Schlagwort-Archive: Regeln

Unbeugsam


Veröffentlicht am 15. November 2015

„Wenn man die EM jetzt infrage stellt, würde man sich den Regeln der Terroristen beugen. Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, damit die Euro 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden wird.“

(Jacques Lambert, OK-Chef EM 2016, Zitat nach FAZ, 15. November 2015)

So ist Fußball


Veröffentlicht am 9. November 2015

„Wenn in der Nachspielzeit zwei Tore fallen und die Partie noch kippt, ins Absurde. Oder wenn an einem Samstag im Mai ein Sonntagsschuss alles entscheidet, die ganze Saison. Das ist der Moment, in dem Reporter „So ist Fußball“ sagen, um zu erklären, was anders nicht zu erklären ist: dass Fußball ein eigener Planet ist, mit seinen eigenen Gesetzen. Eine Spielwelt, in der alles möglich ist, auf dem Platz, aber auch daneben. Beherrscht von Fußballgöttern, bevölkert von fiebrigen Fans, beklatscht von Jubel-Journalisten. Diesen Mitspielern, die alle so tun, als wären die Regeln des Spiels das echte Leben. Ja, so ist Fußball.“

(Der Spiegel, „Absolutes Vertrauen“, Ausgabe 46/2015)

Robustheit auf dem Rückzug


Veröffentlicht am 29. März 2015

imago17825393m_c

„Ein anständiges Tackling gehörte lange zum Repertoire jedes Defensivkünstlers. Es kann, formvollendet ausgeführt, ebenso viel Beifall bringen wie ein Pass in die Tiefe oder ein Hackentrick. Doch die Grätsche ist bedroht. Ein zweiter Grund für das Grätschensterben sind die Regeln. Laut FIFA sollen Spieler bestraft werden, wenn sie mit ‚überzogener Härte‘ grätschen, selbst wenn sie den Ball spielen und ihren Gegenspieler nicht einmal berühren. Tacklings von hinten werden mittlerweile automatisch mit Platzverweisen geahndet. Verständlich, weil diese Attacken gesundheitsgefährdend sind. Doch was ist mit dem Tackling von der Seite oder von vorne, mit ritterlich offenem Visier? Die Firma Impire wertet seit mehreren Jahren Statistiken zu Fußballspielen aus. Gab es 1998 in der Bundesliga noch 1.043 sogenannte Grätschenfouls, sank die Zahl seitdem kontinuierlich. Im Jahr 2012 wurden nur noch 367 gezählt. Es ist damit zu rechnen, dass die FIFA die Regeln weiter verschärft. Sie schützt damit die Offensiven, die Künstler. Keinesfalls aber aus Gutmenschentum, sondern vor allem des schnöden Mammons wegen. Die Offensivspieler sind es, die für Tore und Schlagzeilen sorgen. Sie bringen dem Fußball die Milliarden. Ein grätschender Verteidiger lässt sich nicht gut verkaufen.“

(Die Zeit, „Das Ende der Blutgrätsche“, Auszug, 14. Februar 2013)

Der Mann aus Markranstädt


Veröffentlicht am 25. Januar 2015

imago01415004m_c

Nur ein Deutscher leitete jemals ein WM-Endspiel

Dieser FIFA-Präsident war noch Fußball und guter Stil, Marketing und Geld dominierten nicht das Spiel und dessen Umfeld. Daher kümmerte sich der Engländer Sir Stanley Rous persönlich um das von den Endspielteilnehmern aufgeworfene Problem der Schiedsrichterbesetzung des bevorstehenden WM-Finales im Aztekenstadion. Das am 21. Juni 1970 in Mexiko-Stadt stattfindende Ereignis brauchte dringlich einen Unparteiischen. Die Italiener wollten keinen Schiedsrichter aus Südamerika akzeptieren, die Brasilianer verweigerten sich gegen die prominenten Schiedsrichter aus den europäischen Spitzenverbänden. Der Spielraum also äußerst gering. Bei Stanley Rous war nicht nur der Weltverband in guten Händen, er verstand auch etwas von den Regeln und Notwendigkeiten. Immerhin war der Mann in seiner Jugend ein erfolgreicher Schiedsrichter, leitete in seiner aktiven Zeit 34 Länderspiele und als Höhepunkt dieser Karriere das FA Cup Endspiel 1934 in Wembley. Weiterlesen

Konzentrierte Runde


Veröffentlicht am 24. Juni 2014

Literaturhaus in Hamburg.

Literaturhaus in Hamburg.

 „Ich habe mit siebzehn Jahren die Schiedsrichterprüfung (Fußball) gemacht – dann acht Jahre mit Leidenschaft gepfiffen. Noch heute sitze ich vor dem Fernseher und rufe ‚Gelb-Rot-Abseits‘, man verliert es eben nie. Viele rufen ja vor der Glotze, ich verstehe und kenne aber die Regeln. Ich fiebere mit und habe trotzdem noch ein Herz für Schiedsrichter. Fußball muss ich in konzentrierter Runde schauen. Public Viewing kann ich nichts abgewinnen. Da geht es ja eher um Bratwurst, Bier und kollektive Besäuselung. Ich muss konzentriert schauen und ertrage keine fachunkundigen Kommentare. Ich schalte auch erst zwei Minuten vorm Spielbeginn ein. Diese ganzen unendlichen Vorberichte empfinde ich als unerträglich.“

(Rainer Moritz, Chef Hamburger Literaturhaus, Bücherjournal NDR, 4. Juni 2014)

Happy Birthday, Football Association (FA)


Veröffentlicht am 26. Oktober 2013

Der englische Fußball-Verband feiert sein 150-jähriges Jubiläum

imago08996060m_c

Diese Engländer! Shakespeare bereitete die Bühne, Wellington schlug Napoleon, Stephenson ließ die erste Eisenbahn rollen, Victoria gab den Namen für ein Zeitalter, Churchills Zigarren wurden Markenname, der kleine Lord rührt zu Tränen und die Beatles veränderten den Klang wie Monty Python unseren Sinn für Humor. Und da war doch noch was? Weiterlesen

Klare Regeln – faires Miteinander


Veröffentlicht am 19. April 2013

Verhältnis Spieler und Vereine wieder ins Lot bringen

„Transfers, das mögen viele Fans bedauern, sind inzwischen ein fast alltäglicher Bestandteil unseres Geschäfts. Der Beruf des Fußballprofis ist zeitlich begrenzt, mehr als zehn, zwölf Jahre kann kein Spieler mit ihm gutes Geld verdienen. Es ist deshalb menschlich verständlich und vor allem auch legitim, dass jeder in dieser kurzen Schaffensperiode für sich so viel an Ertrag wie möglich herausholen will. Weiterlesen