Schlagwort-Archive: Pokalfinale

Der lange Abschied


Veröffentlicht am 2. Juni 2015

imago20014383m_c

Wenn ein Pokalfinale nur noch Nebensache

Der Herzog von Wellington hatte recht: „Man könne die Geschichte eines Tanzvergnügens ebenso wenig wie die Geschichte einer Schlacht schreiben. Jeder Teilnehmer behält eine andere Erinnerung an das Ereignis im Gedächtnis, manch glückliche, manch traurige, selten eine objektive.“ Wenn vom DFB-Pokalfinale zu Berlin 2015 eines hängen blieb, dann der Dauer-Scheinwerfer auf einen Davongehenden. Der Trainer der unterlegenen Mannschaft war vor, während und nach der Partie Hauptbestandteil einer sich heiß laufenden Berichterstattung und als Person längst losgelöst vom eigentlichen Ereignis. Die Demission des Jürgen Klopp in Dortmund überstrahlte das Spiel. Dieses gewann der VfL Wolfsburg mit 3:1 und nahm den Pokaltitel mit in die VW-Hochburg am Mittellandkanal. Titel will auch Jürgen Klopp bald wieder mitnehmen. Er muss dabei nicht auf die Provinz schauen, es steht ihm die Fußballwelt offen. Nach sieben sehr erfolgreichen Jahren in Dortmund, die den Bayern immerhin zwei Meistertitel kosteten, winken neue Aufgaben. Was wird der Mann tun? Die Republik hat zu rätseln. Die öffentliche Verklärung, die man dem Betroffenen nicht ankreiden darf, landet fast in den Verehrungssphären eines Helmut Schmidt. So wie der Altkanzler allerdings längst alles hinter sich, hat Jürgen Klopp noch vieles vor sich. Der Tratsch reicht von der Anfield Road über den Vesuv zu Neapel bis zur Säbener Straße, selbst das Geraune einer baldigen Rückkehr an die Stätte einstiger Triumphe will nicht verstummen. Man darf gespannt sein, wohin diese Reise geht. Bis dahin darf man dem Fußballtrainer im Wartestand eine geruhsame Zeit und ein paar freie Tage wünschen. Verdient hat er sie längst.

Redaktion Magath & Fußball

Auf dem Weg zum Triple


Veröffentlicht am 1. Juni 2015

imago20016673m_c

Barca und Juve feiern Pokalsieg

Das Finale der Copa del Rey geriet am Samstagabend zu einer relativ einseitigen Angelegenheit. Nach dem Gewinn der Meisterschaft sicherte sich der FC Barcelona durch ein 3:1 über Athletic Bilbao im Camp Nou bereits den zweiten großen Titel dieser Saison und hat natürlich trotzdem längst nicht genug. Im Champions League Finale am kommenden Wochenende soll in Berlin nach 2009 das zweite Triple der katalanischen Vereinsgeschichte sichergestellt werden. Als Endspielgegner hat die Alte Dame naturgemäß etwas dagegen. Auch bei Juventus Turin lebt dank Meistertitel und Pokalsieg über Lazio Rom (2:1 n.V.) der Triple-Traum. Weiterlesen

Schwarz-Gelbe Flut an der Spree


Veröffentlicht am 30. Mai 2015

imago10568748m_c

BVB mit Heimspiel im Pokalfinale

Die 72. Auflage des DFB-Pokalendspiels sieht im Berliner Olympiastadion den Publikumsmagneten Borussia Dortmund und den scheckbuchgestärkten VfL Wolfsburg aufeinandertreffen. Das geschichtsträchtige Stadion wird dabei in einem schwarz-gelben Meer zur verlängerten Außenstelle des Signal Iduna Parks. Der grün daherkommende, frisch gebackene Vizemeister vom Mittellandkanal wird dennoch wegen der abgelaufenen Saisonleistung als leichter Favorit in die Partie gehen. Zu gerne würde der VW Konzern der 2009 erspielten Magath-Meisterschale neues Siegermetall an die Seite geben. Sicherlich nicht finanziell, aber immer noch sportlich kann der BVB natürlich in einem Spiel mit den Autobauern mithalten. In Sachen Fans spielt man in einem völlig anderen Universum. Borussia Dortmund hat auch in Berlin große Scharen von Anhängern, selbst im Reichstag unter den Abgeordneten gibt es längst die „Bundestagsborussen“. Wolfsburg-Fans sind außerhalb der eigenen Stadtmauer und des Werksgeländes von VW schwerlich mit der Lupe zu finden. Man erwartet dagegen um die 80.000 BVB-Fans in der Bundeshauptstadt. Das Plus der Kehlen, Hände und Herzen liegt am Samstag also eindeutig beim Verein aus der Ruhrmetropole. Die aus Dortmund und ganz Deutschland anreisenden Schwarz-Gelben werden sich mit den Borussen-Fans vor Ort mischen und Berlin einen Tag okkupieren. Der letzte Einsatz von Jürgen Klopp als Borussen-Trainer, der bei ihm immer auch Auftritt, wird ein Übriges tun und noch den letzten BVB-Fan mobilisieren. Bevor die Pöhler-Mütze endgültig an den Nagel der Fußballgeschichte gehangen und ihr Träger zu neuen Ufern aufbricht, möchte das Meer von Borussen-Fans an den heimischen Borsigplatz zurückschwappen, den DFB-Pokal in Händen ihrer Idole sehen und ihren Lieblingstrainer tränenreich verabschieden. VW würde dem geplanten Spektakel wohl liebend gerne mit einem Autokorso in der Autostadt einen Strich durch die Rechnung machen. Egal wer den Pott final in seinen Händen hält, möge die Hawk-Eye-Premiere in einem DFB-Pokalfinale die Chance auf einen gerechten Sieger erhöhen und kein Bayern-Dusel dieses Spiel entscheiden. Auf denn, zum Feste!

Redaktion Magath & Fußball

Von Wembley nach Ruhleben


Veröffentlicht am 16. Mai 2014

Fußballfest steht an – DFB Pokalfinale 2014 in Berlin

Bayern wie der BVB landen am Pokaltag an der Berliner U-Bahnlinie U2. Zwischen Neu-Westend und Ruhleben raus, schon ist man am Olympiastadion. Immerhin! Aber man ist eben nicht am Estádio da Luz zu Lissabon. Wenn dort das Champions League Finale steigt sind Bayern wie Dortmunder nur als Sprossen auf der Final-Leiter von Real Madrid ein Erinnerungshauch. Auf dem Weg der Königlichen verdorrten die Bayern am Ballbesitz, scheiterten an souveränen Madrilenen während die Dortmunder nur über sich selbst und ihre desaströse Chancenverwertung stolperten. Die Klopp-Mannen hatten das Ancelotti-Team phasenweise an die Wand gespielt, über das Spiel der Guardiola-Elf wird dies niemand so sagen. Alles Vergangenheit, das europäische Finale also ohne seine letztjährigen Protagonisten. Darin liegt auch ein wenig die Crux der Saisonbetrachtung beider Clubs. Weiterlesen

Ligaalltag vor FA Cup Finale


Veröffentlicht am 25. April 2014

Hulls Jake Livermore in Aktion im Spiel gegen den FC Liverpool.

Hulls Jake Livermore in Aktion im Spiel gegen den FC Liverpool.

Am 17. Mai 2014 steht Hull City ein großer Tag ins Haus, der größte der Vereinsgeschichte. In Wembley trifft man im FA Cup Finale – einem Hochamt des englischen Fußballs – auf Arsenal London. Davor haben die Fußballgötter aber noch den Ligaalltag gesetzt, der auch gnadenlos an die Pforten von Hull City klopft. In Hull ist das Abstiegsgespenst längst nicht gebannt. Inklusive eines Nachholspiels bei Manchester United hat Hull City noch den Kampf um zwölf mögliche Punkte vor sich. Am Samstag wird die Mannschaft von Felix Magath und seines Fulham FC alles geben, um die Spieler von Trainer Steve Bruce mit leeren Hände auf die Heimreise zu schicken. Das Team von Hull City ist der Spiegel seines Trainers. 21 Jahre war Steve Bruce als Innenverteidiger im englischen Fußball aktiv, die von ihm trainierten Mannschaften, seit 1998 arbeitet er als Trainer und Manager, haben immer über respektable und geordnete Defensiven verfügt, mit ordentlichen Abwehrleistungen aufgewartet. Weiterlesen