Schlagwort-Archive: Spiegel

Wie bei Machiavelli


Veröffentlicht am 18. Oktober 2015

„Die Fifa als Institution ist zu retten, sie macht bei der Organisation ihrer Wettbewerbe eigentlich einen ganz guten Job. Aber sie braucht eine andere Führungsspitze. Derzeit ist sie ein Patronage-Netzwerk mit Ämterschacherei, Stimmenkauf, Geld und anderen Gefälligkeiten. Es ist eine Form von Machtpolitik, bei der es gröber zugeht als in der großen Politik. Wir können das bei Machiavelli nachlesen.“

(Mark Pieth, Schweizer Rechtswissenschaftler, Interview Der Spiegel, 17. Oktober 2015)

„Edin, was machst du da?“


Veröffentlicht am 27. August 2015

„Ich hatte keine Probleme mit Magaths Stil. Anfangs kam ich häufig zurück zur Mittellinie und wollte hier und dort den Ball haben. Da sagte Magath zu mir: ‚Edin, was machst du da? Du musst Tore machen. Ich will dich im Strafraum sehen.‘ Wenn ich den Fehler dann erneut gemacht habe, sagte Magath: ‚Was habe ich dir gesagt?‘ So hat er mir das eingebläut, und irgendwann ging es dann automatisch.“

(Edin Džeko, Interview, Der Spiegel, 3. Juni 2010)

Rohstofflieferanten


Veröffentlicht am 15. März 2015

„Spielerberater sind ein Produkt des kommerziellen Fußballs, Goldgräber, die von dem vielen Geld, das im Profigeschäft kursiert, angelockt werden. Sie liefern den Rohstoff für die große Show, Talente, Stars, preisgünstige Durchschnittsspieler. Für die Klubs ist die Beraterschwemme eine Plage. Schon 13-jährige haben heute Agenten.“

(Der Spiegel, „Schattenmänner“, Ausgabe 06/2015)

Statussymbol


Veröffentlicht am 16. Februar 2015

„Früher ist man mit dem Mercedes zur Kirche gefahren, um die Leute zu beeindrucken, heute zeigt man eben den Spielerberater. Der impliziert ja immer: Mein Junge kann es, er ist jetzt wichtig, wird bestimmt mal ein großer Profi.“

(Heribert Bruchhagen, Der Spiegel, Ausgabe Nr. 6, 31. Januar 2015)

Stumpfe Waffen


Veröffentlicht am 14. Januar 2015

„Auf absehbare Zeit wird der beste Schachspieler immer mal eine Partie gegen den Computer gewinnen. Darauf kommt es an. Auf diese eine Partie, in der wir Menschen uns durch Kreativität durchsetzen – solange das geht, sind wir noch vorn.“

„Schach sollte überall auf der Welt Schulfach werden. Es fördert die geistige Auseinandersetzung. Es lehrt die Demut in der Niederlage.“

„Das Glück über einen bahnbrechenden Zug geht nie vorbei. Aber ich hatte meine Tiefpunkte. Das hing mit der Motivation zusammen, damit, dass ich alles erreicht, jeden Titel, jedes Großmeisterturnier gewonnen hatte. Ich war satt geworden. Wer jeden Krieg gewinnt, muss seine Waffen nicht mehr schärfen.“

(Gary Kasparow, Interview, Der Spiegel, Ausgabe 47/2002)

Quo vadis, FIFA


Veröffentlicht am 18. November 2014

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Fußballweltverband scheitert spektakulär mit dem Versuch der Aufklärung

Rund um den Erdball engagieren sich Menschen unentgeltlich für den Fußball, spielen in Amateurvereinen, trainieren Kinder, Schüler und Jugendmannschaften, feuern als Fans ihre Clubmannschaften an oder stehen ihren Nationalteams zur Seite. Sie sind das Leben, sie sind der Fußball und das Salz in der Suppe dieses völkerverbindenden Sports, der Milliarden Menschen begeistert. Ob dagegen die FIFA ebenfalls noch den Fußball verkörpert, wird momentan weltweit in Frage gestellt. Der Dachverband des Weltfußballs steht schon lange in argem Misskredit und demontiert sich nun mit dem Theater um den Bericht einer selbst eingesetzten Ethikkommission im Eiltempo. Fußballliebhaber und Fans stehen ohnmächtig wie ratlos vor einem unfassbaren wie undurchsichtigen Schauspiel. Weiterlesen

Tore


Veröffentlicht am 8. Oktober 2014

„Ich brauche keine Hilfe, was ich brauche sind Tore, nur Tore.“

(Luis Suárez, Der Spiegel, Nr. 41, 6. Oktober 2014)

Millionen in den Straßen


Veröffentlicht am 3. Juli 2014

„Die Champions League ist sportlich und ökonomisch eine phantastische Veranstaltung, dagegen ist schwer anzukommen. Die Clubs sollten aber auch ein paar wesentliche Dinge nicht vergessen. Die Nationalmannschaften erhöhen nicht nur den Wert ihrer Spieler. Vor allem öffnen sie den Fußball für ein viel größeres Publikum. Schauen Sie sich Deutschland an oder Spanien: Da sind Millionen in den Straßen, friedlich vereint, wenn das Nationalteam spielt. Das wird kein Club jemals erreichen.“

(Laurent Blanc, Trainer PSG, Interview Der Spiegel, 11. Oktober 2010)

Ernste Aufgabe


Veröffentlicht am 4. Juni 2014

„Soziale Probleme zu lösen ist eine ganz andere, eine sehr ernste Aufgabe – im Gegensatz zum Fußball, der ein unterhaltsames Spiel sein sollte. Wir reden über Menschen, von Arbeitslosen, von denen manche nicht wissen, wie sie durch den Monat kommen sollen. Fußball ist mein Beruf, er gehört zu meinem Leben, aber er ist nicht mein Leben.“

(Cesare Prandelli, Trainer der Squadra Azzurra, Der Spiegel, 2. Juni 2014)