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Arrigo Sacchi über Arrigo Sacchi


Veröffentlicht am 10. Oktober 2015

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„Ich war der Einzige, der sie führen und dazu bringen konnte, ein Zusammenspiel zu entwickeln, dass ihre Möglichkeiten als Mannschaft maximierten. Meine Philosophie war es, den Spielern so viel wie möglich beizubringen, damit sie so viel wie möglich im Kopf hatten. Derart auf jedes denkbare Szenario auf dem Platz vorbereitet, sollten sie dann in der Lage sein, schnell die richtige Entscheidung zu treffen. Viele glauben, dass es beim Fußball darum geht, dass der Spieler sich selbst entfaltet. Aber das ist nicht der Fall, zumindest nicht an und für sich. Der Spieler muss sich innerhalb der vom Trainer gemachten Vorgaben entfalten. Und deshalb muss der Trainer seinen Kopf mit so vielen denkbaren Szenarien, Instrumenten, Spielzügen, mit so vielen Informationen wie möglich füllen. Dann trifft der Spieler darauf basierend Entscheidungen. Und es geht darum, ein Spieler zu sein. Nicht bloß geschickt oder athletisch. Ich will weder Roboter noch Individualisten. Ich will Leute, die mich verstehen und die ihre Intelligenz in den Dienst der Mannschaft stellen. Kurz gesagt wollte ich Leute, die wussten, wie man Fußball spielt.“

(„Revolution auf dem Rasen“, Jonathan Wilson, Orion Books, London 2008)

Inspiration und Besessenheit


Veröffentlicht am 4. September 2013

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„Fußball ist ein Mannschaftssport. Ich setzte nicht auf elf Einzelspieler, der eigentliche Leader war das Spiel selbst. Und das ist eine Lehre für die Zukunft: Kein Scheich wird jemals das Zusammenspiel einer Mannschaft kaufen können. Er kann die besten Individualisten und erfolgreichsten Spieler versammeln, aber eine Spielidee kann nur durch Inspiration, Konzentration und Fleiß entwickelt werden. Das Spiel ist nicht käuflich.“

„Ich gab alles und forderte auch alles. Nach dem dritten Jahr war ich ausgelaugt. Die italienische Fußballszene sah in mir einen Umstürzler. Ich musste gegen alles kämpfen, auch gegen weite Teile der Presse. Das war ein großer Druck. Ich habe 16 Stunden am Tag gearbeitet und nur an Fußball gedacht. Wie ein Besessener. Ich war überzeugt, dass man immer noch mehr und alles besser machen konnte.“

(Arrigo Sacchi, Ex-Trainer AC Mailand und Italien, Interview 11Freunde, 24. Februar 2013)