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Sensation und Schande in Atlanta


Veröffentlicht am 23. Juli 2015

Torschütze Giles Barnes (links) und Je-Vaughn Watson schreien ihre Freude über den ersten Finaleinzug Jamaikas heraus.

Torschütze Giles Barnes (links) und Je-Vaughn Watson schreien ihre Freude über den ersten Finaleinzug Jamaikas heraus.

Jamaika schlägt Gastgeber USA, Panama fühlt sich betrogen

Der Titelverteidiger ist ausgeschieden! Zum ersten Mal nach fünf Finalteilnahmen in Serie scheiterte die USA beim Gold Cup vor heimischem Publikum bereits im Halbfinale. Das deutsch-deutsche Trainerduell zwischen Winfried Schäfer und Jürgen Klinsmann ging damit an den 65 Jahre alten Badener, der einst mit einer zwölfjährigen Amtszeit beim Karlsruher SC eine wahrhaft illustre Trainerkarriere begann. Diese führte ihn über Kamerun, die Vereinigten Arabischen Emirate, Aserbaidschan und Thailand schließlich im Juli 2013 auf den Posten des Nationaltrainers von Jamaika. Nach dem Gewinn der Karibikmeisterschaft im vergangenen Jahr schaffte Schäfer mit seinen Reggae-Boys im Georgia Dome in Atlanta Historisches: Durch den 2:1-Erfolg über die USA erreichte der karibische Inselstaat erstmals ein Gold Cup Endspiel. In der Nacht von Sonntag auf Montag trifft Jamaika in Philadelphia auf Mexiko, das dank zweier (!) Elfmetergeschenke und einem dubiosen Platzverweis Panama mit 2:1 nach Verlängerung bezwang. Angesichts dieser gravierenden wie klar ersichtlichen Fehlentscheidungen vom US-amerikanischen Schiedsrichter Mark Geiger fällt es schwer, nicht von organisiertem Betrug zu sprechen – zumal bereits im Viertelfinale Costa Rica in der Partie gegen El Tri klar benachteiligt wurde. Das Ansehen der in Sachen Korruption ohnehin unter Generalverdacht stehenden CONCACAF damit weiter beschädigt. Unter sportlichen Gesichtspunkten hätte Jamaikas Finalgegner im Lincoln Financial Field zweifellos Panama heißen müssen. Weiterlesen

Ernst Happel (IV) – Bondscoach


Veröffentlicht am 12. Oktober 2013

Ein Österreicher führt Holland zur WM 1978

Jan Zwartkruis (links) war erst Vorgänger, dann Co-Trainer und schließlich auch Nachfolger Ernst Happels (Mitte) als Niederländischer Nationaltrainer. In Argentinien glückte den beiden 1978 beinahe der ganz große Wurf.

Jan Zwartkruis (links) war erst Vorgänger, dann Co-Trainer und schließlich auch Nachfolger Ernst Happels (Mitte) als Niederländischer Nationaltrainer. In Argentinien glückte den beiden 1978 beinahe der ganz große Wurf.

Die Sache mit dem Bondscoach macht er nebenher aber natürlich wieder richtiger als andere, er kann so etwas, deshalb bleibt er auch Trainer beim FC Brügge. Die Holländer vertrauen ihm in Fußballdingen und als Mensch. Es hagelt auch Vorwürfe, die Journaille. Kritikaster schreien Wettbewerbsverzerrung, die Holländer haben in ihrer Qualifikations-Gruppe schließlich Belgien als Gegner und die sind mit Spielern vom FC Brügge gespickt. Happel lernt neue Facetten journalistischer Spekulationsblasen kennen, seine Abneigung gegen den Berufszweig wächst weiter. Ungerührt vom Gekreische macht er sich ans Werk. Die Qualifikation wird souverän bewältigt. Die Mannschaft spielt gut, man findet zu alter Stärke, Happels Handschrift gewinnt schnell Kontur. Mit Johan Cruyff und Wim van Hanegem sagen allerdings seine besten Spieler das WM Turnier aus unterschiedlichen Gründen ab. Die Garanten für unbedingten Siegeswillen und Spielkultur waren abhandengekommen. So etwas störte Happel nicht, er setzte trotz dieses Verlustes auf Offensivfußball, das vorhandene Personal und Pressing. Weiterlesen