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Das kann er


Veröffentlicht am 19. Februar 2014

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„Magath war der Alte, der die jungen Wilden in Stuttgart fand, er war doppelter Doublesieger mit dem FC Bayern München und Meister mit VW. Die Zeit, aus der Magath stammt, hat er mal selbst so beschrieben: „Bei der Fußballlehrerausbildung habe ich gelernt, dass der Mensch aus freien Stücken seine Höchstleistung nicht ausschöpfen kann.“ Sein Spitzname Quälix hat ihn auch deswegen nicht gestört, weil er früher so gerne Asterix gelesen hat. Asterix, Obelix, Quälix – welche Legion hätte da schon eine Chance. Die Welt, in der Magath gerade versucht, mehr ein Familienmensch zu sein, einer auch, der sich um seine Stiftung kümmert, Tennisturniere eröffnet und Segeln geht, diese Welt wird ihn wahrscheinlich schon bald wieder verlieren. Irgendwo wartet schon der nächste Vereinspräsident, vielleicht auch ein Verbandschef, der Felix Magath zutraut, eine Mannschaft zu führen. Denn das kann er.“

(Berliner Zeitung, Auszug aus Artikel zum 60. Geburtstag, 25. Juli 2013)

„Ich hätte lieber alles gewonnen“


Veröffentlicht am 19. August 2013

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Karriere
„Nach meiner ersten Karriere als Spieler habe ich die zweite Karriere als Trainer gemacht und bin am überlegen, ob es Zeit für eine dritte Karriere ist oder ob ich die Trainerkarriere noch fortsetze. Bei dieser Entscheidung will ich mir Zeit lassen, aber natürlich bin ich offen für interessante Möglichkeiten. Sicher ist: Ich will noch was machen! Das Fußballgeschäft boomt und es gibt um den Fußballsport so viele Möglichkeiten.“

HSV
„Ich habe versucht, im Frühjahr hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wer da welche Entscheidungen trifft – das war mir aber nicht möglich. Momentan ist das Bild, das der HSV in der Öffentlichkeit abgibt, nicht so schön. Natürlich ist der HSV der Verein, der mir am nächsten steht. Dort war ich zehn Jahre als Spieler, habe große Erfolge gefeiert. Wenn man zehn Jahre bei einem Verein ist, hat man schon was hinterlassen und ist emotional anders gebunden.“

Bayern
„Guardiola hat eine undankbare Aufgabe übernommen. Sie wissen, wie unsere Gesellschaft ist: Es wird nicht zurückgeschaut, sondern nur noch beurteilt, was man macht. Er kann nur gleich gut sein wie Heynckes, weil der alles gewonnen hat und die Chance, dass er weniger erreicht, ist groß. Für mich war Bayern eine schöne Station, wir haben zwei Mal das Double gewonnen.“

Viktoria Aschaffenburg
„Die Viktoria liegt mir auch am Herzen. Ich habe dort gespielt, 21 Jahre in Aschaffenburg gelebt, bin dort aufgewachsen und eine sehr schöne Zeit gehabt. Ich würde mich freuen, wenn die Viktoria richtig auf die Beine käme. Auch dort ist es aber schwer zu durchschauen, wer was macht, wo das Geld herkommt und wie viel gebraucht wird. Vom Potential könnte die Viktoria zwei Klassen höher spielen, denn gute Fußballer gab es in und um Aschaffenburg schon immer. Bei solchen Teams spielt sich aber immer viel Politik ab und es wird nicht immer miteinander gearbeitet, so dass die Vereine dann meist nicht erfolgreich sind.“

Klischees
„Mit dem Namen „Quälix“ kann ich mich gut anfreunden, weil ich Asterix-Fan bin und nix gegen diese Wortspiele habe. Dennoch ist es falsch, mich darauf zu reduzieren, dass ich nichts könnte als Konditionstraining. Das waren vielleicht 20 bis 30 Prozent des Trainings und davon 5 Prozent mit einem Medizinball. In der Öffentlichkeit wurde das genau andersherum dargestellt. Ich vertrete bis heute die Meinung, dass Fitness eine Grundvoraussetzung ist, um im Mannschaftssport erfolgreich zu sein. Dann ist die Frage, was man als Erfolg ansieht. Ich sage: Ich will 1. werden, Meister werden und nicht im Mittelfeld landen. Leider gibt es viele, die schon mit kleinen Erfolgen zufrieden sind und das ist nicht meine Welt. Was die Transferpolitik angeht, da könnte ich mich totlachen. Das wurde zum Beispiel auf Schalke stark kritisiert. Komischerweise ist Schalke, seit ich dort war, unter den ersten fünf der Tabelle zu finden. Ich bin sicher, wenn man mir gefolgt wäre und Manuel Neuer nicht nach München verkauft hätte, wäre Schalke Deutscher Meister geworden. Ähnlich war das in Wolfsburg. Als ich zum zweiten Mal dort war, hatte man den besten Stürmer und den besten Abwehrspieler verkauft. In anderthalb Jahren hat man da aus einer Meistermannschaft einen Abstiegskandidaten gemacht. Dass man damit nicht so erfolgreich sein kann, dass müsste jeder wissen.“

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Berufseinstellung
„Ich wäre lieber zwei Mal Weltmeister als zwei Mal Vize-Weltmeister geworden. Genauso bin ich ja noch drei Mal Vize-Meister geworden als Spieler, das hätte ich auch gerne in Meisterschaften umgewandelt. Auch als Trainer mit Stuttgart und Schalke, als ich zweiter wurde, wäre ich lieber Meister gewesen. Aber ich ärgere mich nicht darüber – es waren auch große Leistungen und freue mich, dass ich so erfolgreich arbeiten konnte. Ich hätte lieber alles gewonnen, aber das geht natürlich nicht. Die größten Erfolge waren die Meisterschaft in der B-Klasse mit dem TV 1860 Aschaffenburg – das haben wir auch gebührend gefeiert. Dann der Europapokal-Erfolg mit dem HSV gegen Juventus Turin und die Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg, einer Mannschaft, die vorher um den Abstieg gespielt hatte. Ich unterscheide auch in meiner Rolle als Trainer und Spieler. Als Trainer ist der Wechsel nach zwei bis drei Jahren das Normale und die Bindung nicht so eng. Zu den anderen Teams habe ich auch eine Bindung, weil ich mich immer voll mit den Vereinen identifiziert habe. Ich bin froh, dass ich mich überall, wo ich war, sehen lassen kann. Alle meine Teams waren in einer besseren Situation, als ich gegangen bin, als bevor ich hinkam.“

Brillen und Schach
„Das mit dem Brillenträger sehe ich als Spielerei. Ich freue mich, dass ich ausgewählt wurde, aber Stolz ist das falsche Wort. Auch beim Schach, dass der Herr Kasparov mich so lange mitspielen ließ. Da mache ich mir keine Illusionen über meine Spielstärke. Ich spiele aber gerne Schach, weil ich das nach Fußball als das zweitschönste Spiel erachte. Und natürlich war es mir eine Ehre, mal mit einem Weltmeister am Tisch zu sitzen.“

Heimat Aschaffenburg
130819_FelixMagath_PS„Selbstverständlich habe ich noch Kontakt, bin auch ab und zu da. Dass mein ehemaliger Jugendtrainer Alexander Petschner und die Meistermannschaft von TVA mich immer wieder besucht haben und einen schönen Abend mit mir verlebt haben, ist bekannt. Und das wollen wir auch weiterhin machen. Ich habe dort noch viele Freunde, gerade aus Aschaffenburg kamen sehr viele Glückwünsche zu meinem 60. Geburtstag – auf diesem Wege ein recht herzliches Dankeschön dafür! Ich fühle mich in Aschaffenburg wohl und bin gerne dort.“

(Felix Magath, Auszüge aus einem Interview mit Primavera24 aus Aschaffenburg, 11. August 2013)

Felix Magath im Interview – Teil IV


Veröffentlicht am 23. Juli 2013

Liebe Seitenbesucher, Leser, Facebook-Freunde und Fans!

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Auch der vierte und vorerst letzte Teil dieses etwas anderen Interviews birgt wieder einige brisante Fragen, soll aber natürlich nicht das Ende unseres Austauschs hier bei Magath & Fußball gewesen sein. Ein großes Dankeschön für Euer reges Interesse, Eure Bereitschaft zur Teilnahme und viele spannende Themen! Gerne könnt ihr mir im Übrigen auch weiterhin Eure persönlichen Fragen an die Adresse interview@magath.net, via Facebook oder per Post zuschicken. In regelmäßigen Abständen werde ich diese beantworten, versprochen!

Erst einmal aber wünsche ich Euch allen eine schöne Woche und alles Gute!

Bis bald! Euer Felix Magath

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Entspannt in der Trabantenstadt


Veröffentlicht am 10. Juli 2013

„Das ist kein Quälix, kein dröger Schachspieler, kein schlichter Rasen-Stratege oder Fußball-Streber. Magath ist ein Kumpel-Typ, viel zu unprätentiös und höflich, um ein steifer Unsympath zu sein. Ein stilles Wasser mit vielen Untiefen, die zu ergründen, zwei Stunden in der Trabantenstadt eindeutig zu kurz sind. Am Ende sagt er: ‚Alles Gute für Sie.‘ Zwei Stunden Lebenszeit – sinnvoll genutzt. So soll es sein.“

(Autor Tim Jürgens, Auszug Reportage 11Freunde, 24. Oktober 2007)

Quälix


Veröffentlicht am 2. Juli 2013

„Der Name Quälix trifft mich weniger. Ich bin überzeugt, dass für Erfolg, den man im Berufsfußball haben will, Ordnung, Disziplin und körperliche Fitness Voraussetzungen sind.“

(Felix Magath, Interview „Mona Lisa“ im ZDF, 25. Juni 2013)