Schlagwort-Archive: Rivera

Eine ehrenwerte Leiche


Veröffentlicht am 8. Juli 2015

imago10644726m_c

Europapokal der Pokalsieger

Die diesen Wettbewerb mordeten und 1999 abschafften, haben sich nicht um den Fußball verdient gemacht. Fans, Spieler und Zuschauer mochten ihn, die Endspiele hatten oft mehr Spannungsgehalt und manchmal wesentlich mehr Klasse, als ihr Pendant bei den Landesmeistern. Es waren Funktionäre, die den Pokalsiegerwettbewerb nicht mehr wollten und nicht das Publikum oder die Sportler. Zwischen ausufernder Geldgier sowie einem aufgeblasenen Wettbewerb in Sachen Champions League und dem ständigen Herumexperimentieren an der Europa League, dem einstigen UEFA Cup, ist der Europapokal der Pokalsieger auch 16 Jahre nach seinem Ableben noch in vielen Fanherzen lebendig und seine großen Momente unvergessen. Es begann und endete italienisch. Der erste Sieger hieß 1960/61 AC Florenz, der letzte Triumphator war 1998/99 Lazio Rom. Dazwischen gesellten sich ehrenvolle und große Namen des europäischen Clubfußballs. Was Real Madrid bei den Landesmeistern, wurde der FC Barcelona bei den Pokalsiegern: man holte die meisten Titel. Aus sechs Endspielteilnahmen kehrte Barça viermal als Sieger heim. Jeweils zwei Triumphe gelangen Dynamo Kiew, dem RSC Anderlecht, dem AC Milan und dem FC Chelsea. Der FC Barcelona hatte auch Anteil am wohl legendärsten wie spannendsten Endspiel des Wettbewerbs. Vor 58.000 Zuschauer im St. Jakob-Stadion zu Basel setzte der krasse Außenseiter und deutsche Pokalsieger Fortuna Düsseldorf dem Barça-Ensemble schwer zu und kämpfte wirklich bis zum letzten Atemzug. Erst in der Verlängerung konnte die Fortuna von den Katalanen mit 4:3 niedergerungen werden. Thomas Allofs und zweimal Wolfgang Seel sorgten für die Düsseldorfer Tore. Auch andere deutsche Clubs färbten die Leinwand der Pokalsiegergeschichte bunt. Weiterlesen

Mailänder Zwillinge


Veröffentlicht am 30. September 2013

Das Giuseppe-Meazza-Stadion brodelt bei der Partie Inter - Milan

Das Giuseppe-Meazza-Stadion brodelt bei der Partie Inter – Milan

Inter und AC in einem Stadion vereint

„Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate!“ („Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“). Gastmannschaften sollen sich an diesem Ort sehr wohl an Dantes Höllentor erinnern, die Aussicht auf Siege und die Hoffnung auf Punkte schon bei Ankunft begraben. Der Ort: eine Fußballfestung. Wenn da nur nicht der Mitbewohner wäre. Brüder im stolzen Geist, doch erzwungene Zwillinge am gemeinsamen Ort. Was die Fußballheimat anbelangt hadern Fans von Milan und Inter mit dem ungeliebten Nachbarn in der eigenen guten Stube, dass Leid ist wechselseitig.  Weiterlesen

Helden und Tomaten


Veröffentlicht am 17. September 2013

Italien unterliegt bei der WM 1966 Nordkorea

imago00521109m_c

Wer möchte Fußball ohne Pathos? Englische Zeitungen machen da keine Ausnahme und sind in ihrer Arbeit meistens brillant, manchmal hämisch. „Der Untergang des römischen Reiches ist nichts dagegen“ titelten die Blätter am 20. Juli 1966 über ein Spiel, das einen Tag zuvor im Ayresome-Park zu Middlesbrough vor knapp 20.000 Zuschauern über die Bühne ging. Es war angesagt die Weltmeisterschaft im Mutterland des Fußballs. Wir richten unser Augenmerk nicht auf eine Torlinie in Wembley – der 30. Juli 1966 scheint noch fern – sondern auf die Gruppe D.  Weiterlesen