainer seinen Kopf mit so vielen denkbaren Szenarien, Instrumenten, Spielzügen, mit so vielen Informationen wie möglich füllen. Dann trifft der Spieler darauf basierend Entscheidungen. Und es geht darum, ein Spieler zu sein. Nicht bloß geschickt oder athletisch. Ich will weder Roboter noch Individualisten. Ich will Leute, die mich verstehen und die ihre Intelligenz in den Dienst der Mannschaft stellen. Kurz gesagt wollte ich Leute, die wussten, wie man Fußball spielt.“

(„Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, London 2008)

Arbeit und Leidenschaft für den Fußball


Veröffentlicht am 24. September 2014

imago17280452m_c

„Ich beabsichtige, noch in England zu bleiben und abzuwarten, was passiert, bin dabei für vieles offen. Von meinen Methoden und meiner Philosophie bin ich nach wie vor überzeugt und zweifele nicht daran, mit meiner Arbeit noch einigen Clubs helfen zu können.“

(Felix Magath, London, 24. September 2014)

WM wirft Schatten voraus


Veröffentlicht am 26. Januar 2014

imago08105680m_c

„Ich weiß nicht, warum unsere WM-Gruppe als schwierig bezeichnet wird, interessant trifft es wohl eher. Wegen Jürgen Klinsmann steht natürlich das Duell gegen die USA besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Ghana hat eine ordentliche Mannschaft. Portugal war oft eine Art Geheimfavorit, hat dies aber in Turnieren nicht bestätigt. Daher sehe ich keine großen Hindernisse auf dem Weg in die Zwischenrunde. Die Bedingungen in Brasilien sind für alle gleich. Man muss diese Bedingungen für sich nutzen und im Vorfeld nicht als eine Art Hürde aufbauen. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, Joachim Löw war in den letzten Jahren erfolgreich, die Nationalmannschaft hat guten Fußball gespielt und Qualität gezeigt. Allerdings haben wir die entscheidenden Spiele nicht gewonnen. Natürlich gibt es nun die berechtigte Erwartung der Fans, endlich etwas zu holen. Ich kann diese Sehnsucht der deutschen Fans auf einen Titel gut verstehen.“

(Felix Magath, „Heute im Stadion“ – Live in Bayern 1, 25. Januar 2014)

„Voraussetzungslosigkeit“


Veröffentlicht am 26. September 2013

„Der Fußball erfüllt eine Reihe von besonderen Kriterien, die einfach klingen, jedoch grundlegend sind. Als Teamsport lebt er von der sehr reizvollen Verquickung von Einzel- und Teamarbeit. Zum Fußball gehört auch die ‚Voraussetzungslosigkeit‘. Hegel sprach von der ‚Voraussetzungslosigkeit der Philosophie‘. Beim Fußball ist die Voraussetzungslosigkeit materiell: Alles kann zum Ball werden, wir erinnern uns an die Lumpenbälle von früher, man braucht keine besondere Kleidung oder Schuhe, ein Tor kann auch aus zwei Pullovern bestehen, auch der Platz ist nicht besonders definiert. Man kann sich den Platz dann erobern, den man braucht: die Straße, den Acker. Fußball bietet des Weiteren ein ungeheures Nachahmungsangebot dar: Man sieht das Spiel und denkt, das kann ich auch.“

(Detlev Claussen, Soziologe, Interview Freitag, 5. Oktober 2007)

Der Neue im Camp Nou


Veröffentlicht am 18. August 2013

Argentinier Gerardo Martino ist Cheftrainer des FC Barcelona

imago14072403m_c

Die durch Erkrankung und Rücktritt von Tito Vilanova entstandene Erschütterung aufzufangen, im Club wie mit der Mannschaft wieder gestalterische Kraft zu entwickeln, haben sie in Barcelona den richtigen Mann gefunden. Der 50-jährige Argentinier Gerardo Martino ist also neuer Barca-Coach. Er sorgte bei der WM 2010 für Furore, führte Paraguay ins Viertelfinale, wo man Europameister Spanien alles abverlangte. Nach deren Trainer del Bosque sogar „ein komplizierterer Gegner als Deutschland“. Mit 1:0 siegte Spanien, knapp, glücklich und hart umkämpft. Weiterlesen

Ernst Happel (II) – Holländische Jahre


Veröffentlicht am 13. August 2013

Ein Wiener zieht in die Welt, um den Fußball zu revolutionieren

imago07762045m_c

In Zeiten, wo Wohnungssuche und Harndrang von Spielern oder die Flughafenankunft eines Trainers Fußballnachrichten darstellen, ist den Apologeten solcher Meldungen schwer zu vermitteln, wie großartig und erfolgreich ein Trainer vom Qualitätsschlag Ernst Happels auch in unserer Zeit wäre. Aura und Charakter, wenn sie mit Kontur, Ecken und Kanten daherkommen, sind angeblich nicht mehr gefragt. Weit gefehlt! Das Außergewöhnliche im Fußball wird nur von außergewöhnlichen Persönlichkeiten geschaffen und ist auch nach Happel oft von seinem Holz. So Luis Aragonés, der Spaniens Nationalmannschaft aus 40-jähriger Agonie erweckte, so Felix Magath, der aus grauen Mäusen erfolgreiche Meisterwölfe machte und so Otto Rehhagel, der einen Fußballzwerg zum europäischen Thronriesen erhob. Durch die Bank eher kluge Beobachter als denn hyperaktive Dampfplauderer. Kollegen nach Happels Geschmack. Der Welt erfolgreichster Fußballtrainer war einem Happel immer näher als jedem Konzepttrainer, wer den Sir auf der Rennbahn trifft, sollte ihn danach fragen. Weiterlesen

Loyalität als Prinzip


Veröffentlicht am 19. April 2013

Bernd Hollerbach & Werner Leuthard: Sportsgeist, Qualität und Anstand

D’Artagnan wollte unbedingt Musketier werden und das Herz einer Königin erobern. Auf diesem Weg haben wir ihn in Kindertagen begleitet, dabei Mutters abendliche Sperrstunde mit der Taschenlampe unter der Bettdecke durchbrochen. Die Welt von Mantel und Degen fanden wir so toll wie die nachmittäglichen Fußballspiele auf dem Wäscheplatz. Manch Abenteuer der Kindheit geht verloren, da geht es Menschen wie Büchern. Den Leitspruch der tapferen Musketiere hat, wer ihn einmal gehört oder gelesen, niemand mehr vergessen: „Einer für alle, alle für einen!“ Weiterlesen