Schlagwort-Archive: Spieler

Doppelfunktion


Veröffentlicht am 10. Dezember 2015

„Das Entscheidende ist doch: Welche Macht gibt die Vereinsführung einem Trainer? Sie gibt ihm Macht und nimmt sie ihm. Gegen die Vereinsführung haben Sie als Trainer überhaupt keine Chance. Die sind vor Ort vernetzt, sie kommen von außen. Die bestimmen die Kommunikation. Und die Spieler merken sofort, wenn ein Trainer geschwächt wird. Sie spüren, wer hat Macht, wer hat das Sagen. Deshalb war es eine meiner Stärken, dass ich in Stuttgart, Schalke und Wolfsburg die beiden Funktionen als Trainer und Manager vereinigen konnte. Das war der eigentliche Grund, warum ich beides gemacht habe. […] Durch die Doppelfunktion habe ich bei den Spielern eine große Leistungsbereitschaft erlebt. Weil sie wussten: Der entscheidet auch über Transfers. Das war Teil meines Erfolges. Wenn man diese Macht einem Trainer nimmt, spürten die Spieler das sofort. Hoeneß hat das gemacht, indem er die Spieler hochholte in sein Büro und sie sich ausweinen ließ. Und wenn er ihnen dann sagte, da muss ich doch mal mit dem Trainer reden, hat der Spieler schon gewonnen und der Trainer schon verloren.“

(Felix Magath, Interview FAZ-Sonntagszeitung, 6. Dezember 2015)

Adventsgekicke


Veröffentlicht am 5. Dezember 2015

Seitenblick in Europas Ligen

Kein Weihnachtmärchen sondern Realität im Advent. Allen bekannt und längst keine Neuigkeit mit Nachrichtenwert. In Deutschland weiß man schon vor der Bescherung wer in 2016 Meister und Vizemeister, in Spanien dagegen wer nicht Pokalsieger wird. Dort hat Barca-Trainer Luis Enrique unlängst verkündet, sein Team sei noch nicht auf dem Niveau des letztjährigen Champions League Sieges. Dies muss seinen Real Madrid Konkurrenten Rafael Benítez so verschreckt haben, dass er sich verwechselte und sein Team damit aus dem Pokal kegelte. Der FC Barcelona spielte in der Zwischenzeit seinen 6:1 Pokalsieg gegen den CF Villanovense mit 10 Mann runter, der Barca-Coach verzichtete auf die mögliche Einwechslung nach einer Verletzung von Jérémy Mathieu, wollte keine weiteren lädierten Spieler in seinen Reihen riskieren. Darüber mochte sich Luis Enrique nicht weiter auslassen, ein Thema war dem ansonsten eher zurückhaltend agierenden Barca-Übungsleiter dann doch noch zu entlocken. Für ihn sei das Trio Messi-Suárez-Neymar die beste Sturmreihe aller Fußballzeiten. Wer mag ihm im Moment widersprechen? Einen wird solche Bemerkung besonders wurmen. Real Madrid Präsident Florentino Pérez hat schließlich den Anspruch das Teuerste und Beste stets in seine Reihen zu kaufen. Im Augenblick kann er aber nur attestieren wie eindeutig die Rolle Koch und Kellner im Duell Real gegen Barca verteilt ist. Nicht Real Madrid schwingt den Löffel des spanischen Fußballs, es sind die Katalanen. Weiterlesen

Magie Teamsport und die Art des Denkens


Veröffentlicht am 21. November 2015

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„Ich entschied mich für einen Teamsport. Es gibt eine Art von Magie, wenn die Menschen ihre Kräfte vereinen, um eine gemeinsame Idee auszudrücken. Mannschaftssport hat einen Wert, der seiner Zeit voraus ist. Sie können mit elf Spielern aus elf verschiedenen Ländern spielen und bieten dabei eine kollektive Arbeit. Der heutige Sport kann zeigen, was die Welt von morgen sein wird.“

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Hart aber fair


Veröffentlicht am 15. November 2015

„Auch von Felix Magath habe ich viel gelernt, etwa dass ein Spieler jeden Tag an sich arbeiten muss. Magath war hart, aber sehr fair.“

(Willy Sagnol, Interview mit 11Freunde, Heft #168, November 2015)

Alex Ferguson über Rafael Benítez


Veröffentlicht am 29. Oktober 2015

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„Trotz meiner Vorbehalte gegen Benítez als Mensch und als Trainer gelang es ihm immer, seine Spieler zu veranlassen, dass sie sich für ihn abrackerten, also muss er wohl eine gewisse Fähigkeit besitzen, andere zu motivieren: sei es durch Angst, Respekt oder durch sein Können. Ich habe nie erlebt, dass seine Mannschaft das Handtuch geworfen hätte, und das muss man ihm hoch anrechnen.“

(Alex Ferguson, Meine Autobiographie, Edel Books, 2014)

Der FC Liverpool und sein Komitee


Veröffentlicht am 25. Oktober 2015

„Das ‚Transfer-Komitee‘, das der amerikanische Milliardär John W. Henry einführte, als er den FC Liverpool mit der Fenway Sports Group 2010 übernahm, hat, bei 31 Einkäufen für fast 400 Millionen Euro, eine schwache Bilanz, vor allem in den vergangenen zwei Jahren. Für Suárez und Sterling bekam man fast 150 Millionen Euro und verplemperte sie für Spieler wie den inzwischen an den AC Mailand zurückverliehenen ‚Torjäger‘ Mario Balotelli, der in 16 Ligaspielen einen Treffer schoss – aus einem Meter ins leere Tor.“

(FAZ Sonntagszeitung, Ausgabe Nr. 41, 11. Oktober 2015)

4 x Weltklasse in 26 Jahren


Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

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„Ich habe nicht vor, sehr gute Spieler herabzusetzen oder zu kritisieren, die für mich während meiner 26-jährigen Karriere bei United spielten, aber es waren nur vier, die Weltklasse waren: Eric Cantona, Ryan Giggs, Cristiano Ronaldo und Paul Scholes.“

(Alex Ferguson, Leading, Verlag Hodder & Staughton, 2015)

In Anfield (noch) nichts Neues


Veröffentlicht am 23. Oktober 2015

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Unter dem Dach überhitzter Berichterstattung trennen sich Liverpool und Rubin Kasan 1:1

Der FC Liverpool spielt unter Jürgen Klopp wie unter Brendan Rodgers keinen erfolgreichen Fußball. Das liegt weniger am jeweiligen Trainer, sondern vielmehr an dem vom Transfer-Komitee des Clubs zusammengestellten Kader. Die Spieler sind das Problem des FC Liverpool. Was sollte der ehemalige Dortmunder Klopp in zwei Wochen Amtszeit daran grundlegend ändern? Gegen Rubin Kasan spielte man in der Europa League im eigenen Stadion 1:1, wobei der Ausgleichstreffer erst in Überzahl gelang. Kasan spielte ab der 37. Minute wegen einer Gelb-Roten-Karte dezimiert. Heimische Sportmedien haben sich selten für Brendan Rodgers und den FC Liverpool interessiert, sind nun die großen Experten für das Thema. In englischen Medien und bei dortigen Fans ist man nach der Klopp-Hysterie langsam in der Normalität angekommen, ahnt die Schwere der Aufgabe, den FC Liverpool wieder nach oben zu führen. Teile der Medien heizen den Kessel Liverpool und Klopp natürlich weiter an, um den entstehenden Dampf noch lange unters Fußballvolk bringen zu können. Dabei stört nur etwas der Fußballalltag mit seinen realen Ergebnissen. Weiterlesen

Andere Gepflogenheiten


Veröffentlicht am 21. Oktober 2015

„Grundsätzlich würde es dem englischen Fußball sicher guttun, wenn ein paar mehr deutsche Einflüsse in der Premier League Einzug hielten. Ich befürchte jedoch, dass die Bereitschaft der Engländer eher gering ist, sich Neuem aufgeschlossen zu zeigen. Es gibt Spieler auf der Insel, zu deren Selbstverständnis es nicht gehört, zweimal am Tag zu trainieren. Auch die Art der Vorbereitung aufs Spiel ist zu den Gepflogenheiten deutscher Teams unterschiedlich. Manche Mannschaften dort treffen sich erst zum Spiel mittags. Damit gibt man die Kontrolle in Sachen Ernährung und Schlaf sicher aus der Hand.“

(Felix Magath, Kolumne, Express Köln, 20. Oktober 2015)