Schlagwort-Archive: Platz

Holländische Schonkost


Veröffentlicht am 28. Dezember 2015

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Hinrunde in der Premier League (fast) abgeschlossen

Das Spitzenspiel am 19. Spieltag der Premier League sollten Manchester United und der FC Chelsea liefern. Im Old Trafford stellte sich Chelsea hinten rein und setzte auf Konter, während sich der Gastgeber am Spiel versuchte. Gemessen an den bisherigen Leistungen beider Teams gehörte dieses Spiel zu den besseren Saisonereignissen. Die holländischen Trainer Louis van Gaal und Guus Hiddink kennen sich und ihr Wesen ein Fußballleben lang. Die Akzente setzten ihre Torhüter. Mit Weltklasseparaden sorgten David de Gea und Thibaut Courtois für den dauerhaften Bestand der Null. Die Partie hatte starke Momente, schon in der ersten Minute knallte Manchesters Offensivmann Juan Mata den Ball gegen die Latte, und langatmige Phasen. Das erreichte 0:0 hilft beiden nicht von der Stelle. Die Blues kommen nicht aus den Niederungen, die Verbesserung auf den 14. Platz wird nicht für Euphorie sorgen. Die Red Devils verharren weiter auf dem 6. Platz. Die medialen Kampagnen gegen Louis van Gaal werden damit wohl nur wenig gebremst. Das wirkliche Spitzenspiel könnte am Dienstag in Leicester stattfinden, der Gastgeber empfängt als Tabellenzweiter den Viertplatzierten Manchester City. Bis zu dieser Partie bleiben die Gunners aus London allerdings Tabellenführer. Das Team von Arsène Wenger besiegte im heimischen Emirates Stadium den Aufsteiger AFC Bournemouth farblos aber verdient mit 2:0, Torschützen Gabriel Paulista und Mesut Özil. Die Klatsche von Southampton steckte zwar noch in den Gunners-Knochen, aber immerhin blieben drei wichtige Punkte in London. Die Konkurrenz schläft nämlich nicht. Weiterlesen

Wesentlicher Unterschied


Veröffentlicht am 22. Dezember 2015

„Ich sehe keinen Verfolger, der den BVB noch von Platz zwei verdrängen könnte, trotz der Niederlage in Köln. […] Schalke steuert auf eine weitere verschenkte Saison zu.“

(Felix Magath, Kolumne tz-München, 21. Dezember 2015)

Was ist los im Königreich Mourinho?


Veröffentlicht am 15. Oktober 2015

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Fußball-England wundert über den FC Chelsea und blickt auf dessen Trainer

Man muss José Mourinho nicht in Schutz nehmen, seine Erfolge geben dem anschwellenden Zorngesang deutliche Antwort. Als verantwortlicher Cheftrainer oder Manager hat er in seiner Heimat zwei Meistertitel mit dem FC Porto geholt, drei in England mit dem FC Chelsea, zwei in Italien mit Inter Mailand und einen mit Real Madrid in Spanien. Dazu gesellen sich mit Porto und Inter zwei Champions League Siege und einer im UEFA Cup. Mit jedem dieser vier Clubs konnte er auch den heimischen Landespokal und den jeweiligen Supercup gewinnen. 22 Titel darf er sein eigen nennen, für 15 Berufsjahre keine schlechte Bilanz. Er hatte noch nicht das 50. Lebensjahr vollendet, als er bereits 100 Champions League Spiele auf seiner Habenseite verbuchen konnte. Niemals hat ein Trainer in England mehr Punkte eingefahren als er es in der Meistersaison 2004/2005 tat, Chelsea schloss mit 95 Zählern ab. Titel wie Welttrainer und Europas Trainer des Jahres flatterten ihm mehrmals ins Haus. Wer wollte es diesem Mann verdenken, wenn er dem Absender einer dummen Frage die Nutzung von Google ans Herz legt. Hätte es Google schon gegeben, diese Antwort wäre sicher auch im Köcher von Ernst Happel auffindbar gewesen. Wie Happel verachtet Mourinho jene Machart der Berichterstattung, die ohne fachlichen Hintergrund Urteile und Wertungen im Stakkato-Takt liefert. Auf der anderen Seite füttert er genau diese Art Berichterstattung mit Vorliebe und hat diebisches Vergnügen, wenn er zitierfähiges Material streut. Eine eckige Persönlichkeit dieser José Mário dos Santos Félix Mourinho. Stromlinienförmig geht anders, Beliebigkeit ist Mourinhos Sache nicht. Weiterlesen

Erwartetes und Unerwartetes


Veröffentlicht am 31. August 2015

Aufsteiger Sporting Gijón – hier Isma López (rechts) im Laufduell mit James Rodríguez – trotzte dem haushohen Favoriten Real Madrid zum Saisonstart in der Primera División ein Unentschieden ab.

Aufsteiger Sporting Gijón – hier Isma López (rechts) im Laufduell mit James Rodríguez – trotzte dem haushohen Favoriten Real Madrid zum Saisonstart in der Primera División ein Unentschieden ab.

Neulinge in Europas Top-Ligen mit unterschiedlichem Start

Eigentlich gehört der Verein in diese Auflistung nicht hinein. Der SD Eibar, Lieblingsclub aller Fußballromantiker und Aufsteiger in die Primera División 2014 hat sich allerdings auf diesen Seiten des Öfteren einen Blick verdient. So soll es bleiben. In einer ersten Draufschau auf die Startphase der Aufsteiger in den wichtigsten europäischen Ligen darf der SD Eibar seinen Nachfolgern durchaus als eine Art Vorbild dienen. Der zwergenhafte Verein hat in der letzten Saison gezeigt, wie man im Meer des großen Geldflusses kämpfen und überleben kann, sich in der obersten Spielklasse Spaniens festgekrallt. Das nötige Glück kam dann spät aber rechtzeitig dazu und wurde dem Fußball-Underdog aus allen Himmelsrichtungen von Herzen gegönnt. Aktuell sorgt man wieder für Furore. Die zweite Spielzeit beginnt mit einem Ausrufezeichen. Das baskische Lokalderby gegen das hochgehandelte Team von Athletic Bilbao wurde mit 2:0 im eigenen Estadio Municipal de Ipurua vor 6.000 Zuschauern gewonnen. Die 27.000 Einwohner von Eibar stehen seit Sonntag freudetaumelnd Kopf. Nebenher ist man nach zwei Spieltagen Tabellenführer von Spaniens Eliteliga. Ein Ort im Fußballrausch – wir werden schauen, wie lange dieser anhält. Was an tabellarischem Freud und Leid bei den aktuellen Aufsteigern in Europas Spitzenligen zu finden, wird nun erstmals beleuchtet. So soll es im gesamten Verlauf der Saison bleiben und das Scheinwerferlicht nicht nur den wohlbekannten Eliteclubs gehören. Weiterlesen

Hot Heart grüßen von oben


Veröffentlicht am 28. August 2015

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Aufsteiger in der Scottish Premiership sorgt für Furore

Nach fünf Spieltagen alleiniger Tabellenführer mit fünf Siegen aus fünf Spielen, 15 Punkte und 13:5 Tore, sogar zwei Punkte Vorsprung vor dem Rekord- und Serienmeister. So etwas liest sich für jeden Aufsteiger wie ein Märchen, ist aber schottische Realität. Dennoch trägt auch dieses Märchen viel von einer Tragödie in sich, deren Höhepunkte den Anhängern des Heart of Midlothian Football Club bis heute flimmerndes Herzrasen verursachen. Während im Süden der britischen Insel eine gigantische Geldschwemme Vereine und Trainer der Premier League offensichtlich überfordert und Spieler reich und reicher macht, darbt man im rauen Fußball-Norden des Königreichs und muss sich mit den Brosamen des globalen Fußballmarkts ans Überleben klammern. Notlagen kennt der schottische Ligaalltag zur Genüge, diese sorgen oftmals für Geschichten vom Hinfallen und Wiederaufstehen. Die Glasgow Rangers versuchen sich gerade daran und sind mit Platz eins nach drei Spieltagen Tabellenführer der Scottish Championship, Schottlands zweiter Liga. Wäre dies am Saisonende noch der Fall, hätten die Rangers ihre so sehnlich erwünschte Rückkehr ins schottische Fußballoberhaus geschafft. Ein anderes Kapitel der Fußballauferstehung in Schottland darf mit Fug und Recht Heart of Midlothian FC für sich in Anspruch nehmen. Der aktuelle Aufsteiger in die Scottish Premiership ist dort beileibe kein Neuling, eher ein Rückkehrer. Historische Daten von strahlender und finsterer Natur pflastern den Weg des Clubs aus der Hauptstadt Edinburgh und gehören zur Fußballgeschichte der stolzen Schotten. 1960 stand die Fußballsonne besonders hell über den Heart of Midlothian, in der Saison 1959/60 holte man den einzigen Meistertitel seiner Vereinsgeschichte. Über Jahrzehnte konnte man zwar den Schritt der Rangers und von Celtic nicht mithalten, gehörte aber mit dem FC Aberdeen und Dundee United zum etablierten Verfolgerfeld und Anwärter auf Platz drei, mit oftmaliger Teilnahme am UEFA Pokal. Weiterlesen

El Tractor mit der Nummer vier


Veröffentlicht am 17. August 2015

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Der außergewöhnliche Weg des Javier Zanetti

Geboren wurde er 1973 in Buenos Aires, ging mit 19 Jahren in die Provinz zu Talleres de Escala, um nach einem Jahr und 17 Spielen in die Hauptstadt zum Vorortverein CA Banfield zurückzukehren. Dort spielte er 66 Partien in Abwehr und Mittelfeld und machte sich 1995 auf nach Europa, um die alte Welt zu erobern. Es sollte ihm gelingen. Javier Zanetti schrieb Fußballgeschichte. Als diese glanzvolle Spielerlaufbahn endete, waren Fabelrekorde gebrochen und eine Legende geschaffen. Zanetti gestaltete diese atemberaubende Karriere nicht mit dem infantilen Zirkus der Marke Beckham oder Ronaldo, sondern als ein kluger junger Mann, der ein gebildeter und verantwortungsvoller Erwachsener wurde. Ein Blick auf seine Zahlen lässt den Atem stocken und Ehrfurcht vor diesem Gentleman des Fußballs aufkommen, den seine Fans ob seines unermüdlichen Einsatzes ganz unfein aber respektvoll „Traktor“ nannten. Weiterlesen

Bundesliga-Saison 2015/16


Veröffentlicht am 13. August 2015

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Eine Prognose von Felix Magath

Liebe Leser, Freunde und Fans,

hier im Überblick für Euch meine Prognose für den Ausgang der bevorstehenden Bundesliga-Saison 2015/16. Dabei zusammengefasst, die in mehreren Kolumnen veröffentlichten, inhaltlichen Begründungen, weshalb und warum ich für den jeweiligen Verein diese oder jene Platzierung erwarte. Ich habe mich nicht von Sympathien oder Vorlieben leiten lassen, sondern bin ausschließlich meiner sportlichen Einschätzung und Bewertung nach Eindrücken vor Beginn der Saison gefolgt. Ich freue mich auf Eure Reaktion, Meinung und Kritik, die Ihr wie immer bei Magath-Facebook gerne hinterlassen könnt. Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Mit sportlichen Grüßen
Felix Magath

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Chile – Argentinien 4:1 i.E. (0:0 n.V.)


Veröffentlicht am 5. Juli 2015

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Gastgeber Chile gewinnt erstmals die Copa América

Im Vorfeld bei Fans wie Medien – nicht unter Spielern – ein unappetitliches Geklimper nebst Diffamierungen auf beiden Seiten. Alte politische Rivalitäten machten vor dem Sport mal wieder nicht halt. Dennoch, es traten zum Endspiel der Copa América 2015 die derzeit besten Teams des Kontinents an, kreuzten im Estadio Nacional in Chiles Hauptstadt Santiago die fußballerischen Klingen. In der Vorfeld-Rhetorik viel vom Generationengold die Rede. Dessen Glanz entfaltet sich im Fußball allerdings nicht immer, ist manchmal mehr Fluch als Segen. Auf der anderen Seite gibt es Siege von historischer Bedeutung. Chile gelang einer. Nun gehört man endlich zu den südamerikanischen Titelträgern. Auch Chile trat mit seiner „Goldenen Generation“ an, bessere Fußballer hatte das Land noch nie. Vor allem hatte man niemals ein besseres Team. Weiterlesen

* 9. Februar 1931 – † 29. Juni 2015


Veröffentlicht am 29. Juni 2015

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Josef Masopust

Ihm gelang, was weder Diego Maradona noch Lionel Messi ihr Eigen nennen können. In einem WM-Endspiel schoss er ein Tor. Es war 1962 im Estadio Nacional de Chile zu Santiago, wo aktuell die Copa América 2015 ihrem Höhepunkt entgegen schwingt. Ein Mann aus dem großen Gestern des Fußballs war Josef Masopust, dessen Geburtsdorf Střimice schon in den Fünfziger Jahren dem Bergbau weichen musste. Am 9. Februar 1931 wurde er dort geboren, in Prag ist er nun am 29. Juni 2015 im Alter von 84 Jahren gestorben. Von 1952 bis 1968 spielte er für seinen geliebten Verein Dukla Prag, stand in 333 Spielen für den Club auf dem Platz und schoss 69 Tore. Im linken Mittelfeld zog er die Fäden und agierte stets auf technisch hohem Niveau. Es waren vor allem und ständig die Südamerikaner, unter ihnen der große Pelé, die ihn als „Brasilianer“ bezeichneten – zur damaligen Zeit noch ein uneingeschränktes Kompliment – damit seine Brillanz am Ball und seine spielerische Leichtigkeit ehrten. 1954 debütierte er im Nationalteam der Tschechoslowakei, 1966 beendete er nach 63 Länderspielen seine Karriere in der Nationalmannschaft. Mit Dukla wurde er achtmal Meister in seiner Heimat, der größte Triumph allerdings in der Niederlage. In besagtem Endspiel der WM in Chile gelang ihm am 17. Juni 1962 der Treffer für die Ewigkeit. Es war die 15. Minute, als die Tschechoslowakei den Favoriten schreckte und durch Josef Masopust mit 1:0 in Führung ging. Am Ende siegten die Brasilianer mit 3:1. Masopust kehrte mit seinem Team als Vizeweltmeister in die Heimat zurück, bejubelt und geehrt, als wäre man mit dem Titel heimgekommen. Seine Ehrungen waren damit nicht zu Ende. Im Jahr 1962 umgehend der größte persönliche Triumph. Josef Masopust wurde vor dem legendären Eusébio und dem deutschen Defensivstrategen Karl-Heinz Schnellinger Europas Fußballer des Jahres und gewann den Ballon d’Or. Bis 2003 blieb er der einzige Tscheche, dem diese Auszeichnung verliehen wurde, 2003 folgte ihm darin sein bei Juventus spielender Landsmann Pavel Nedvěd. In seiner Heimat trauert man weit über die Fußballszene um Josef Masopust. Die kleine Nation hat einen großen Sportler und Zeitzeugen verloren.

Redaktion Magath & Fußball