Schlagwort-Archive: Sommer

Keinerlei Groll


Veröffentlicht am 3. Oktober 2015

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„Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, aber ich akzeptiere seinen Entscheid. Wir hatten mit ihm eine unglaublich gute Zeit, alle profitierten lange Zeit extrem von ihm. Ich bin überzeugt, dass wir es mit Lucien Favre geschafft hätten, aus dieser Situation rauszukommen! Es ist natürlich sehr schade, dass er geht. Aber solche Momente sind Teil des Fussball-Geschäfts. Ich werfe Favre nichts vor, sondern behalte ihn in guter Erinnerung. Ich habe unter ihm in meiner ersten Bundesliga-Saison unheimlich viel gelernt, sein Fussball-Stil prägte mich auch als Goalie. Er hat Gladbach vor dem Abstieg gerettet und hier unglaubliche Erfolge gefeiert. Dank ihm erlebte der Klub tolle Jahre. Das sollte niemand vergessen. Wir schätzten Favre sehr, aber jeder ist jetzt genug professionell, um wieder nach vorne zu blicken.“

(Yann Sommer, Interview swissinfo.ch, 21. September 2015)

Viel Lärm um nichts


Veröffentlicht am 2. März 2015

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Schauspiel in Dortmund und auf großer Bühne

Wer beim Fußball nicht auf Hollywood verzichten mag, kam auf seine Kosten. Das Equipment neben dem Tor deponiert und die pubertierende Jungs-Show konnte beginnen. Davor wurde vom BVB durchaus eine beindruckende Fußball-Aufführung geboten, die den einfallslosen Schalker Widerpart wie eine graue Maus vor bunter Schlange aussehen ließ. Jux vor Publikum ist der ultimative Kick für angehende Entertainer. Marco Reus sollte man die Camouflage gnädig nachsehen, schließlich wird bei Abfahrt des Batmobil nie nach dem Führerschein gefragt. Actionhelden leben noch entrückter von Alltagsplagen als die bedauernswerten Fußballprofis, müssen für ihren Platz an der Sonne allerdings ab und an wenigstens die Welt retten und sich dabei tatsächlich verausgaben. Aubameyang und sein Kumpel retteten nach ihrer Sicht eben Dortmund, für viele mehr als eine Welt. Dass für den Fall eines anderen Spielausgangs unter dem Stuhl von Horst Heldt ein Joker-Kostüm verstaut wurde, bleibt ein Gerücht. Jack Nicholson muss keine Konkurrenz fürchten. Ohne Jux und Tollerei, allerdings auch ziemlich entrückt drehten die Regelhüter des Weltfußballs dem Sportsgeist und Fairplay eine Nase. Die „Dreifachbestrafung“ aus Elfmeter, Rote Karte und Sperre wird Bestand haben, so ließen es acht Honoratioren, welche sich unter dem Arbeitstitel International Football Association Board (IFAB) in einem Belfaster Nobelhotel trafen, eine erstaunte Fußballöffentlichkeit wissen. Weiterlesen

Der Winter, der ein Sommer war


Veröffentlicht am 1. März 2015

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„Die FIFA kann wirklich machen, was sie will. Wenn die FIFA entscheidet, das Endspiel findet Heiligabend statt, und wenn es Unentschieden ausgeht, spielen wir an Silvester weiter, dann muss das anscheinend jeder so hinnehmen. Was mir da völlig zu kurz kommt, ist die Verantwortung der Menschen, die vor vier Jahren für Katar gestimmt haben. Jedem, der sich mit der Thematik beschäftigt hat, war klar, dass das, für was sie jetzt abstimmen, nie so kommen kann. Es ist definitiv ein Fehler, wenn man eine WM für Sommer ausschreibt und dann sagt, sie findet im Winter statt.“

(Christian Heidel, Manager Mainz 05, Pressekonferenz, 26. Februar 2015)

Schlusslichter


Veröffentlicht am 17. Oktober 2014

Tabellenletzte in Europas Top-Ligen vor harten Zeiten

Bundesliga – Platz 18 – Werder Bremen – 7 Spiele – 10:16 Tore – 4 Punkte
Primera División – Platz 20 – Deportivo La Coruña – 7 Spiele – 8:19 Tore – 4 Punkte
Premier League – Platz 20 – Queens Park Rangers – 7 Spiele – 4:15 Tore – 4 Punkte
Serie A – Platz 20 – Sassuolo Calcio – 6 Spiele – 3:12 Tore – 3 Punkte

Drama soll stets hohe Kunst sein. Die Rote Laterne im Fußball verheißt Unbill und läßt das Wort Abstieg in den Ohren klingen. Noch ist diese Phase nicht völlig über die Tabellenletzten des europäischen Clubfußballs gekommen, aber die Wolken einer Mangelsaison schieben sich deutlich vor die Hoffnung auf bessere Tage. Von Spielkunst wenig, von Dramatik viel, diese Letzten werden sicher nicht mehr die Ersten sein. Keines der Schlusslichter ist bisher völlig verloren, Chancen auf Besserung durch die Anzahl der Spiele noch ausreichend vorhanden. Beim Bundesligaschlusslicht in Bremen hat der tabellarische Istzustand den Herbst des Patriarchen eingeläutet und offensichtlich Marco Bode in die Startlöcher geholfen. Ein Bode macht noch keinen Sommer aber vielleicht etwas Wind in Sachen Wiederbelebung. Eine Finanzspritze von Vermarkter Infront soll eine weitere Blutauffrischung bedeuten. Den Werder-Fans wird jeder Impuls willkommen sein um wieder etwas Mut zu fassen. Aus den bisherigen Auftritten ihrer sieglosen Truppe lässt sich dagegen wenig Optimismus ableiten. Die anstehende Partie bei den Bayern ist sicher keine Treppe zum Aufstieg aus dem Keller. Der letzte Platz könnte sich verfestigen. Ähnlich das Bild in der Premier League, auch dort ein Traditionsverein auf dem letzten Absatz. Weiterlesen

Derby County Football Club


Veröffentlicht am 23. August 2014

Brian Clough und Peter Taylor gewannen als Trainerduo mit Derby 1971/72 die englische Meisterschaft.

Brian Clough und Peter Taylor gewannen als Trainerduo mit Derby 1971/72 die englische Meisterschaft.

Fulham FC zu Gast im iPro Sport Stadium

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion von Derby County liegen 222 Kilometer. Derby ist eine Stadt am Fluss Derwent, Grafschaft Derbyshire in den East Midlands. Einst war Derby der traditionelle Verwaltungssitz von Derbyshire, diese Aufgabe obliegt jetzt aber Matlock. Derby war ehemals Zentrum der industriellen Revolution. Dort wurde schon 1717 die erste wasserbetriebene Seidenspinnerei in Betrieb genommen. Seit 1884 gehört auch der Fußball zur Stadt Derby, die heute 250.000 Einwohner zählt. Am 24. Mai dieses Jahres wähnte sich die ganze Stadt bereits freudig als Rückkehrer in die Premier League. Im Relegationsendspiel zu Wembley stand man ab Mitte der zweiten Halbzeit – beim Stand von 0:0 mit einem Mann mehr auf dem Platz – dem dezimierten Gegner Queens Park Rangers gegenüber. In den letzten 30 Minuten sollte sich das Tor zur Premier League durchschreiten lassen. Es kam anders. QPR-Stürmer Bobby Zamora machte in der 90. Minute das 1:0 für die Londoner und stürzte Derby County in ein Tal der Tränen. Knapper lässt sich ein Aufstieg kaum verfehlen. Man rappelte sich auf und trotzte dem Schicksal, in dieser Saison wollen die Männer aus Derby wieder angreifen. Weiterlesen

Große Erwartungen aller Orten


Veröffentlicht am 16. August 2014

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Saisonstart 2014/15 in der Premier League

Englands Eliteklasse startet mit großen Erwartungen in die neue Saison. Die WM verlief für den englischen Fußball desaströs, in den letzten beiden Champions League-Endspielen gab es deutsche und spanische Finalpaarungen. Der Hunger auf Erfolg so riesig wie die Erwartungen. Für Furore im Vorfeld sorgten kein Platzhirsch und kein Transfer. Hauptattraktion vor Anpfiff des ersten Spieltages war ein Holländer. Louis van Gaal ist zurück als Vereinstrainer, er sitzt auf dem Ferguson-Stuhl bei Manchester United, dort wo sein direkter Vorgänger David Moyes keine Spuren hinterlassen konnte. Die Erwartungen in van Gaal sind groß, sein eigener Anspruch wie immer überbordend. Er wird Manchester United stabilisieren, er wird sie nach Europa führen. Die Meisterschaft ist dennoch unwahrscheinlich. Neuzugang Ander Herrera von Athletic Bilbao macht noch keinen Sommer. Weiterlesen

Sprungbrett ins Viertelfinale


Veröffentlicht am 30. Juni 2014

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Das Viertelfinale der WM komplettiert sich

Holland und eine hilfreiche Schwalbe sowie Costa Rica und ein großartiges Elfmeterschießen schickten gestern Mexiko und Griechenland auf den Weg in die Heimat, füllten das Feld der Viertelfinalteilnehmer mit ihrer weiteren WM-Anwesenheit auf. Ob heute Frankeich oder Nigeria nachziehen? Es kann durchaus wieder eng werden. Deutschland wird die Hürde Algerien problemlos nehmen, daran zweifelt wohl niemand, das Spiel gilt als gewonnen. Alles andere wäre nun wirklich mehr als erstaunlich und daher auch nicht zu erwarten. Bei allem Respekt vor den Fußballern Algeriens, sie werden das deutsche Team auf dem Weg Richtung Endspiel nicht aufhalten oder auch nur in Schwierigkeiten bringen, zu groß das Leistungsgefälle. Im Viertelfinale wartet dann also das Team aus dem Nachbarland oder Afrikas letzter Vertreter auf uns. Beide möglichen Viertelfinalgegner sind nicht zu unterschätzen, dennoch absolut lösbare Aufgaben. Das Halbfinale kann wohl längst gebucht werden, das Endspiel erscheint sichtbar am Horizont. Und in der Heimat purzeln die Public Viewing Rekorde. Ein Sommer der großen Erwartung ist in vollem Gange.

Redaktion Magath & Fußball

Kein gewöhnlicher Montag


Veröffentlicht am 16. Juni 2014

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In diesen Tagen, an denen sich aus Fußballleidenschaft eine Fluchtfunktion vor Alltag und Routine entwickelt, wirft das runde Ding wieder seine alte Verzauberungskraft in die Waagschale. Nur wenige Massenspektakel der positiven Art kommen dem gleich. Und wir wehren uns gering, sich davontragen lassen, den Sommer mit der Leidenschaft Fußball einzuläuten, wer gibt sich solcher Art Versuchung nicht gerne hin? Ein Turnier dieser Wucht hat ja immer drei Fixpunkte, den Tag der Eröffnung, das von allen ersehnte Finale und wenn dazwischen endlich die eigene Mannschaft ins volle Geschehen greift. Der Tag ist nun gekommen, die Voraussetzungen sind perfekt. Dazu Felix Magath: „Joachim Löw kann auf den qualitativ besten Kader zählen, mit dem jemals ein Bundestrainer bei einer Weltmeisterschaft antreten durfte. Alle Mannschaftsteile sind inzwischen mit erfahrenen Profis internationaler Klasse besetzt. Das spricht für eine stabile Qualität auf höchstem Niveau.“

Ein milder Sommerabend steht ins Haus. Die Plätze, Straßen und Tische sind bereitet. Das Land ist für ein außergewöhnliches Massenerlebnis gerüstet. Was 2006 heimisches wie gigantisches Sommermärchen, funktionierte bei wiederum gleißender Hitze auch in 2010, vom fernen Südafrika schwappte die Stimmung über einen Kontinent und brach sich in Deutschland die freudige Bahn. Public Viewing das neue Zauberwort. Von Fußballexperten und sachkundigen Zuschauern über eventverliebte Frauen und Männer bis zu stimmungskreischenden Teenagern, alles war auf den Beinen. Jung und Alt klopfte sich die Schulter oder fiel um verfügbare Hälse, eine friedliche Masse flatterte emotional aufgeladen wie vergnügungssüchtig über Straßen, Plätze und Wiesen. Eine Fanfamilie auf Zeit ward geboren. Ein wochenlanger Freudentaumel bestimmte den nationalen Herzschlag, dann kamen die Spanier wie einst die Italiener. Halbfinale hieß die jeweilige Endstation. Nun also auf ein Neues. Elf Deutsche in Brasilien können erneut die Steilvorlage für ein Land im stimmungstechnischen Ausnahmezustand liefern. Es ist angerichtet.

WM | 16. Juni 2014 | 18.00 Uhr MEZ: Deutschland – Portugal  (Arena Fontana Nova, Salvador, Brasilien)

Redaktion Magath & Fußball

And the Winner is: Atlético Madrid


Veröffentlicht am 17. Mai 2014

Diego Simeone und Tata Martino

Diego Simeone und Tata Martino

Finaltag in der Primera División brachte Entscheidung im spanischen Titelkampf

In einem feuchten Spiel – Berlin zeigte seinen Gästen ein arg nasses Gesicht – ging der Pokalsieg nach München. In einem Spiel unter Gleichwertigen gewannen die Bayern 2:0 gegen den BVB obwohl Dortmund in Minute 64. eigentlich das 1:0 machte, aber wie so oft… Und es regnete und regnete, derweil die Fußballsonne über einer anderen Finalentscheidung strahlte. Spanien hat beim Wetter oft die Nase vorn. Ob dies weiterhin auch für den Fußball gilt wird ein Brasilianischer Sommer zeigen. In Spanien ist der Pokal längst vergeben, man stand vor dem letzten Spieltag, es sollte nochmals spannend werden. Real Trainer Carlo Ancelotti wurde nach dem Champions League Spiel gegen die Bayern wegen seiner aufgegangenen Taktik in den Fußballhimmel gehoben. Von dieser Verklärung profitierte auch das Weiße Ballett, man war wieder da und alle Unbill der Saison vergessen. Bei den Königlichen schlug man sich selbstgewiss auf die Schulter. Das freudige Abklatschen war kaum verhallt, da folgten auf dem Fuße zwei Remis und eine Niederlage in der Primera División, die Meisterschaft war verspielt. Lokalrivale Atlético bekam die Meistertrümpfe endgültig in die Hand, begann aber seinerseits zittrig zu werden, geplante Punkte blieben liegen. Das madrilenische Zittern auf der Zielgeraden brachte die schon geschlagene Truppe des FC Barcelona wieder ins Rennen und in die Nähe eines Matchballs. Es lief tatsächlich auf ein Meisterschaftsendspiel im Camp Nou hinaus, Heimvorteil Barca. Nur ein Sieg musste her und der Titel würde nach Katalonien gehen. Weiterlesen