Schlagwort-Archive: Roma

Bayern-Gala überstrahlt den Rest


Veröffentlicht am 5. November 2015

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Gladbach stark aber glücklos, Leverkusen im Tiefschlaf, Wolfsburg schwach

Vier von sechs Champions League Gruppenspieltagen sind absolviert und erwartungsgemäß kann sich nur der FC Bayern sicher sein, nach der Winterpause weiter in der Königsklasse vertreten zu sein. Das deutsche Flaggschiff auf Europas größter Fußballbühne revanchierte sich für die 0:2-Niederlage in London mit einem grandiosen 5:1-Kantersieg über den in der Premier League zuletzt beständig und gut aufspielenden FC Arsenal, der auf Münchner Boden der Musik diesmal von Anfang an hinterher lief. Schon nach zehn Minuten verspekulierte sich Innenverteidiger Gabriel Paulista bei einer Flanke von Thiago, Robert Lewandowski stand nicht im Abseits und köpfte Bayern in Front. Noch vor der Pause erhöhten Thomas Müller und David Alaba mit einem fulminanten Distanzschuss genau in den rechten Torwinkel. Die Gunners auch nach Wiederanpfiff chancenlos und endgültig besiegt, als der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Arjen Robben einen schönen Spielzug der Hausherren über Douglas Costa und Alaba problemlos vollendete. Immerhin gelang den Engländern nach 69 Minuten der schönste Treffer des Abends: Alexis Sánchez flankte auf den formstarken Olivier Giroud, der das Leder nach technisch perfekter Annahme ansatzlos per Seitfallzieher in die Maschen beförderte. Ein Traumtor, das jedoch die Bayern noch einmal auf den Plan rief – Müller blieb auf Vorlage von Douglas Costa der Schlusspunkt vorbehalten. Der achte Champions League Heimsieg in Serie bei einem überirdisch anmutenden Trefferverhältnis von 34:4 bestätigt die beachtliche Frühform des Rekordmeisters. Obgleich die begehrten Trophäen und Titel bekanntlich erst im Mai vergeben werden, sucht man eine bessere Mannschaft auf unserem Kontinent derzeit vergebens. Es braucht daher auch nicht allzu viel Fantasie, um sich Pep Guardiolas FC Bayern als einen der ersten Anwärter auf den Henkelpott vorzustellen. Während die Münchner verlässlich wie eh und je die deutsche Fahne durch Europa tragen, darf der Auftritt der anderen drei Bundesligisten allerdings bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden. Ein Blick auf das Geschehen in den acht Vorrundengruppen. Weiterlesen

Meistertipp


Veröffentlicht am 26. Oktober 2015

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Carlo Ancelotti tippt Titelträger

Bundesliga
„Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne dabei die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Ich muss zugeben, dass ich Bayern-Spiele nicht genießen kann. Es gibt einfach zu wenig Konkurrenz.“

Serie A
„La Roma.“

Premier League
„Manchester City.“

Primera División
„Real Madrid.“

Champions League
„Überraschenderweise Paris Saint Germain.“

Europameisterschaft 2016
„Frankreich.“

(Carlo Ancelotti, Interview La Gazzetta dello Sport, 24. Oktober 2015)

Mit Podolski ins neue Jahr


Veröffentlicht am 7. Januar 2015

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Juve nur unentschieden, die Roma pirscht sich ran

Ähnlich wie Premier League und Primera División gönnte sich die Serie A zum Jahreswechsel nur eine kurze Pause. Gerade einmal etwas mehr als zwei Wochen mussten die Tifosi über die Feiertage auf ihr liebstes Sportspektakel, den Calcio, verzichten. Wenngleich die Zuschauerzahlen in der einstigen bedeutungsstärksten Liga Europas seit einiger Zeit rückläufig, so ist die Serie A doch noch immer das Flaggschiff italienischen Sportinteresses. Immerhin 40.000 Menschen kamen zur Eröffnung des Fußballjahres 2015 am Epifania, dem Dreikönigstag, ins Juventus Stadium, dem moderneren Nachfolger des altehrwürdigen Stadio delle Alpi, und sorgten bei der Partie zwischen der Alten Dame und Inter Mailand für die Rekordkulisse des 17. Spieltags. Im Topspiel erkämpften sich die Gäste auch dank des starken Debüts von Lukas Podolski einen Zähler und sorgten damit für noch mehr Spannung an der Tabellenspitze. Derweil verirrten sich nicht einmal 4.800 Menschen ins Stadio Carlo Castellani. Die Ferngebliebenen in Empoli dürfen sich im Nachhinein aber durchaus als Sieger fühlen, verpassten sie doch nicht mehr als ein biederes 0:0 zweier punktgleicher Kontrahenten im unteren Tabellenmittelfeld. Weiterlesen

Klassiker


Veröffentlicht am 25. Oktober 2014

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Drei Spitzenspiele mit Nostalgiefaktor stehen Europas Fußball ins Haus

Das Wochenende bringt Duelle mit Nostalgiefaktor. Nicht nostalgisch, sondern erfolgreich kommen die Fohlen von Lucien Favre daher. Borussia Mönchengladbach spielt guten und durchdachten Fußball, die Handschrift des Trainers nimmt auf dem Rasen von Woche zu Woche sichtbare Form an. Favre ist ein akribischer Arbeiter, seine Spieler ein Kollektiv von Leuten, die dem Trainer bisher folgen. Bayern München ist natürlich kein neuer Konkurrent erwachsen. Die Überflieger aus dem Süden sind der Gegensatz des Kollektivs, ein internationales Starensemble mit doppelter Besetzung und allen Möglichkeiten. Eine Stimmungs- und Werbemaschinerie beugt Worte wie „Bayern-Jäger“, um ein längst gelaufenes Meisterrennen verbal in Spannung zu versetzen. Selbst wenn die Borussia das Spitzenspiel gewinnt, an haushoher Überlegenheit und kommender Meisterschaft des FC Bayern wird dies nichts ändern. Längst sind die Münchner der Liga enteilt und können diese im Nebengang bespielen, die Champions League Trophäe ist Ziel der großen Anstrengung. Jeder Klassespieler aus Deutschland liegt im Radar der Bayern. Wenn die Gladbacher so weiterspielen, die Bayern werden früher oder später zuschlagen und die Borussia erneut Spieler verlieren, die das Favre-System lebenswichtig gebrauchen kann. Und ewig grüßt dann wieder das Murmeltier… Keine der anderen Bundesligaansetzungen des Spieltages kommt dem Klang dieser Partie gleich. Ein noch größeres Namensduell steigt allerdings in der Primera División. Hier treffen zwei wirkliche Bayern-Konkurrenten aufeinander. Weiterlesen

Aufregung


Veröffentlicht am 7. Oktober 2014

Dramatik in den Ligen – Spannungsarmut in der EM Qualifikation

Das EM-Vorspiel 23 aus 53 lässt wenig Dramatik aufkommen, zu einfach der Weg nach Frankreich. Für Aufregung sorgen eher die Ligen, selbst wenn sie sich der Länderspielpause fügen. Der einstige Chelsea Coach Roberto Di Matteo ist neuer Trainer auf Schalke. Die vollmundige Begleitmusik zum Wechsel orchestrierte Sportdirektor Horst Heldt, dessen Stümperei nun auch den Trainer Jens Keller die alleinige Zeche zahlen lässt. Ein vertrautes Bild. Wieder wurde einem Trainer Alleinschuld aufgebürdet während sich ein Sportdirektor seinen Pelz rein hält und wortreich von eigenem Unvermögen ablenkt. Fußballstimmung in Italien. Das hitzige Duell Juve gegen die Roma und der 3:2-Sieg von Juventus bewegen die Tifosi auch nach dem Wochenende. In Spanien huldigt man weiterhin Cristiano Ronaldo, 13 Tore für Real aus sechs Partien lassen aufhorchen. Ähnlicher Respekt weht Aufsteiger SD Eibar entgegen, man liegt in der Primera División nach sieben Spieltagen auf Tabellenplatz sieben, hat neun Punkte auf dem Konto. Die Erinnerung sei gestattet: Das baskische Eibar hat 27.000 Einwohner, das Stadion bietet 5.250 Menschen Platz. Fußball kann so normal, einfach und schön sein. In England sieht sich Arsène Wenger in den Schlagzeilen, bekommt täglich seine Rangelei gegen José Mourinho unter die Nase gerieben. Mourinho selbst sieht die Angelegenheit mit großer Nachsicht, der ausgezeichnete Saisonstart seines FC Chelsea hilft sicher beim milden Blick: „Die Gemüter haben sich ein bisschen erhitzt, weil es ein großes Spiel zwischen zwei großen Rivalen war. Für mich ist die Szene jetzt aber gegessen.“ Gegen solch drehbuchartige Ereignisse kann eine langweilige EM-Qualifikation wahrlich nichts ausrichten.

Redaktion Magath & Fußball

Ein Quintett und viele Karten


Veröffentlicht am 6. Oktober 2014

Spannung in Spanien, Langeweile in Deutschland, Duell in London und heißer Tanz in Turin

Der FC Valencia ließ den Lorbeer von Meister Atlético Madrid in der Anfangsviertelstunde welken und erinnerte in Auftritt und Spiel an die große Zeit 2002 und 2004. Valencia sicherte sich in beiden Jahren den Meistertitel. Als der argentinische Innenverteidiger Nicolás Otamendi in der 13. Minute das 3:0 für Valencia besorgte, gefror sogar das heißblütige Temperamt von Gästetrainer Diego Simeone. Mehr als ein Tor zur Ergebniskorrektur war Atlético nicht mehr möglich, mit einem 1:3 kehrte man in die Hauptstadt zurück. Das Ausrufezeichen des FC Valencia wirkte weit über das Spiel. In den erwarteten Dreikampf von Real, Atlético und des FC Barcelona könnte sich in dieser Saison ein vierter Club drängen. Das Team von Trainer Nuno Santo und Kapitän Dani Pajero (Bild oben.) hinterließ bisher einen bärenstarken Eindruck, steht hinter dem FC Barcelona auf Tabellenplatz zwei der Primera División. Also ein Quartett im Kampf um Spaniens Fußballkrone? Weit gefehlt. Mit einem souveränen 4:1 gegen Aufsteiger Deportivo La Coruña pulverisierte Europa League Sieger FC Sevilla den Quartett-Gedanken, es läuft eher auf ein Quintett hinaus. Eine Saison im Krimiformat beginnt offenbar ihren Lauf zu nehmen. Die Bundesliga hat ein derartiges Spannungsmoment nicht zu bieten, dafür sind keine prophetischen Gaben nötig. Weiterlesen