Schlagwort-Archive: Pulis

Schicksalstage für Goliaths


Veröffentlicht am 19. Dezember 2015

Mourinhos Chelsea-Abgang könnte Trainerkarussell beschleunigen

Jürgen Klopp verliert ersten Glanz. Sein letzter Gegenpart Tony Pulis, seines Zeichens Trainer von Crystal Palace, bezichtigte ihn gerade als schlechten Verlierer, der mit einer 200 Millionen-Truppe keine 20 Millionen-Truppe schlagen kann und deswegen nach Spielende nicht nur den obligaten Händedruck verweigert, sondern mit öffentlicher Nörgelei von eigenen Problemen ablenken wolle. Der Waliser Pulis ist wegen seiner Bodenständigkeit besonders beim englischen Fußballproletariat beliebt, welches dieser Tage aus den Gazetten erfuhr, dass Jürgen Klopp in eine 5,2 Millionen Euro Nobelvilla gezogen sei. Solche Scharmützel und Meldungen müssen den Ex-Dortmunder noch nicht beunruhigen, aber auch englische Fußball- und Medienherzen können erkalten, selbst die in Liverpool. Echte Sorgen müssen sich dagegen einige andere Granden der Trainerzunft machen. Schon seit dem biblischen David weiß man um das fragile Gebilde der Goliaths. Die Riesen des Trainergeschäfts können ein garstig Lied davon singen. José Mourinho hat es schon erwischt, allerdings nicht in Form von Schleuder und Stein. Ihn warf ein leibhaftiger Milliardär von den Beinen, welcher im Mourinho-Feuern einschlägige Erfahrungen besitzt und überhaupt ein Spitzenmann in Sachen „Trainer raus“ ist. Weiterlesen

Große Erwartungen aller Orten


Veröffentlicht am 16. August 2014

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Saisonstart 2014/15 in der Premier League

Englands Eliteklasse startet mit großen Erwartungen in die neue Saison. Die WM verlief für den englischen Fußball desaströs, in den letzten beiden Champions League-Endspielen gab es deutsche und spanische Finalpaarungen. Der Hunger auf Erfolg so riesig wie die Erwartungen. Für Furore im Vorfeld sorgten kein Platzhirsch und kein Transfer. Hauptattraktion vor Anpfiff des ersten Spieltages war ein Holländer. Louis van Gaal ist zurück als Vereinstrainer, er sitzt auf dem Ferguson-Stuhl bei Manchester United, dort wo sein direkter Vorgänger David Moyes keine Spuren hinterlassen konnte. Die Erwartungen in van Gaal sind groß, sein eigener Anspruch wie immer überbordend. Er wird Manchester United stabilisieren, er wird sie nach Europa führen. Die Meisterschaft ist dennoch unwahrscheinlich. Neuzugang Ander Herrera von Athletic Bilbao macht noch keinen Sommer. Weiterlesen

38. Spieltag: Fulham FC – Crystal Palace 2:2 (0:1)


Veröffentlicht am 11. Mai 2014

Cauley Woodrow (rechts) traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Es war sein erstes Tor in der Premier League.

Cauley Woodrow (rechts) traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Es war sein erstes Tor in der Premier League.

Aufstellung Fulham FC

Stockdale – Zverotic (50. Dejagah), Heitinga, Hangeland, Amorebieta – Kacaniklic (23. C. David), Sidwell, Parker, Richardson (79. Tunnicliffe) – Rodallega, Woodrow

Trainer: Felix Magath

Aufstellung Crystal Palace

Hennessey – Mariappa, Dann, Delaney, Ward – Bolasie, Jedinak (59. Dikgacoi), Ledley, Ince (71. Puncheon) – Chamakh (74. Murray) – D. Gayle

Trainer: Tony Pulis

Statistik

Tore: 0:1 D. Gayle (28.), 1:1 Woodrow (61.), 1:2 D. Gayle (84.), 2:2 C. David (90.+3)

Gelbe Karten: Fulham FC (Amorebieta, Parker), Crystal Palace (Chamakh)

Schiedsrichter: Kevin Friend

Zuschauer: 25.700

Statement Felix Magath

„Dieses Spiel brachte mir einige gute Erkenntnisse. Wir haben 90 Minuten ordentlich gespielt. Unsere jungen Spieler haben eine Menge Arbeit investiert und heute sehr gut gespielt. Wir hätten es nicht verdient, zu verlieren. Ich war sehr froh, dass Chris David in der letzten Minute den Ausgleich machte. Ich denke, es ist ein gutes Zeichen für die Zukunft. Es war schon eine Art neuer Anfang zu sehen. Nun haben wir aber eine Menge zu tun und werden an die Arbeit gehen. Bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden, müssen wir diskutieren und analysieren wie die Situation in der Mannschaft derzeit ist. Unser Eigentümer hat uns seine Unterstützung zugesagt und uns sein Vertrauen ausgesprochen, und wir werden intensiv mit ihm besprechen, wie wir uns auf die nächste Saison vorbereiten. Wenn diese Gespräche erfolgt sind können wir uns über neue Spieler unterhalten. Es ist jetzt nicht die Zeit, um über die Ziele für die nächste Saison zu sprechen. Wie ich schon sagte, wir müssen mit dem Eigentümer über einen Haushalt sprechen und dann werden wir sehen, was wir tun können. Es gibt zwei Möglichkeiten, erfolgreich zu sein – Sie müssen mehr Geld aufbringen als alle anderen oder Sie müssen härter arbeiten. Jeder weiß, welchen Weg ich bevorzuge. Wir hatten in dieser Saison zu viele Umbrüche und Veränderungen. Dabei wächst eben keine wirkliche Mannschaft. Das war ein großes Problem. Es tut mir leid, solche Dinge zu sagen, aber wir haben über die Saison nicht als Team gekämpft. Das Team, welches ich heute ausgewählt, war ein erstes Zeichen, dass wir in Zukunft etwas ändern, dass wir uns nicht nur auf ältere Spieler verlassen. Wir haben eine gute Jugendakademie, ich werde mich um diese jungen Spieler kümmern und alles unternehmen um sie an das erste Team heranzuführen.“

Tabelle nach Spieltag 38

Fulham FC | Platz 19 – 32 Punkte, 40:85 Tore, 38 Spiele

Redaktion Magath & Fußball

Heiliger Rasen


Veröffentlicht am 3. Mai 2014

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Fulham FC ist Gast auf traditionsreichem Grund

In der Sportsprache wird manches verklärt, überhöht und der Wirklichkeit entfremdet, nimmt pseudoreligiöse Züge an. Im Britannia Stadium, Heimstätte von Stoke City, darf man aber mit Fug und Recht von heiligem Rasen und einem weihevollen Ort sprechen, der Name eines Mannes erlaubt diese Verklärung: Sir Stanley Matthews. Er war 1956 erster Träger des Titels „Europas Fußballer des Jahres“. Schon zu Lebezeiten eine landesweite Legende, weit über den Fußball hinaus ein große und prägende Persönlichkeit, spielte Matthews zwischen 1934 und 1957 für Englands Nationalmannschaft und trug von 1934 bis 1947, dann nochmals von 1961 bis 1965 das Trikot von Stoke City. Ein wirklicher Sir und Gentleman, Stolz des englischen Fußballs, Stolz der Stadt Stoke-on-Trent und seines Clubs Stoke City. 36 Jahre währte diese glanzvolle Karriere, mit 50 Jahren absolvierte Stanley Mathews sein letztes Pflichtspiel. Als Mathews im Jahr 2000 im hohen Alter von 85 Jahren starb, säumten am Tag seiner Beerdigung ca. 100.000 Menschen die Straßen von Stoke, während der Trauerzug seine Urne ins Britannia Stadium überführte. Unter dem Rasen des Spielfeldes fand die Asche von Matthews letzte Ruhe und damit ewige Verbundenheit mit dem Spiel seines Lebens. Vor dem Stadion erinnert inzwischen ein veritables Denkmal für Stanley Matthews an den großen Sohn der Stadt. Weiterlesen