Schlagwort-Archive: Präsident

Marseillaise in Wembley


Veröffentlicht am 17. November 2015

Beim Playoff-Rückspiel zwischen Irland und Bosnien-Herzegowina wurde in Dublin mit einer Schweigeminute den Pariser Terroropfern gedacht.

Beim Playoff-Rückspiel zwischen Irland und Bosnien-Herzegowina wurde in Dublin mit einer Schweigeminute den Pariser Terroropfern gedacht.

Tage des Unbehagens bestimmen auch die Fußballbranche

Die Iren haben es geschafft, mit einem 2:0-Sieg über Bosnien-Herzegowina gelang ihnen die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich. Wer an die Auftritte irischer Fans bei Großturnieren denkt, der muss sich darüber freuen. Fans von der grünen Insel sind immer ein Stimmungshighlight der tollen und friedlichen Art. Gute Stimmung wird das Turnier gebrauchen können, keiner weiß heute wie es im Sommer 2016 um dieses bestellt sein wird. Frankreichs Fußballidol Just Fontaine, einst Torschützenkönig der WM 1958, sieht skeptisch auf das Turnier im nächsten Jahr. Die französische Sicherheitslage veranlasst den agilen Rentner zum bitteren Rat an seine Landsleute, man möge bitte das Turnier an eine andere Nation abgeben. Auch solche Stimmen gibt es dieser Tage. Sie sind zu verstehen. Weiterlesen

Kleines Land, große Persönlichkeit


Veröffentlicht am 9. August 2015

Carmel Busuttil im getauschten DFB-Trikot nach der 2:3-Niederlage Maltas im Dezember 1984.

Carmel Busuttil im getauschten DFB-Trikot nach der 2:3-Niederlage Maltas im Dezember 1984.

Die Karriere des Carmel Busuttil

Es endete wie es begann, der Gegner hieß Island. In Messina auf Sizilien besiegten Busuttil und seine Mannschaftskameraden am 5. Juni 1982 das Team der Nordländer in einem EM-Qualifikationsspiel mit 2:1. Sein erstes Länderspiel. Das letzte Spiel für seine Nation bestritt er am 25. Mai 2001 im Rahmen der WM-Qualifikation in La Valletta, ein Abschluss der guten Art blieb allerdings verwehrt. Island behielt die Oberhand, Busuttil und sein Team mussten sich mit 1:4 geschlagen geben. Die persönliche Bilanz von Carmel Busuttil zählte am Ende des Tages 111 Länderspiele und 23 Treffer. Busuttil war der erste Malteser, der die 100-Spiele-Marke an Einsätzen für sein Land erreichte. Die großen Sporttitel und das noch größere Geld waren mit dieser Laufbahn dennoch nicht zu machen. Busuttil musste als Nationalspieler seines Heimatlandes Malta auch eine Menge einstecken. 16 Siege konnte er bejubeln, 20 Unentschieden verbuchen und 75 Niederlagen musste er ertragen. Malta ist ein historischer Zauberort und eine geschichtliche Adresse voller Legenden, ein Fußballriese war es nie. Im Gegenteil, bis heute gilt die Insel Malta als leichte Beute und Zwerg des Weltsports Fußball, findet dennoch immer wieder Jungen und Männer, die mit Stolz und Freude am Spiel das Trikot ihres Landes tragen. Ihr großes Vorbild ist Carmel Busuttil. Weiterlesen

Fußballdemokratie


Veröffentlicht am 19. Juli 2015

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Amtsinhaber Josep Maria Bartomeu gewinnt Präsidentenwahl des FC Barcelona

Der FC Barcelona wählt seine wichtigste Führungsperson in freier und geheimer Wahl nach demokratischen Spielregeln. Alle 110.000 Mitglieder des Vereins sind stimmberechtigt. Der Wahlkampf der letzten Wochen war intensiv und teilweise persönlich, das Publikum in Barcelona und Katalonien nahm geneigt wie interessiert teil. Nun sind die Würfel gefallen. Die Freundschaft zu den Club-Ikonen Johan Cruyff und Pep Guardiola half bei einem Comebackversuch nicht. Joan Laporta war von 2003 bis 2010 Präsident des FC Barcelona, wollte zurück ins Amt. Persönliche Eloquenz, die erfolgreiche Ära glanzvoller Titel und Triumphe seiner Präsidentschaft nebst dem Zuspruch von Lionel Messi schienen ein ausreichender Sieggarant. Der Rechtsanwalt Laporta hatte als Politiker wenig Erfolg, die erneute Thronbesteigung bei Barça schien reizvoll. So warf er, nebst zwei unbedeutenden Zählkandidaten, dem amtierenden Präsidenten Josep Maria Bartomeu den Fehdehandschuh hin. Ein intensiver Wettkampf unterschiedlicher Charaktere nahm seinen öffentlichen Lauf. Weiterlesen

König für eine Nacht


Veröffentlicht am 3. Juli 2015

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Helmuth Duckadam gegen den FC Barcelona

Bevor Weltmänner des Fußballs ihre Denkerstirn nebst voller Aufmerksamkeit dem Spielbetrieb des FC Barcelona widmeten, saßen auf dessen Trainerbank auch schon gewichtige Persönlichkeiten und manch bunter Gesell. Größen wie Helenio Herrera, Rinus Michels, Hennes Weisweiler, Udo Lattek oder César Menotti konnten dem katalanischen Traum vom Europapokal der Landesmeister nicht nahe kommen. Der sangesfreudige wie temperamentvolle Engländer Terry Venables führte Barça immerhin an die Tür zum Glück. Ihm gelang was den großen Namen zuvor verwehrt blieb: man erreichte das Endspiel im Landesmeistercup. Erst die zweite Finalteilnahme in diesem ehrwürdigen Wettbewerb für die stolzen Katalanen. 1961 war man im Finale an Benfica Lissabon gescheitert. Nun der zweite Anlauf. Am 7. Mai 1986 stand der FC Barcelona in Sevilla dem rumänischen Armeeclub Steaua Bukarest gegenüber. Ins Estadio Ramón Sánchez Pizjuán passten damals noch 76.000 Zuschauer, 1.000 rumänische Fans und 75.000 Spanier standen sich gegenüber. Star und unumschränkter König im Reich von Terry Venables war der zwischen Weltklasse und Phlegma pendelnde deutsche Mittelfeldlenker Bernd Schuster, geachteter Kapitän von Barça. In Barcelona richtete man vorsorglich zur Siegesfeier. Die Namen der rumänischen Spieler kannte man in Barcelona so wenig wie im Rest Europas. Als erster auf deren Spielbogen Torwart Helmuth Duckadam, immerhin frisch gebackener Nationaltorwart seines Landes. Helmuth wer? Weiterlesen

Endlich vorbei


Veröffentlicht am 2. Juni 2015

Sepp Blatter räumt seinen Thron

Überfällig. Sepp Blatter hat seinen Rücktritt als Präsident des Weltverbandes Fifa angekündigt. Das gab er in Zürich bekannt. Vier Tage nach seiner erneuten Wahl zog Blatter damit endlich Konsequenzen. Alle Beteiligten im internationalen Fußball sollten jetzt weniger wie Funktionäre und mehr wie Sportler denken, die Chance auf einen Neuanfang nicht verspielen. Dieser Rücktritt ist noch keine Erneuerung aber ein Anfang. Ein guter Tag für den Fußball.

Redaktion Magath & Fußball

Unantastbar!


Veröffentlicht am 29. Mai 2015

FIFA Mehrheit wählt den moralischen Niedergang

Der Herbst des Patriarchen endet nicht. Diese neueste Krönung des Sepp Blatter ist eine weitere Ohrfeige für den Fußball und seine Fans. Der Usurpator siegt nach Belieben. Blamiert sind vermeintliche Gegner, die das Wort Opposition nicht verdienen. Schon am Vortag machten markige Sprüche Schlagzeilen und blieben ohne jeden Wirkungstreffer. Die UEFA muss sich diesen Blatter-Triumph ankreiden. Große Töne und vielschichtiges Palaver, an deren Ende nicht mal ein starker Gegenkandidat oder ein Boykott der Blatter-Show stand. Am Krönungstag kein kritischer Satz der Europäer, kein flammendes Plädoyer gegen Blatter, man blamierte sich mit peinlichem Schweigen. Zu wenig um einen skrupellosen Machtmenschen zu verdrängen und dessen Stimmblöcke in die Schranken zu weisen. Uneins und ängstlich hüpft die UEFA Familie übers marode Feld. Einen starken europäischen Eindruck machte einzig DFL-Präsident Reinhard Rauball, der Dinge beim Namen nennt ohne sich in blumigen Wortgirlanden zu verlieren. Sein „man darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ wurde gehört aber natürlich nicht beachtet. Weiterlesen

Unantastbar?


Veröffentlicht am 28. Mai 2015

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Die FIFA und Sepp Blatter am moralischen Abgrund

Wenn die Vernunftorientierten in der Weltgemeinschaft des Fußballs Sepp Blatter nun nicht vom Thron stoßen, wann dann? Nichts läuft mehr rund im Fußballuniversum. Die Wiener Zeitung schrieb „das System FIFA ist endgültig in der organisierten Kriminalität angekommen“, die FAZ titelt „Blatter muss abtreten“. Das Handelsblatt stellt lakonisch fest „für viele Fans hat der Fußball-Weltverband FIFA schon lange nichts mehr mit Sport zu tun“. Eine ARD-Dokumentation mit dem Titel „Der verkaufte Fußball“ deckt die Machenschaften von FIFA-Präsident Blatter zur besten Sendezeit auf und verschlägt Fans die Sprache. Völlig losgelöst von ethischen oder moralischen Grundsätzen zieht eine Clique von wenigen Funktionären ihre Kreise, die den Weltverband des Fußballs im Würgegriff hat und eine der schönsten Sportarten der Welt latent beschmutzt. Über allem Geschehen thront ein entrückter FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der je nach Nützlichkeit alles oder nichts weiß und am Ende immer da bleibt wo er stets war, an der Spitze. Dort hat er bis zum heutigen Tag willige Helfer. Einer dieser Adepten verglich ihn sogar mit Mutter Theresa, dem Papst und Winston Churchill. Weiterlesen

Der Mann aus Markranstädt


Veröffentlicht am 25. Januar 2015

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Nur ein Deutscher leitete jemals ein WM-Endspiel

Dieser FIFA-Präsident war noch Fußball und guter Stil, Marketing und Geld dominierten nicht das Spiel und dessen Umfeld. Daher kümmerte sich der Engländer Sir Stanley Rous persönlich um das von den Endspielteilnehmern aufgeworfene Problem der Schiedsrichterbesetzung des bevorstehenden WM-Finales im Aztekenstadion. Das am 21. Juni 1970 in Mexiko-Stadt stattfindende Ereignis brauchte dringlich einen Unparteiischen. Die Italiener wollten keinen Schiedsrichter aus Südamerika akzeptieren, die Brasilianer verweigerten sich gegen die prominenten Schiedsrichter aus den europäischen Spitzenverbänden. Der Spielraum also äußerst gering. Bei Stanley Rous war nicht nur der Weltverband in guten Händen, er verstand auch etwas von den Regeln und Notwendigkeiten. Immerhin war der Mann in seiner Jugend ein erfolgreicher Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 34 Länderspiele und als Höhepunkt dieser Karriere das FA Cup Endspiel 1934 in Wembley. Weiterlesen

Erste Runde rum


Veröffentlicht am 10. September 2014

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Europa erlebte ersten Spieltag der EM-Qualifikation

Weltmeister Deutschland und Titelverteidiger Spanien auf Kurs, der kleine Fußballzwerg Zypern siegt beim WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina. Viel Normalität, wenige Ausrufezeichen, bei 23 aus 53 kann nicht wirklich Spannung aufkommen. Aufregung aber allemal. Wie Luis Suárez und Mario Balotelli braucht auch Zlatan Ibrahimović das Theater um seine Person und lässt es gerne krachen, letztens nun per Ellbogen im Gesicht von David Alaba. Der Österreicher in Diensten von Bayern München hat überlebt, dennoch hätte Ibrahimović Rot verdient, bekam es nicht, lieferte aber danach mit seiner obligatorisch großen Klappe Sprüche und den Medien den größten Aufreger des ersten Spieltages dieser EM-Qualifikation. Ein Ergebnis gab es auch noch, Österreich und Schweden trennten sich 1:1. Obligatorisch auch die übliche Niederlage von Berti Vogts. Er und Aserbaidschan verloren zum Heimauftakt gegen Bulgarien 1:2. Island schlug die sich überschätzenden Türken souverän mit 3:0, Hollands neuer wie alter Trainer Hiddink unterlag mit Oranje in Tschechien mit 1:2 und die arg gerupften WM-Opfer Italien, England und Spanien siegten allesamt. Weiterlesen